Warum ETF? Die Vorteile & Chancen sowie (kleinere) Nachteile & Risiken

Für unabhängige Finanzratgeber wie Stiftung Warentest, Finanztip und Co. gelten ETFs als Königsweg unter den Anlagestrategien – ob, und wenn, wieso das zutrifft, werden wir Ihnen nachfolgend erklären. Auch die Nachteile von ETFs werden wir nicht unbeleuchtet lassen.

Die Gründe, warum ETF ein gewichtiger Baustein in einer ausgewogenen Anlagestrategie mit guter Renditeperspektive sein sollte ► Die Vorteile von geringen Kosten bis Gewinnaussichten ► kleinere Nachteile von ETF ► und wann man nicht in ETF investieren sollte.

Warum ETF?

Inhalt: Warum ETF? Vorteile, Chancen, Nachteile, Risiken, wann nicht

Vorab zusammengefasst

Vorteile und Chancen von ETF

  • Im Verhältnis zum Risiko hohe Renditechance
  • Diversifikation: Risikominderung durch Streuung
  • Günstige Geldanlage durch effiziente Kostenstruktur
  • In ETF anlegen ist einfach
  • Transparenz
  • Immer handelbar
  • Schutz vor Insolvenz
  • Große Auswahl
  • Ökologische / nachhaltige Geldanlage leicht möglich

Nachteile von ETFs

  • Herdentrieb-Risiko
  • Von Fall zu Fall ein Wechselkursrisiko
  • Keine Kurzfrist-Investition
  • Risiko abhängig vom Index

Wer sollte nicht in ETF anlegen?

  • Wer sein Geld in der nächsten Zeit benötigt. Mindestanlagehorizont: 8 Jahre

Was genau versteht man unter ETF?

Was bedeutet "ETF"?

Das Akronym ETF steht für Exchange Traded Fund und bedeutet nichts anderes als „börsennotierter Fond“. Während direkte Aktieninvestments den Verlauf eines bestimmten Börsenwertes nachzeichnen, bilden ETFs den Kursverlauf ganzer Börsen, Märkte oder Branchen ab. Doch wie funktioniert das eigentlich und was unterscheidet das Aktienkaufen vom ETF Kaufen?

Wenn Sie als Privatanleger an der Börse in eine Aktie investieren möchte, suchen Sie sich diese zunächst heraus und kaufen sie dann. Steigt der Wert der Aktie, kommen Sie in den Genuss von Renditen. Fällt die Aktie, können Sie viel Geld verlieren – vor allem dann, wenn Sie nur in diesen einen Wert investiert hatten. Im Gegensatz dazu investiert man beim ETF nicht unmittelbar in einen bestimmten Börsenwert. Vielmehr investiert man in einen Fond (möglichst bei einem der besten Online Broker), der die Wertentwicklung vieler Börsenwerte  (meist aller Werte eines Indexes) nachbildet.

Auf welche Indexe gibt es ETF?

ETF gibt es von vielen Anbietern und auf viele Indixes. Die im Fond enthaltenen Aktien bilden einen Querschnitt durch den Markt, die Börse oder die Branche, in den oder die Sie als Anleger investieren möchten. Ein Beispiel für einen branchenbeschränkten Fond ist beispielsweise ein Wasser ETF. Die breite Streuung der einzelnen Anlagewerte macht ETFs zu einer weniger risikobehafteten Geldanlage als die Investition in einen Einzelwert.

ETF = Indexfonds?

Die Begriffe Indexfonds und ETF werden oft synonym benutzt. Das stimmt auch in aller Regel, beides sind Fonds, die einen Index nachbilden. Es gibt aber einen Unterschied: Indexfonds darf sich nur ETF nennen, wenn er auch an der Börse gehandelt wird. Es gibt auch Indexfonds, die nur direkt bei der Fondsgesellschaft erworben werden können.

Unterschiede bei ETF (Wiederanlage, Zusammensetzung)

Unterschiede von ETF in der Wiederanlage

Die Unternehmen, an denen sich der ETF in Form von Aktien gemäß der zugrundeliegenden Indexzusammensetzung beteiligt, schütten hin und wieder Dividenden aus. Diese kommen natürlich den Anlegern des ETF zugute. ETF unterscheiden sich darin, wie mit diesen Dividenden umgegangen wird. Es gibt zwei Vorgehensweisen:

  • Wiederanlegende (thesaurierende) ETF
    Wenn die Dividenden direkt wieder in ETF-Anteile des Fonds investiert werden, spricht man von wiederanlegenden oder thesaurierenden ETF.
    Deren Vorteile sind:
    - Der Anleger muss sich um nichts kümmern, alles läuft automatisch,
    - die Dividenden erzielen ihrerseits Rendite (Zinseszinseffekt),
    - ideal für langfristig orientierte Anleger.
  • Ausschüttende ETF
    Die Dividenden werden dem Konto der Anlegerin bzw. des Anlegers gutgeschrieben. Diese(r) kann mit dem Guthaben machen, was sie/er will.
    Deren Vorteile sind:
    - regelmäßige Ausschüttungen zur freien Verfügung, ohne das Fondsvermögen antasten zu müssen,
    - eigene Kontrolle über die Verwendung der Dividenden,
    - ideal für alle, die von den Gewinnen ihrer Geldanlage (auch) leben wollen.

Welche Art der Wiederanlage von Dividenden bevorzugen Sie bei ETF?

 

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Unterschiede in der Art der Zusammensetzung des ETF – Bauweisen

Es gibt unterschiedliche Herangehensweise daran, wie ein ETF seinen Index nachbildet. Alle sollen aber zum selben Ziel führen und die Anlagesumme der Anleger im ETF (ungefähr) mit der Wertentwicklung des zugrundeliegenden Indexes steigen oder fallen lassen. Es gibt prinzipiell zwei Arten der Indexnachbildung:

  • ETF mit Physischer „Replikation“
    Dieser ETF kauft vom Geld der Anleger die Wertpapiere (meist Aktien) des Index, den er nachbilden will, direkt. Sie replizieren (nachbilden) den Index auf physische (in Form der Aktien) Weise. Diese ETF-Art ist sehr beliebt, weil Anleger unmissverständlich wissen, worein sie ihr Geld investieren.
  • ETF mit Synthetischer Replikation
    Hierbei lässt sich der Betreiber des ETF die gewünschte Wertentwicklung von einer Bank zusichern. Dafür erhält die Bank einen Korb bekannter Aktien vom ETF-Betreiber. Ein relativ komplexer Deal, der aber in der Regel zum selben Resultat (Indexnachbildung) führt und am Ende sogar kostengünstiger sein kann.

Wir erläutern dieses Thema im Detail im Artikel "Wie unterscheiden sich ETF?"

Welche ETF-Art bevorzugen Sie?

 

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Die bisherigen Stimmen:

Physische Replikation. 19 Stimmen
Ist mir beides gleich recht. 15 Stimmen
Synthetische Replikation. 0 Stimmen

Aktuelle Fondsempfehlungen

Punkt 1

1. Vorteile und Chancen von ETF

Nun kommen wir dem Grund dafür auf die Spur, weshalb ETFs sowohl bei risikofreudigen als auch bei ängstlicheren Anlegern so beliebt sind.

1.1. Im Verhältnis zum Risiko hohe Renditechance

Da ETF einen Börsenindex abbilden und nur geringe Kosten verursachen, rentieren diese Fonds annähernd so gut wie der der zugrundeliegende Index. Zur Info: Die Gegenspieler der ETF, die sogenannten „gemanagten“ Fonds mit ihren relativ hohen Kosten (Das Management der Fonds will gut bezahlt werden), schaffen es nur selten so gut wie ihr Referenzindex oder gar darüber zu performen.

Was ist dabei möglich? Schauen wir uns ein Beispiel an:

Mögliche Rendite am Beispiel MSCI

Der MSCI World ist ein internationaler Aktienindex, der die Wertentwicklung von über als 1.600 Aktien aus 23 wirtschaftlich großen Ländern abbildet. Einer der wichtigsten Börsenindizes weltweit. Er wird seit 1970 von Morgan Stanley Capital International (MSCI) berechnet.

Das Internetportal Finanztip hat sich die Mühe gemacht, die Rendite der MSCI-ETF auszurechnen. Folgende Zahlen kamen dabei heraus:

  • Auf Euro-Basis hatte der MSCI von 1975 bis Ende 2019 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9 Prozent erzielt.
  • Die besten untersuchten ETFs schafften es, diese Wertentwicklung abzüglich der Kosten von 0,2 % pro Jahr nachzubilden.
  • Betrachtet man einen 15-Jahres-Anlagezeitraum, so hätte niemand innerhalb des ausgewerteten Zeitraumes mit einem ETF Verlust machen können.
  • Die Rendite hängt also vom Einstiegszeitpunkt in den MSCI-ETF ab. Im Durchschnitt lag die Jahresrendite bei 7,9 Prozent. Beim „optimalen“ 15-Jahres-Anlagezeitraum betrug die Rendite über 14 Prozent, im schlechtesten möglichen (also hohen) Einstiegszeitpunkt betrug die Rendite 1,3 Prozent.

Doch auch die folgenden Zahlen sollte man kennen:

  • Der maximale Verlust des MSCI betrug einmal -56 Prozent.
  • Die längste Verlustphase gut 13 Jahre.

Also: Aktien im Portfolio waren in der Vergangenheit ein Garant für hohe Rendite - über längere Laufzeiten gesehen. Bei einem Crash stürzen ETF aber auch heftig ab. Garantien auf eine Rendite gibt es also auch beim breit streuenden MSCI nicht. Wer aber mit einem Anlagezeitraum von 10+ Jahren kalkuliert, wäre in der Vergangenheit zumeist auf der sicheren Seite gewesen.

Fazit zur Renditechance breit streunender ETF:

Hohe Renditen kann auch ein ETF nicht garantieren, aber bei langer Haltedauer stehen die Chancen darauf sehr gut.

1.2. Diversifikation: Risikominderung durch Streuung

Kenner der Szene verstehen unter Diversifikation eine Streuung von Wertanlagen. ETFs basieren auf dem Prinzip der Streuung, denn sie bilden einen Querschnitt an Wertpapieren ab. Ein ETF investiert oft in hunderte oder über 1.000 Einzeltitel. Mit einigen Fonds haben Sie als Anleger sogar die Möglichkeit, in den Weltmarkt zu investieren (z. B. ETF auf den MSCI) – entsprechend breit ist die Streuung. Aber auch die Anlage in bestimmte Branchen kann Sinn ergeben: Boomt die Branche, werden höchstwahrscheinlich sehr viele darin tätige Unternehmen ein sattes Plus verzeichnen.

Diese Vermögensverteilung vermindert das Klumpenrisiko (Konzentration auf wenige Einzeltitel) der Geldanlage.

Durch die Diversifikation werden ETFs zu einer relativ sicheren Anlagestrategie, wenn man langjährig investiert und davon auszugehen ist, dass sich im Auf und Ab der Börsen weiterhin langfristig ein Aufwärtstrend etabliert. Schwankungen von Einzelwerten werden oft sofort ausgeglichen: Verliert einer Ihrer Aktien im ETF an Wert, können verteilte Gewinne der anderen Aktien diesen Verlust auffangen.

ETF: mit einem Kauf in den ganzen Markt investieren

1.3. Günstige Geldanlage durch effiziente Kostenstruktur

Ein weiterer Vorteil von Indexfonds ist der geringe Preis für das Anlegen in den Fonds. ETF kosten meist nur sehr wenig Gebühren, vor allem Online-Broker bieten immer wieder spezielle Aktionen für Anleger an, bei denen man häufig sogar einen kostenlosen ETF-Sparplan anlegen kann.

  • Kein Ausgabeaufschlag beim Kauf von ETF 
    Gemanagte Fonds haben in der Regel einen Ausgabeaufschlag von 1 bis 5 Prozent. Dieses Geld muss erst einmal wieder durch Rendite reingeholt werden.
  • Geringe Unterhaltskosten pro Jahr
    Die laufenden Kosten eines ETF belaufen sich bei guten ETF zwischen 0,2 und 0,3 Prozent pro Jahr. Auf gängige Indixes gibt es ETF mit weniger als 0.1 Prozent/Jahr, der günstigste DAX-ETF liegt sogar bei nur 0,08 Prozent pro Jahr.
  • Sparsame Ordergebühr
    Im Rahmen von Aktionsangeboten berechnen viele Broker und Banken gar keine Ordergebühr beim Kauf von ETF. Dies gilt auch für Sparpläne.
  • Geringe Mindestanlage
    Weiter ist eine Investition in einen ETF schon ab einem geringen monatlichen Budget möglich, manche Sparpläne beginnen bei 5 € im Monat ...

Diese Punkte machen ETFs zu einer kosteneffizienten Wertanlage, sodass auch kleine Rendite für ein Plus auf dem Bankkonto führen.

1.4. In ETF anlegen ist einfach

  1. ETF auswählen
  2. Online-Depot bei dazu passenden Anbieter eröffnen
  3. Geld überweisen und ETF kaufen

Fertig. So einfach kann Geldanlage sein. Geht bei vielen Brokern sogar per Smartphone. Die meisten Online-Broker bieten Ihnen außerdem übersichtliche Statistiken, Diagramme und Abrechnungen, sodass Sie immer genau wissen, wie lukrativ die Anlage für Sie verläuft. 

1.5. Transparenz

Klar: Wer in einen ETF investiert, weiß genau, in was er sein Geld anlegt: in die Wertpapiere des zugrundeliegenden Indexes.

Doch die Transparenz geht noch tiefer:

  • Da Sie mit einem ETF Sparplan in notierte Börsenwerte investieren, unterliegen sämtliche Aktien in Ihrem Fonds strengen Kontrollen durch die Börsenaufsicht. Dies sorgt für Ihre Sicherheit und bietet gleichzeitig den Rahmen für gute Transparenz. 
  • Die einfache Struktur von ETF macht sie auch gut untereinander vergleichbar. Vor allem ETF auf denselben Index.

1.6. Immer handelbar

Wer per ETF indirekt in Indizes investiert, kann zu jeder Zeit traden, den Fond aufstocken oder auch reduzieren. Ebenso ist ein schneller Verkauf möglich (außer vielleicht bei sehr speziell anlegenden ETF mit geringem Handel). Diese Liquiditätsgarantie bietet Ihnen die Basis für flexible Investments.

1.7. Schutz vor Insolvenz

Sollte ein Anleger zu irgendeinem Zeitpunkt einen Antrag auf Insolvenz stellen müssen, kann der ETF im Rahmen des Verfahrens nicht angetastet werden. Dieser gilt als Sondervermögen, ist somit nicht Teil des Betriebsvermögen vom ETF-Anbieter und bleibt somit bei einem Konkurs des ETF-Betreibers unangetastet. Dies gilt aber auch für aktiv gemanagte Fonds.

1.8. Große Auswahl

Allein Deutschland sind über 1.500 ETF an der Börse handelbar. So kommt jeder auf seinen Länder-, Branchen-, Regionen- oder Anlageklassen-Geschmack.

1.9. Ökologische / nachhaltige Geldanlage leicht möglich

In immer breiterer Auswahl verfügbar: Nachhaltige und ökologisch orientierte ETF. Je nachdem, welche Grenzen man der Geldanlage in Bezug auf Ausbeutung und Umweltfrevel setzen möchte, finden sich bei ETF oftmals entsprechend breit streuende Fonds. Damit bilden ETF die einfachste Möglichkeit, breit streuend ökologisch-nachhaltig anzulegen. Mehr dazu:

Beitrag: Ethisch-ökologische ETF

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Ethisch-ökologische ETF – Überblick und Kriterien einer klugen Wahl

"Indexfonds werden grün" titelte vor einigen Jahren die Süddeutsche Zeitung. "Schon länger!", wollte man Autor Jan Willmroth damals zurufen. Der Trend zum umweltverträglichen und "guten" Investieren ist nämlich seit Jahren ungebrochen – auch wenn weiterhin der allergrößte Anteil der ETF-Anlagen konventionell erfolgt. Allerdings bemühen sich auch viele Firmen in den rein index-gesteuerten ETF um Nachhaltigkeit und ethisch korrektes Wirtschaften.

Wir geben einen Überblick über den aktuellen Öko-ETF-Markt und nennen Kriterien für eine kluge Auswahl unter den angebotenen Fonds.

Hier weiterlesen

Punkt 3 

2. Nachteile von ETFs

Die Vorteile von ETFs überzeugen Anleger weltweit. Dennoch sind viele Privatanleger skeptisch den vielseitigen Fonds gegenüber. Diese Nachteile sind es, die manchmal in Verbindung mit dem ETF Sparen genannt werden:

2.1. Herdentrieb

Im Jahr 2020 lag das weltweit verwaltete ETF-Vermögen gemäß Statista bei rund 7.737 Milliarden US-Dollar. Kommt es zu stärkeren Kursentwicklungen, sodass viele Anleger auf einmal ihre Depotwerte veräußern, kann dieser Herdentrieb den Verfall der Indizes noch weiter beschleunigen.

2.2. Wechselkursrisiko

Die Investition auf dem Weltmarkt verstärkt zwar den Effekt der Diversifikation, doch kommt dabei auch ein weiterer Faktor ins Spiel: Wechselkursschwankungen bei Aktien aus dem Ausland. Sobald der Broker ein Wertpapier einer anderen Währung kauft, müssen die Euro Ihres Depots in die jeweilige Währung getauscht und bei einem Verkauf entsprechend zurückverkauft werden. Nur selten sind die einzelnen Werte innerhalb eines Fonds jedoch so hoch, dass dies zu einem spürbaren Wertverlust führen würde. Außerdem sind viele in Deutschland angebotenen ETF in Euro notiert.

2.3. Keine Kurzfrist-Investition

Möchten Sie in ETFs investieren, sollten Sie mittelfristig oder langfristig planen. Der Wertzuwachs geht gemäß der Erfahrungen aus der Vergangenheit zwar mit Auf und Abs einher, jedoch auf lange Sicht stetig aufwärts voran. Kurzfristige Gewinne sind eher klein. Aktive Day-Trader schließen ETFs deshalb in aller Regel für sich aus. Doch vor allem Menschen auf der Suche nach einer guten Altersvorsorge finden genau das gut am Fondssparen. Außerdem gilt: Braucht man dringend Geld, kann man jederzeit seinen ETF verkaufen. Im Zweifel dann aber mit Verlust.

2.4. Risiko abhängig vom Index

Natürlich gibt es auch riskant agierende ETF. Dies können ETF den Index eines unsicheren Schwellenlandes sein, oder gehebelte und Short-ETF. Aber in diese sollte man ohnehin nur einen sehr kleinen Teil seines Vermögens investieren und auch nur dann, wenn man wirklich weiß, was man da tut.

Punkt 4

3. Wer sollte nicht in ETF anlegen?

Wenn Sie Ihr Geld in nächster Zeit benötigen werden, sind ETF keine sinnvolle Anlage. Zu groß ist das Risiko, dass es zwischenzeitlich zu Kursverlusten kauft und Sie dann beim Verkauf weniger Geld erlösen, als Sie investiert haben.

Sie sollten nur in ETF anlegen, wenn Sie diese mindestens 8 Jahre halten.

So können Sie zwischenzeitliche Kursverluste aussitzen. 3-5 Jahre vor dem geplanten Verkauf der ETF sollten Sie prüfen: Ist die Börse gerade hoch? Dann verkaufen Sie und nehmen die Gewinne mit. Ist die Börse gerade in einem Tief, können Sie noch weiter abwarten.

Punkt 5

4. Bei welchem Broker/Depot/Bank soll ich meine ETF anlegen?

Möchten Sie in ETFs investieren, sollten Sie sich zunächst einen Fonds-Anbieter suchen. Dafür können Sie entweder zur örtlichen Filialbank gehen oder aber einen Online-Broker auswählen. Auch wenn viele Anleger sich im persönlichen Gespräch mit dem Bankberater gut betreut fühlen, bevorzugen immer mehr Menschen Online Anbieter für ETFs – warum? Ein Online-Broker bietet oft mehr Flexibilität und bei Kosten, die meist deutlich niedriger ausfallen als bei der Bank.

Drei Arten von Depotanbietern

Gratis Depotführung und Handel beim Smartphone-Broker

Ausgehend von den USA, wo sich schon seit Jahren der Broker „Robin Hood“ als sogenannter Smartphone-Broker durch geringe bis gar keine Kosten am Markt des etablierten Privatanleger-Depotgeschäfts von Erfolg zu Erfolg schwingt, etabliert sich das Geschäftsmodell der Handy- oder Neobroker immer mehr auch im konservativen Deutschland.

Meist gilt für diese Broker:

  • Keine Gebühren für die Depotführung
  • Keine oder sehr geringe Gebühren beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren
  • Fonds- und Aktienhandel über das Smartphone und/oder eine Desktop-App
  • Zielgruppe: junge Menschen
  • Sie beschränken den Handel auf eine oder nur wenige Börsenplätze

Anmerkung: Praxistest von Finanztest und Co. haben gezeigt, dass letzteres kein großes Manko (in Form von „zu teuer eingekauft“ oder „zu billig verkauft“) mit sich bringt, wenn man sich beim Wertpapierhandel auf marktgängige ETF, Aktien oder Anleihen beschränkt und zu normalen Handelszeiten (Werktags 9 bis 17.30 Uhr) handelt. Wer exotische Fonds oder -Aktien handeln möchte, dem sei ein Direktbankdepot oder ein Filialbankdepot empfohlen.

Direktbanken-Depot

Wählt man sich als Broker bzw. Depotverwalter eine Direktbank wie Comdirect oder Consorsbank aus, profitiert man oft von denselben Vorteilen (kostenlose Depotführung, Apps zur Depotführung, keine Handelsgebühren), aber nicht bei allen ETF und vielleicht ist die kostenlose Depotführung an Bedingungen geknüpft etc.

Dafür kann man in der Regel aus mehr Börsenplätzen wählen und dadurch die Preise des Fonds oder eines anderen gewünschten Wertpapiers vergleichen. Zudem ist oftmals die personelle Besetzung der Hotlines besser aufgestellt.

Persönliche Beratung bei Depots von Filialbanken

Wer ein Depot mit persönlichem Ansprechpartner bei seiner Filialbank nutzen möchte, wird um Gebühren für das Depot nicht umhinkommen. Aber auch hier können mittels Onlinezugang oftmals Kosten beim Kauf der Wertpapiere gespart werden, wenn hierfür keine Beratung in Anspruch genommen wird.

4.1. Welchen Broker wählen?

Welchen Broker bzw. Depotbank für meinen ETF-Sparplan auswählen?

Welcher Broker ist für meinen Wunsch-ETF am günstigsten? Das lässt sich pauschal nicht sagen. Aktuell zeichnet sich ab, dass viele jüngere Anleger den Handel über das Smartphone schätzen. Broker bzw. Banken, die diesen Service anbieten, werden auch Smartphone-Broker oder Neobroker genannt. Aber mittlerweile bieten auch viele Direktbanken Handel und Verwaltung vom Depot per App an - vom Smartphone und vom Desktop.

Gute Broker für meinen ETF-Sparplan
Broker Spar-
pläne
gesamt
Spar-
pläne
gratis
Jährliche
Depot-
gebühr1
Sparrate-
gebühr2
Mindest-
sparrate
Börsen-
plätze3
Scalable Capital* ca. 2.300 ca. 2.300 0 € 0 € 1 € G, X
flatex* ca. 1.600 ca. 1.600 0 € 0 € 25 € über 3
Trade Republic* ca. 2.100 ca. 2.100 0 € 0 € 1  € LS
ING* ca. 1.100 ca. 1.100 0 € 0 € 1 € über 3
Smartbroker* ca. 800 ca. 800 0 €5 0,2 % 25 € über 3
Comdirect* ca. 1.650 ca. 240 0 € 1,5 % 25 € über 3
Postbank ca. 150 8 0 € 0,90 € 25 € über 3
1822direkt* ca. 950 ca. 100 0 € 1,5 % 25 € über 3
Consorsbank* ca. 1.700 ca. 500 0 € 1,5 % 10 € über 3
Finanzen.net Zero ca. 1.350 ca. 1.350 0 € 0 € 1 € G
onvista (nimmt keine Neukunden mehr auf!)            
Deutsche Bank maxblue ca. 350 ca. 150 0 € 1,25 % 50 € über 3
Justtrade6 ca. 150 ca. 150 0 € 0 € 25 € LS, Q, TE
Sparkassen Broker* (S-Broker) ca. 1.500 ca. 425 0 € 2,5 % 20 € über 3
DKB ca. 1.700 ca. 450 0 € 1,5 €7 50 € über 3
Vanguard ca. 50 ca. 50 0 e 0 € 25 € X
Targobank ca. 100 0 0 e 0 € 2,5 %8 über 3

Anmerkungen
Stand: 2. April 2024
Ist ein Depotübertrag zum neuen Broker immer problemlos möglich? Jein. Einige Broker bieten diesen Service nicht an. Immer gilt: die bisher vorhandenen Wertpapiere müssen auch beim neuen Broker handelbar sein. Details zum Broker wechseln hier.
1) Die kostenlose Depotführung gilt bei manchen Anbietern nur für ETF, bei anderen nur, wenn einmal im Quartal gehandelt oder ein Mindestvolumen im Depot ist.
2) Diese Gebühr wird nur auf Sparpläne fällig, die nicht gratis angeboten werden.
3) Börsenplätze: X = Xetra; G = Gettex; LS = LS Exchange; Q = Quotrix; TE = Tradegatge Exchange; über 3= neben Xetra stehen mehrere weitere Börsenplätze zur Verfügung;
5) Ab einem Cash-Anteil von über 15 % am Depotwert, fallen hierauf 0,5 % Negativzins an.
6) Justtrade erhebt einen Negativzins von 0,5 % auf Guthaben über 5.000 €.
7) DKB bietet gut 100 ETF-Aktionssparpläne für 0,49 € pro Sparrate an.
8) Mindestgebühr bei der Targobank 1,5 €, maximal 3 € pro Sparrate.

Können Sie etwas korrigieren oder ergänzen?

Können Sie einen Punkt in der Tabelle korrigieren oder einen wichtigen Punkt zu einem der Broker ergänzen?

Vielen Dank für jeden Hinweis!

 

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4.2. FAQ zu Depoteröffnung und Brokerwechsel

FAQ Depoteröffnung, Depotwechsel bzw. Brokerwechsel

Auf welche Punkte soll ich bei der Auswahl eines neuen Brokers bzw. Depotanbieters besonders achten?

Auf welche Punkte soll ich bei der Auswahl eines neuen Brokers bzw. Depotanbieters besonders achten?

  • Der Broker ermöglicht den Handel mit den Wertpapieren, die ich im Auge habe (ETF, Aktien ...)
  • Jährliche Depotgebühren
  • Gebühr für eine Einzelorder
  • Mindestvolumen einer Einzelorder
  • Gebühr für Fondssparpläne (für meinen Wunsch-Fonds)
  • Mindestsparrate pro Monat
  • Zugangsmöglichkeit zum Handel (App, Telefon, Desktop-Computer)
  • Das Guthaben beim Broker/Depotanbieter unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung
  • Depotwechsel kostenlos möglich
  • Versteuerung von Einnahmen und Gewinnen nach deutschem Recht

Kann mich mein Bank-Depot zu einem Smartphonebroker übertragen?

Kann mich mein Bank-Depot zu einem (Smartphone-)broker übertragen?

Wie für alle Broker gilt: Wenn der Smartphone-Broker dies anbietet (zurzeit tun das bei den sogenannten Smartphone-Brokern nur Trade Republic und Scalable Capital). Zudem müssen die Wertpapiere meines jetzigen Depots von dem neuen Broker gehandelt werden können.

Sind die Smartphone-Broker sicher?

Sind die Smartphone-Broker sicher?

Die größeren Broker wie Trade Republic, Scalable Capital etc. gelten als sehr siche, da sie der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegen oder das Geld der Kunden bei ebensolchen Banken verwahren. Man achte bei der Auswahl auf diese Punkte.

Wie spare ich beim Depot?

Wie spare ich beim Depot?

Legen Sie Ihr Anlageverhalten zugrunde und vergleichen Sie die Preise der einzelnen Anbieter für diese Art des Wertpapierkaufs, -verkaufs und -verwahrung. Die Preisunterschiede können einige 100 Euro pro Monat ausmachen.

Vor allem die Wertpapierverwahrung kann richtig teuer werden. Achten Sie vor allem auf diesen Punkt! Die kostenlose Depotführung ist natürlich am günstigsten. Aber Achtung: diese ist manchmal an bestimmte Bedingungen geknüpft, z. B. von mindestens einem Handel pro Quartal oder einem Depot-Mindestvolumen.

In der Regel ist das Ermitteln der Gesamtkosten vom Depot ganz einfach. Vor allem dann, wenn man nur einige marktgängige ETF ansparen möchte. Hier sollte man darauf achten, was der Wunsch-ETF bei dem jeweiligen Broker/Depotanbieter kostet.

Kompliziert wird es, wenn man exotische Aktien an entlegenen Börsenplätzen, Termingeschäfte etc. handeln möchte. Dann muss einiges an Rechercheaufwand betrieben werden, da die Broker oftmals nicht gerade transparent in ihrer Preisdarlegung sind.

Grundsätzlich gilt: Wer wenig handelt, selten und wenige Positionen, spart viel eher als jemand, der ständig umschichtet.

Werden Verluste und Steuerpflichten mit übertragen?

Werden Verluste und Steuerpflichten mit übertragen?

Ja, hier sollte es zu keinen steuerlichen Auswirkungen durch den Depotwechsel kommen. Auch der steuerliche Bestandsschutz für Wertpapierkäufe vor 2009 bleibt erhalten. Wichtig ist hierfür, dass alle Einstandskurse korrekt mit übertragen werden. Dies sollte man unmittelbar nach dem Depotwechsel kontrollieren.

Was hat es mit den Handelsplätzen auf sich?

Was hat es mit den Handelsplätzen auf sich?

Mein Wunsch-Fonds kann auf unterschiedlichen Handelsplätzen zu unterschiedlichen Preisen gehandelt werden. Die Wertpapiere werden zudem in der Regel mit einem sogenannten Spread – einer Differenz von Verkaufs- und Kaufpreis – gehandelt. Dieser ist zu den Haupthandelszeiten und bei den gängigen Wertpapieren (marktbreite ETF, bekannte Aktien ...) deutlich geringer als bei „Exoten“.

Die sogenannten Smartphone-Broker bieten nur einen oder wenige Handelsplätze an. Mit diesem haben sie Verträge, hier verdienen sie ihr Geld.

Für Depotbesitzer*Innen, die nur marktgängige ETF oder Aktien zu den normalen Handelszeiten (Werktags 9 bis 17.30 Uhr) handeln möchten ist das in der Regel kein Problem. Wer jedoch Exoten-Aktien zu ungewöhnlichen Zeiten traden will, braucht mehr Auswahl an Handelsplätzen (wie sie in der Regel von Filialbanken und Direktbanken geboten werden).

Broker sind per Gesetz zur bestmöglichen Ausführung eines Wertpapiergeschäftes verpflichtet. Dies kann misslingen, wenn nur ein Börsenplatz zur Auswahl steht. Hierzu laufen prüfende Beobachtungen der Bafin.

Welcher Partnerbörsen bedienen sich Smartphone-Broker

Welcher Partnerbörsen bedienen sich Smartphone-Broker

In der Regel sind dies einer oder mehrere der folgenden Anbieter:

  • Gettex: das elektronische Handelssystem der Börse München
  • Qutrix: das elektronische Handelssystem der Börse Düsseldorf
  • LS Exchange: Kooperation zwischen der Börse Hamburg und dem Finanzdienstleister Lang und Schwarz

Wie können Broker kostenlosen Handel und Verwahrung anbieten?

Wie können Broker kostenlosen Handel und Verwahrung anbieten?

Die Partnerbörsen der (Smartphone-)Broker verdienen momentan vornehmlich ihr Geld bei jedem Wertpapierhandel durch die Spreads. Diese Verdienstspanne geben sie zum Teil an die Broker ab.

Was passiert, wenn mein Broker pleite geht?

Was passiert, wenn mein Broker pleite geht?

Es kann schon passieren, dass der eine oder andere Broker in den nächsten Jahren im harten Konkurrenzkampf Insolvenz anmelden muss. Aber das ist bei allen größeren in Deutschland zugelassenen Brokern kein Problem, weil diese die Wertpapiere der Kunden als Sondervermögen nicht in den Konkurs einfließen lassen dürfen.

Es kann dann aber sein, dass Sie für Wochen oder Monate nicht über ihre Wertpapiere verfügen können. Solange, bis der Insolvenzverwalter alles geregelt hat. Dann können Sie Ihre Wertpapiere zu einem neuen Broker übertragen und dort damit handeln.

Ist eine Frage offen geblieben?

Ist eine Frage zum Depotübertrag bzw. Broker(-wechsel) offen geblieben?

Bitte hier kurz eingeben:

 

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Beitrag: Welcher Broker für ETF-Sparplan

Welcher Broker eignet sich besonders für einen ETF-Sparplan?

Investieren kann verwirrend sein, insbesondere wenn es um so vielfältige Angebote wie ETF-Sparpläne geht. Dieser Artikel ist dein Leitfaden durch die Welt der Broker für ETF-Sparpläne. Wir decken alles ab, was du wissen musst – von der Auswahl des richtigen Brokers, über die Kosten und Gebühren, bis hin zu den Vorteilen und Sicherheitsaspekten. Ob du ein Neuling auf dem Gebiet der Finanzen bist oder einfach nur dein Wissen auffrischen möchtest, hier findest du wertvolle Informationen, die dir helfen, eine informierte Entscheidung zu treffen und deine Investitionen zu optimieren.

Bei welchen Broker kaufe ich am besten ETF? Wer bietet mir welchen Sparplan? Wir beleuchten die aktuellen Angebote.

Hier weiterlesen

Beitrag: Fonds-Tipps

Punkt 5

5. Unterschied zwischen aktiven Fonds und ETFs

Aktive Fonds verursachen für den Fondhalter mehr Kosten. Dies liegt daran, dass ein Fondsmanager dabei aktiv auf die Suche nach den besten Börsenwerten für Ihren Fonds geht. Beim ETF entfällt dieser Aufwand und damit auch der Kostentreiber: Ein ETF bildet einen Börsenindex passiv und voll automatisiert ab. Damit wird das ETF Sparen zu einem Selbstläufer, der mittelfristig oder langfristig für einen beträchtlichen Kapitalzuwachs sorgen kann – die Stellschraube, nämlich die Höhe des Kapitals, das Sie investieren möchten, haben Sie in der Hand.

5.1. Zusammenfassung der Vorteile gegenüber aktiv gemanagten Fonds

  • Da ETF den Inhalt Ihres Fonds gemäß der Marktentwicklung immer passiv analog des Indexes abbilden, können fehlerhafte menschliche Entscheidungen keine Verluste verursachen, obwohl der Gesamtmarkt nach oben geht.
  • Geringere Kosten.

Welches Sicherheitsverhältnis bevorzugen Sie?

Sind Sie eher ein risikofreudig eingestellt und bevorzugen die volle Renditechance? Oder sagen Sie sich: Mit meinem Ersparten will ich so wenig wie möglich spekulieren? Bitte wählen Sie, wo Sie sich am ehesten einordnen würden:

 

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Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓

Die bisherigen Stimmen:

Risikofreudig: Ich setze zu 100 % auf ETF-Fonds 25 Stimmen
Chancenorientiert: Ich setze zu 75 % auf ETF und zu 25 % auf Festverzinsliches 23 Stimmen
Ausgeglichen: Ich setze zu 50 % auf ETF und zu 50 % auf Festverzinsliches 18 Stimmen
Oder: Erspartes fließt zu 100 % in ETF, ich verfüge aber auch über eine Immobilie & andere Anlagegüter 9 Stimmen
Risikoscheu: Ich setze zu 25 % auf ETF und zu 75 % auf Festverzinsliches 5 Stimmen
Keine Spekulation: Ich setze zu 100 % auf Festverzinsliches 5 Stimmen

Aktuelle Fondsempfehlungen

Warum ETF? Ist dir etwas unklar geblieben?

 

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Punkt 5

6. Weiterlesen

6.1. FAQ ETF

FAQ zu ETF

Was ist ein ETF? (Grundlagen)

Was bedeutet "ETF"?

Das Akronym ETF steht für Exchange Traded Fund und bedeutet nichts anderes als „börsennotierter Fond“. Während direkte Aktieninvestments den Verlauf eines bestimmten Börsenwertes nachzeichnen, bilden ETFs den Kursverlauf ganzer Börsen, Märkte oder Branchen ab. Doch wie funktioniert das eigentlich und was unterscheidet das Aktienkaufen vom ETF Kaufen?

Wenn Sie als Privatanleger an der Börse in eine Aktie investieren möchte, suchen Sie sich diese zunächst heraus und kaufen sie dann. Steigt der Wert der Aktie, kommen Sie in den Genuss von Renditen. Fällt die Aktie, können Sie viel Geld verlieren – vor allem dann, wenn Sie nur in diesen einen Wert investiert hatten. Im Gegensatz dazu investiert man beim ETF nicht unmittelbar in einen bestimmten Börsenwert. Vielmehr investiert man in einen Fond, der die Wertentwicklung vieler Börsenwerte  (meist aller Werte eines Indexes) nachbildet.

Auf welche Indexe gibt es ETF?

ETF gibt es von vielen Anbietern und auf viele Indixes. Die im Fond enthaltenen Aktien bilden einen Querschnitt durch den Markt, die Börse oder die Branche, in den oder die Sie als Anleger investieren möchten. Ein Beispiel für einen branchenbeschränkten Fond ist beispielsweise ein Wasser ETF. Die breite Streuung der einzelnen Anlagewerte macht ETFs zu einer weniger risikobehafteten Geldanlage als die Investition in einen Einzelwert.

ETF = Indexfonds?

Die Begriffe Indexfonds und ETF werden oft synonym benutzt. Das stimmt auch in aller Regel, beides sind Fonds, die einen Index nachbilden. Es gibt aber einen Unterschied: Indexfonds darf sich nur ETF nennen, wenn er auch an der Börse gehandelt wird. Es gibt auch Indexfonds, die nur direkt bei der Fondsgesellschaft erworben werden können.

Was sind die Vorteile von ETFs? ETFs bieten Diversifikation, niedrige Kosten, tägliche Liquidität und Transparenz in Bezug auf die gehaltenen Vermögenswerte.
Was sind die Risiken von ETFs? Die Risiken umfassen Marktrisiken, Liquiditätsrisiken, Währungsrisiken und, abhängig vom ETF-Typ, möglicherweise auch höhere Volatilität.

Unterschiede bei ETF (Wiederanlage, Zusammensetzung)

Unterschiede von ETF in der Wiederanlage

Die Unternehmen, an denen sich der ETF in Form von Aktien gemäß der zugrundeliegenden Indexzusammensetzung beteiligt, schütten hin und wieder Dividenden aus. Diese kommen natürlich den Anlegern des ETF zugute. ETF unterscheiden sich darin, wie mit diesen Dividenden umgegangen wird. Es gibt zwei Vorgehensweisen:

  • Wiederanlegende (thesaurierende) ETF
    Wenn die Dividenden direkt wieder in ETF-Anteile des Fonds investiert werden, spricht man von wiederanlegenden oder thesaurierenden ETF.
    Deren Vorteile sind:
    - Der Anleger muss sich um nichts kümmern, alles läuft automatisch,
    - die Dividenden erzielen ihrerseits Rendite (Zinseszinseffekt),
    - ideal für langfristig orientierte Anleger.
  • Ausschüttende ETF
    Die Dividenden werden dem Konto der Anlegerin bzw. des Anlegers gutgeschrieben. Diese(r) kann mit dem Guthaben machen, was sie/er will.
    Deren Vorteile sind:
    - regelmäßige Ausschüttungen zur freien Verfügung, ohne das Fondsvermögen antasten zu müssen,
    - eigene Kontrolle über die Verwendung der Dividenden,
    - ideal für alle, die von den Gewinnen ihrer Geldanlage (auch) leben wollen.

Welche Art der Wiederanlage von Dividenden bevorzugen Sie bei ETF?

 

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Unterschiede in der Art der Zusammensetzung des ETF – Bauweisen

Es gibt unterschiedliche Herangehensweise daran, wie ein ETF seinen Index nachbildet. Alle sollen aber zum selben Ziel führen und die Anlagesumme der Anleger im ETF (ungefähr) mit der Wertentwicklung des zugrundeliegenden Indexes steigen oder fallen lassen. Es gibt prinzipiell zwei Arten der Indexnachbildung:

  • ETF mit Physischer „Replikation“
    Dieser ETF kauft vom Geld der Anleger die Wertpapiere (meist Aktien) des Index, den er nachbilden will, direkt. Sie replizieren (nachbilden) den Index auf physische (in Form der Aktien) Weise. Diese ETF-Art ist sehr beliebt, weil Anleger unmissverständlich wissen, worein sie ihr Geld investieren.
  • ETF mit Synthetischer Replikation
    Hierbei lässt sich der Betreiber des ETF die gewünschte Wertentwicklung von einer Bank zusichern. Dafür erhält die Bank einen Korb bekannter Aktien vom ETF-Betreiber. Ein relativ komplexer Deal, der aber in der Regel zum selben Resultat (Indexnachbildung) führt und am Ende sogar kostengünstiger sein kann.

Wir erläutern dieses Thema im Detail im Artikel "Wie unterscheiden sich ETF?"

Welche ETF-Art bevorzugen Sie?

 

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Die bisherigen Stimmen:

Physische Replikation. 19 Stimmen
Ist mir beides gleich recht. 15 Stimmen
Synthetische Replikation. 0 Stimmen

Wie ETF auswählen?

Mit ETFs Chancen nutzen, Risiken und Kosten begrenzen

Wie wähle ich einen passenden ETF aus? Die Top-Auswahlkriterien

Wer in sichere Anlagen wie Tages- und Festgeld investiert, hat heutzutage grundsätzlich keinen Grund zum Jubeln. Die Zinssätze bleiben deutlich hinter der Inflationsrate zurück, sodass das Vermögen schließlich an realer Kaufkraft verliert. Höhere Renditen lassen sich nur erzielen, wenn der Anleger bereit ist, Risiken einzugehen.

Eine geschickte Anlagestrategie mithilfe von ETFs (Exchange Traded Funds) macht solche Risiken kalkulierbar und spart Kosten. Wir erläutern, welche Kriterien bei der Auswahl eines ETF beachtet werden sollten.

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Welche(r) Broker/Bank für ETF-Sparplan?

Welcher Broker eignet sich besonders für einen ETF-Sparplan?

Investieren kann verwirrend sein, insbesondere wenn es um so vielfältige Angebote wie ETF-Sparpläne geht. Dieser Artikel ist dein Leitfaden durch die Welt der Broker für ETF-Sparpläne. Wir decken alles ab, was du wissen musst – von der Auswahl des richtigen Brokers, über die Kosten und Gebühren, bis hin zu den Vorteilen und Sicherheitsaspekten. Ob du ein Neuling auf dem Gebiet der Finanzen bist oder einfach nur dein Wissen auffrischen möchtest, hier findest du wertvolle Informationen, die dir helfen, eine informierte Entscheidung zu treffen und deine Investitionen zu optimieren.

Bei welchen Broker kaufe ich am besten ETF? Wer bietet mir welchen Sparplan? Wir beleuchten die aktuellen Angebote.

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Wie in ETF ansparen? Wann größere Summe investieren?

Wie in ETF sparen?

Am besten monatlich zu festen Summen in einem Sparplan.

Größere Summe – wann investieren?

Unser Rat lautet: am besten auf einen Schlag. Und zwar genau jetzt, wenn die Börsen nicht gerade völlig überbewertet sind. Begründung: Tendenziell steigt der Aktienmarkt eher, als dass er fällt. Man tut sich oftmals schwer, den geeigneten Einstiegszeitpunkt zu finden. Niemand kennt ihn, er wäre erst im Nachhinein bekannt. Modellrechnungen haben gezeigt, dass die Investition auf einen Schlag in der Regel zu höheren Renditen gegenüber einem stückweise Investment führt.

Was ist der Unterschied zwischen einem Indexfonds und einem ETF?

Beide Fondsarten investieren passiv und beide bilden einen Index ab. Der Hauptunterschied liegt in der Handelbarkeit. ETF werden über die Börse gehandelt und können so laufend ge- und verkauft werden. Der Kauf und Verkauf von Indexfonds ist hingegen wie bei aktiven gemanagten Fonds nur einmal täglich über den jeweiligen Fondsanbieter möglich. Indexfonds sind auch oft teurer in den laufenden Kosten, auch wenn dieser Unterschied geringer wird.

Wie kann ich ein ETF-Portfolio diversifizieren? Ein ETF-Portfolio kann diversifiziert werden, indem man in ETFs investiert, die verschiedene Sektoren, Regionen, Vermögensklassen oder Anlagestile abdecken.

Ist eine Frage offen geblieben?

Ist bei Ihnen eine Frage zu ETF offen geblieben?

Vielen Dank für jeden Hinweis! Wir werden die Fragen dann an dieser Stelle beantworten.

 

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6.2. Grundlegende Artikel

Mit ETFs Chancen nutzen, Risiken und Kosten begrenzen

Wie wähle ich einen passenden ETF aus? Die Top-Auswahlkriterien

Wer in sichere Anlagen wie Tages- und Festgeld investiert, hat heutzutage grundsätzlich keinen Grund zum Jubeln. Die Zinssätze bleiben deutlich hinter der Inflationsrate zurück, sodass das Vermögen schließlich an realer Kaufkraft verliert. Höhere Renditen lassen sich nur erzielen, wenn der Anleger bereit ist, Risiken einzugehen.

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Geldanlage in ETF (Indexfonds): Grundlegende Strategie, Tipps und Empfehlungen

In der facettenreichen Welt der Geldanlagen bieten Exchange-Traded Funds (ETFs) eine attraktive Mischung aus Einfachheit, Kosteneffizienz und Diversifikation. Dieser umfassende Artikel beleuchtet die Schlüsselaspekte von ETFs, darunter ihre Funktionsweise, die Vorteile und Risiken sowie die neuesten Trends und technologischen Entwicklungen, die den ETF-Markt prägen. Egal, ob Sie ein erfahrener Investor sind oder gerade erst Ihre Reise in die Welt der Finanzen beginnen, unser Leitfaden wird Ihnen tiefe Einblicke und wertvolle Informationen bieten, um Ihre Investitionsentscheidungen zu informieren und zu optimieren.

In diesem Artikel finden Sie ETF bzw. Indexfonds grundsätzlich erläutert, sicherheitsrelevante Auswahlkriterien, Aufteilungsstrategien, Fondsempfehlungen und kostengünstige Anlagemöglichkeiten.

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Ethisch-ökologische ETF – Überblick und Kriterien einer klugen Wahl

"Indexfonds werden grün" titelte vor einigen Jahren die Süddeutsche Zeitung. "Schon länger!", wollte man Autor Jan Willmroth damals zurufen. Der Trend zum umweltverträglichen und "guten" Investieren ist nämlich seit Jahren ungebrochen – auch wenn weiterhin der allergrößte Anteil der ETF-Anlagen konventionell erfolgt. Allerdings bemühen sich auch viele Firmen in den rein index-gesteuerten ETF um Nachhaltigkeit und ethisch korrektes Wirtschaften.

Wir geben einen Überblick über den aktuellen Öko-ETF-Markt und nennen Kriterien für eine kluge Auswahl unter den angebotenen Fonds.

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter Bödeker hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und bei einem Kapitalanlageunternehmen (für geschlossene Fonds) ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

https://www.geld-welten.de

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