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Kinderkonto - was beachten? Worauf Eltern beim Eröffnen achten sollten

Wenn Eltern der Meinung sind, dass ihr Nachwuchs ins richtige Alter für ein eigenes Konto gekommen ist, stellen sich häufig einige Fragen: Wie genau funktioniert das Kinderkonto? Was muss ich beim Eröffnen beachten? Welche Kosten fallen an? Und welche Kontrolle behalten die Erziehungsberechtigten? Wir geben die Antworten.

 
 

Inhalt: Kinderkonto - was beachten?

Punkt 1

Die Gesetzeslage bezüglich des Kindsvermögens

Eine Vielzahl an Eltern legen ihren Kindern bei der Geburt oder auch etwas später Sparkonten oder Depots an. Zweck ist es, bereits frühe Geldgeschenke, wie etwa zur Taufe oder auch später zur Kommunion oder Konfirmation zu erhalten.

Hierbei ist darauf zu achten, dass Eltern, welche das (Spar-)Konto oder Depot auf den Namen des Kindes laufen lassen, auch nur diesem die Verwendung dazu berechtigen. Nehmen die Erziehungsberechtigten Gelder daraus für persönliche Zwecke, verletzen sie das Gesetz der Vermögensbetreuungspflicht. Das "Vermögen" eines Kindes ist nämlich besonders geschützt.

Wer zum Beispiel das Geld des Kindes zur Finanzierung des gemeinsamen Wohnhauses nutzt, verletzt die Vermögensbetreuungspflicht. Noch nicht einmal die Finanzierung des Führerscheines für das minderjährige Kind darf von diesem Geld genommen werden, auch wenn das Kind seine Einwilligung erklärt. Diese ist bei minderjährigen rechtlich nicht wirksam.

Grundsätzlich gilt:

Das Kindesvermögen darf prinzipiell nicht für Dinge, die das Kind täglich braucht, den Unterhalt oder zur Erhöhung der Lebenshaltungen des Kindes verwendet werden. Und natürlich nicht für die eigenen Wünsche der Eltern. Eltern dürfen hingegen das Geld der Kinder nur verwalten.

Eltern haben im Rahmen ihres Sorgerechts sogar die Pflicht vom Gesetzgeber auferlegt, dass Vermögen des Kindes zu vermehren. Reines Erhalten, so Stiftung Warentest, reiche nicht aus.

Punkt 2

Das Girokonto für Kinder

Nicht zu verwechseln ist diese Art von Vermögen mit dem Führen eines Minderjährigen- oder Kinderkonto. Über das dort geführte Geld darf das Kind laufend verfügen.

Ab wann ein Kinderkonto?

Ab wie viel Jahren darf man ein Bankkonto auf seinen Namen führen? Kinderkonten dürfen laut Bundesgesetzbuch ab dem 7. Lebensjahr von den Eltern beantragt werden, da ihre Sprösslinge ab diesem Zeitpunkt eingeschränkt geschäftsfähig sind. 

Ein Kinderkonto kann sowohl ein Sparkonto oder ein Girokonto sein. Beim Girokonto erhalten Eltern bei vielen Banken eine Bankkarte. Dennoch gehört das Konto immer nur dem Kind.

Kinderkonten unterliegen gesetzlichen Regeln. Diese Konten müssen immer im Guthaben geführt werden, Überziehungen sind nicht möglich, da Minderjährige sich nicht verschulden dürfen. Die Bank darf für das Kinderkonto keine Kontoführungsgebühren verlangen.

Extras wie eine Prepaid-Kreditkarte sind davon ausgenommen. Hierfür dürfen Gebühren verlangt werden. Auch Überweisungen oder das Geld abheben kann etwas kosten.

Die Vollmacht liegt dabei nach wie vor bei den Erziehungsberechtigten, welche auch über die Befugnisse des Kindes bestimmen. Soll es zum Beispiel eine eigene Karte bekommen? Darf der Automat genutzt werden, um Geld nur einzuzahlen oder auch abzuheben? Als Kinderkonto angelegt, ist eine Überziehung wie gesagt nicht möglich, dennoch können Eltern unter anderem bestimmen, wie viel Geld maximal abgehoben werden darf.

Punkt 3

Welches Minderjährigenkonto ist das richtige?

Welche Bank für das Kinderkonto? Auch beim Konto für den Nachwuchs gibt es Unterschiede. Zwar erhebt die Bank keine Kontoführungsgebühren, dennoch sollte vorher geklärt werden, ob nicht doch versteckte Kosten etwa beim Abheben von Geld entstehen.  Weitere Informationen zum Kinderkonto Vergleich lassen sich bequem im Internet zum Beispiel auf kostenlosesgirokonto.de nachlesen und sind besonders wichtig, damit die Kleinen später auch etwas von ihrem Ersparten haben.

Online finden sich nicht alle Zinssätze Deutschlands. Ihre Filialbank vor Ort könnte einen außergewöhnlich hohen Zins für ein Kinderkonto bieten, den Sie online nicht finden. Darum sollten Sie bevor Sie entscheiden, immer den Internetvergleich mit einem Vor-Ort-Check kombinieren.

Nach welchen Kriterien sollte ein Vergleich geschehen? Welches Kinderkonto ist das Beste? Wo eröffnen? Prüfen Sie dazu folgendes:

Kinderkonto - was beachten?

  • Wird eine Prepaid Kreditkarte angeboten und wenn ja, unter welchen Kosten?
  • Wie hoch sind die Zinsen auf dem angelegten Konto?
    Achtung: Viele Banken verzinsen Geld auf dem Konto nur bis zu einem Höchstbetrag, meist liegt die Grenze um die 1.000 Euro.
  • Welche Boni erhalten Kinder auf ihr Konto?
  • Inwiefern können die Eltern die Kontofunktionen einschränken?
    So macht es von Fall zu Fall sind, die Höhe möglicher Überweisungen, den Maximalbetrag für das Geldabheben oder die maximale monatliche Verfügbarkeit zu begrenzen.
  • Ist eine lokale Filiale der Bank im Ort vorhanden?
    Bei einer Filialbank kann zum Beispiel leicht der Inhalt vom Sparschwein eingezahlt werden.
  • Wie teuer ist die übrige Kontoführung?
    Sprich: Was kostet eine Überweisung, fällt beim Geldabheben eine Gebühr an usw.? Oder ist das Konto komplett gebührenfrei? Entscheiden Sie je nach Nutzung des Kontos.
  • Gibt es die Option fürs Online-Banking?
  • Mindestalter, Höchstalter
  • Preis für Buchung online/Abgabe in der Filiale
  • Preis für Onlinebanking
  • Kosten der Zusendung von Tans per SMS?
  • Preis für Dauerauftrag
  • Preis für Zusendung von Kontoauszügen (wenn eine Ziehung der Auszüge am Bankdrucker vergessen wurde)
  • Wie verläuft der Umstieg auf ein späteres Konto für Erwachsene?
  • Gibt es das Kinderkonto eventuell auch mit Depot?
    ETF eignen sich auch schon für die Kinder-Vermögensbildung.

Punkt 4

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Anlage größerer Beträge: ETF für Kinder?

Die Fachzeitschrift Finanztest (von Stiftung Warentest) empfiehlt in der Ausgabe vom Juli 2018, auch schon für Kinder (zum Teil) in einen ETF-Sparplan einzuzahlen. ETF sind besonders kostengünstige Fonds, mehr dazu hier. Dabei lege man das Geld möglichst breit streuend, z. B. in den Weltaktienmarkt (MSCI World oder MSCI All Country World) an. Die Tester raten zu thesaurierenden Fonds, weil diese einfacher zu führen sind. Aktuelle Fondsempfehlungen finden Sie hier.

Entsprechende Depots heißen Minderjährigendepot, Juniordepot, Depot U18, Startdepot oder Direkt-Depot-Junior. Erträge von Kindern bleiben bis zu 9.657 Euro pro Jahr steuerfrei, wenn das Kind ansonsten keine eigenen Einkünfte hat. Allerdings müssen Kinder, die eigentlich kostenlos in der Familienversicherung mitversichert sind, ab Kapitaleinkünften von 5.100 Euro pro Jahr eine extra Krankenversicherung abschliessen.

Achtung! Bei einer monatlichen Sparrate von 50 Euro ermittelten die Tester höchst unterschiedliche Jahres-Depotkosten. Diese reichten von knapp 2 Euro bis zu 45 Euro pro Jahr. Wenn Sie planen, in ETF für Ihr Kind anzulegen, erkundigen Sie sich vorab über die Kosten bei Ihrer Favoriten-Bank.

Alternativ können Sie höhere Beträge auf einem Festgeldkonto für Ihr Kind anlegen, auch hier bieten einige Banken besonders gute Konditionen für Kinder an. Ein Tagesgeldkonto wirft momentan zu wenig Rendite ab.

Mehr zum Thema Geldanlage für ein Kind finden Sie im folgenden Ratgeber:

Geldanlage für ein Kind – Ratgeber

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Heutzutage sind viele Eltern in der Lage, schon ab Beginn des neuen Lebens finanzielle Vorräte für den Nachwuchs anzusammeln. Tanten, Onkel, Opas, Omas und die guten Freunde geben oftmals gerne dazu, wenn sie das Gefühl haben, ihr Geld ist wohlüberlegt angelegt und kommt dem Kinde später zugute.

  • Doch wie soll diese sinnvolle Geldanlage für mein Kind aussehen, 
  • in welche Anlageformen soll ich als verantwortungsvolles Elternteil für mein Kind investieren?
  • Welche Finanzprodukte sollte ich dagegen meiden?

Hier finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Punkt 5

Wie eröffnen Erziehungsberechtigte das Kinderkonto?

Interessant zu wissen ist, dass Kinder ab dem 7. Lebensjahr zwar eingeschränkt geschäftsfähig sind, die Eröffnung des Kontos aber nur unter Zustimmung der Erziehungsberechtigten geschehen kann. Die Betonung liegt hierbei auf der Mehrzahl, denn auch nach einer Trennung der Eltern sind beide Personen und deren Zustimmung nötig. Bei alleinigem Sorgerecht ist der Sorgerechtsbeschluss vorzuzeigen.

Meist ist die Eröffnung des Kinderkontos dann online oder in Papierform ganz leicht durchführbar. Ist das Antragsformular unterschrieben und die Identität geprüft, steht dem Nachwuchs mit seinem eigenen Konto nichts mehr im Weg.

Punkt 6

 

Welche Unterlagen benötigen Eltern zum Eröffnen?

Dies ist teilweise von Bank zu Bank unterschiedlich. Fragen Sie beim Eröffnen des Kontos nach. Bei Online-Konten melden Sie sich zunächst per PostIdent oder VideoIdent an. Eventuell müssen die Papiere beglaubigt werden.

  • Eine Geburtsurkunde vom Kind ist stets notwendig.
  • Alleinerziehende brauchen den Nachweis für das alleinige Sorgerecht.
  • Verheiratete mit unterschiedlichen Namen meist eine Heiratsurkunde.
  • Auch unverheiratete Eltern mit gemeinsamen Sorgerecht müssen meist den Sorgerechtsbeschluss vorlegen.

Punkt 7

Kann es Probleme beim Überziehen geben?

Wie bereits angesprochen, gibt es beim Kinderkonto keinen Dispo-Kredit. Dennoch kann das Kind das Konto überziehen! Der Grund ist das elektronische Lastschriftverfahren, denn beim Bezahlvorgang mit der Girocard mit Unterschrift geschieht keine Prüfung, ob das Konto überhaupt gedeckt ist. Die Folge ist ein Inkasso-Schreiben vom Verkäufer, der sein Geld nicht bekommen hat.

Eltern brauchen jetzt aber nicht entmutigt die Finger von der Girocard für ihre Kinder lassen! Der Trick liegt hierbei an einer kleinen Markierung, die an der Karte angebracht werden kann, um dem Verkäufer zu signalisieren, dass das Konto beim Einkauf gedeckt sein muss – und macht somit einen PIN erforderlich.

Punkt 8

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Bargeld auf das Kinderkonto einzahlen

Bei manchen Online-Kinderkonten von Direktbanken ist es nicht möglich, Bargeld einzuzahlen. Machen Sie es dann einfach so: Ihr Kind gibt Ihnen das Geld und Sie überweisen diesen Betrag von Ihrem Girokonto auf das Konto Ihres Kindes.

Punkt 9

Wenn das Kind volljährig wird

Nach § 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches BGB „tritt die Volljährigkeit mit Vollendung des 18. Lebensjahres ein“. Das ist der Zeitpunkt, an dem der Vertrag für das bisherige Kinder- oder Jugendkonto von den Eltern auf den Jugendlichen geändert, sozusagen überschrieben werden sollte. Der Kontoinhaber ist jetzt rechts- und geschäftsfähig.

Manche Banken wandeln mit diesem Wandel selbstständig das bisher kostenlose Konto in ein kostenpflichtiges Girokonto um. Hier gilt es aufzupassen und bei Zeiten wenn nötig auf ein günstiges Konto zu wechseln.

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Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

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