Kurzer Zeithorizont 5-10 Jahre – trotzdem in ETF anlegen?
Lars fragt:
Ein Freund hat gut 70.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto liegen, dass gerade einmal 0.1 Prozent Zinsen bringt. In 5 bis 10 Jahren wird er vermutlich bauen.
Meine Frage: Was soll ich ihm raten, dass er mehr Rendite für sein Erspartes in dieser Zeit erhält. Würdet ihr noch in ETF anlegen?
Die Antworten lauten wie folgt:
Ariva antwortet
Ich würde es nicht machen. Eventuell kommt nach drei Jahren ein Einbruch, der dann 4 Jahre Erholungszeit braucht. Und mittendrin muss dein Freund mit mehreren tausend Euro Verlust verkaufen ...
Da hier der Termin zum Bau relativ konkret feststeht, würde ich in Festgeld gehen. 2 % sind bei langen Laufzeiten möglich. Bei 70.000 Euro sind das in 5 Jahren immerhin 7.000 Euro Zinsgewinn :-)
Peter
Mir scheint das auch zu knapp für ETF.
Wenn es nun sicher 10 Jahre wären, dann würde ich sagen: ja, ETF kann man machen.
Spätestens nach 5 Jahren würde ich dann aber schauen, wo die Börse steht. Bin ich im Plus, dann verkaufen und in Festgeld gehen. Wenn gerade ein Kurs-Tal ansteht, kann ich noch gut ein paar Jahre abwarten, ob es sich wieder erholt.
Vorsichtig wäre ich auch, wenn gerade ein All-Time-High der Börse erreicht wurde. Auch dann würde ich nicht alles in einem Schwung in ETF investieren.
Tipp: am langjährigen durchschnittlichen KGV der jeweiligen Börse orientieren. Wenn es ungefähr in dessen Nähe ist, würde ich noch in ETF gehen. Ansonsten nicht.
Kannst du etwas ergänzen?
Siehe auch
Geldanlage in ETF: Chancen, Risiken und eine einfache Strategie
Ein ETF (Exchange-Traded Funds) kann eine erstaunlich unspektakuläre Geldanlage sein: Sie kaufen einen Fonds, der einen Markt nach festen Regeln abbildet, und lassen ihm Zeit. Gerade diese „Langeweile“ ist für viele Anlegerinnen und Anleger ein Vorteil. Ein breit gestreuter Aktien-ETF kann langfristig ein einfacher und kostengünstiger Baustein für den Vermögensaufbau sein. Er ist aber weder ein Sparbuch mit höherer Rendite noch automatisch „sicher“.
Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht: Welcher ETF steigt am meisten? Sondern: Passt ein Aktien-ETF zu Ihrem Ziel, zu Ihrem Zeithorizont und zu den zwischenzeitlichen Verlusten, die Sie finanziell und persönlich tragen können?
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