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GmbH ja oder nein – Sollte ich als Einzelunternehmer eine GmbH gründen?

Auch als Einzelunternehmer stellt sich die Frage, welche Rechtsform ich wähle, um meine Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 2 Millionen Einzelunternehmer - Tendenz steigend. Auch wenn das Kürzel GmbH im Firmennamen sich nach „richtigem“ Unternehmen anhört und ggf. Wertigkeit ausdrücken soll, sollte man gut abwägen, ob man diese Rechtsform als Einzelunternehmer wählt. Das Expertenportal von gmbh-guide.de hat uns bei der Findung einer Antwort auf die Frage "GmbH ja oder nein?"unterstützt.

 
 

Welchen Zweck erfüllt eine GmbH?

Als Einzelunternehmer hat man die Möglichkeit, entweder

  1. eine GmbH oder
  2. eine UG (Unternehmensgesellschaft) zu gründen oder
  3. schlicht als Einzelunternehmer selbstständig zu sein.

Eine GmbH oder UG zählen zu den juristischen Personen, ein Einzelunternehmer ist eine natürliche Person und haftet mit dem kompletten Privatvermögen. Der Entschluss ein Einzelunternehmer zu sein bedarf nur der Entscheidung ein Einzelunternehmer zu sein. Mit der Steuernummer vom Finanzamt können dann auch Rechnungen geschrieben werden.

Mit der Gründung einer GmbH führt man seine Geschäfte zukünftig nicht mehr als natürliche Person, (was der Einzelunternehmer zunächst darstellt und auch als Freelancer bzw. Selbständiger bezeichnet wird), sondern die neue (juristische) Person stellt nun die Geschäftsgrundlage dar. Da eine GmbH oder UG nicht kommunizieren kann, wird sie durch einen Geschäftsführer vertreten, der auch der Gründer sein kann.

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Haftungsfragen

Im Gegensatz zu einer natürlichen Person haftet die GmbH und die UG in der Regel nur mit dem Stammkapital von 25.000 Euro. Der Inhaber, sofern dieser ein guter und ehrlich Kaufmann ist, haftet hingegen nicht. Bei Betrug und Lug kann aber dieser belangt werden, was aktuell der Fall der Familie Schlecker zeigt.

Für die Gründung muss der Gründer ein Stammkapital von mindestens 10.000 Euro und/oder entsprechende Anlagen und/oder Betriebsmittel (z.B. Laptops, Drucker etc.) von gleichem Wert aufbringen; die volle Höhe des Stammkapitals entspricht jedoch eigentlich 25.000 Euro. Der Gesetzgeber hat vor Jahren die Gründung einer GmbH massiv erleichtert. Wird die GmbH haftbar gemacht und besitzt nur 10.000 Euro Stammkapital, dann haftet die GmbH trotzdem mit 25.000 Euro und der Gründer bzw. die Eigentümer müssen das Geld bereitstellen.

UG (Unternehmergesellschaft oder auch 1-Euro-GmbH) 

Um eine GmbH mit noch weniger Kapital gründen zu können, kam es 2008 zu einer Reform, die den Einstieg für Einzelunternehmer nochmals vereinfachen sollte. Ab sofort konnte eine UG (Unternehmergesellschaft oder auch 1-Euro-GmbH) mit einem Euro gegründet werden. Wie die GmbH hat auch die UG genauso viele Rechte (und Pflichten) wie die GmbH. So ähnelt die UG der einfach zu gründenden LLC, die gerne für Briefkastenfirmen in den USA und Großbritannien genutzt wird.

Obgleich eine UG mit einem Euro gegründet werden kann, haften Gründer der UG dennoch mit den vollen 25.000 Euro Stammkapital. Inhaber einer UG sollten sich daher beeilen, dass sie während ihrer Geschäftstätigkeit regelmäßig Geld zurücklegen. Eine UG kann dann mit Einzahlung der 25.000 Euro Stammkapital in eine GmbH umgewandelt werden.

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Wann lohnt es sich eine GmbH zu gründen? 4 Vorteile

  1. Als Einzelunternehmer eine GmbH zu gründen, lohnt sich, wenn der Gründer ein Unternehmen zu einer Marke aufbauen will oder Investitionen von Dritten erhalten möchte. Dann muss es nämlich möglich sein, Unternehmensanteile abgeben zu können, wenn andere daran teilhaben möchten. Das kann nur eine juristische Person bewerkstelligen.
  2. Auch lohnt sich eine Gründung, wenn sich der Gründer aus der Haftung nehmen will. Dazu ein Beispiel: Ein Gründer agiert als Zulieferer und liefert Produktionsbedingt zu spät oder das Falsche. Fehler können passieren aber auch eben Schaden beim Kunden anrichten, weil dieser dann nicht weiterverarbeiten kann - es kann zum Vertragsbruch und zu etwaigen Strafen oder gar Klagen kommen. Der Gründer haftet in diesem Fall nicht mit dem Privatvermögen. Auch für Agenturen lohnt sich die Gründung einer GmbH oder UG. Mit einer GmbH oder UG kann das private Vermögen von Dritten nicht angegangen werden.
  3. Eine Gründung einer GmbH oder UG lohnt sich ebenfalls, wenn der Gründer weiß, dass er zukünftig schnell expandieren und Mitarbeiter einstellen will. Auch die eigene Anstellung als Geschäftsführer mit vollen Gehaltsbezügen und Sozialabgaben kann ein Ziel sein, um Vorteile mitzunehmen. Ein Gespräch mit dem Steuerberater kann Klarheit bringen, ob bei Gründung einer GmbH steuerliche oder sonstige Vorteile geltend gemacht werden können.
  4. Eine GmbH bringt auch Vorteile bei der Entwicklung von verschiedenen Produkten.
    Dazu ein Beispiel: Selbstständige Software-Entwickler haben so die Möglichkeit neben der Tätigkeit für Kunden eigene kleine Projekte zu entwickeln (Apps, Webseite etc. ect.), die dann der GmbH gehören und dort oftmals besser aufgehoben sind, weil draus erneut steuerliche Vorteile entstehen können.

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Eine GmbH verursacht immer Kosten

Eine GmbH beschränkt zwar die Haftung für den Gründer, bringt aber so einiges an Bürokratie und Kosten mit sich, die ganzjährig genügend Liquidität voraussetzt. Schon die Gründung verursacht Kosten durch die notarielle Beurkundung sowie die Eintragung in das Handelsregister. Diese Kosten liegen bei mindestens 300 Euro. Eine Übersicht zu den genauen Kosten haben die Experten von Gmbh-Guide.de hier zusammengestellt.

Als Einzelgründer gibt es zahlreiche Vorlagen, die die Gründung erleichtern und damit auch Kosten minimieren. Bei einer GmbH-Gründung gilt: Je mehr Gründer und Regelungen in den Gesellschaftervertrag aufgenommen werden wollen, desto teurer wird es.

Und auch am Ende des Jahres fallen immer Kosten an, die einkalkuliert werden sollten. Der Steuerberater für die Erstellung des Jahresabschlusses muss bezahlt werden. Hier fallen Kosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro sicher an. Auch die Abführung der Umsatzsteuer übernimmt meistens ein Steuerberater, der monatlich bezahlt wird und im besten Fall auch beratend tätig ist, um Fehler in der Bilanzierung zu vermeiden.

Fazit - eine GmbH für Einzelunternehmer kann sinnvoll sein

Eine GmbH für Einzelunternehmer ist dann sinnvoll, wenn die GmbH über genügend Liquidität verfügt und entsprechende Umsätze generiert, mit denen sie die laufenden Kosten bezahlen kann und dann am Ende auch noch etwas für den Inhaber überbleibt. Aber auch bei der Gründung einer UG sollte mehr als ein Euro eingezahlt werden. Gerade zu Beginn muss Liquidität vorhanden sein, um die einfachsten Betriebsmittel und Gründungskosten zahlen zu können, ohne im nächsten Monat insolvent zu gehen.

Wer sich immer noch unsicher ist, ob sich eine GmbH oder UG lohnt, der sollte sich folgende Frage stellen: Habe ich genügend Aufträge (oder Investitionen für meine Idee), um wenigstens ein Jahr finanziert zu sein? Wenn die Antwort nein ist, dann sollten in beiden Fällen - GmbH und UG – von der Gründung abgesehen werden.  Der Aufwand und die Kosten lohnen sich dann wahrscheinlich nicht.

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