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Fünf Jahre lang bewegte sich der Goldkurs innerhalb eines festen Korridors. Im Moment steigt er wieder. Die Ursache: andere Kapitalanlagen schneiden schlechter ab. Denn deren Kurse leiden besonders unter politischen Krisen. Ein Gastbeitrag von Christian Friedrich.

In Krisen erholt sich der Goldpreis

Die Entwicklung ist typisch in Zeiten von Krisen: die Anleger greifen zum Gold. Das ist auch im Moment so. Doch woran liegt das eigentlich? Tatsächlich gibt es diverse Faktoren und die sind miteinander verwoben. Da ist beispielsweise US-Präsident Donald Trump mit seiner unkalkulierbaren Wirtschaftspolitik. Mit aggressiven Strafzöllen verunsichert die US-Regierung die Märkte. Und das betrifft nicht nur die Länder, die unmittelbar damit belegt wurden.

Die Angst der Märkte

China steht im Fokus der US-Sanktionspolitik. Betroffen ist aber die gesamte Weltwirtschaft. Denn die meisten Länder sind durch Handelsbeziehungen miteinander verbunden – und fast alle unterhalten Geschäftsbeziehungen nach China. Deshalb leidet rund um den Globus die Wirtschaftsleistung. Das geht aus einer aktuellen Studie des Kreditversicherers Coface hervor. Demnach sind zwölf Branchen in 63 Ländern betroffen. Auch ihre Exporte gingen seit Beginn der Eskalation stark zurück. Wenn die USA die Zollschranke für ein Land erhöhen, dann gehen die Exporte auch in einem Land zurück, das Geschäftsbeziehungen dorthin unterhält, argumentiert die Studie.  

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Europa in der Krise

Unterdessen streitet sich die EU-Kommission mit der populistischen Regierung Italiens um die Haushaltspläne. Das Land ist hoch verschuldet. Rom plant eine extrem hohe Neuverschuldung für das Jahr 2019. Die angestrebte Defizitquote liegt bei 2,4 Prozent. Das ist drei Mal so hoch wie von der vorherigen Regierung angepeilt. Aber die Europäische Union und die EZB beharren auf einer Einhaltung der Regeln. Viele Anleger fürchten eine schwerwiegende Schuldenkrise, die die gesamte EU erfassen könnte.

Doch auch aus anderen Regionen droht Gefahr. Etwa der Türkei, die von einer Währungskrise geschüttelt wird. Im Oktober kletterte die Inflation auf 25,2 Prozent. Hintergrund ist die Angst davor, dass Präsident Erdogan zu viel Einfluss auf die Notenbank nehmen könnte. Wirtschaftsexperten sehen auch weiterhin besorgt auf die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und der britischen Regierung. Sollten die am Ende doch noch scheitern, könnte das zu einer schweren Rezession führen.

Kommt eine neue Weltwirtschaftskrise?

Aufgrund der um sich greifenden Krisen ist auch der Internationale Währungsfonds (IWF) beunruhigt. Der aktuelle Weltwirtschaftsbericht der Organisation klingt insgesamt pessimistisch. Die IWF-Direktorin Christine Lagarde hält auch eine Weltwirtschaftskrise wie zuletzt 2008 für möglich. Das sagte sie beim IWF-Jahrestreffen Mitte Oktober 2018 im indonesischen Bali. Angesichts dieser Vielzahl von Problemen verwundert es nicht, dass Anleger wieder auf Gold setzen.

„Im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen wie Aktien ist der Goldkurs relativ stabil“, der Edelmetallhändler Lange aus Bremen, „deshalb ist Gold sicher in der Krise.“ Der Bremer Fachhändler ist als niedergelassener Fachhändler ein Experte auf dem Gebiet des Goldhandels. „Zwar schwankt auch der Goldpreis. Aber seine Ausreißer nach unten oder oben sind geringer.“ Das habe zwar zur Folge, dass die Rendite niedrig sei und daher mit Spekulation keine großen Gewinne zu erzielen seien. „Aber die Anlageform wird allgemein als sicher angesehen. Dass der Kurs über Nacht ins Bodenlose fallen könnte, ist äußerst unwahrscheinlich“, so Lange.

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Wie kann man Gold kaufen?

Viele Profi-Investoren setzen auf Zertifikate als Kapitalanlage. Das sind Inhaberschuldverschreibungen, deren Wert sich am Goldpreis orientiert. Aber Privatanleger kaufen auch gern physisches Gold. Das kann man bei einem niedergelassenen Edelmetall-Händler erwerben. Im Handel ist Gold zum Beispiel in Form von Barren mit Gewichten zwischen ein und 1.000 Gramm erhältlich. Alternativ kann man auch Anlagemünzen kaufen. Die sind zugleich Sammlerstücke und haben daher mitunter einen Preis, der über den Materialwert hinausgeht.

„Heute werden wieder mehr Anlagemünzen in kleinen Stückelungen gekauft“, sagt der Edelmetallhändler Lange aus Bremen. Auch kleinere Barren erfreuten sich bei privaten Anlegern größter Beliebtheit. Ob die Investition sinnvoll sei, käme ganz auf die individuellen Ziele an. Wer das Gold leicht wieder veräußern möchte, solle auf Münzen in kleinen Stückelungen oder auf Barren zurückgreifen, sagt der Branchen-Insider.

Generell sollten Anleger darauf achten, nicht das komplette Kapital in ein Edelmetall zu investieren. Experten empfehlen in der Regel einen Goldanteil von fünf bis zehn Prozent. Denn der Anleger muss seine Liquidität wahren. Deshalb sollten immer auch flexiblere Anlageformen im Portfolio enthalten sein.

Autor: Christian Friedrich

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Christian Friedrich beschäftigt sich seit seinem Studium intensiv mit den Bereichen Online-Marketing, eCommerce, Fair Trade Handel, Ökonomie und Politik.

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Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

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