Rente und Erziehungszeiten – darauf müssen Sie achten

Im Mai 2014 ändern sich die Berechnungsgrundlagen für die Berücksichtigung von Erziehungszeiten. Eventuell machen (auch für Freiberufler) freiwillige Beiträge bei der Rentenversicherung Sinn. Auf die folgenden Punkte sollten Sie jetzt achten.

Rennte aus Erziehungszeiten

Auch ohne je versicherungspflichtig beschäftigt zu sein, ist es möglich, allein aufgrund von Erziehungszeiten eine gesetzliche Rente zu beziehen, auch, wenn Sie vorzeitig in Rente gehen möchten. Dabei unterscheiden sich die Regelungen für Kinder, die vor 1992 geboren sind und solchen, die ab diesem Jahr zu Welt gekommen sind. Eltern von Letzteren werden bei der Rente besser gestellt.

Für alle gilt: Sie müssen sich selbst um die Berücksichtigung dieser Erziehungszeiten kümmern. Füllen Sie die Bescheide der Rentenversicherung sorgfältig aus, sodass Ihnen keine Berücksichtigungszeit entgeht. Sollten Sie bisher keinen Bescheid erhalten haben, fordern Sie diesen unter 0800 10004800 an und beantragen Sie eine Kontenklärung.

Die Grundrente

Grundrente in aller Kürze

  • Start
    Die Grundrente gibt es seit dem 1. Januar 2021. Bis Ende 2022 solle alle Bestandsrentner überprüft sein.
  • Ziel
    Rentnern, die lange gearbeitet haben, aber unterdurchschnittlich eingezahlt haben, einen Zuschlag zur Rente zu zahlen.
  • Voraussetzung für volle Grundrente
    Mindestens 35 Jahre Grundrentenzeiten. Hierzu zählen vornehmlich Jahre der Beschäftigung aber auch Zeiten der Kindererziehung, Pflege und andere, in denen „die Beitragsleistung an die Rentenkasse mindestens 0,025 Entgeltpunkten pro Monat entspricht“.
  • Höhe der Zuzahlung
    Wenn anspruchsberechtigt werden die Entgeltpunkte auf max. 0,8 Punkte pro Jahr verdoppelt – für maximal 35 Jahre. Dieser Wert wird danach um 12,5 % gekürzt. Einnahmen über dem Freibetrag von 1.250 € (Paare: 1.950 €) werden zu 60 % angerechnet.
  • Berechnungsbeispiel der Rentenversicherung
    Verkäuferin, 40 Jahre Arbeit x 0,75 Entgeltpunkte x 34,19 Euro (Rentenwert West) = ca. 1.026 Euro Rente
    Zuschlag von 0,05 Entgeltpunkten, der um 12,5 Prozent gekürzt wird (= 0,0438 Entgeltpunkte). Dieser Zuschlag von 0,0438 Entgeltpunkten wird für 35 Jahre mit dem aktuellen Rentenwert West berechnet: 35 Jahre x 0,0438 Entgeltpunkte x 34,19 Euro = rund 52 Euro Grundrentenzuschlag zur Rente
    Neue Rente: 1.078 Euro

Freiberufler und andere Selbstständige

Aus den obigen ergibt sich eventuell auch ein Anspruch auf gesetzliche Rente für diejenigen, die nicht über ein Angestelltenverhältnis Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse abführen. Auch hier gilt der Aufruf zur Kontenklärung. Eventuell macht es auch für dann auch für Sie Sinn ...

... freiwillige Beiträge einzuzahlen

Wenn Sie trotz Kindererziehung nicht die notwendige Mindestversicherungszeit für den Anspruch auf eine gesetzliche Rente erreichen, können Sie die fehlende Zeit durch freiwillige Beiträge auffüllen. Das macht zumeist Sinn, zumeist kurz vor dem Rentenalter. Es gilt aber nicht, wenn Sie bis zur Rente die fehlende Beitragszeit durch eine sozialversicherungspflichtige Anstellung ohnehin ausgleichen werden.

Lesen Sie auch weitere Beiträge zur Altersvorsorge hier auf Geld-Welten.de.

SWR-Beitrag: Der Umgang mit der Kontenklärung

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

pfeil runter

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