Geschlossene Immobilienfonds Grundlagen
Ein geschlossener Immobilienfonds wirbt eine vorher festgelegte Summe
an Kapital ein und wird dann geschlossen. Nach einer festgelegten
Laufzeit soll das Fondsvermögen dann wieder verkauft und der Fonds
aufgelöst werden. Dazwischen sollen möglichst hohe und sichere
(Sachwertinvestition) Renditen erwirtschaftet werden.Oft enthält ein geschlossener Immobilienfonds nur eine einzige
Immobilie. Das ist zwar überschaubarer, bietet aber nicht die
Möglichkeit der Risikostreuung über mehrere Immobilien.
Geschlossene Immobilienfonds können sechs bis über zehn Prozent Rendite
im Jahr abwerfen - das galt zumindest für die Vergangenheit. USA und
Hollandfonds brachten in den letzten Jahren die höchsten Renditen.
Einige Fonds boten in der Vergangenheit zusätzlich steuerliche
Verlustzuweisungen an. Dies wird in Zukunft aber durch die aktuelle
Gesetzgebung erschwert werden.
Hauptkriterien bei der Fondswahl sind die jährlich erwirtschafteten
Mieterträge und der Verkaufserlös am Ende der Laufzeit. Beides zusammen
ergibt nach Abzug der jeweils zu zahlenden Steuern die Nettorendite des
Fonds.
Selten und im Gegensatz zur normalerweise angebotenen Beteiligungsform
der Kommanditgesellschaft wird die Beteiligung in Form der Teilnahme an
einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts angeboten. Hier ist Vorsicht
geboten, da dann eventuell auch mit dem Privatvermögen gehaftet wird.
Ihr eingesetztes Kapital ist in einem geschlossenen Immobilienfonds
langfristig gebunden. Ein Ausstieg vor Ende der Laufzeit des Fonds ist
schwierig bis unmöglich.
Typischer Ablauf der Investition
- Die Kommanditgesellschaft, an der sich der Anleger beteiligt, erwirbt eine oder mehrere Immobilien, vermietet sie und strebt eine Veräußerung nach der Laufzeit des Fonds an.
- Finanzierung erfolgt teilweise durch Eigenkapital (Kommanditkapital) und teilweise durch Fremdkapital (Bankdarlehen)
- Fondsobjekte und Finanzierung stehen von vornherein fest
- Mieteinnahmen dienen zur Abdeckung der laufenden Kosten, Zins- und Tilgungsleistungen
- Einnahmeüberschüsse dienen zur Zahlung der laufenden Ausschüttungen
Typische Akteure eines geschlossenen Immobilienfonds
- Anleger
Der Anleger beteiligt sich als beschränkt haftender Kommanditist an der Kommanditgesellschaft. Über die Beschlußfassung im Rahmen von Gesellschafterversammlungen ist der Anleger direkt an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Zur Interessenvertretung der Anleger kann von der Gesellschafterversammlung ein Beirat gewählt werden. - Die Treuhandgesellschaft
Die Treuhandgesellschaft, meist in Eigentum des Emissionshauses, übernimmt die Verwaltung der Kommanditeinlagen, Interessenvertretung der Anlegerinnen und Anleger und steht in der Informationspflicht gegenüber allen am Fonds beteiligten Personenkreisen. Über einen Treuhandvertrag sind die Pflichten der Treuhandgesellschaft festgelegt. Die Treuhänderin übernimmt eine Kontrollfunktion und bildet gleichzeitig die Kommunikationsschnittstelle zwischen dem Anlegerkreis, der Geschäftsführung und der Kommanditgesellschaft. - Die Kommanditgesellschaft
Die Geschäftsführung und Vertretung der Kommanditgesellschaft erfolgt durch die persönlich haftende Gesellschafterin der Kommanditgesellschaft, die Komplementärin. Die Kommanditgesellschaft ist wirtschaftliche Eigentümerin der Immobilien. In ihren Verantwortungsbereich fallen somit die Verwaltung der Immobilien, die Einziehung der Mieten, Instandhaltung der Objekte sowie das Entrichten von Zins- und Tilgungsleistungen. - Die Immobilienverwaltungsgesellschaft
Die Immobilienverwaltungsgesellschaft ist für die Betreuung der Immobilie vor Ort in administrativer, finanzieller, kaufmännischer und technischer Hinsicht zuständig. Ihr kommt damit eine wichtige Funktion in dem Gesamtkonzept zu. Ein professionelles Immobilienmanagement, das auf Mieterwünsche schnell, flexibel und unbürokratisch eingeht, die Nebenkosten der Mieter - und die des Fonds - durch straffes Kostenmanagement möglichst klein hält, trägt wesentlich zu einer langfristigen Mieterbindung und damit Absicherung der Einnahmen des Fonds bei. - Die Mieter
Die Mietzahlungen stellen die Einnahmendes Fonds dar. Eine geschickte Objektzusammenzusammensetzung hinsichtlich der Restlaufzeiten der einzelnen Mietverträge und der Zeitpunkte, zu denen die Mietverträge ablaufen, ist eine sinnvolle Maßnahme für eine Risikostreuung bei gleichzeitiger Wahrung der Chance, an positiven Marktentwicklungen zu partizipieren. - Die Bank
Ein Teil der Investitionssumme wird in der Regel langfristig über eine Bank gegen Eintragung einer Hypothek finanziert. Tilgung und Zinszahlungen erfolgen aus den Einnahmen der Gesellschaft. Ein bei Veräußerung der Immobilien eventuell noch bestehender Restbetrag wird aus dem Verkaufserlös gezahlt. - Das Emissionshaus
Das Emissionshaus erstellt das Gesamtkonzept der Investition und initiiert die Auflage des Fonds. Es wählt die Vertragspartner aus und führt diese zusammen. Eine genaue Kenntnis der Immobilienmärkte und der Marktteilnehmer ist dazu unbedingte Voraussetzung.
Hypothekenkredit RechnerRückzahlung in monatlich gleichbleibenden Raten, ohne Berücksichtigung von eventuellen Bearbeitungskosten |
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