Was kostet ein Architektenhaus?

Bereits der Bau eines „normalen“ Hauses ist eine besonders große finanzeielle Herausforderung im Leben – wie mag erst bei einem Architektenhaus sein? Was unterscheidet ein „normales“ Haus überhaupt von einem Architektenhaus? Wir werfen einen Blick auf Architektenhäuser, definieren den Begriff auch aus wirtschaftlicher Sicht und klären über Preis, Bauzeit und weitere Besonderheiten rund um das Architektenhaus auf.

Architektenhaus

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1. Definition: Was versteht man unter einem Architektenhaus?

Nahezu jedes Haus wird heutzutage von einem Architekten gebaut, auch ein Fertighaus. Deshalb ist aber noch lange nicht jedes Haus ein Architektenhaus. Das kann die Definition also nicht sein.

Besser klappt es über die Optik: Bei einem Architektenhaus wird meist auch von einem frei geplanten Haus gesprochen. In aller Regel handelt es sich zudem nicht um ein Fertighaus: Ein Architektenhaus ist normalerweise einmalig und damit besonders.

Der Begriff eines Architektenhauses schließt aber nicht aus, dass es sich dabei auch um ein Fertighaus handeln kann. In erster Linie verstehen die meisten Menschen unter einem Architektenhaus schlicht ein extravagant designtes Haus, welches absolut nicht den „Standard“-Kataloghäusern entspricht. Die Bauweise unterscheidet sich, es werden andere und besondere Materialien verwendet und meist ist auch die Lage außergewöhnlich. Zudem wird in den meisten Fällen die Außenanlage auffällig und aufwendig gestaltet.     

Auch im Inneren gehen die meisten Menschen richtig in der Annahme, dass ein Architektenhaus von A bis Z durchgeplant ist und einen optisch extravaganten Lebensstil unterstützt. Die Innenarchitektur ist von einer meist modernen und ungewöhnlichen Gestaltung. Architektenhäuser sind in der Regel auf dem neuesten Stand der Technik erbaut, gleichzeitig halten sie heutzutage den aktuellen Fokus der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

Aber wie geht das? Gibt es bei der Architektur keine Kompromisse?

Doch. Aber nicht die üblichen. Genau hierin liegt der wirtschaftliche Unterschied zwischen einem „normalen“ Haus und einem Architektenhaus: Die Kriterien beim Bau sind komplett anders geordnet. Während normalerweise der Preis, die Nähe zur Arbeit oder Familie sowie die Bauzeit von hoher Wichtigkeit sind – und die Optik irgendwo weiter hinten in der Rangfolge sitzt – ist das bei einem Architektenhaus genau umgekehrt: Hier spielt der Preis eine zweitrangige Rolle, ebenso wie die Nähe zu irgendeinem Arbeitsort. Es geht vornehmlich um das Design und die Lage, der Architekt kann sich also richtig austoben, ohne auf die üblichen Limits im Preis, in der Größe oder im „normalen“ Geschmack des Kunden Rücksicht zu nehmen.

Entsprechend sind viele Architektenhäuser auch tatsächlich für Architekten gebaut – wer das nötige Geld hat und einem kreativen Architekt die entsprechenden Freiheiten einräumt, kommt aber auch mit anderem Beruf zu einem Architektenhaus Neubau.

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2. Was kostet ein solches Architektenhaus?

Ganz ohne Limit geht es bei Architektenhäusern natürlich auch nicht. Wände aus massivem Gold zum Beispiel wird sich selbst ein reicher Scheich nicht leisten können. Welche Kosten also bringt ein Architektenhaus in der Regel mit sich? Das absolute Minimum der Baukosten würden wir mit ca. 500.000 € beziffern, mit kleinen Ausnahmen. Deutlich besser ist man mit einem Budget ab 1.000.000 € dran. Das entspricht natürlich nicht den Preisen beim Bau eines „normalen“ Hauses.

Tatsächlich kann auch hier vorab nie mit einem Festpreis gerechnet werden. Je nach Größe, Bauweise, Ausstattung, Technikstandards etc. liegen die Kosten pro Quadratmeter Nutzfläche meist bei 3000 € aufwärts. Möchte ein Architekt zudem besondere Details verbauen und hat außergewöhnliche Vorstellungen oder Wünsche, treibt dies den Preis weiter nach oben. So gibt es beispielsweise auch Architektenhäuser, bei denen alleine die Küche den Gegenwert eines 300.000 € Einfamilienhauses hat – eigens angefertigter Massivholzkonstruktion und gegossener Bronzearbeitsplatten sowie entsprechender Größe sei Dank.

Zusätzlich zu den reinen Baukosten kommen außerdem mehrere Tausend Euro Planungskosten, das Honorar des Architekten sowie die Grundstücks- und Notarkosten etc. hinzu.

Selbstverständlich sind die finalen Kosten auch abhängig davon, ob die Bauherren auch in Eigenleistung am Hausbau mitwirken oder nicht. In der Realität ist dies jedoch eher selten.

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3. Mögliche Förderungen für den Hausbau gelten auch für Architektenhäuser

Wie gewöhnlich beim Hausbau, können auch für Architektenhäuser finanzielle Förderungen beantragt werden. Diese Möglichkeiten möchten wir hier nicht unerwähnt lassen.

  • kfW-Kredite: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau gewährt Bauherren im Rahmen staatlicher Förderungen Kredite mit günstigen Zinsen sowie Zuschüsse für die energetische Sanierung. Bei dieser Förderung handelt es sich wohl um die bekannteste und beliebteste Möglichkeit.
  • Baukindergeld: Familien können für den Hausbau pro Kind Zuschüsse vom Staat erhalten, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Das Baukindergeld wird jedoch nur noch bis zum 31.12.2023 ausgezahlt.
  • BAFA Förderung: Diese Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle richtet sich an Investitionen in erneuerbare Energien. Dazu zählt beispielsweise der Einbau einer Wärmepumpe. Für Hausneubauten werden diese Zuschüsse jedoch nur in Ausnahmen gewährt.
  • Fördermittel der Bundesländer: Jedes Bundesland in Deutschland kann Bauherren mit bestimmten Fördermitteln zusätzlich unterstützen. Dabei handelt es sich um günstige Darlehen oder Zuschüsse, die sich oftmals an Familien richten und auch für Sanierungen beantragt werden können.
  • Hauskaufförderung durch die Kirche: Auch die Kirche bietet Förderungen für Bauherren, die in einigen Fällen sogar zinslose Kredite umfassen. Diese Art der Förderung ist nur wenigen Bauherren bekannt.
  • Bausparverträge: Mit Bausparverträgen kann man bei frühzeitigem Einsparen ebenfalls einen staatlichen Zuschuss für den Hausbau erhalten. Zusätzlich kann die sogenannte Wohnungsbauprämie beantragt werden, sofern gewisse Anforderungen erfüllt werden. Ein Bausparvertrag geht allerdings mit einer Mindesthaltedauer einher, die eingehalten werden muss. Heute gilt der Bausparvertrag oftmals als veraltet.
  • Wohn-Riester: Den meisten Menschen ist nur die Riester-Rente bekannt. Für das Einzahlen eines Teils des Einkommens können im Rahmen des Wohn-Riester jedoch auch Zuschüsse des Staats für den Hausbau beansprucht werden. Dies ist insbesondere für Geringverdiener und Familien relevant.

All diese Förderungen sollten beim Erfüllen der nötigen Voraussetzungen stets frühzeitig beantragt werden, um den Hausbau nicht zu verzögern. In aller Regel weiß ein Architekt, welche Möglichkeiten infrage kommen und sinnvoll sind. Im Internet gibt es zudem diverse Rechner, um vorab herauszufinden, wie hoch die mögliche Förderung ausfallen könnte. In jedem Fall können solche Förderungen finanziellen Spielraum ermöglichen und sollten daher immer berücksichtigt werden, sofern Anspruch besteht.

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4. Was sind die Vor- und Nachteile eines Architektenhauses?

Während die immensen Kosten oft gegen ein Architektenhaus und für ein günstigeres Fertighaus sprechen, gibt es dennoch einige klare Vorteile. Ein Architektenhaus ist letztlich ein außergewöhnliches Haus in einer besonderen Lage, was eine sehr hohe Wertstabilität aufweist. Wie in der Kunstszene gibt es zudem sogenannte Star-Architekten – Häuser von diesen haben damit automatisch einen höheren Wert und eine höhere Wertstabilität. Dank der freien Hand eines Architekten haben die Bauherren außerdem weniger Druck und können vieles Organisatorische abgeben – und müssen sich keine Sorgen um Kompromisse wie zu kleine Treppen oder zu enge Flure machen. Aufgrund der hochwertigen Bauweise und Materialien entsteht zudem für viele Jahre kein Renovierungsbedarf. Die Haltbarkeit ist in der Regel überaus hoch.

Nichtsdestotrotz sind neben den hohen Baukosten auch weitere Nachteile nicht zu vergessen: Der Bau dauert in vielen Fällen deutlich länger als bei einem „normalen“ Haus. Schließlich werden oftmals diverse Extras verbaut. Ein potentieller Verkauf bei solchen außergewöhnlichen Immobilien gestaltet sich zudem häufig schwerer bzw. deutlich langwieriger – mitunter braucht es spezielle Makler für einen entsprechend speziellen Käuferkreis.

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5. Ergänzungen und Fragen von Leser:innen

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter Bödeker hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und bei einem Kapitalanlageunternehmen (für geschlossene Fonds) ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

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