Hohe Schulden? Wegschauen hilft nicht!Von einer Schuldenfalle spricht man, wenn die Rückzahlungspflichten aus Krediten und anderen Schulden den Gläubiger immer tiefer ins Minus ziehen. Die auftretenden seelischen Belastungen sind niemanden zu wünschen. Betroffene öffnen irgendwann die Post nicht mehr und verschließen ihre Augen vor dem Unausweichlichen bis der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, viele suchen Trost im Alkohol. Eine Privatinsolvenz kann die notwendige Luft zum Atmen verschaffen.

Weit verbreitet

Das mehrstufige Verbraucherinsolvenzverfahren gilt für Privatpersonen, die keine selbstständige Tätigkeit ausüben oder ausgeübt haben. Darüber hinaus gilt es für ehemalige Selbstständige, die weniger als 20 Gläubiger und keine Verbindlichkeiten aus Beschäftigungsverhältnissen mit Arbeitnehmern haben. (Quelle: Wikipedia).

Die Insolvenz von Privatpersonen ist keine Seltenheit. Gut 100.000 Fälle sind zur Zeit jährlich in Deutschland zu verzeichnen. Die vereinfachte Gesetzeslage trägt ihren Anteil zu dieser hohen Zahl bei. Dennoch ist es kein leichter Weg, den Überschuldete vor sich haben. Sie stehen aber nicht alleine da.

Schuldnerberatung aufsuchen

Erste Hilfe erfahren überschuldete Privatpersonen bei Schuldnerberatungsstellen, die von folgenden Stellen angeboten werden:

  • Diakonisches Werk
  • Rotes Kreuz
  • Caritasverband
  • Deutscher paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Arbeiterwohlfahrt
  • Örtliche Adressen finden sich unter www.bag-sb.de.

Dort angekommen wird der Berater zunächst die komplette finanzielle Situation mit Ihnen durchgehen. Schonungslos werden alle Verbindlichkeiten und Rückzahlungspflichten aufgedeckt und die Gesamtsituation bewertet. Manchmal finden sich ein Ausweg durch Einsparungen, Rückgaben oder Verkäufe von eigenem Besitz. Als letzter Weg steht dann die Privatinsolvenz offen.

Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz bzw. das Privatinsolvenzverfahren stellt ein vereinfachtes Insolvenzverfahren zur Abwicklung der Zahlungsunfähigkeit einer Privatperson dar. Einleiten kann es ein Rechtsanwalt oder die erwähnte Schuldnerberatungsstelle. Zunächst werden auch hier alle Verbindlichkeiten zusammengestellt und zusammen mit den Gläubigern nach möglichen Lösungen gesucht. Eventuell kann mit den Kreditgebern ein Kompromiss geschlossen werden, der den Schuldner in die Lage versetzt, seinen dann reduzierten Verpflichtungen zur Rückzahlung nachzukommen. Sollte dieser Schlichtungsversuch scheitern, kommt es zur Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens. Das gesamte Verfahren nimmt sechs Jahre ab Zeitpunkt der Antragstellung in Anspruch, danach sind die Betroffenen schuldenfrei, "Wohlverhalten" ihrerseits vorausgesetzt.

Privatinsolvenz im Video erklärt

Das folgende Video schildert in groben Zügen, was im Rahmen einer Privatinsolvenz Schritt für Schritt geschieht:

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

pfeil runter

Wenn Sie unseren Newsletter abonnieren, speichern wir Ihre E-Mail-Adresse und senden Ihnen diesen regelmäßig zu. Beim Öffnen der E-Mail und Anklicken der Links erfolgen statistische Erhebungen. Details dazu finden Sie im Punkt "Newsletter" unserer Datenschutzerklärung. Mit dem Abonnieren erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

(Die Abmeldung ist jederzeit möglich, z. B. mit einem Link unten in jedem Newsletter.)