Währung Rumänien: Bezahlen, Geld abheben und Leu-Tipps | Umrechnungstabelle
Die Währung Rumäniens ist der rumänische Leu. Der internationale Währungscode lautet RON, der numerische ISO-4217-Code ist 946. Im Alltag wird meist schlicht von Lei gesprochen. Dabei ist Leu die Einzahl und Lei die Mehrzahl. Ein Leu wird in 100 Bani unterteilt; die Einzahl lautet Ban.
Der Name der Währung bedeutet wörtlich „Löwe“. Historisch wird er auf die früher in der Region verbreiteten Löwentaler zurückgeführt. Das klingt nach alter Münzromantik, ist aber mehr als eine sprachliche Kuriosität: Der Name erinnert daran, dass Währungen nicht nur Recheneinheiten sind, sondern auch Geschichte, Handel und Machtverhältnisse in Metall und Papier festhalten.
Rumänien gehört seit dem 1. Januar 2007 zur Europäischen Union. Der Euro ist dort jedoch nicht die Landeswährung. Bezahlt wird in Rumänien weiterhin mit dem rumänischen Leu. Einen verbindlichen Termin für die Einführung des Euro gibt es derzeit nicht.
Kurz zusammengefasst
- Währung Rumäniens
Die offizielle Währung Rumäniens ist der rumänische Leu mit dem ISO-Code RON. Ein Leu besteht aus 100 Bani, die Mehrzahl von Leu lautet Lei. - Euro in Rumänien
Rumänien ist zwar Mitglied der Europäischen Union, verwendet aber weiterhin den Leu. Der Euro ist in Rumänien kein gesetzliches Zahlungsmittel und sollte im Alltag nicht als normale Zahlungswährung eingeplant werden. - Bargeld und Kartenzahlung
In Städten, Hotels, Restaurants und größeren Geschäften ist Kartenzahlung weit verbreitet. Trotzdem bleibt Bargeld in Lei wichtig, besonders für Märkte, Trinkgeld, Parkplätze, kleinere Cafés, ländliche Unterkünfte und spontane Ausgaben. - Geldautomaten und Gebühren
Beim Abheben und Bezahlen sollte nach Möglichkeit immer die Abrechnung in RON beziehungsweise Lei gewählt werden. Die Sofortumrechnung in Euro, oft als Dynamic Currency Conversion angeboten, kann einen ungünstigeren Wechselkurs enthalten. - Banknoten und Münzen
In Rumänien zirkulieren Münzen zu 1, 5, 10 und 50 Bani sowie Banknoten zu 1, 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Lei. Für Reisende sind kleine Scheine wie 10, 20 und 50 Lei besonders praktisch. - Währungsreform 2005
Am 1. Juli 2005 wurde der alte Leu durch den neuen Leu ersetzt. Das Verhältnis betrug 1 RON = 10.000 ROL, wodurch vier Nullen gestrichen wurden. - Reisetipp für den Alltag
Am sinnvollsten ist eine Mischung aus Karte und Bargeld. Größere Beträge lassen sich bequem mit Karte zahlen, während kleinere Scheine bei Trinkgeld, Märkten, Taxis oder Ausflügen außerhalb großer Städte oft den Unterschied zwischen bequem und umständlich ausmachen.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Das Wichtigste für Reisende
Für eine Reise nach Rumänien muss man die Währung nicht überdramatisieren. Der Leu ist im Alltag gut handhabbar, wenn man einige Grundregeln beachtet.
Bezahlt wird in Rumänien grundsätzlich in Lei, nicht in Euro. In Städten, Hotels, Restaurants, Supermärkten und größeren Geschäften ist Kartenzahlung weit verbreitet. Trotzdem bleibt Bargeld nützlich, besonders für Trinkgeld, Märkte, kleinere Cafés, Taxis, Parkplätze, öffentliche Toiletten, ländliche Pensionen oder spontane Ausgaben unterwegs.
Am Geldautomaten und am Kartenterminal sollte man möglichst immer die Abrechnung in RON beziehungsweise Lei wählen. Wird stattdessen eine sofortige Umrechnung in Euro angeboten, ist Vorsicht angebracht. Diese bequeme Sofortumrechnung kann teurer sein, als sie im ersten Moment aussieht.
Praktisch ist eine einfache Mischung: Karte für größere Ausgaben, Bargeld für kleine Zahlungen. Große Summen Bargeld sind auf Reisen selten nötig. Kleine Scheine sind dagegen Gold wert, auch wenn sie natürlich nur aus Polymer bestehen.
Rumänischer Leu: Einzahl, Mehrzahl und Unterteilung
Die korrekte Bezeichnung der Währung lautet rumänischer Leu. Die Mehrzahl ist Lei. Ein Leu besteht aus 100 Bani.
Im Alltag begegnen einem verschiedene Schreibweisen:
- RON als internationaler Währungscode, etwa auf Kontoauszügen, Kartenabrechnungen oder Wechselkursseiten.
- lei als übliche Preisangabe in Geschäften, Restaurants und auf Speisekarten.
- ban und bani für kleinere Münzbeträge.
Ein Preis von 12,50 lei bedeutet also 12 Lei und 50 Bani. Bei Kartenzahlungen wird der genaue Betrag abgerechnet. Bei Barzahlungen können sehr kleine Beträge im Alltag gelegentlich gerundet werden, besonders wenn 1-Ban-Münzen keine Rolle spielen.
Die Währungsreform von 2005
Am 1. Juli 2005 führte Rumänien eine Währungsreform durch. Der alte Leu mit dem ISO-Code ROL wurde durch den neuen Leu mit dem ISO-Code RON ersetzt. Das Umtauschverhältnis betrug:
1 RON = 10.000 ROL
Damit wurden vier Nullen gestrichen. Aus 10.000 alten Lei wurde 1 neuer Leu. Für heutige Reisende ist diese Reform vor allem historisch interessant. Im normalen Zahlungsverkehr spielen die alten Lei keine Rolle mehr.
Wer auf Flohmärkten, in Sammlungen oder im Internet alte rumänische Geldscheine mit vielen Nullen sieht, sollte sie nicht mit aktuellem Bargeld verwechseln. Sie können sammlerisch interessant sein, bezahlen aber keinen Kaffee mehr.
Rumänien und der Euro
Rumänien ist Mitglied der Europäischen Union, verwendet aber weiterhin den rumänischen Leu. Der Euro ist in Rumänien kein gesetzliches Zahlungsmittel.
Das bedeutet: Im Supermarkt, im Restaurant, an der Tankstelle, im Museum oder im Taxi wird normalerweise in Lei bezahlt. In touristischen Bereichen können Preise gelegentlich zusätzlich in Euro genannt werden, zum Beispiel bei Hotels, privaten Unterkünften, Mietwagen, Ausflügen oder größeren Dienstleistungen. Das heißt aber nicht, dass der Euro im normalen Zahlungsverkehr üblich wäre.
Wird eine Zahlung in Euro angeboten, lohnt sich ein genauer Blick auf den verwendeten Kurs. Bequemlichkeit hat beim Geldwechsel oft einen Preis, und dieser Preis steht selten in großer Schrift auf dem Schild.
Die beste Faustregel lautet daher:
Preise in Lei prüfen, in Lei bezahlen und Euro nur als Reserve betrachten.
Die Bani-Münzen
Münzen in Rumänien
Die aktuellen rumänischen Münzen haben die Nennwerte:
- 1 Ban
- 5 Bani
- 10 Bani
- 50 Bani
Die 1-Ban-Münze ist gültig, wird im Alltag aber deutlich seltener verwendet als die höheren Münzwerte. Für Reisende sind vor allem 10 und 50 Bani praktisch, wenn kleinere Beträge bar bezahlt werden.
Münzen spielen in Rumänien eine ähnliche Rolle wie in anderen europäischen Ländern: Sie sind nützlich, aber niemand möchte sein ganzes Portemonnaie damit füllen. Für kleine Einkäufe, Parkautomaten oder passende Beträge können sie dennoch hilfreich sein.
Banknoten in Rumänien
In Rumänien zirkulieren Banknoten mit folgenden Nennwerten:
- 1 Leu
- 5 Lei
- 10 Lei
- 20 Lei
- 50 Lei
- 100 Lei
- 200 Lei
- 500 Lei
Die rumänischen Banknoten bestehen aus Polymer, also aus einem widerstandsfähigen Kunststoffmaterial. Sie fühlen sich etwas anders an als klassische Papierbanknoten und sind robuster gegen Feuchtigkeit und Abnutzung.
Für den Reisealltag sind vor allem 10-, 20- und 50-Lei-Scheine angenehm. Sie passen zu kleineren Einkäufen, Trinkgeld, Cafés, Taxis und spontanen Ausgaben. 100 Lei sind ebenfalls üblich, aber bei sehr kleinen Beträgen nicht immer ideal.
Die 200-Lei-Banknote ist eine hohe Stückelung und im Alltag weniger praktisch als kleinere Scheine. Die 500-Lei-Banknote wird noch seltener verwendet und kann bei kleinen Händlern, Kiosken, Marktständen oder in Taxis zu Wechselgeldproblemen führen. Gültig ist sie natürlich trotzdem. Nur ist „gültig“ nicht dasselbe wie „willkommen“.

Große Scheine: gültig, aber nicht immer praktisch
Wer am Geldautomaten große Scheine erhält, sollte sie möglichst früh bei einer größeren Zahlung wechseln lassen, etwa im Supermarkt, im Hotel oder in einem größeren Restaurant. Gerade bei kleinen Beträgen kann ein großer Schein unpassend wirken.
Das ist keine Besonderheit Rumäniens. Auch in anderen Ländern ist es schwierig, morgens am Kiosk einen sehr großen Schein loszuwerden. In Rumänien gilt besonders: Kleine Scheine machen den Alltag einfacher.
Für Reisende ist ein guter Bargeldmix sinnvoll:
- 5 und 10 Lei für kleine Ausgaben und Trinkgeld.
- 20 und 50 Lei für Alltagseinkäufe, Cafés, Eintrittsgelder und Taxis.
- 100 Lei für größere Zahlungen.
- 200 und 500 Lei möglichst nicht als Hauptbestand im Portemonnaie.
Die 20-Lei-Banknote
Eine wichtige Ergänzung im rumänischen Bargeldumlauf ist die 20-Lei-Banknote. Sie wurde Ende 2021 eingeführt und zeigt Ecaterina Teodoroiu, eine rumänische Persönlichkeit des Ersten Weltkriegs.
Die Banknote ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie eine bedeutende Frau der rumänischen Geschichte auf einer Umlaufbanknote zeigt. Währungen sind nie ganz neutral. Sie zeigen, wen ein Staat sichtbar machen möchte. Die 20-Lei-Note ist deshalb nicht nur Zahlungsmittel, sondern auch ein kleines Stück Erinnerungspolitik im Portemonnaie.
Die 10-Lei-Banknote
Die 10-Lei-Banknote zeigt den Maler Nicolae Grigorescu, einen der wichtigsten Vertreter der modernen rumänischen Malerei. Auf der Vorderseite sind außerdem eine Eibischpflanze und Malutensilien dargestellt. Die Rückseite zeigt ein traditionelles Haus aus Oltenia sowie ein Detail aus Grigorescus Gemälde „Rodica“.
Gelegentlich wird die abgebildete Pflanze missverständlich als „Marshmallow“ bezeichnet. Gemeint ist nicht die Süßigkeit, sondern der Eibisch, eine Pflanze, deren englische Bezeichnung „marsh mallow“ lautet. Solche Übersetzungsfallen sind klein, aber sie zeigen, wie schnell aus einer botanischen Angabe eine merkwürdige Banknotenbeschreibung werden kann.
Bezahlen in Rumänien: Karte und Bargeld
In Rumänien kann in vielen Situationen problemlos mit Karte bezahlt werden. Das gilt besonders für größere Städte, Hotels, Restaurants, Supermärkte, Tankstellen, Einkaufszentren und viele touristische Einrichtungen.
In Städten wie Bukarest, Cluj-Napoca, Timișoara, Brașov, Sibiu oder Iași wirkt das Bezahlen oft ähnlich unkompliziert wie in vielen anderen europäischen Ländern. Wer nur dort unterwegs ist, kann schnell den Eindruck bekommen, Bargeld sei kaum noch nötig.
Ganz so glatt ist es jedoch nicht. Abseits der großen Städte, in ländlichen Regionen oder bei kleinen Betrieben bleibt Bargeld wichtig. Auch Märkte, kleine Cafés, Straßenstände, Parkplätze, Toiletten, Trinkgeld oder einfache Pensionen lassen sich mit Lei in der Tasche entspannter bewältigen.
Die vernünftige Lösung ist daher nicht „nur Karte“ und auch nicht „alles in bar“, sondern eine Mischung:
Größere Ausgaben mit Karte, kleinere Ausgaben mit Bargeld.
Diese Strategie ist unspektakulär, aber sie funktioniert.
Geldautomaten in Rumänien
Geldautomaten sind in rumänischen Städten weit verbreitet. An Flughäfen, Bahnhöfen, Einkaufszentren, Banken und in Innenstädten findet man meist ohne große Mühe einen Automaten.
Außerhalb größerer Orte sollte man sich jedoch nicht darauf verlassen, jederzeit Bargeld abheben zu können. Wer durch die Karpaten, nach Maramureș, in kleinere Dörfer oder in abgelegenere Regionen reist, sollte vorher etwas Bargeld besorgen.
Beim Abheben sind drei Punkte wichtig:
- Erstens sollte der Automat möglichst zu einer Bank oder zu einem gut sichtbaren Standort gehören.
- Zweitens sollte vor der Bestätigung geprüft werden, ob der Automat eigene Gebühren verlangt.
- Drittens sollte bei der Währungsumrechnung besondere Vorsicht gelten.

Dynamic Currency Conversion: Die teure Bequemlichkeit
Beim Geldabheben oder Bezahlen mit Karte kann die Frage erscheinen, ob der Betrag sofort in Euro umgerechnet werden soll. Diese Funktion heißt Dynamic Currency Conversion, kurz DCC.
Sie klingt hilfreich, weil man sofort sieht, wie viel Euro angeblich abgebucht werden. Genau darin liegt die Verführung. Der angezeigte Eurobetrag wirkt transparent, doch der verwendete Wechselkurs ist oft ungünstiger als der Kurs, den die eigene Bank oder Kartenfirma anwenden würde.
Die bessere Wahl ist in vielen Fällen:
Abrechnung in RON beziehungsweise Lei wählen.
Das gilt am Geldautomaten ebenso wie am Kartenterminal im Geschäft oder Restaurant. Wenn das Gerät fragt, ob in Euro oder Lei abgerechnet werden soll, ist Lei meistens die sinnvollere Antwort.
Das ist kein dramatischer Trick, sondern eine nüchterne Gebührenfrage. Man verliert dabei meist keine riesigen Summen auf einmal, aber auf einer Reise können sich mehrere kleine Aufschläge sammeln. Geld verschwindet selten mit Trommelwirbel. Häufig geht es leise, in Prozentpunkten.
Wechselkurs Rumänische Leu
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Die Umrechnungstabelle
Bei Bedarf: andere Währung wählen
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Geld wechseln: Banken, Wechselstuben und Flughäfen
Euro können in Rumänien in Banken und Wechselstuben in Lei getauscht werden. Trotzdem sollte man nicht blind den erstbesten Schalter wählen.
Am Flughafen oder an sehr touristischen Orten sind Wechselkurse häufig weniger attraktiv als in der Stadt. Für die ersten Ausgaben nach der Ankunft kann eine kleine Summe reichen. Größere Beträge sollten erst gewechselt werden, wenn man in Ruhe vergleichen kann.
Wichtig ist nicht nur der sichtbare Kurs auf der Tafel. Entscheidend ist die Frage:
Wie viele Lei bekomme ich tatsächlich ausgezahlt?
Manche Wechselstellen arbeiten mit Gebühren, andere mit schlechteren An- und Verkaufskursen. Beides kann den effektiven Kurs verschlechtern. Deshalb sollte man vor dem Tausch klar nach dem Auszahlungsbetrag fragen. Bleibt die Antwort unklar oder tauchen plötzlich Gebühren auf, ist Vorsicht angebracht.
Eine seriöse Wechselstelle macht transparent, wie viel Geld du bekommst. Eine unklare Wechselstelle ist kein Abenteuer, sondern ein Grund weiterzugehen.
Vor der Reise Geld wechseln oder vor Ort abheben?
Viele Reisende fragen sich, ob sie bereits vor der Abreise Lei besorgen sollten. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn Gebühren und Kurse hängen stark von Bank, Karte und Wechselstelle ab.
Für kleinere Startbeträge kann es angenehm sein, schon bei der Ankunft etwas Bargeld zu haben. Zwingend notwendig ist das aber nicht immer, besonders wenn am Flughafen oder in der Stadt Geldautomaten verfügbar sind.
Häufig ist es praktischer, in Rumänien am Geldautomaten Lei abzuheben. Dabei sollte man allerdings die Gebühren der eigenen Bank kennen. Manche Karten sind für Fremdwährungen günstiger, andere verlangen Abhebegebühren oder Aufschläge auf den Wechselkurs.
Die beste Vorbereitung besteht daher nicht darin, möglichst viel Bargeld mitzunehmen, sondern die eigenen Kartenbedingungen zu prüfen. Das ist weniger romantisch als ein Umschlag voller Scheine, aber meist klüger.
Kartenzahlung bei Hotels, Mietwagen und Kautionen
Für Hotels, Mietwagen und Kautionen ist eine Kreditkarte oft die robusteste Lösung. Viele Anbieter akzeptieren zwar Debitkarten für normale Zahlungen, verlangen aber für Kautionen eine echte Kreditkarte.
Besonders bei Mietwagen kann das wichtig werden. Es reicht nicht immer, dass die Buchung bereits bezahlt ist. Am Schalter kann zusätzlich eine Kaution blockiert werden. Wenn dafür nur bestimmte Kartentypen akzeptiert werden, kann eine Reiseplanung plötzlich unangenehm technisch werden.
Vor der Reise sollte deshalb geprüft werden:
- Wird eine Kreditkarte verlangt?
- Reicht eine Debitkarte aus?
- Ist das Kartenlimit hoch genug?
- Wird eine Kaution nur reserviert oder tatsächlich abgebucht?
- Lautet die Karte auf den Namen der buchenden Person?
Für normale Einkäufe, Restaurants und viele Hotels reicht eine Debitkarte häufig aus. Für Mietwagen und Sicherheitsleistungen ist eine Kreditkarte aber oft die sicherere Wahl.
Trinkgeld in Rumänien
In Rumänien ist Trinkgeld in Restaurants üblich, wenn der Service zufriedenstellend war. Häufig orientieren sich Reisende an etwa 10 Prozent der Rechnung. Bei kleineren Beträgen wird oft einfach aufgerundet.
Trinkgeld ist freiwillig. Es sollte nicht als Pflichtsteuer verstanden werden, aber auch nicht als exotisches Ritual. Wer gut bedient wurde, lässt einen passenden Betrag da oder rundet die Rechnung auf.
Kleine Scheine sind dafür sehr praktisch. Nicht jedes Kartenterminal bietet eine bequeme Möglichkeit, Trinkgeld einzugeben. Mit 5-, 10- oder 20-Lei-Scheinen lässt sich die Situation unaufgeregt lösen.
Auch bei Taxifahrten, Stadtführungen, Gepäckhilfe oder kleineren Dienstleistungen ist Aufrunden üblich. Entscheidend ist der Kontext. Ein Kaffee braucht kein großes Zeremoniell. Ein sehr guter Service in einem Restaurant verdient eher eine erkennbare Geste.
Ein Gefühl für Lei bekommen
Ein Wechselkurs ist nützlich, aber ein Gefühl für die Währung ist noch nützlicher. Wer jeden Preis sofort exakt in Euro umrechnet, verbringt den halben Urlaub als Kopfrechner. Das ist möglich, aber selten erholsam.
Als grobe Orientierung lässt sich häufig mit etwa 5 Lei für 1 Euro rechnen. Der genaue Kurs schwankt, aber diese Faustregel hilft im Alltag:
- 10 Lei entsprechen ungefähr 2 Euro.
- 50 Lei entsprechen ungefähr 10 Euro.
- 100 Lei entsprechen ungefähr 20 Euro.
- 250 Lei entsprechen ungefähr 50 Euro.
Diese Werte sind nur Näherungen. Für größere Zahlungen, Hotelkosten, Mietwagen oder geschäftliche Ausgaben sollte immer der aktuelle Kurs geprüft werden.
Für den Alltag reicht die grobe Rechnung jedoch oft aus. Sie verhindert, dass ein Betrag wie 180 Lei nur fremd und abstrakt wirkt. Überschlagen sind das etwa 36 Euro. Plötzlich hat die Zahl wieder Gewicht.
Wechselkurs: Warum der angezeigte Kurs nicht immer der bezahlte Kurs ist
Der Wechselkurs zwischen Euro und Leu verändert sich laufend. Eine Umrechnungstabelle ist deshalb immer nur eine Momentaufnahme.
Wichtig ist außerdem: Es gibt nicht den einen Wechselkurs, der überall gilt. In der Praxis begegnen Reisenden mehrere Kurse:
- der Referenzkurs auf Finanzseiten,
- der Kartenkurs der Bank oder Kreditkartengesellschaft,
- der Bargeldkurs einer Wechselstube,
- der Automatenkurs bei Sofortumrechnung,
- mögliche Gebühren der eigenen Bank.
Deshalb kann der Kurs, den man online sieht, vom tatsächlich abgerechneten Betrag abweichen. Das ist nicht automatisch Betrug, sondern Teil des Systems. Trotzdem sollte man es wissen.
Besonders bei größeren Beträgen lohnt sich ein genauer Blick. Bei einem Kaffee ist der Unterschied kaum der Rede wert. Bei Hotel, Mietwagen oder mehreren Bargeldabhebungen kann er spürbar werden.
Typische Reisesituationen
Bei einem Wochenende in Bukarest reicht meist eine gute Karte plus ein kleiner Bargeldbetrag. Restaurants, Hotels, Museen, Supermärkte und viele Geschäfte akzeptieren Kartenzahlung. Bargeld ist vor allem für Trinkgeld, kleine Einkäufe, Märkte oder einzelne Taxifahrten praktisch.
Bei einer Rundreise durch Siebenbürgen sollte etwas mehr Bargeld eingeplant werden. In Städten wie Brașov, Sibiu oder Cluj-Napoca ist Kartenzahlung verbreitet. In kleineren Orten, bei Pensionen, Parkplätzen, Kirchenburgen oder lokalen Anbietern kann Bargeld jedoch einfacher sein.
Bei Reisen in abgelegenere Regionen, etwa in die Karpaten, ins Donaudelta oder nach Maramureș, sollte man nicht davon ausgehen, jederzeit einen Geldautomaten zu finden. Hier ist ein kleiner Vorrat an Lei sinnvoll. Nicht dramatisch viel, aber genug für Essen, Eintritt, Transport oder eine Übernachtung, falls Kartenzahlung nicht möglich ist.
Sicherheit beim Bezahlen und Abheben
Rumänien ist kein Land, in dem Reisende beim Bezahlen grundsätzlich besondere Angst haben müssten. Dennoch gelten die üblichen Vorsichtsregeln.
Geldautomaten sollten möglichst an Banken, in Einkaufszentren, Hotels oder gut frequentierten Bereichen genutzt werden. Abhebungen an abgelegenen Automaten spät in der Nacht sind selten eine gute Idee, egal in welchem Land.
Beim Bezahlen mit Karte sollte der Betrag auf dem Terminal geprüft werden, bevor die Zahlung bestätigt wird. Außerdem ist es sinnvoll, eine zweite Karte getrennt aufzubewahren. Wenn eine Karte verloren geht, gesperrt wird oder vom Automaten eingezogen wird, bleibt man handlungsfähig.
Bargeld sollte nicht offen gezählt oder in großen Mengen sichtbar getragen werden. Für den Alltag reicht ein kleiner Betrag im Portemonnaie. Der Rest bleibt besser sicher verstaut.
Das ist keine Misstrauenshaltung gegenüber Rumänien. Es ist schlicht vernünftiges Reisen.
Häufige Geldfehler auf Rumänien-Reisen
- Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass man in Rumänien problemlos mit Euro zahlen könne. In einzelnen touristischen Situationen mag das funktionieren, im Alltag ist der Leu aber die maßgebliche Währung.
- Ein zweiter Fehler ist die falsche Auswahl am Geldautomaten oder Kartenterminal. Wer die sofortige Umrechnung in Euro bestätigt, akzeptiert oft einen schlechteren Kurs. Besser ist meistens die Abrechnung in Lei/RON.
- Ein dritter Fehler ist zu viel Bargeld. Rumänien ist kein Land, in dem Reisende große Mengen Bargeld brauchen. Viel Bargeld erhöht eher das Verlustrisiko und macht die Reise nicht automatisch bequemer.
- Ein vierter Fehler sind zu große Scheine. Eine 500-Lei-Banknote ist formal einwandfrei, aber beim kleinen Händler ungefähr so charmant wie ein Klavier im Handgepäck. Kleine Scheine sind praktischer.
Kurz-Checkliste für die Rumänien-Reise
Vor der Reise lohnt sich ein kurzer Geld-Check. Er dauert nur wenige Minuten und verhindert viele kleine Probleme.
✓ Kartenbedingungen prüfen
Welche Gebühren fallen für Kartenzahlungen und Abhebungen in Fremdwährung an?
✓ Zweite Karte mitnehmen
Am besten getrennt aufbewahren, falls eine Karte verloren geht oder nicht funktioniert.
✓ Nicht zu viel Bargeld mitnehmen
Ein kleiner Betrag in Lei ist praktisch, große Bargeldsummen sind meist unnötig.
✓ Am Automaten Lei wählen
Bei Abhebungen und Kartenzahlungen möglichst RON/Lei auswählen, nicht Euro-Sofortumrechnung.
✓ Kleine Scheine bereithalten
Besonders 10, 20 und 50 Lei sind im Alltag nützlich.
✓ Mietwagenbedingungen prüfen
Für Kautionen kann eine Kreditkarte erforderlich sein.
✓ Aktuellen Wechselkurs prüfen
Vor größeren Zahlungen sollte nicht nur grob überschlagen, sondern aktuell geprüft werden.
Ein Schein vor der Währungsumrechnung. Dieser Schein war danach noch 0,2 Lei wert.
Historischer Überblick zur Währung
Die ersten rumänischen Lei wurden im 19. Jahrhundert eingeführt. Im Jahr 1867 erschienen Münzen mit Nennwerten wie 1, 2, 5 und 10 Bani. Später folgten weitere Münzen, darunter Silber- und Goldprägungen.
Banknoten wurden ab 1877 ausgegeben, zunächst mit Nennwerten wie 5, 10, 20, 50, 100 und 500 Lei. Über die Jahrzehnte änderten sich Gestaltung, Material, politische Symbole und Stückelungen mehrfach. Wie bei vielen europäischen Währungen spiegelt auch der rumänische Leu politische Umbrüche, Inflation, Reformen und nationale Selbstdarstellung wider.
Die moderne Währungsreihe entstand mit der Reform von 2005. Die heutigen Banknoten bestehen aus Polymer und zeigen bedeutende Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Geschichte. Damit verbinden sie praktische Alltagstauglichkeit mit einem sichtbaren nationalen Gedächtnis.
Rumänischer Leu oder moldauischer Leu?
Auch die Republik Moldau verwendet eine Währung mit dem Namen Leu. Der moldauische Leu ist jedoch eine eigene Währung und vom rumänischen Leu unabhängig.
Das ist wichtig, weil beide Währungen ähnlich heißen, aber nicht austauschbar sind. Der rumänische Leu hat den Code RON, der moldauische Leu den Code MDL. Wer durch die Region reist, sollte also genau prüfen, welche Währung gemeint ist.
Der gemeinsame Name ist historisch und sprachlich interessant, im Reisealltag aber vor allem eine mögliche Verwechslungsquelle.
Redaktioneller Aktualitätshinweis
Informationen zu Bargeld, Banknoten und Währungsstruktur bleiben meist längere Zeit stabil. Anders sieht es bei Wechselkursen, Bankgebühren, Kartenzahlungsbedingungen und Euro-Plänen aus. Diese Angaben können sich ändern.
Besonders Wechselkurstabellen sind nie zeitlos. Sie helfen bei der Orientierung, ersetzen aber nicht den aktuellen Kurs vor einer größeren Zahlung.
Für Reisende ist deshalb weniger die fünfte Nachkommastelle entscheidend als die richtige Entscheidung im Moment der Zahlung: in Lei abrechnen lassen, Gebühren prüfen, kleine Scheine nutzen und hohe Bargeldbeträge vermeiden.
Fazit: Der Leu ist unkomplizierter, als er zunächst wirkt
Der rumänische Leu wirkt auf den ersten Blick vielleicht fremd, ist für Reisende aber gut handhabbar. Wer den groben Kurs kennt, kleine Scheine dabeihat und bei Zahlungen konsequent Lei statt Euro auswählt, vermeidet die meisten typischen Kostenfallen.
Rumänien ist weder ein Bargeldmuseum noch ein vollständig bargeldloses Reiseland. Es liegt, wie so oft, dazwischen. Genau deshalb ist die beste Lösung unspektakulär: eine gute Karte, etwas Bargeld, ein wacher Blick auf Gebühren und ein gesundes Misstrauen gegenüber allzu bequemer Sofortumrechnung.
Mehr braucht es meistens nicht. Und falls doch, merkt man es selten beim Lesen einer Wechselkurstabelle, sondern eher am kleinen Parkplatzautomaten vor einer sehr schönen Kirche.
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FunFacts zum rumänischen Leu
- Der Leu ist ein Löwe, aber keiner läuft auf der Münze herum.
Der Name Leu bedeutet auf Rumänisch Löwe. Er geht historisch auf den niederländischen Leeuwendaalder, also den Löwentaler, zurück, der in Südosteuropa verbreitet war. Aus einer fremden Handelsmünze wurde so ein Währungsname, der bis heute im Alltag lebt. - Rumänien hatte Europas erste Polymerbanknote.
Die rumänische 2.000-Lei-Banknote von 1999 gilt als erste Polymerbanknote Europas. Sie wurde zur totalen Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 ausgegeben. Das ist numismatisch bemerkenswert: Eine Banknote über ein Himmelsereignis brachte in Europa ein neues Material in Umlauf. - Eine Sonnenfinsternis landete auf rumänischem Geld.
Zur totalen Sonnenfinsternis von 1999 gab Rumänien nicht nur eine Banknote, sondern auch eine 500-Lei-Umlaufgedenkmünze aus. Auf der Münze wird die Sonnenfinsternis ausdrücklich genannt. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass Geld manchmal mehr kann als Preise tragen: Es kann auch einen Moment festhalten, an dem ein ganzes Land in den Himmel schaut. - Die heutigen Lei-Banknoten wurden in Euro-Größen gestaltet.
Die ab 2005 ausgegebenen rumänischen Banknoten wurden in Größen gestaltet, die den Euro-Banknoten entsprechen. Der praktische Gedanke dahinter war, Maschinen bei einer späteren Euro-Einführung leichter anpassen zu können. - Die 20-Lei-Banknote zeigt erstmals eine Frau als zentrale Persönlichkeit.
Die 2021 eingeführte 20-Lei-Banknote zeigt Ecaterina Teodoroiu. Sie war eine rumänische Persönlichkeit des Ersten Weltkriegs und gilt als wichtige Figur der nationalen Erinnerung. Für den Bargeldumlauf war die Note besonders, weil sie eine bedeutende Frau sichtbar machte. - Der „Marshmallow“ auf der 10-Lei-Banknote ist keine Süßigkeit.
Auf der 10-Lei-Banknote ist neben Nicolae Grigorescu eine Pflanze abgebildet, die im Englischen als marsh mallow bezeichnet wird. Gemeint ist der Eibisch, nicht der weiße Schaumzucker aus der Tüte. Eine kleine Übersetzungsfalle, aber eine hübsche: Botanisches Wissen schützt hier vor Süßwarenpoesie. - Die 500-Lei-Banknote ist gültig, aber im Alltag sperrig.
Die 500-Lei-Banknote ist offizielles Zahlungsmittel, wird im täglichen Zahlungsverkehr aber nur selten gebraucht. Schon ältere Berichte der rumänischen Zentralbank weisen darauf hin, dass diese Stückelung für mittlere und kleine Zahlungen wenig geeignet ist. Kurz gesagt: Sie ist rechtlich Geld, praktisch aber manchmal ein Wechselgeldproblem im Jackett.
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