Der Kunde als Arbeitnehmer

Die schwedische Möbelhauskette, IKEA, hat es vorgemacht, günstige Möbel, aber gleichzeitig kaum Serviceleistungen für den Kunden. Auf diese Art und Weise ließen und lassen sich Kosten einsparen. Diesen positiven Effekt der Serviceeinsparungen haben nun auch andere Unternehmensbranchen für sich entdeckt.

So werden sich laut Meinung des Chemnitzer Arbeitssoziologen Prof. Dr. G. Günther Voß in Zukunft auch Supermärkte, Banken und die Reisebranche hinsichtlich der Serviceeinsparungen am „Modell IKEA" orientieren. Für den Kunden bedeutet dies, dass er über kurz oder lang, ob er will oder nicht, zu einem Mitarbeiter für die jeweiligen Unternehmen wird. Den Kunden werden demnach Aufgaben zugeteilt, für die sonst die Beschäftigen eines Unternehmens zuständig waren. Bemerkbar macht sich diese Entwicklung beispielsweise beim Online-Banking, bei der Online-Buchung von Bahn- und Flugtickets oder bei den sogenannten Self-Scanning-Kassen in einigen Supermärkten. Dem Phänomen des Kunden als Arbeitnehmer gehen der Arbeitssoziologe Prof. Dr. G. Günther Voß und die Psychologin Kerstin Rieder in ihrem Buch „Der arbeitende Kunde. Wie Konsumenten zu unbezahlten Mitarbeitern werden" auf den Grund.



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