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Wie Sie sicher online einkaufen – 14 Tipps

Wie kann man sicher online einkaufen? Onlineshopping gehört für die meisten Menschen in Deutschland zum Alltag. Meist kaufen wir dabei bei vertrauten Anbietern ein. Aber hin und wieder kommt es vor, dass ein Produkt nur bei einem uns unbekannten Verkäufer zu haben ist. Oder dass unser Wunschartikel dort besonders günstig zu schnappern ist. Wir fragen uns dann: Können wir diesem Verkäufer unsere Bankverbindung/Kreditkartennummer anvertrauen oder gar Vorkasse leisten?

Wir geben Tipps, wie seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden sind und wie wir dadurch sicher online shoppen.

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Vorab: Die Merkkarte mit allen Punkten zum Ausdruck (für die Geldbörse, zum Einklemmen hinter die Smartphone-Hülle oder zum Anpinnen an den Monitor):

Punkt 1

Kundenbewertungen lesen

Vor allem Produkte lassen sich gut einschätzen, wenn diese über eine gewisse Mindestanzahl vertrauenswürdiger Bewertungen verfügen. Wir müssen allerdings lernen, gefakte bzw. gekaufte oder manipulierende Bewertungen von echten Kundenmeinungen zu unterscheiden.

Auch die Güte des Händlers (z. B. finden sich auf Amazon viele verschiedene Händler) lässt sich aus dem Check der Kundenbewertungen erkennen.

Achten Sie zudem darauf, dass die Ware ausreichend und exakt vom Händler beschrieben ist.

Fake-Bewertungen auf Amazon & Co. erkennen

Zahlen zu Fake-Bewertungen schwanken stark. Dennoch steht fest, dass diese in manchen Bereichen ein ernsthaftes Problem sind. Ebenfalls gesichert: Der Anteil an Fake-Bewertungen variiert von Branche zu Branche und von Produkt. 

Keine leichte Ausgangssituation für das Erkennen der Fake-Beurteilungen. Aber es gibt Anhaltspunkte, deren Kenntnis das Identifizieren der Fakes erleichtert.

Folgende Hinweise sprechen für eine gekaufte/gefälschte Bewertung:

  • Übertrieben positive, völlig unreflektierte Bewertungen.
  • Positive Aussagen zum Produkt, die unwahrscheinlich sind. Beispiel: „Klang wie in einem Konzertsaal“ bei einem 10 Euro Kopfhörer.
  • Viele positive Rezensionen in kurzem zeitlichen Abstand.
  • Benutzernamen, die irgendwie unglaubwürdig klingen (konstruierte Namensgebilde, Zahlen in den Namen).
  • Lange Kundenbewertungen legen den Verdacht nahe, dass hier finanzielle Anreize im Spiel waren. Die Bewertung muss deswegen aber nicht falsch sein.
  • Wenn der Rezensent in kurzer Zeit viele Kundenbewertungen vorgenommen hat (bei Amazon per Klick auf den Kundennamen einsehbar).
  • Wenn der Kunde das Produkt nicht gekauft hat.

Es gibt aber auch negative Fake-Bewertungen, die von Konkurrenten eingestellt werden. Auch im Buchmarkt soll das durch Autorenkollegen geschehen. Hinweise auf unwahre negative Bewertungen sind:

  • Extrem negative Aussagen ohne Begründung.
  • Negative Aussagen, die gleichzeitig ein „viel besseres“ Konkurrenzprodukt erwähnen.

Tipp: Auf der Seite https://reviewmeta.com/ lassen sich Kundenbewertungen überprüfen. Dazu muss nur die URL vom Produkt eingegeben werden. Nach kurzer Analyse wird dann die Prozentzahl der vom Algorithmus erkannten Fake-Bewertungen sowie eine korrigierte Bewertung angezeigt. Natürlich findet die KI nicht alle Fake-Bewertungen, aber es ist eine gute Basis, um die Seriosität der Bewertungen in ihrer Gesamtheit zu bewerten.

Punkt 2

Shopbewertungen prüfen

Doch auch ganz Shops werden auf unabhängigen Seiten bewertet. An bekanntester Stelle finden sich oben bei der Google-Suche nach dem Shop Bewertungen zu dem Verkäufer. Diese sind ein wichtiger Anhaltspunkt für Seriosität und Zuverlässigkeit des Shops. Probieren Sie es einfach aus, indem Sie den Namen des Shops in der Google-Suche eingeben. 

Auch auf idealo.de finden Sie Shop-Bewertungen.

Tipps zu Shopbewertungen finden sich im Artikel bei Otto-Office: Vertrauen ist gut, Empfehlungen sind besser. Aber auch auf vielen anderen Portalen wie idealo.de oder trustedshops finden sich Shop-Bewertungen.

Shopping-Trends

Mittlerweile wird fast alles online gekauft. Nur bei frischen Produkten und solchen, bei denen Beratung, Qualität und/oder ein emotionales Einkaufserlebnis gefragt ist, werden momentan und wohl auch in absehbarer Zukunft vornehmlich stationär gekauft.

Punkt 3

Shopsiegel nutzen

Onlineshops können sich von vertrauenswürdigen Stellen zertifizieren lassen. Dies Gütesiegel sind zum Beispiel „Trusted Shops“ oder der TÜV Süd. Diese Zertifizierungen sind nicht ganz billig, so dass sehr kleine Shops oft auf solch ein Zertifikat verzichten. Diese können dann trotzdem vertrauenswürdig sein.

Obacht sollten Sie bei Shops walten lassen, die einen „großen“ Eindruck machen, bei denen aber keine oder nur unbekannte Zertifikate prangen.

Fallen Sie auch nicht auf Fantasie-Zertifikate herein. Auf internet-guetesiegel.de gibt es eine Übersicht zu qualitativ hochwertigen Siegeln.

Punkt 4

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Auf Expertenseiten stöbern

Auf Webseiten, die sich mit einem Thema rund um das Wunsch-Produkt befassen, finden sich oftmals auch Shopping-Tipps, die vom Seitenbetreiber selbst genutzt werden. Beispiele wären Reise- oder Outdoor-Seiten. Aber es geht auch spezialisierter zum Beispiel in Form eines Messer-Blogs.

"Augen auf,
Kauf ist Kauf."

Deutsches Sprichwort

Punkt 5

Prüfen Sie Impressum und AGB-Angaben

Schauen Sie vor der Bestellung erst einmal, ob das Impressum vollständig ist, alle Adress- und rechtlich vorgeschriebene Angaben vorhanden sind. Google Sie dann nach dem Shop-Besitzer. Gibt es Warnhinweise anderer Nutzer?

Meiden Sie Anbieter, z. B. bei Amazon, die gar keine Angaben über Name oder Adresse machen.

Ein Anbieter in der Mongolei ist natürlich als unsicherer einzustufen als ein deutscher Händler.

Versand- und Rückgabebedingungen

Prüfen Sie dann weiter (zumindest grob) die AGB:

  • Wie lange haben Sie Widerrufsrecht? Die allermeisten Waren dürfen gesetzlich 14 Tage bei Fernabsatzkauf wieder zurückgegeben werden.
  • Wer trägt die Kosten der Rücksendung?
  • Welche Zusatzkosten wie Nachnahmegebühren und Servicepauschalen sind aufgeführt?
  • Wie hoch sind die Versandkosten?
  • Könnten Zölle oder Steuern anfallen?
  • Aussagen wie „Versand auf Gefahr des Käufers“ oder „Transportschäden müssen sofort gemeldet werden“ deuten auf einen unseriösen Versender hin und sind zudem unzulässig und damit unwirksam.

Punkt 6

Nutzen Sie sichere Bezahlverfahren

  • Die sicherste Bezahlmethode ist die auf Rechnung. Dann können Sie in aller Ruhe nach der Zusendung prüfen, ob das Produkte hält, was es auf der Website versprochen hat und zahlen erst, wenn diese Prüfung zu Ihrer Zufriedenheit ausfällt.
  • Bei Zahlung per Lastschrift können Sie die Zahlung einige Wochen lang rückgängig machen.
  • Bei Zahlung per Nachnahme zahlen Sie erst, wenn ein Paket bei Ihnen eintrifft.
  • Aber auch Paypal und Kreditkarte gelten als sichere Bezahlverfahren, da diese ihre Nutzer umfangreich schützen. Siehe dazu unseren Artikel:

Welche Kreditkarte ist die Richtige für mich?

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Welche Kreditkarte ist die Richtige für mich? 16 Punkte Checkliste

Eine Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte und somit stellen sich viele, die prinzipiell an einer Kreditkarte interessiert sind, die Frage: "Welche Kreditkarte ist die Richtige für mich?"

Diese Frage lässt sich selbstverständlich nicht pauschal beantworten, vielmehr ist es so, dass sich in unterschiedlichen Lebenssituationen verschiedene Kreditkarten mehr oder weniger eignen. Welche Möglichkeiten stehen hier also generell zur Auswahl?

Unser Überblick verschafft Klarheit und führt schnell zur Wahl der für Sie passenden Kreditkarte.

Lastschrift können Sie bei Ihrer Bank auch im Nachhinein widerrufen. Von daher gilt diese auch als sichere Zahlungsart.

Meiden Sie unbekannte Shops, die auf Vorkasse bestehen.

Punkt 7

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Nur SSL–verschlüsselt einkaufen

Der gesamte Bestell- und Registrierungsprozess sollte per SSL verschlüsselt sein. Sie erkennen das im Browser am grünen Schloss links oben in der Browserzeile.

"Die Menschen gehen Einkaufen wie zum Fischen; sie wollen sehen, wie groß der Fisch ist, den sie mit dem kleinsten Köder fangen können."

Henry Ward Beecher, 1813 - 1887, US-amerikanischer Prediger

Punkt 8

Machen Sie einen Screenshot von der Bestellbestätigungsseite

... und speichern Sie diesen ab. Bei Windows funktioniert der Screenshot über die Tastenkombination

WINDOWS-Taste + Umschalttaste + s

Das Bild klicken sie dann an und speichern es ab. 

Beim Android-Smartphone wischen Sie einmal mit der gestreckten Handkante von rechts nach links über das Smartphone. Das Bild ist dann unter Screenshots gespeichert. 

So können Sie im Zweifel nachweisen, was Sie zu welchem Preis geordert haben. Nicht immer finden sich diese Angaben in der Bestätigungsmail.

Punkt 9

Misstrauen Sie Lockangeboten, die zu günstig sind, um wahr sein zu können

Wenn der Preis des Wunschproduktes nur halb so hoch ist wie in allen anderen Shops, dann ist meistens etwas faul. Obacht! Das kann mal bei einem seriösen Anbieter vorkommen, deutet aber stark auf einen Betrüger hin. Kaufen Sie bei solchen extrem günstigen Angeboten nur, wenn Sie sich auf anderem Wege (siehe oben) von der Zuverlässigkeit des Anbieters überzeugt haben.

"Es ist unklug, zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen. Wenn wir zuviel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist alles. Wenn wir dagegen zu wenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann."

John Ruskin, (1819 - 1900), englischer Schriftsteller

Punkt 10

Erlauben Sie keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte

Kreuzen Sie entsprechende Kästchen nicht an, auch wenn Ihnen dafür Sonderrabatte in Aussicht gestellt werden.

Punkt 11

Kaufen Sie nicht im öffentlichen WLAN online ein

Freie WiFi-Zugänge in Cafés und auf öffentlichen Plätzen sollten nicht zur Eingabe sensibler Daten genutzt werden.

Ein wenig Humor zwischendurch?

Humor

Bach, als seine Frau starb, sollte zum Begräbnis Anstalten machen. Der arme Mann war aber gewohnt, alles durch seine Frau besorgen zu lassen; dergestalt, dass da ein alter Bedienter kam, und ihm für Trauerflor, den er einkaufen wollte, Geld abforderte, er unter stillen Tränen, den Kopf auf einen Tisch gestützt, antwortete: "sagts meiner Frau."

Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, 1777 -1811, deutscher Dramatiker, Erzähler, Lyriker und Publizist

Punkt 12

Halten Sie Ihre Verteidigung aktuell

In diesem Zusammenhang hilfreich: Ihre Antiviren- und Firewall-Software sollte geradem für das online Einkaufen immer auf dem neuesten Stand sein.

13

Nutzen Sie sichere Passwörter

Auch wenn es bequemer und leichter zu merken wäre, stets vorname-xyz zu nutzen: Verwenden Sie zu Ihrer Sicherheit nur sichere Kombinationen wie folgt:

  • Mindestens acht Zeichen
  • Persönliche Kombination aber ohne persönlichen Bezug (also nicht den Hundenamen oder ähnliches)
  • Enthält Zahlen und Sonderzeichen
  • Enthält Groß- und Kleinschreibung

Idealerweise ändern Sie das Passwort regelmäßig.

 14

Leserbefragung: Wie sicher shoppen Sie?

Auf welche Zeichen für sicheres Onlineshopping achten Sie bzw. welche nutzen Sie?

 

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Punkt 15

 Die Merkkarte mit allen Punkten zum sicheren Online-Shoppen

Die Merkkarte mit allen Punkten zum PDF-Ausdruck (für die Geldbörse, zum Einklemmen hinter die Smartphone-Hülle oder zum Anpinnen an den Monitor):

Punkt 16

Dokumentation "Sicher online einkaufen"

Die folgende Doku zeigt anschaulich, worauf beim Einkauf im Internet jeweils geachtet werden sollte:

Punkt 17

Bücher zum Thema Einkaufen im Internet

 

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Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

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