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Die wenigsten verfügen über ein fundiertes Fach- und Erfahrungswissen in Sachen Geldanlage. Deshalb vertrauen die meisten Anleger auch auf spezielle Beratungsfirmen oder Anlageberater einzelner Bankinstitute, die bei der Depoteröffnung und der Zusammenstellung des Investitionsportfolios helfen sollen. Doch so sinnvoll die Inanspruchnahme solcher Beratungsleistungen auch sein mag, schwarze Schafe gibt es immer. Deshalb sollten Sie bei der Auswahl Ihrer Beratungspartner einiges beachten und wachsam sein.

 

 
 

Ernüchternde Testergebnisse

So hat beispielsweise die Stiftung Warentest in einem Versuch herausgefunden, dass nur drei von 23 geprüften Banken ihre Kunden gut beraten haben. Zwar seien die aus dem sogenannten »magischen Dreieck der Vermögensanlage« bekannten Parameter Rentabilität, Risiko und Verfügbarkeit im Vorgespräch eruiert worden; allerdings passten die letztlich zusammengestellten Anlagen dennoch nicht zum Anlegerprofil.

Insgesamt seien nach eigenen Angaben 160 Beratungsgespräche in Anspruch genommen und dabei fünf bundesweit agierende Privatbanken sowie neun große Genossenschaftsbanken und Sparkassen geprüft worden. Die meisten Berater kamen über das Prädikat »befriedigend« nicht hinaus, fünf erhielten ein »ausreichend« (Postbank) und zwei Banken sogar ein »mangelhaft« (Hypovereinsbank und Hannoversche Volksbank).

Gründe für schlechte Beratung

Bei dem geschilderten Test gab es vor allem eine Diskrepanz zwischen einer überwiegend „ordentlichen Vorarbeit“ der Bankberater und der tatsächlichen Anlageempfehlung. Offensichtlich waren die Berater entweder nicht kompetent genug, die Risiken und Ertragschancen der jeweiligen Investments adäquat einzuschätzen oder sie handelten unter Prämissen, die vor allem die eigene Provision sowie das Geschäftsinteresse der jeweiligen Bank in den Vordergrund stellten.

Für die letztere Vermutung spricht jedenfalls, dass einige Berater immer noch gegen die Protokollpflicht verstoßen, die es vorsieht, den Inhalt der Beratungsgespräche schriftlich festzuhalten, um im Zweifelsfalle nochmal nachprüfen zu können, was die ursprünglich mit dem Kunden vereinbarten Anlageziele und -kriterien waren.

Unabhängig von den Ergebnissen der Stiftung Warentest ist es weiterhin kein Geheimnis, dass auch die für eine Anlageberatung anfallenden Gebühren oftmals ziemlich überhöht sind (es handelt sich dabei etwa um Ausgabeaufschläge, Depotbankgebühren, Transaktionsgebühren, Performancegebühren, Depotkosten, Handelsspesen etc.). So kann es sein, dass nach Abzug aller anfallenden Kosten gepaart mit einer sich verlustreich entwickelnden Anlage am Ende nicht nur ein Totalverlust steht, sondern gar noch draufgezahlt werden muss, wenn das Investment beispielsweise kreditfinanziert war.

In jedem Fall Zweitmeinung einholen

So empfiehlt es sich - und das ist auch der Rat der Stiftung Warentest -, sich in jedem Fall eine Zweitmeinung einzuholen. Dies muss nicht unbedingt nur ein anderes Bankinstitut sein; auch können erhaltene Anlageempfehlungen der Verbraucherzentrale vorgelegt werden. Darüber hinaus lassen sich ebenfalls unabhängige Beratungsfirmen konsultieren, die mit einem seriösen Konzept arbeiten und maßgeschneiderte Anlagelösungen anbieten. Als Beispiel sei das Unternehmen Jordan Capital genannt, das auf sogenanntes »Value Investing« setzt, das heißt auf Anlagen, deren Wert realwirtschaftlich abgedeckt ist. Zudem wird es von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht.

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Vorbereitet sein

Schließlich ist es empfehlenswert im Vorfeld einer Beratung eine Checkliste anzufertigen, in welcher man klar und deutlich festhält, was man wie lange ausgeben sowie welche Ziele man mit der Anlage letztlich erreichen möchte.

Möchte man bloß ein wenig in das Finanzbusiness hineinschnuppern, möchte man eine Altersabsicherung schaffen oder möchte man richtig Geld verdienen? Es sind dies Fragen, deren frühzeitige und genaue Klärung bereits den ersten Schritt in Richtung einer erfolgsgekrönten Geldanlage darstellt.

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