Geld Wissen erläutert

Geldkurs und Briefkurs ► Unterschied ► Definition ► Spreads einfach erklärt

Die Bemessung der Nachfrage- und Angebotsbereitschaft anhand von Geldkurs und Briefkurs zieht sich quer durch alle Wertpapiere: Aktien, Anleihen, Devisen. Verkäufer von Wertpapieren versuchen, einen möglichst hohen Preis zu erzielen (Briefkurs), Käufer wollen möglichst wenig bezahlen (Geldkurs).

Der Unterschied ist mit einer kleinen Eselsbrücke leicht zu behalten:

Wortherkunft & Definition

Der Besitzer eines Wertpapiers besitzt mit diesem ein verbrieftes Recht auf einen Wertgegenstand (Firmenanteil, Rohstoff usw.). Darum heißt der Angebotskurs "Briefkurs". Im englischsprachigen Raum nennt sich dieser Kurs "ask" (für Nachfrage).

Der potenzielle Käufer hat momentan nur Geld, dass er für das Wertpapier bietet: der Geldkurs (englisch: "bid" von "bieten").

  • Geldkurs (bid) = Nachfragekurs (niedriger, weil Käufer wenig bezahlen will)

  • Briefkurs  (ask) = Angebotskurs (höher, denn Verkäufer will möglichst teuer verkaufen)

Der Briefkurs ist in einem funktionierenden Markt immer höher als der Geldkurs, weil sonst ja der Verkäufer weniger haben wollte, als der Käufer zu zahlen bereit ist.

Anders ausgedrückt:     

  • Der Briefkurs ist der niedrigste Kurs/Preis, zu dem jemand zum Verkauf bereit ist.

Eselsbrücke

Den "Briefkurs" bestimmt der Marktteilnehmer, der (noch) das "verbriefte" Recht an dem Wertpapier hat. Den "Geldkurs" derjenige, der das Geld zum Kaufen des Papieres hat.

Aus der Differenz der beiden Kurse bildet sich der sogenannte Kursspread, der auch Marge genannt wird:

Spread bzw. Marge: Unterschied zwischen Geldkurs und Briefkurs

Berechnung vom Spread: Geldkurs - Briefkurs

Oft wird auch ein Mittelkurs als arithmetisches Mittel aus Geldkurs und Briefkurs berechnet:

Mittelkurs: (Geldkurs + Briefkurs) / 2

Im Devisenhandel wird dieser Kurs beispielsweise Devisenmittelkurs genannt.

Berechnungsbeispiel vom Spread anhand einer Aktie

  • Briefkurs der Aktie von einem Aktienbesitzer: 150 €
  • Geldkurs der Aktie von jemanden, der diese gerne hätte: 149 €
  • Mittelkurs: (Geldkurs + Briefkurs) / 2 = 149,50 € 
  • Spread: 150 - 149 = 1 €

 Der Spread beträgt bei dieser Angebots- und Nachfragesituation als 1 Euro.

Wie wird der Preis für den Deal letztendlich bestimmt?

In Orderbuchhandelssystemen mit kontinuierlicher Auktion bedeutet der Geldkurs der vorliegenden Orders den höchsten Preis, den ein Käufer für ein Wertpapier momentan zu zahlen bereit ist, der Briefkurs hingegen den Preis der vorliegenden Orders, den ein Verkäufer mindestens verlangt.

Der Gleichgewichtspreis, zu dem der Handel zustande kommt, wird auf Basis der vorliegenden Orders automatisch (beispielsweise elektronisch im Xetra-Orderbuch) oder von Skontroführern (den früheren Börsenmaklern oder Brokern) berechnet.

Wann sind die Spreads hoch?

Bei Wertpapieren, die ein großes Handelsvolumen aufweisen, ist der Spread zumeist kaum von Belang, da sich viele Marktteilnehmer um das begehrte Gut streiten. Schnell ist jemand gefunden, der zum nächsthöheren oder nächstniedrigeren Preis zu kaufen bzw. verkaufen bereit ist.

Hohe Spreads treten also in der Regel nur bei illiquiden Wertpapieren auf und sind ein Indikator für die Handelbarkeit des Papiers. Anders gefragt: Wie schnell werde ich das Wertpapier im Falle eines Falles wieder los.

Auch die Kursvolatilität hat Einfluss: Oft gehen bei volatileren Kursen Geld- und Briefkurse stärker auseinander als bei Wertpapieren mit stabiler Kursentwicklung und entsprechend geringen Schwankungen. Damit sind Spreads auch ein Maß für das Risiko eines Wertpapieres. Beim Gold sind die Spreads beispielsweise traditionell eher gering, weil es viele Marktteilnehmer gibt.

Wo finde ich überall solche Spreads?

Praktisch auf allen Märkten, auch außerbörslich, aber vor allem bei börsengehandelten Werten. Also Aktien, Devisen, Edelmetallen, Rohstoffen, Anleihen, Zertifikaten oder Derivaten.

Wann nehme ich den Geldkurs wann den Briefkurs?

Der Briefkurs oder ask wird genommen, wenn ich wissen will, zu welchem Kurs ein Markteilnehmer zum Verkauf bereit ist.

Der Geldkurs, bid, wird genommen, wenn ich erfahren möchte, zu welchem Betrag jemand zu kaufen bereit wäre.

Was ist die Geld Brief Spanne?

Die Geld-Brief-Spanne spiegelt die Brutto-Gewinnspanne der jeweiligen Marktteilnehmer (Banken, Broker ...) wider und wird auch „Spread“ genannt. Aus Gewinner-Sicht gesehen verkauft man zum höheren Briefkurs (englisch ask) und kauft zum niedrigeren Geldkurs (englisch bid). Somit ist der Spread die Gewinnmarge für den Händler.

Was bedeutet ein hoher Spread?

Wenn der Spread oder die Geld-Brief-Spanne besonders hoch ist, dann liegen die Erwartungen von Käufer und Verkäufer (noch) weit auseinander.

Was ist Bid und Ask?

Das sind die englischen Begriffe für Briefkurs (Bid) und Geldkurs (ask, auch offer oder rate).

Was ist ein Zinsspread?

Der Zinsspread ist die Differenz zweier Zinssätze. Sollten die miteinander verglichenen Zinssätze eine unterschiedliche Laufzeit aufweisen, so spricht man von einer Steigung der Zinsstruktur. Der Zinsspread wird auch Zinsdifferenz genannt.

Was meint der Kurszusatz „B“

Wenn man in Kurslisten den Kurszusatz „B“ (für Brief) sieht, zeigt dies an, dass zum genannten Briefkurs mangels Nachfrage kein Umsatz zustande gekommen ist, aber dennoch ein Angebot vorhanden war.

Was meint der Kurszusatz „G“

Wenn man in Kurslisten den Kurszusatz „G“ (für Geld) sieht, zeigt dies an, dass zum genannten Geldkurs mangels Angebot kein Umsatz zustande gekommen ist, aber dennoch eine Nachfrage vorhanden war.

Ist eine Frage zu Geldkurs, Briefkurs, Spread & Co. offen geblieben?

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Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

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