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Viele Fragen gehen einem als Student durch den Kopf: Wie finde ich eine bezahlbare Wohnung? Welche Kurse sollte ich in meinem Fach belegen? Wo steigt nächstes Wochenende die beste WG-Party? Doch eine Sache wird gerne vernachlässigt: Viele Studenten besitzen keine einzige eigene Versicherung, obwohl dies durchaus zu empfehlen wäre. Wir erklären Ihnen, welche drei Absicherungen Sie als Student wirklich brauchen und welche im Einzelfall nützlich, aber kein Muss sind.

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Die Krankenversicherung

Die wichtigste Versicherung überhaupt ist die Krankenversicherung, welche die Kosten für notwendige medizinische Behandlungen und Vorsorgemaßnahmen übernimmt.

Als Student sind Sie bis zum 25. Geburtstag noch über Ihre Eltern versichert.

Wenn Ihr Studium länger dauert, müssen Sie danach eine eigene Krankenversicherung abschließen. Eine private Krankenversicherung mag verlockend erscheinen, aber es gibt auch eine Reihe von Gründen dagegen. Siehe Artikel: Welche Krankenversicherung soll ich wählen

Daneben gibt es eine ganze Reihe an freiwilligen Versicherungen, bei denen Sie selbst entscheiden können, ob Sie diese abschließen möchten.

 
 

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Die Privathaftpflichtversicherung

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit dem Fahrrad unterwegs und stoßen dabei mit einem Fußgänger zusammen. Er zieht sich dabei schwere Verletzungen zu und fordert von Ihnen nicht nur die Behandlungskosten, sondern auch ein hohes Schmerzensgeld. Ohne eine Privathaftpflichtversicherung müssten Sie alles aus eigener Tasche bezahlen.

Auch wenn Sie wertvolle Gegenstände von anderen Personen aus Unachtsamkeit beschädigen, können diese Personen von Ihnen Schadensersatz verlangen.

Eine private Haftpflichtversicherung (PHV) bezahlt Ihnen solche Schadensersatzforderungen von anderen Personen, sofern Sie den Schaden nicht vorsätzlich verursacht haben. Deshalb ist diese Versicherung ein Muss für jeden, der seine finanzielle Existenz nicht aufs Spiel setzen möchte. Gerade Unfälle mit Personenschäden können nämlich sehr teuer werden.

Wahrscheinlich (oder hoffentlich) sind Sie als Student noch durch die Haftpflichtversicherung Ihrer Eltern abgesichert. So eine Familienhaftpflicht schützt nämlich auch Kinder, wenn diese sich noch in ihrer ersten Berufsausbildung befinden und ein bestimmtes Alter noch nicht überschritten haben, was meist bei 25 oder 30 Jahren liegt.

Ob Sie also noch den Schutz Ihrer Eltern genießen oder schon eine eigene Haftpflicht brauchen, hängt von den Versicherungsbedingungen Ihrer Eltern ab, nach denen Sie sich unbedingt erkundigen sollten.

 

Heirat im Studium

Auch wenn Sie als Student heiraten und damit eine eigene Familie gründen, verlieren Sie den Haftpflichtschutz Ihrer Eltern. Dann sollten Sie sich mit einer eigenen Haftpflichtversicherung absichern, am besten einer Familienhaftpflicht, welche ihre ganze Familie abdeckt. Wichtige Auswahlkriterien zum Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung finden Sie hier.

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Sie ist die dritte Versicherung, die jeder Mensch haben sollte - das sagen auch Stiftung Warentest und Verbraucherorganisationen: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sichert Sie für den Fall ab, dass Sie Ihren Beruf eines Tages nicht mehr ausüben können, weil Sie einen Unfall hatten oder an einer schweren Krankheit leiden. 

Wenn Ihr Gehalt die einzige Einkommensquelle ist, können Sie finanzielle Probleme bekommen, wenn Sie Ihrer bisherigen Arbeit nicht mehr nachgehen können. In diesem Fall greift die BU ein und zahlt Ihnen bei Berufsunfähigkeit eine Rente aus, die als Ausgleich für Ihre Einkommenseinbußen dient. Die Höhe dieser Rente können Sie im Versicherungsvertrag individuell festlegen. In Deutschland wird jeder vierte Berufstätige im Laufe seines Lebens berufsunfähig, weshalb es durchaus ratsam erscheint, sich für diesen Fall abzusichern.

Die BU sichert Sie gleichzeitig gegen Erwerbsunfähigkeit ab, welche vorliegt, wenn Sie gar keine Tätigkeit mehr ausüben können. Der Staat zahlt in dieser Situation zwar eine Erwerbsminderungsrente. Diese fällt jedoch erstens sehr niedrig aus und zweitens erhalten Sie diese erst dann, wenn Sie mindestens fünf Jahre lang Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung waren. Außerdem müssen Sie in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben.

 

Als Student oder Berufseinsteiger ist es also gut möglich, dass Sie im Falle einer Erwerbsunfähigkeit nicht einmal die staatliche Erwerbsminderungsrente erhalten würden. Deshalb ist es ratsam, wenn Sie es sich leisten können, bereits als Student eine BU abzuschließen.

Es hat Vorteile, eine BU bereits als Student abzuschließen:

  •  Der Beitrag, den Sie für eine BU zahlen müssen, ist höher, je älter Sie sind. Von daher können Sie bares Geld sparen, wenn Sie sich so eine Versicherung bereits im Studium beschaffen.
  •  Als Student haben Sie bei einigen Anbietern die Möglichkeit, einen günstigeren Einsteigertarif (auch “Starter-Option” genannt) zu wählen, der unter dem Normaltarif liegt. Allerdings steigen bei so einer Option die Beiträge in späteren Jahren über den Normaltarif, was der Versicherung als Ausgleich dient.
  • Wenn Sie als Student noch ein geringes Einkommen haben, können Sie bei einigen Versicherungen einen Vertrag mit Nachversicherungsgarantie vereinbaren. Das heißt, Sie können zunächst eine niedrigere Rente mit entsprechend geringeren Beiträgen vereinbaren. Sobald Sie einen richtigen Beruf haben, ist es möglich, die Rente nachträglich zu erhöhen.
  • Manche Versicherungen zahlen bereits Studenten eine Rente aus, wenn diese aus gesundheitlichen Gründen ihrem Studium nicht mehr nachgehen können. Dies ist jedoch nicht bei allen Anbietern der Fall.

Weiterlesen: Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist.

 

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Weitere nützliche Versicherungen

Auf eine Krankenversicherung sowie eine private Haftpflichtversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie also als Student auf keinen Fall verzichten. Andere Absicherungen sind kein Muss, können jedoch ebenfalls nützlich sein, was von Ihren individuellen Lebensumständen abhängt. Hier müssen Sie selbst abwägen, ob der mögliche Nutzen dieser Versicherungen größer ist als ihre Kosten.

 

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Auf Geld-Welten empfehlen wir immer, nur die großen Schäden im Leben abzusichern, siehe unsere Übersichtsseite Versicherungen. Bagatellschäden, die aus eigener Tasche bezahlt werden können, müssen unserer Meinung nach nicht versichert werden. Dennoch bleibt dies immer eine Individualentscheidung, da manche Menschen aus umfänglicher Absicherung mehr Gelassenheit ziehen als andere.

 

Der Hausrat

Sie denken, dass Sie als armer Student in Ihrer Wohnung nichts Wertvolles haben und deshalb keine Hausratversicherung brauchen? Bereits Computer, Fernseher und das Smartphone können für Einbrecher attraktive Beute sein oder einem Feuer zum Opfer fallen. Eine Hausratversicherung erstattet Ihnen alle Schäden und Verluste an beweglichen Dingen, die Sie in Ihren vier Wänden aufbewahren. Weiterlesen: Hausratversicherung - darauf müssen Sie achten

 

Der Rechtsstreit

Auch als Student können Sie in einen Rechtsstreit verwickelt werden. Da reicht es schon aus, wenn Ihr Vermieter Ihnen kündigt und Sie der Ansicht sind, dass er damit gegen geltendes Recht verstößt. Oder Sie möchten einen Studienplatz einklagen, der Ihnen eigentlich zustehen sollte. In diesen Fällen brauchen Sie einen Anwalt, der Sie berät und Ihre Interessen vertritt. Eine Rechtsschutzversicherung kommt für dessen Gebühren auf, die Sie sonst selbst bezahlen müssten. Falls es zu einem Gerichtsprozess kommt und Sie diesen verlieren sollten, übernimmt eine Rechtsschutzversicherung außerdem die anfallenden Prozesskosten.

 

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Das Auslandssemester

 

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Die Rente

Sie werden von der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland voraussichtlich nur einen Teil der Rente erhalten, welche Ihren Großeltern und Eltern noch zusteht. Deshalb sollten Sie selbst für Ihr Alter vorsorgen, wenn Sie sich auch in ferner Zukunft einen gewissen Lebensstandard zu sichern wünschen. Wenn Sie eine solche private Rentenversicherung bereits als Student abschließen, können Sie insgesamt mehr Geld für Ihre Rentenjahre ansparen. Weiterlesen: Ratgeber private Rentenversicherung

Zudem spielt Ihnen der Zinseszinseffekt in die Hände, auch bei Summen von ein paar Dutzend Euro pro Monat!

 

Zusammenfassung: Die wichtigsten Versicherungen für Studenten

Versicherung Was zahlt Sie Ihnen?
Muss-Versicherungen
Krankenversicherung notwendige medizinische Behandlungen und Vorsorgemaßnahmen
Privathaftpflichtversicherung Schäden, welche Sie anderen Personen oder ihren Gegenständen zufügen und für die Sie Schadenersatz leisten müssen
Berufsunfähigkeitsversicherung eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn Sie wegen Unfall oder Krankheit Ihrer bisherigen Arbeit nicht mehr nachgehen können
Kann-Versicherungen:
Hausratversicherung Schäden an und Verluste von beweglichen Gegenständen in Ihrer Wohnung
Rechtsschutzversicherung Kosten, die bei einem Rechtsstreit anfallen (eigener Anwalt und im Falle einer Niederlage vor Gericht die anfallenden Prozesskosten)
Auslandskrankenversicherung Kosten für ärztliche Behandlungen im Ausland und ggf. Rücktransport nach Deutschland
Altersvorsorge (Rentenversicherung) eine zusätzliche Rente, welche die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung ergänzt

 

Zum Autor

Wolfdietrich Peiker arbeitet in der Online-Redaktion des InsurTech-Startups Getsurance. Als Versicherungsportal gestartet, hat sich Getsurance auf den wichtigen Bereich der Lebensversicherungen spezialisiert und dazu die erste Online-Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung entwickelt. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen eigene modulare Versicherungsprodukte und informiert vor allem junge Kunden über Versicherungen mit fachlich fundierten Ratgebertexten.

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

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