Die Geldanlage in Immobilien lohnt - will aber wohl überlegt seinSinnvoller Baustein einer weise zusammengestellten Geldanlage ist die Immobilie. Das Betongold darf gerne auch als Naturprodukt in Form von Bauland, Ackerland oder Wald ausgestaltet sein. Man kann es selbst nutzen oder über den Mietzins seine Rendite verdienen. Aber wie bei jeder Geldanlage lauern Risiken. Wir begründen Ihnen, wann sich für Sie die Geldanlage in Immobilien - Eigenheim und/oder Anlageimmobilie - lohnt, listen pro und contra auf und sagen, worauf Sie bei Ihrer Investition achten sollten.

Vorteile der Geldanlage in Immobilien

Günstige Bauzinsen

In der gegenwärtigen Niedrigzinsphase lohnt der Kauf einer Immobilie gegenüber dem Wohnen zur Miete sogar dann, wenn die gekaufte Immobilie im Wert sinkt. Stiftung Warentest hat dies in Heft April 2015 anhand eines Wertverlustes in Höhe von 20% in 20 Jahren vorgerechnet. Am Ende hatte der Immobilienkäufer trotzdem ein höheres Vermögen als der Mieter. Weitere Argumente finden Sie im Artikel "Eigenheim finanzieren".

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Inflationärer Schutz

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Wie titelte der Spiegel doch jüngst sehr schön: Geldanlage bei Niedrigzinsen: Rendite ohne Risiko gibt’s nicht mehr! Darum sollten auch ängstliche Naturen die Ausdehnung ihres Anlagespektrums über das vermeintlich sichere Festgeld hinaus in Erwägung ziehen. Immobillien gewähren als Sachwert noch stärker als Aktien einen gewissen Schutz vor Inflation und vermitteln dadurch ein Gefühl von Sicherheit. Sie drängen sich von daher als Ergänzung eines monetären Portfolios geradezu auf.

Siehe hierfür auch: Altersvorsorge in Immobilien

 

Steigende Preise in Citylagen

Steigende Tendenz für Immobilienpreise sehen viele zukünftig in Stadt- und Stadtrandlagen mit attraktiver Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten, Ärztedichte, Kindergartenbetreuung, Freizeitmöglichkeiten inkl. Natur). Dörfliche und strukturschwache Regionen haben hingegen jetzt schon mit sinkenden Einwohnerzahlen und dadurch hervorgerufenen Wertverlust zu kämpfen.

Praxisbeispiel Berlin - Tempelhof beliebt

Die Gedankenspiele von Immobilien-Groß-Investoren wie die Mähren Gruppe lassen sich anschaulich am Beispiel des Gebietes um den ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof verdeutlichen. Die Mähren Gruppe hat dort Ende April 2014 ihr Immobilienportfolio um 136 Wohneinheiten erweitert. Nach Wegfall des Flughafenbetriebes kann dieser "neue" Stadtteil mit einer ruhigen Lage und mannigfaltigen Grünflächen punkten. Urbanes Wohnen im Grünen ist sicherlich ein Zukunftstrend, den die Mähren Gruppe bei Ihrer Investitionsentscheidung zugrunde gelegt hat.

Am Ende besser dastehen als der Mieter

Wenn der Kaufpreis der Immobilie über die Jahre konstant bleibt oder sogar steigt, erfreut sich der Immobilienkäufer am Ende eines deutlich höheren Vermögens als der Mieter. Zudem kommt neben der rechnerischen Überlegenheit ein qualitativer Vorteil hinzu: Ein Käufer muss sparen, wird durch den Hypothekenkredit gezwungen. Ein Mieter, der seine Habe in Festgeld anlegt, findet sich stets der Versuchung unterzogen, doch lieber etwas mehr Geld für den nächsten Urlaub, das größere Auto, den teuren Anzug etc. auszugeben, statt den Euro im Sparsäckel zu belassen. Wohnungen und Häuser im Portfolio schnüren diesen Sack zu!

Staatliche Förderung

Die Zubrote des Staates zum Immobilienkauf sind einer weiterer Pluspunkt bei der Geldanlage in eine Immobilie. Sind Sie Riester förderberechtigt? Wenn Ihre Bank dann noch die Integration einer Riesterförderung anbietet, sollten Sie diese auch nutzen. Finanztest empfiehlt zurzeit die Riesterkombikredite einiger Bausparkassen. Allerdings sollte Ihr riestergeförderter Kreditvertrag keinen (oder fast keinen) höheren Effektivzins aufweisen als das Pendant ohne Riester-Beteiligung. 

Siehe auch: Denkmalgeschützte Immobilie – Vor- und Nachteile

 

Nachteile einer Geldanlage in Immobilien

Immobilie ist nicht gleich Immobilie.  Es kommt immer darauf an, ein lohnendes Objekt zu finden. Anfallende Reparaturen müssen im Vorhinein mit eingerechnet werden. Im Falle eines Renditeobjektes gilt es, die Frage zu beantworten: Lohnt die Miete pro Quadratmeter noch, auch wenn Verwaltung und Nebenkosten davon abgezogen werden?

Hohe Kaufnebenkosten

Sowohl für selbstnutzende Immobilienkäufer als auch für Vermieter wichtig: Der Kauf einer Immobilie kostet am Anfang 10 bis 15 Prozent an Nebenkosten. Soll die Immobilie schnell wieder verkauft werden bzw. machen äußere Umstände (Scheidung, Umzug durch Jobwechsel) dies notwendig, können durch einen daraus resultierenden Notverkauf hohe Verluste entstehen.

Lange Bindungsfrist, wenig Streuung

Der psychologische Vorteil des Sparzwanges hat - wie jedes Ding auf Erden - zwei Seiten. Das Kapital ist in einer Immobilie langfristig gebunden und kann nicht schnell umgeschichtet werden. Da viele Wohnungs- und Hauskäufer ihr gesamtes Sparvermögen in die Immobilie stecken, bleibt kein Spielraum mehr für eine risikominimierende Streuung des eigenen Sparkapitals. 

Zudem kann es auch zu einer Verzögerung des Verkaufes kommen, selbst wenn der Immobilienmarkt vor Ort an sich boomend ist. Die jeweilige Immobilie mag Nachteile haben, die sie schwerer verkäuflich macht. Hier braucht der Verkäufer dann einen langen Atem, wenn er nicht mit Preisabschlag losschlagen möchte.

Punktuelle Preisblase bei Immobilien

Wo der Kauf jetzt lohnt

Finanztest hat sich in Deutschland umgesehen. Nicht überall haben die Immobilienpreise nach den Sternen gegriffen. Lesen Sie im Test von Juli 2015, an welchen Orten ein Immobilienkauf noch günstig ist.

Der Kauf einer Immobilie lohnt besonders dann, wenn Spielraum für eine Preisentwicklung nach oben besteht. In einigen Lagen Deutschlands werden momentan aber Preise für Immobilien gefordert, die in Zukunft vermutlich nur einen Weg kennen: nach unten. 

Faustformel zur Bewertung einer Immobilie

Teilen Sie den Kaufpreis der Immobilie durch die darin tatsächlich erzielte Nettokaltmiete pro Jahr. Bei resultierenden Werten von über 25 steigt die Gefahr, dass der avisierte Preis überteuert ist.

Fazit und Alternativen

Die Geldanlage in Immobilien lohnt heute mehr denn je. Trotzdem bleibt die kluge Auswahl des richtigen Kaufobjektes von eminenter Wichtigkeit für die langfristige Rentabilität der Anlage. Wenn Sie nicht gleiche eine ganze Wohnung oder ein Haus kaufen möchten, bieten sich Immobilienfonds als Alternative an. Eventuell können Sie aber auch ein "Grundstück mit Fantasie" (auf zukünftige Aufnahme in den Bebauungsplan, auf steigende Attraktivität zum Bauen ...) erwerben. 

Wenn Sie die Immobilie zusätzlich als Altersvorsorge betrachten, sollte diese zu Renteneintritt schuldenfrei sein und Sie sollten ausreichend Rücklagen für kommende Renovierungen angespart haben.

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