SchuldenturmDie Schuldenproblematik in Deutschland wächst, immer häufiger geraten selbst Angehörige der wohlverdienenden Mittelschicht in die Schuldenfalle. Doch auch wenn Ihnen das Wasser noch nicht bis zum Hals steht: Basis Ihres finanziellen Wohlstandes ist die Befreiung von Schulden. Hier finden Sie Wege, wie Sie dies nach einem festen Plan durchführen können.

Erster Schritt: "Ich will keine Schulden haben"

Jegliche Form an Zahlungsverpflichtung schränkt ihre finanzielle Freiheit ein. Machen sie sich das voll bewusst und entscheiden sie sich aktiv: "Ich möchte mich von meiner Schuldenlast befreien und werde in Zukunft nur noch sinnvolle Kredite in Anspruch nehmen." Was sinnvolle Kreditaufnahmen sein können? Lesen Sie unsere Beiträge dazu unter "Besser leben".

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Kleinere Schulden

Wenn es sie noch nicht so arg getroffen hat und sich ihre Schulden auf kleinere Dispoüberziehungen, einen Handyvertrag oder die auf Pump gekaufte Waschmaschine beschränken, bedarf es lediglich des festen Vorsatzes, diese Schulden in den nächsten Monaten abzubauen und keine neuen Konsumschulden aufzunehmen.

Größere Verpflichtungen

Wenn aber nun der Dispo schon über längere Zeit mehrere tausend Euro in den Miesen verbringt und sie sich jeden Monat erneut dabei ertappen, nichts davon abgebaut zu haben, sollten Sie die Aufnahme eines Privatkredites (hier finden Sie einen Vergleich von Angeboten) in Höhe Ihrer Disposchulden überlegen. Wählen Sie eine Laufzeit, bei der sie aufgrund ihrer Finanzplanung (siehe Einnahmen und Ausgaben auflisten) die notwendigen Tilgungsraten leisten können. In Verbindung mit dem festen Vorsatz, keine neuen Konsumschulden zu tätigen, ein probates Mittel, die Last der Dispozinsen und die mentale Belastung eines negativen Kontostandes in den Griff zu bekommen.

Schuldenfalle

Von Schuldenfalle spricht man, wenn

  • Schulden in verhältnismäßig großer Höhe (im Verhältnis zum Einkommen) bestehen
  • Diesen Schulden kein Vermögen gegenübersteht
  • Aus dem Einkommen nicht mehr die laufenden Kosten (Zins und Tilgung) geleistet werden können und sich dies auch nicht in absehbarer Zeit ändert.

Früher war dieses Phänomen selten beim normalen Bürger vorzufinden. Es wurde angespart und dann etwas gekauft. Heutzutage, wo man von der Jeans bis zum Kücheneinrichtung alles für Null Prozent finanzieren kann, lockt die Versuchung, erst zu kaufen und dann zu verdienen. Hinzu kommen später oft noch der Kreditvertrag für das Haus und die Finanzierung des Neuwagens. Da wird das Brett schon dünn. Kommt es dann zu einem unvorhergesehenen Absinken des Einkommens (zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit, die Geburt eines Kindes etc.) findet man sich unversehens in der Überschuldung - der Schuldenfalle. Steigende Zinsbelastungen, Mahngebühren etc. reißen einen immer tiefer in den Sumpf.

Kein schöner Zustand. Mahnbriefe flattern ins Haus - die Ersten öffnet man ja noch. Dann kostet es immer mehr Überwindung, den Briefkasten zu leeren.  Ans Telefon mag man auch nicht mehr gehen. Schließlich landen alle Briefe auf einem großen Haufen oder gleich im Papierkorb. Diese Verzögerungstaktik hält man einige Monate durch, dann droht die Zwangsvollstreckung. Was können Sie nun tun?

Widerspruch

Bedenken Sie: Nicht alle Forderungen an Sie müssen gerechtfertigt sein. Das Gericht, welches die Zwangsvollstreckung ausführt, prüft nicht die Rechtmäßigkeit der Forderung. Sie haben 14 Tage ab der Zustellung Zeit, Widerspruch gegen den Bescheid zur Zwangsvollstreckung einzulegen. Prüfen Sie also als erstes die Forderungen auf Rechtmäßigkeit.

Spätestens jetzt sollten Sie ... Wege zum Schuldenabbau

Wenn Sie mit der Flut an Forderungen und Ansprüchen Ihrer Gläubiger nicht mehr zurecht kommen, sollten Sie als erstes die Schuldnerberatung aufsuchen. Nehmen Sie zum dem Treffen alle notwendigen Unterlagen wie Kontoauszüge, Aufstellung Ihrer Einnahmen und Ausgaben, Mahnbescheide, Kreditverträge etc. mit.

Als erstes wird die Schuldnerberatung die Forderungen an Sie auf Berechtigung prüfen. Es tut dem verzweifelten Schuldner meist sehr gut, mit jemand Professionelles seine Sorgen besprechen zu können und jemanden gegenüber zu sitzen, der es gut mit einem meint.

Im nächsten Schritt versucht der Schuldnerberater, Zwangsmaßnahmen gegen Sie zu stoppen. Parallel dazu wird ein Plan erarbeitet, wie Sie aus den Schulden herauskommen können. Er wird Ihnen Sparmaßnahmen vorschlagen und eventuell versuchen, einen Schuldenschnitt zu erreichen. Denn oftmals sind die Schulden bei Menschen, welche Schuldnerberatungsstellen aufsuchen, nicht mehr auf normalem Wege zu bewältigen. Als letztes steht dann noch die Möglichkeit der Privatinsolvenz offen.

Anbieter von Schuldnerberatungen

Eine Schuldnerberatung wird oftmals kostenlos angeboten - es besteht sogar ein gesetzlicher Anspruch darauf. Daneben existieren gewerbliche Schuldnerberatungen - diese nehmen für die Beratung ein Honorar.

Neben örtlichen Verbraucherorganisationen und Schuldnerberatungen von Städten und Gemeinden bieten viele Wohlfahrtsverbände eine Schuldnerberatung kostenlos an:

  • Diakonisches Werk
  • Rotes Kreuz
  • Caritasverband
  • Deutscher paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Arbeiterwohlfahrt
  • Örtliche Adressen finden sich unter www.bag-sb.de.

Der Schuldenabbau oder gar die Privatinsolvenz sind kein Zuckerschlecken und bedeuten u.U. jahrelange Einschränkungen. Bedenken Sie das bei Ihren Käufen und halten Sie sich an die leidgeprüfte Empfehlung:

Gelassenheits-Tipp

Kaufen Sie in aller, aller Regel nur das, was Sie bar bezahlen können.

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Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

pfeil runter

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