Investment in Immobilien – in der aktuellen Zinssituation lohnenswert?

Nachdem über gut ein Jahrzehnt das Investment in Immobilien vergleichsweise günstig und lohnenswert war, hat sich 2022 einiges geändert. Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins deutlich angehoben. Die Zinspolitik nimmt erheblichen Einfluss auf Kreditfinanzierungen aller Art. Lohnt sich in der aktuellen Situation noch das Investment in Immobilien?

Rechner, Stift, Kalkulation
Momentan muss mit spitzem Stift gerechnet werden

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1. Die Leitzinserhöhung und ihre Folgen

Grundsätzlich ist die eine erneute Leitzinserhöhung eine weitere Maßnahme, um der sehr hohen Inflation in der Eurozone gegenzusteuern. Zinserhöhungen dieser Art sind ein Werkzeug, um den Preisanstieg potenziell zu bremsen und das Verhältnis von Konsum und Investment zu beeinflussen.

Beim Vergleich von Sparprodukten zeigt sich schnell, dass sich die mehrfachen Erhöhungen positiv auf die Guthabenzinsen vertrauter Sparprodukte auswirken. Banken kommen hingegen schwieriger an frischen Kapital und auch die Endkunden müssen teurer für einen geplanten Kreditabschluss zahlen. Dies macht sich besonders bei hohen Kapitalbeträgen bemerkbar, wie sie beim Investment in Immobilien üblich sind.

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2. Die Folgen für den Immobilienmarkt

Wenn große Immobilien-Portale eine Bewertung der aktuellen Zinsentwicklung vornehmen, wird nicht alleine auf die Zinserhöhungen der EZB geschaut. Auch die amerikanische FED reagiert auf die globalen Entwicklungen und hat einen Zinskorridor zwischen 3,00 und 3,25 % geschaffen. Beide Trends beeinflussen die Bau- und Kreditzinsen in den letzten Monaten erkennbar.

Werte nahe der 4,00 % für den Abschluss eines Immobilienkredits sind aktuell (Jahresende 2022) realistisch.

Dies stellt eine grundlegende Veränderung gegenüber der Zinssituation vor einem Jahr dar. Hierbei ist zuzugeben, dass im letzten Jahrzehnt Erwerb und Finanzierung von Immobilien mit einem historisch günstigen Zinsniveau möglich waren. Durch den jahrelang extrem niedrigen Leitzins bis hin zum Strafzins auf Guthaben für Endverbraucher konnten Kreditnehmer sehr einfach an Kapital kommen.

Der Immobilienmarkt reagierte hierauf mit einem hohen Preisniveau beim Immobilienkauf. Schließlich war es für Interessenten vergleichsweise einfach, an den Wunschkredit zu gelangen. Dies hat sich verändert und setzt auch ein Umdenken bei vielen Verkäufern voraus. War vor ein oder zwei Jahren an Kaufpreisen für Immobilien aufgerufen wurde, ist in der aktuellen Situation kaum mehr vertretbar.

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3. Sind Immobilien als Geldanlage weiterhin attraktiv?

Im Vergleich zur Situation vor wenigen Jahren ist die Geldanlage in Immobilien weniger reizvoll geworden. Dies gilt für klassische Anlageimmobilien, ebenso wie das Investment in die eigenen vier Wände. Neben dem steigenden Zinssatz sollten Interessenten damit rechnen, dass Kreditinstitute bei der Kreditvergabe etwas genauer auf die Sicherheiten des Antragsstellers schauen.

Allerdings sind Immobilien nicht gänzlich unattraktiv und dürften Anleger weiterhin begeistern. Zum einen liegt eine grundsätzliche Wertstabilität und ein Nutzungswert vor, speziell wenn ins eigene Zuhause investiert wird. Anders als bei Kryptowährungen darf (in guten und "normalen" Lagen) von einer konstanten Wertentwicklung der Immobilien ausgegangen werden. Sofern Käufer entsprechende Sicherheiten nachweisen können, steht das Eigenheim weiterhin für Mietfreiheit und eine durchdachte Investition in die Zukunft.

Zum anderen bedeutet die erneute Zinserhöhung nicht, dass bei allen Banken und Kreditinstituten ungünstige Kreditkonditionen warten. Ähnlich wie für eine gezielte Geldanlage sollten sich Interessenten am Hauskauf intensiv mit einem Kreditvergleich befassen. Dieser zeigt, dass es auch in Zeiten steigender Zinsen weiterhin gute und mäßige Angebote für die Erfüllung des Wohntraums gibt. Ähnlich gilt beim Investment in Anlageimmobilien, deren Charakter und Zukunftsfähigkeit genauer unter die Lupe zu nehmen ist.

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4. Finanzierungsrechner

Rechnen Sie gerne die Veränderungen durch die Zinsentwicklung am eigenen Beispiel durch:

Hypothekenkreditrechner
Kreditbetrag*
Diese Summe nehmen Sie auf und erhalten Sie ausgezahlt.
Jährlicher Effektivzins* %
Anfängliche Tilgung* % pro Jahr
Laufzeit* Jahre
Ev. Sondertilgungen* € pro Jahr
 
* = notwendig zur Berechnung

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5. Ergänzungen und Fragen von Leser:innen

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Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet.

 

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter Bödeker hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und bei einem Kapitalanlageunternehmen (für geschlossene Fonds) ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

https://www.geld-welten.de

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