So funktioniert das Schufa-Scoring – verständlich erklärt

Die SCHUFA Holding AG besteht bereits seit 1924. Der Schufa-Score gehört zu den einflussreichsten Kennzahlen im Alltag – auch wenn man ihn selten bewusst wahrnimmt. Ob Kredit, Handyvertrag oder Wohnung: Im Hintergrund läuft fast immer eine Bewertung Ihrer Kreditwürdigkeit.

Doch wie genau funktioniert dieses System? Welche Daten fließen ein? Und was hat sich zuletzt verändert?

Dieser Artikel erklärt das Schufa-Scoring klar, differenziert und ohne Mythen.

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Kurz zusammengefasst

  • Schufa-Score als Risikowert
    Der Schufa-Score ist ein statistischer Wert, der auf Basis von Daten das Ausfallrisiko einschätzt. Er beschreibt keine Gewissheit, sondern eine Wahrscheinlichkeit – und bleibt damit immer ein Modell.
  • Keine Entscheidungsinstanz
    Die Schufa trifft keine Entscheidungen, sondern liefert Daten. Banken und Unternehmen kombinieren den Score mit eigenen Kriterien wie Einkommen oder Beschäftigung.
  • Datenbasis des Scorings
    Bewertet werden vor allem Zahlungsverhalten, Verträge und Nutzung von Finanzprodukten. Persönliche Merkmale wie Einkommen oder Beruf sind nicht Bestandteil des Schufa-Systems.
  • Mehrere Scores statt einer Zahl
    Es existieren unterschiedliche Branchenscores, die je nach Kontext variieren. Der Score ist daher keine feste Größe, sondern situationsabhängig.
  • Zeitfaktor und Dynamik
    Veränderungen im Score erfolgen meist verzögert. Stabilität und langfristiges Verhalten haben mehr Einfluss als kurzfristige Maßnahmen.
  • Einfluss von Anfragen
    Konditionenanfragen sind neutral, während mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit als Risiko gewertet werden können.
  • Reformen und Transparenz
    Die Schufa plant ein vereinfachtes Modell mit weniger Kriterien und besserer Nachvollziehbarkeit. Die Umsetzung befindet sich noch im Wandel.
  • Datenschutz und Regulierung
    Neue rechtliche Entwicklungen stärken die Rechte von Verbrauchern und begrenzen automatisierte Entscheidungen ohne Kontrolle.
  • Verbesserung der Bonität
    Entscheidend ist ein verlässliches Finanzverhalten über Zeit. Einzelne Optimierungen wirken weniger als langfristige Stabilität.
  • Grenzen des Systems
    Der Score bewertet Muster, nicht Menschen. Individuelle Lebenssituationen bleiben unberücksichtigt.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Was ist der Schufa-Score eigentlich?

Der Schufa-Score ist ein statistischer Risikowert. Er gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Person ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommt – also Rechnungen bezahlt, Kredite bedient oder Verträge erfüllt.

Wichtig:
Der Score ist keine persönliche Bewertung und auch kein Urteil über Ihre finanzielle Situation. Er ist vielmehr ein Modell, das auf Erfahrungswerten basiert.

👉 Ein hoher Score bedeutet: geringes Ausfallrisiko
👉 Ein niedriger Score bedeutet: höheres statistisches Risiko

Der häufigste Irrtum: Die Schufa entscheidet nichts

Ein weit verbreitetes Missverständnis: Die Schufa entscheidet, ob Sie einen Kredit erhalten.

Das stimmt nicht.

Die Schufa liefert lediglich Informationen und Wahrscheinlichkeiten. Die eigentliche Entscheidung treffen Banken und Unternehmen selbst – und zwar auf Basis mehrerer Faktoren:

  • Einkommen
  • Arbeitsverhältnis
  • bestehende Verpflichtungen
  • interne Risikomodelle

Der Schufa-Score ist dabei ein Baustein – aber nicht der einzige.

Wie wird der Schufa-Score berechnet?

Die genaue Formel ist ein Geschäftsgeheimnis. Was bekannt ist: Der Score basiert auf statistischen Verfahren, die aus großen Datenmengen Muster ableiten.

Der klassische Basisscore wird als Wert zwischen 0 und 100 Prozent angegeben. Er beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der Zahlungsverpflichtungen erfüllt werden.

Wichtig ist dabei:
Es gibt keine festen Grenzwerte, ab denen etwas „gut“ oder „schlecht“ ist. Stattdessen arbeiten Unternehmen mit Risikoklassen.

Score-Simulator

Mit dem Schufa-Score-Simulator will die Schufa die Faktoren des Scorings erläutern und gibt nach Beantwortung von einigen Fragen eine grobe (kostenlose) Bonitätseinschätzung. Der Simulator findet sich unter: schufa.de/scorechecktools/pt-scoresimulator.html

Welche Daten fließen in das Scoring ein?

Das Scoring basiert auf einer Vielzahl von Informationen, die als kreditrelevant gelten. Dazu gehören unter anderem:

  • Bestehende Kredite und deren Verlauf
  • Zahlungsverhalten (z. B. Mahnungen, Ausfälle)
  • Anzahl von Konten und Kreditkarten
  • Mobilfunk- und Leasingverträge
  • Kreditanfragen
  • Dauer von Vertragsbeziehungen

Nicht einbezogen werden hingegen sensible Daten wie:

  • Einkommen
  • Beruf oder Arbeitgeber
  • Familienstand
  • Religion oder Nationalität

Das ist wichtig zu verstehen:
Die Schufa kennt keine Gehaltsdaten. Banken berücksichtigen diese Informationen separat.

Gibt es nur einen Score? Nein.

Viele sprechen vom „einen Schufa-Score“. In der Praxis existieren jedoch mehrere:

  • Basisscore → allgemeine Orientierung
  • Branchenscores → spezifisch für Banken, Handel oder Telekommunikation

Der Hintergrund:
Ein Risiko im Kreditgeschäft unterscheidet sich von dem im Versandhandel. Deshalb werden unterschiedliche Risikomodelle verwendet.

Das bedeutet auch:
Ihr Score kann je nach Situation leicht variieren.

Wie oft wird der Score aktualisiert?

Der Basisscore wird in regelmäßigen Abständen neu berechnet – typischerweise mehrmals pro Jahr.

Entscheidend ist jedoch:
Bei jeder konkreten Anfrage (z. B. Kreditprüfung) wird ein aktueller, situationsbezogener Score berechnet.

Veränderungen wirken dabei oft langsamer, als man erwartet. Positive Entwicklungen brauchen Zeit, um sich stabil im Score abzubilden.

Was sind „weiche“ und „harte“ Anfragen?

Ein wichtiger Punkt, der oft falsch verstanden wird:

  • Weiche Anfragen (z. B. Konditionenanfragen)
    nicht sichtbar für andere, kein Einfluss auf den Score
  • Harte Anfragen (z. B. konkreter Kreditantrag)
    → können kurzfristig Einfluss haben

Dabei gilt:
Einzelne Anfragen sind unproblematisch. Viele Anfragen in kurzer Zeit können jedoch als erhöhtes Risiko interpretiert werden.

Wann werden Daten an die Schufa gemeldet?

Daten werden nicht automatisch bei jeder Handlung übertragen. Voraussetzung ist immer:

  • ein Vertragspartner der Schufa
  • eine rechtliche Grundlage (z. B. Einwilligung)

Typische Situationen sind:

  • Abschluss eines Kreditvertrags (wenn ein Kredit aufgenommen wird)
  • Finanzierung eines Kaufs
  • Eröffnung eines Kontos
  • Abschluss eines Mobilfunkvertrags
  • Wenn bei einem Elektromarkt oder Möbelhaus eine Ratenzahlung für größere Einkäufe vereinbart wird
  • Wenn der Stromanbieter gewechselt wird
  • Wenn ein Fahrzeug mittels Fremdfinanzierung finanziert wird
  • Wenn ein Mobilfunkvertrag abgeschlossen wird
  • Wenn ein Kreditangebot eingeholt wird
  • Wenn ein Konto eröffnet wird
  • ...

Nicht jede Anfrage oder jeder Vertragswechsel führt automatisch zu einem Eintrag.

Welche Daten speichert die Schufa konkret?

Gespeichert werden vor allem:

  • Stammdaten (Name, Adresse, Geburtsdatum)
  • Vertragsdaten
  • Informationen zu Zahlungsausfällen
  • öffentliche Negativmerkmale (z. B. Insolvenz)

Entscheidend:
Es werden primär strukturierte Fakten, keine Interpretationen gespeichert.

Wie lange bleiben Einträge gespeichert?

Hier gab es in den letzten Jahren wichtige Änderungen.

Grundsätzlich gilt:
Daten werden nach festen Fristen gelöscht. Seit 2024 wurden diese teilweise verkürzt.

Ein Beispiel:
Bestimmte erledigte Forderungen können bereits nach 18 Monaten gelöscht werden, wenn sie zeitnah beglichen wurden und keine weiteren negativen Einträge bestehen.

Das Ziel:
Verbraucher sollen schneller die Möglichkeit bekommen, ihre Bonität wieder aufzubauen.

Aktuelle Entwicklungen: Mehr Transparenz geplant

Die Schufa arbeitet an einem neuen Scoring-Modell, das die Bewertung verständlicher und transparenter machen soll.

Geplant ist unter anderem:

  • weniger Kriterien
  • klarere Struktur
  • bessere Nachvollziehbarkeit für Verbraucher

Wichtig dabei:
Diese Änderungen sind angekündigt, aber noch nicht vollständig umgesetzt. Die genaue Ausgestaltung kann sich weiterhin verändern.

Datenschutz und rechtliche Entwicklungen

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat die Anforderungen an automatisierte Entscheidungen deutlich verschärft.

Kernpunkt:
Bonitätsbewertungen dürfen nicht vollständig automatisiert und ohne Kontrolle erfolgen.

Das bedeutet:

  • mehr Transparenzpflichten
  • stärkere Rechte für Verbraucher
  • strengere Anforderungen an Datenverarbeitung

Welche konkreten Auswirkungen das langfristig auf das Scoring hat, wird sich erst noch zeigen.

Wie können Sie Ihren Schufa-Score verbessern?

Die gute Nachricht: Sie haben Einfluss.

Die weniger spektakuläre Wahrheit:
Es gibt keine Tricks, sondern nur solides Verhalten.

Wichtige Grundprinzipien:

  • Rechnungen immer pünktlich bezahlen
  • Ratenzahlungen immer pünktlich begleichen
  • Ungenutzte Kreditkarten und Konten sollte man besser kündigen, ebenso alte, nicht mehr benötigte Verträge
  • Im besten Fall sind die eigenen Ausgaben nie höher als die Einnahmen
  • Ein häufiger Wechsel des Wohnsitzes sollte vermieden werden
  • Regelmäßige Überprüfung: Nutzen Sie Ihr Recht auf eine jährliche kostenfreie Selbstauskunft. So haben Sie stets den Überblick über Ihre Daten.
  • Keine überflüssigen Kreditanfragen: Jede Anfrage hinterlässt Spuren. Verwenden Sie stattdessen die sogenannte „Konditionenanfrage“, um unverbindliche Angebote einzuholen.
  • Kontoausgleiche beachten: Vermeiden Sie dauerhaft überzogene Girokonten. Ein ausgeglichener Kontostand wirkt sich positiv aus.
  • Verträge überdenken: Zu viele laufende Verträge, etwa für Kreditkarten oder Handyverträge, können sich negativ auswirken. Weniger ist hier oft mehr.

Ein zentraler Punkt wird oft unterschätzt:
Konstanz schlägt Optimierung. Ein stabiles Verhalten über Zeit wirkt stärker als kurzfristige Maßnahmen.

Dies sind die wichtigsten Maßnahmen. Sie können noch mehr tun. Dazu haben wir einen eigenen Beitrag verfasst:

Beitrag: Bonität verbessern

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Ratgeber: 20 bewährte Möglichkeiten, die eigene Bonität zu verbessern

Eine gute Bonität kann Ihnen viele Türen öffnen – sei es bei der Kreditvergabe, beim Abschluss von Versicherungen, bei Handyverträgen oder der Anmietung einer neuen Wohnung. Doch was viele unterschätzen: Ihre Bonität ist kein starres Konstrukt. Sie können aktiv daran arbeiten, sie zu verbessern – und zwar gezielt und nachhaltig.

Nachfolgend finden Sie neun praxisnahe Empfehlungen, mit denen Sie Ihren Schufa-Score positiv beeinflussen können – ergänzt um aktuelle Informationen, nützliche Tipps und Hintergrundwissen, das Ihnen hilft, den oft undurchsichtigen Bonitäts-Dschungel besser zu durchdringen. 

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Hier weiterlesen: Bonität verbessern

Warum eine Selbstauskunft sinnvoll ist

Jede Person hat das Recht, ihre Daten einzusehen – kostenlos.

Das lohnt sich aus einem einfachen Grund:
Daten können fehlerhaft oder veraltet sein.

Schon kleine Abweichungen können Auswirkungen haben. Wer seine Daten kennt, kann sie auch korrigieren.

Kritik am Schufa-Scoring

Trotz aller Reformen bleibt das System umstritten.

Die wichtigsten Kritikpunkte:

  • fehlende Transparenz der Berechnung
  • schwer nachvollziehbare Gewichtung einzelner Faktoren
  • mögliche Fehleinschätzungen durch statistische Modelle

Ein zentraler Punkt bleibt:
Der Score bewertet Verhalten – er erklärt es aber nicht vollständig.

Was der Schufa-Score nicht leisten kann

So präzise der Score wirken mag – er bleibt ein Modell.

Er kann keine Lebenssituationen verstehen.
Er kennt keine Hintergründe.
Er erkennt Muster – aber keine Geschichten.

Das bedeutet:
Der Score ist ein nützliches Werkzeug, aber keine endgültige Wahrheit.

Fazit: Ein System mit Nutzen – und Grenzen

Der Schufa-Score ist aus dem modernen Wirtschaftsleben kaum wegzudenken. Er hilft Unternehmen, Risiken einzuschätzen und Entscheidungen zu treffen.

Gleichzeitig ist er:

  • nicht vollkommen transparent
  • nicht unfehlbar
  • nicht allein entscheidend

Wer ihn versteht, kann ihn besser einordnen – und gezielt beeinflussen.

Am Ende gilt:

Bonität ist kein kurzfristiges Projekt, sondern das Ergebnis von verlässlichem Verhalten über Zeit.

Ergänzung oder Frage von Ihnen?

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Interessante Fakten zum Schufa-Scoring

  1. Die Schufa arbeitet mit über 9.000 Vertragspartnern zusammen, darunter Banken, Versandhändler und Telekommunikationsunternehmen. (Quelle: Schufa-Jahresbericht)
  2. Rund 68 Millionen Menschen in Deutschland sind bei der Schufa erfasst – das entspricht fast der gesamten erwachsenen Bevölkerung.
  3. Die Schufa speichert keine Informationen über Ihr Einkommen – obwohl viele genau das vermuten.
  4. Bis zu 90 % der Deutschen haben einen positiven Schufa-Score, der als „kreditwürdig“ eingestuft wird. Negative Einträge betreffen also eine Minderheit. (Quelle: Statista)
  5. Der erste Schufa-Datensatz stammt aus den 1920er Jahren – damals wurden Kreditinformationen noch manuell auf Karteikarten verwaltet. (Quelle: Wirtschaftsarchiv Hohenheim)
  6. Pro Jahr verarbeitet die Schufa über 100 Millionen Anfragen zur Bonitätsprüfung.
  7. Falsche Daten sind in rund 30 % der Selbstauskünfte enthalten, was die Wichtigkeit einer regelmäßigen Überprüfung unterstreicht. (Quelle: Verbraucherzentrale)
  8. Eine zu große Anzahl von Kreditkarten kann sich negativ auswirken, selbst wenn Sie keine Schulden haben. Die Schufa bewertet dies als erhöhtes Risiko. (Quelle: Wirtschaftswoche)
  9. Wohnungsanfragen bei Maklern werden oft an die Schufa gemeldet, was den Score beeinflussen kann – vielen Verbrauchern ist das nicht bewusst. (Quelle: Immobilienverband Deutschland)
  10. In Österreich und der Schweiz gibt es ähnliche Systeme, aber dort ist die Datenbasis oft transparenter und weniger umfangreich. (Quelle: Europäische Verbraucherzentrale)

Selbstauskünfte sind für den Score neutral – Sie können Ihren Score also bedenkenlos prüfen.

Schufa-Wissen

Schufa Basiswissen

Das ist die Schufa

Das Unternehmen

Die SCHUFA Holding AG ist eine Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Wiesbaden. Sie verarbeitet Daten zu mehreren Millionen Privatpersonen und Unternehmen und stellt diese ihren Vertragspartnern zur Bonitätsbewertung zur Verfügung. Aktuelle Kennzahlen zu Mitarbeiterzahl und Umsatz können sich verändern und werden regelmäßig in Geschäftsberichten veröffentlicht.

Welche Daten werden von der Schufa erfasst?

Viele! Dies sind unter anderem:

  • Kreditverträge
  • Leasingverträge
  • Eröffnung von Konten
  • Anzahl der Konten
  • Kreditkarten
  • Telekommunikationsverträge
  • Kundenkonten des Handels

Erfasst werden auch:

  • Abweichendes Zahlungsverhalten
  • Forderungen, die fällig, ausreichend gemahnt und nicht bestritten sind
  • Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung und deren Erledigung
  • Wohnungswechsel
    Adressdaten werden gespeichert, um Personen eindeutig zuzuordnen. Ein direkter negativer Einfluss von Wohnungswechseln auf den Score ist jedoch nicht eindeutig belegt.
  • Missbrauch von Konten
  • Missbrauch von Kreditkarten nach Nutzungsverbot

Dazu kommt einiges mehr. Nach gestaffelten Speicherfristen werden die jeweiligen Daten wieder gelöscht.

Der Schufa-Score

Der Basisscore wird als Prozentwert zwischen 0 und 100 angegeben und beschreibt eine statistische Einschätzung der Zahlungswahrscheinlichkeit. Konkrete Verteilungen von Scorewerten werden von der SCHUFA nicht regelmäßig im Detail veröffentlicht.

Beitrag: Wie funktioniert das Schufa-Scoring?

Beitrag: So verbessere ich meine Bonität bei der Schufa

Bonität verbessern

Bonität verbessern

Ratgeber: 20 bewährte Möglichkeiten, die eigene Bonität zu verbessern

Eine gute Bonität kann Ihnen viele Türen öffnen – sei es bei der Kreditvergabe, beim Abschluss von Versicherungen, bei Handyverträgen oder der Anmietung einer neuen Wohnung. Doch was viele unterschätzen: Ihre Bonität ist kein starres Konstrukt. Sie können aktiv daran arbeiten, sie zu verbessern – und zwar gezielt und nachhaltig.

Nachfolgend finden Sie neun praxisnahe Empfehlungen, mit denen Sie Ihren Schufa-Score positiv beeinflussen können – ergänzt um aktuelle Informationen, nützliche Tipps und Hintergrundwissen, das Ihnen hilft, den oft undurchsichtigen Bonitäts-Dschungel besser zu durchdringen. 

► Relevante Faktoren für die eigene Bonität ► Selbstauskunft kostenlos anfordern ► Fehler korrigieren lassen ► Unsere 20 Empfehlungen befolgen

Hier weiterlesen: Bonität verbessern


Wie erhalte ich Auskunft über mein Schufa-Scoring?

Laut Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) hat jede Person das Recht auf eine Auskunft über die bei einem Unternehmen über sie gespeicherten Daten. Ebenfalls gibt es das Recht, fehlerhafte Daten korrigieren zu lassen. Im Gegensatz zu früher kann diese mittlerweile sogar mehrmals im Jahr angefordert werden.

Die Auskunft an Privatleute ist kostenlos. Wie Sie dafür vorgehen müssen, zeigt dieser Artikel. Alternativ oder ergänzend kann man sich mit dem Schufa-Scoresimulator eine erste Annäherung an den eigenen Score errechnen lassen.

Verbraucher können unter bestimmten Voraussetzungen der Verarbeitung oder Weitergabe ihrer Daten widersprechen. In der Praxis kann dies jedoch dazu führen, dass Unternehmen keine Geschäftsbeziehung eingehen, da ihnen eine Bonitätsbewertung fehlt.

FAQ zu Schufa und Co.

 

Welche Daten speichert die Schufa?

Es sollen nur „kreditrelevante“ Daten gespeichert werden:

  • Persönliche Daten wie Adresse, Name, Staatsbürgerschaft und Geburtsdatum.
  • Daten über Kreditverträge, Kreditanfragen, Konten, Leasing-Verträge, Mobilfunk-Verträge, Null-Prozent-Finanzierungen usw.
  • Daten zu „Zahlungsstörungen“ wie ausbleibende Ratenzahlungen, Privatinsolvenz, eidesstattliche Versicherungen, Mahnverfahren.

Welcher Schufa-Score gilt als problematisch?

Ein hoher Scorewert deutet auf ein geringes Ausfallrisiko hin. Feste Grenzwerte, ab denen ein Score als „gut“ oder „problematisch“ gilt, existieren jedoch nicht, da die Bewertung je nach Branche unterschiedlich erfolgt.

Man hört aber: Wenn Sie einen Schufa-Score von 97,5 oder höher haben, müssen Sie sich als Verbraucher keine Gedanken machen: Ihr persönliches Ausfallrisiko wird als sehr gering eingestuft.

Interessant zu wissen: Bei gut 90 Prozent aller Verbraucher liegen ausschließlich positive Merkmale vor.

Wie kann ich einen Schufa-Eintrag ändern oder löschen lassen? (mit Musterbrief)

Wenn Sie eine kostenlose Datenauskunft über sich selbst eingeholt haben und dabei einen fehlerhaften Eintrag (Kredit längst abgezahlt, falsche Adresse usw.) feststellen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Notieren Sie die fehlerhaften Einträge schriftlich.
  2. Ergänzen Sie die richtige Version / Fassung bzw. fordern Sie die Löschung überholter/falscher Daten.
  3. Ergänzen Sie das Schreiben mit Nachweisen für Ihre Richtigstellung (Ausweiskopie, Nachweis über getilgten Kredit etc.).
  4. Schicken Sie diese Richtigstellung per Einschreiben an die Schufa und fordern Sie diese in dem Brief auf, die fehlerhaften Einträge zu korrigieren oder zu löschen.

Musterbrief zur Löschung/Veränderung eines Datensatzes

An die
SCHUFA Holding AG
Privatkunden ServiceCenter
Postfach 10 34 41
50474 Köln

Ort, Datum

Betreff: Korrektur / Löschung Eintrag XXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe am Datum XXXX eine Selbstauskunft angefordert, um meine Daten zu prüfen. Dabei habe ich einen fehlerhaften Eintrag festgestellt.

Dann:

  • Fehlerhaften Eintrag aufführen
  • Erläuterung des Sachverhalts
  • Den korrekten Sachverhalt / Eintrag darstellen.
  • Nachweise für korrekte Version des Eintrages auflisten und anhängen

Weiter im Mustertext:

Ich fordere Sie auf, die falschen Daten bis zum Datum (z. B. heute in drei Wochen, die Frist muss angemessen sein) zu korrigieren.

Bitte senden Sie mir im Anschluss eine aktualisierte Selbstauskunft.

Mit freundlichen Grüßen

Vorname Name

Wer darf Informationen zu meiner Bonität bei den Auskunfteien abfragen?

Unternehmen dürfen Bonitätsdaten nur dann abfragen, wenn ein berechtigtes Interesse besteht, eine vertragliche Beziehung zur Auskunftei vorliegt und die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Wo erhalte ich Auskunft zu meiner Bonitätseinstufung?

Jede Person hat das Recht, eine kostenlose Auskunft über ihre gespeicherten Daten zu erhalten. Dieses Recht kann grundsätzlich mehrfach ausgeübt werden, sofern keine missbräuchliche Nutzung vorliegt.

Auskunftei Anschrift Link zur kostenlosen Selbstauskunft
Schufa

Schufa Holding AG
Privatkunden Service-Center
Postfach 10 34 41
50474 Köln
Tel.: +49 (0)611 9278-0

meineschufa.de/de/datenkopie
Creditreform
Boniversum
Creditreform Boniversum GmbH
Hellersbergstraße 11
41460 Neuss
Tel.: +49 (0)21311090
boniversum.de/verbraucherservice/selbstauskunft
Infoscore Infoscore Consumer Data GmbH
Rheinstraße 99
76532 Baden-Baden
Tel.: +49 (0)7221 5040 3000
experian.de/selbstauskunft
Crif Crif Bürgel GmbH
Friesenweg 4
Haus 12
22763 Hamburg
Tel.: +49 (0)40 898030
crif.de/konsumenten/selbstauskunft/
Einmal pro Jahr ist eine Selbstauskunft (Datenkopie) per Gesetz kostenlos. In der Regel erhält man einen numerischen Score (Schufa: zwischen 1 und 100, welcher die eigene Kreditwürdigkeit darstellt.

Was kann ich tun, um meine Bonität zu verbessern?

Zur Verbesserung der Bonität ist vor allem ein stabiles und verlässliches Zahlungsverhalten entscheidend. Dazu gehören:

  • Rechnungen und Raten pünktlich begleichen
  • Überschaubare Anzahl an Krediten und Verträgen
  • Vermeidung unnötiger Kreditanfragen
  • Regelmäßige Überprüfung der eigenen Daten

Individuelle Faktoren wie Einkommen oder Dispokredit werden von Kreditgebern berücksichtigt, fließen jedoch nicht direkt in den Schufa-Score ein.

Erläuterungen zu allen Punkten im Beitrag "Bonität verbessern".

Sollte ich mehrere Kreditkarten führen?

Eine hohe Anzahl gleichzeitig genutzter Kreditlinien kann im Einzelfall als erhöhtes Risiko interpretiert werden. Der konkrete Einfluss hängt jedoch vom gesamten Finanzprofil ab und ist nicht pauschal negativ.

Was kann ich tun, wenn ein Kreditantrag von mir abgelehnt wird?

  1. Fragen Sie bei der Bank nach dem Grund.
  2. Klären Sie Ihre Bonitätseinstufung ab und korrigieren Sie diese gegebenenfalls.
  3. Fragen Sie dann erneut bei einem anderen Kreditinstitut an.

Wie viele Anfragen erhält die Schufa pro Tag?

Die SCHUFA verarbeitet täglich eine sehr große Anzahl an Anfragen zur Bonitätsbewertung. Genaue Zahlen können je nach Quelle und Zeitraum variieren.

Sollte ich mich bei schlechter Bonität um einen Kredit aus dem Ausland bemühen?

Kredite aus dem Ausland können im Einzelfall eine Alternative darstellen, sind jedoch häufig mit höheren Kosten und Risiken verbunden. Eine sorgfältige Prüfung der Anbieter ist daher unerlässlich.

Ist eine Frage unbeantwortet geblieben?

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter Bödeker hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und bei einem Kapitalanlageunternehmen (für geschlossene Fonds) ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

https://www.geld-welten.de

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