robo advisor anbieter markt u5 564

Robo-Advisor - die Anbieter für das Investieren nach festen Regeln

Seit einigen Jahren drängen sogenannte Robo-Advisor in die Branche der Vermögensverwalter und verwalten Kundengelder vollautomatisiert. In Deutschland kamen die ersten Anbieter im Jahr 2011 auf dem Markt. In den USA bereits 2004. Alle haben dabei das gleiche Ziel: Sie verwalten Portfolios automatisiert nach festen Regeln. Wir haben uns diesen Trend, den Markt der Anbieter und die neuesten Entwicklungen einmal genauer angeschaut.

 
 

Was sind Robo-Advisor? Die Historie

Robo-Advisor sind Algorithmen, die nach festen Regeln und Vorgaben Portfolios überwachen und je nach Marktlage optimieren bzw. umschichten. Ausschlaggebend dafür sind die Risikobereitschaft des Anlegers, die markthistorischen Daten, die der Robo-Advisor verwendet, und das Vorgehen des Algorithmus in der Bewertung von Risiken und Marktbewegungen.

geschichte der robo advisor

Das Experten-Portal robo-advisor.de definiert die Technologie folgendermaßen:

„Ein Robo-Avisor ist eine erlaubnispflichtige Finanzdienstleistung, die als Software digitale, regelbasierte Vermögensverwaltung von ETFs bzw. Indexfonds und/oder Beratung von Portfoliolösungen anbietet.“

Wer einen Robo-Advisor anbietet, braucht eine Bafin-Lizenz. Darum kooperieren viele Fintechs (Entwickler von Robo-Advisor) oftmals mit Banken, die zum einen das Depot und zum anderen die nötige Bafin-Lizenz bereitstellen.

Anbieter

robo advisor vergleich

Anlageobjekte

Um die Portfolios automatisiert umschichten zu können, wird überwiegend in ETFs bzw. Indexfonds investiert. ETF steht für Exchange Traded Funds und zählt zu den offenen Fonds, die einen an der Börse bereits vorhandenen Index abbilden. Statt selber in Aktien oder Anleihen zu investieren, übernimmt das der Fonds.

Bekannte Fonds sind z.B.


Weltweite Aktienfonds (ETF), eine Auswahl basierend auf MSCI World

  • Amundi MSCI World Ucits ETF EUR - ETF auf MSCI, ca. 1.700 Aktien weltweit
    ISIN: FR0010756098
    Anlage: Wertentwicklung des MSCI  mit Hilfe einer synthetischen Replikationsmethode so getreu wie möglich nachzubilden; Thesaurierender Fonds; Zum Fondsprospekt
    Argumente für den Fonds: Finanztest-Bewertung 4/2018: 1. Wahl; Empfohlen auf FinanztipMorningstar-Wertung: 4/5 Sterne;
    Kursentwicklung: ca. +7,44% in 2017
    Laufende Kosten pro Jahr: 0,38%
    Günstig erhältlich bei: momentan günstig im Spartplan bei DKB* oder bei  1822direkt* und  Sparkasse-Broker*
     
  • iShares Core MSCI World Ucits ETF 
    ISIN: IE00B4L5Y983
    Anlage:  Der ETF investiert direkt in die im MSCI-Index enthaltenen Wertpapiere. Thesaurierender Fonds; Zum Fondsprospekt
    Argumente:  Finanztest-Bewertung 4/2018: 1. Wahl; Morningstar-Bewertung: 5/5-Sterne ; Empfohlen auf Finanztip;
    Kursentwicklung:  ca. 7,61% in 2017
    Laufende Kosten pro Jahr: ca. 0,20% pro Jahr
    Günstig erhältlich bei:  kostenlos im Sparplan bei onvista*, günstig auch bei comdirect* und der consorsbank*
    Alternative mit höheren Kosten aber Währungsabsicherung: iShares MSCI World EUR Hedged UCITS ETF (ISIN IE00B441G979)
     
  • ComStage MSCI World Ucits ETF 
    ISIN: LU0392494562
    Anlage: Synthetische Index-Nachbildung; Investition in übertragbare Wertpapiere und Einsatz von derivativen Techniken, um an die Wertentwicklung des MSCI Total Return Net World Index anzuknüpfen, Thesaurierender Fonds; Zum Fondsprospekt
    Argumente:  Finanztest-Bewertung 4/2018: 1. Wahl; Morningstar-Bewertung: 4/5-Sterne
    Kursentwicklung:  ca. 7,8 % in 2017
    Laufende Kosten pro Jahr: ca. 0,20% pro Jahr
    Günstig erhältlich bei:  momentan kostenlos im Sparplan bei DKB*, Sparkasse-Broker* und flatex* (hier plus Additonal Costs und Negativzins).

Alternative: MSCI ACWI (ähnlich MSCI World, aber mit Schwellenländer-Anteil)

  • iShares MSCI ACWI UCITS ETF (Acc)
    ISIN:
     IE00B6R52259; zum Fondsprospekt;
    Anlage:  Möglichst genaue Nachbildung der Aktiengewichtung im MSCI ACWI. Der ETF investiert direkt in die im Index enthaltenen Wertpapiere. Thesaurierender Fonds; Fondswährung: USD (= zusätzliches Währungsrisiko); zum Fondsprospekt
    Argumente:  Finanztest-Bewertung 4/2018: 1. Wahl; Morningstar-Bewertung: 4/5-Sterne ; 
    Kursentwicklung:  ca. 8,93 % in 2017
    Laufende Kosten pro Jahr: ca. 0,60% pro Jahr
    Günstig erhältlich beiDKB* (fix 1,50 Euro pro Sparrate), flatex* 1,50 Euro pro Sparrate (plus Additional Trading Costs, keine Depotgebühr aber Negativzins); comdirect* (1,5% pro Sparrate);

Alle Angaben ohne Gewähr. Dies sind keine Anlageempfehlungen, sondern nur Informationen als Baustein eigener Anlageerwägungen. Vergangene Kursentwicklungen müssen sich nicht in der Zukunft fortsetzen.


Robo-Advisor gibt in verschiedenen Automationsstufen. Sie können entweder nur beratend tätig sein und Empfehlungen abgeben oder sie übernehmen auch den Einkauf, die Überwachung des Portfolios sowie die Optimierung. Je mehr Leistung geboten wird, desto mehr Gebühren zahlt der Anleger pro Jahr. Dazu zählt auch menschlicher Service. Anbieter wie z.B. cominvest oder Solidvest setzen dabei auf eine Kombination aus Robo-Advisor und Human-Advisor. Der Mensch greift bei Bedarf ein, der Algorithmus hilft dann vor allem bei der Analyse und Auswertung von Marktentwicklungen.

roboter blau zukunft u5 564

 

Wie funktionieren Robo-Advisor?

Um einen Robo-Advisor nutzen zu können, muss der Anleger in der Regel nur ein paar Fragen beantworten sowie sich ordentlich mit Ausweis identifizieren lassen. Die Fragen vorab sind notwendig, um die Risikobereitschaft, Ziele und Laufzeit des Anlegers zu verstehen. Aus den Antworten können dann die Regeln definiert werden und der Algorithmus weiß, wie er arbeiten soll - die Anlagestrategie wird damit erstellt. Mehr zur Funktionsweise der Robo Advisor hier.

Ein höheres Risiko verspricht meistens auch eine höhere Rendite. Dabei gilt: Je höher das gewählte Risiko, desto höher ist der Anteil von Aktien im Portfolio. Ist der Anleger eher risikoscheu, so werden vermehrt in Anleihen investiert. Neben Aktien und Anleihen wird auch in Geld- und Rohstoff- ETFs investiert. Einige Robo-Advisor können bereits mit 1000 Euro Anlagevolumen genutzt werden und bieten zusätzlich eine Sparplan-Funktion an, wo der Anleger monatlich kleine Beträge ab 50 Euro einzahlen kann.

Ist die Anlagestrategie bestimmt, werden die Positionen eingekauft und das Portfolio erstellt. Nun gibt es zwei weitere Vorgehensweisen von Robo-Advisorn. Passive Robo-Advisor schichten das Portfolio meistens nur ein Mal pro Jahr um, wohingegen aktive Robo-Advisor das Portfolio ständig überwachen und bei Bedarf aktiv eingreifen. Wer Geld für einen Robo-Advisor ausgibt, sollte darauf achten, dass dieser auch aktiv umschichtet. Dafür bezahlen Anleger ihn ja schließlich.

Selbstoptimierende Fondssparpläne

Man kann Robo-Advisor auch als eine Weiterentwicklung von ETF-Sparplänen verstehen. Sind ETF-Sparpläne passive Depots, die sich so entwickeln, wie sich die Märkte entwickeln, so wollen Robo-Advisor besser sein als der Markt.

Big-Data ist dabei die Grundlage, um vorhersagen zu können, wie und wohin sich der Markt entwickelt. ETF-Sparpläne erhalten damit eine Intelligenz, wenn es um die Frage geht: Soll ich bei dieser Kursentwicklung lieber kaufen oder verkaufen?

virtual reality garage bl 564

Kosten und Performance von Robo-Advisorn

Die Kosten der Robo-Advisor setzen sich aus

  1. Kosten für den Fonds sowie für die
  2. Verwaltungsgebühr

zusammen. Fast alle Robo-Advisor geben einen Gesamtpreis an, der in Deutschland zwischen 0,39 Prozent und 1,5 Prozent liegt.

Typisch sind um die 0,7 Prozent für aktive Robo-Advisor wie z.B. Scalable Capital oder Whitebox. Ausgabenaufschläge fallen in aller Regel keine an, eine Kündigung ist meistens innerhalb von zwei Wochen möglich, damit kommt der Anleger recht schnell an sein Geld.

Die Fondskosten sind unabhängig vom Anbieter und belaufen sich in der Regel auf 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Der Rest fällt entsprechend auf die Verwaltung ab. Hier gilt: Je größer der Service, desto höher sind die Kosten. Oftmals sinken die Kosten um die Hälfte, wenn der Anleger mehr als 200.000 Euro investiert. Der Anbieter Whitebox berechnet bis 30.000 Euro 0,95 Prozent, jedoch ab 200.000 Euro nur noch 0,45 Prozent.

Renditen der Robo-Advisor

Auch bei der Performance machen die Deutschen Robo-Advisor eine sehr Figur. Laut robo-advisor.de erwirtschaften ETF-Sparpläne im Schnitte 5,9 Prozent, Robo-Advisor jedoch durchaus das Doppelte an Bruttorendite; diese kann zwischen fünf und dreizehn Prozent liegen.

Wie gut ein Robo-Advisor in der Realität abschneidet, kann aber nur die langfristige Entwicklung zeigen. Schaut man sich dabei die Entwicklung in den USA an, so hat der amerikanische Robo-Advisor Betterment seit 2016 bei einem Aktien-Anteil von 50 Prozent knapp 22 Prozent Bruttorendite erwirtschaftet. Der Deutsche Platzhirsch Scalable Capital kommt auf knapp 11 Prozent.

Fazit 

Ein Robo-Advisor ist durchaus eine gute und empfehlenswerte Alternative, um Geld anzulegen und mit ordentlichen Renditen zu mehren. Bei der Wahl des Robo-Advisors sollte auf jeden Fall auf die Kosten geachtet werden. Bei kleineren Beträgen unter 50.000 Euro kann es bei einigen Anbietern unverhältnismäßig teuer werden. Fakt ist auch, dass die regelbasierte Vermögensverwaltung kein Trend bleiben wird, sondern sich langfristig am Markt für Finanzprodukte durchsetzen wird.

Teilen macht Freude:

Der Beitrag ist eingeordnet unter: