So klären Sie Ihren Rentenanspruch bei der Gesetzlichen Rentenversicherung

Für die gesetzliche Rentenversicherung, die Rente vom Staat, gilt: Sie ist sicher aber oft nicht ausreichend. Böse ausgedrückt: Es ist kein Staat mehr mit dem Staat zu machen, Selbstvorsorge ist nötig. Die demographische Entwicklung (steigender Anteil alter Menschen) und die hohen Schulden von Deutschland verhindern zukünftig wahrscheinlich einträgliche Rentenzahlungen.

Starten wir mit der Bestandsaufnahme und schauen, was Sie von der gesetzlichen Rentenversicherung voraussichtlich zu erwarten haben. ► Rentenbescheid anfordern ► Renteninformation und Versicherungsverlauf verstehen ► Rentenrechner ► Beratung in Anspruch nehmen

Älteres Ehepaar bei Durchsicht der Rentenmitteilung. Text: Rentenanspruch klären: Anleitung

Kurz zusammengefasst

  • Rentenanspruch klären
    Fordern Sie Ihre Renteninformation an, um zu erfahren, wie hoch Ihre voraussichtliche Rente sein wird. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Versicherungszeiten zu überprüfen und potenzielle Lücken durch eine Kontenklärung zu schließen.
  • Digitale Rentenübersicht
    Über das Portal „Meine DRV“ können Sie Ihre Versicherungszeiten einsehen, fehlende Zeiten nachmelden und Anträge auf Kontenklärung online einreichen. Dies spart Zeit und ermöglicht den Überblick über Ihre Rente.
  • Arten von Rentenansprüchen
    Neben der gesetzlichen Rente gibt es Erwerbsminderungsrenten, Hinterbliebenenrenten, Waisenrenten, Grundrenten sowie Ansprüche aus Betriebsrenten und privater Altersvorsorge. Jede dieser Rentenarten kann Ihre finanzielle Sicherheit im Alter stärken.
  • Rentenlücke schließen
    Das Netto-Rentenniveau liegt aktuell bei etwa 48 % und wird voraussichtlich weiter sinken. Private Vorsorge, wie Riester- oder Rürup-Renten, ist entscheidend, um finanzielle Lücken zu schließen.
  • Beratung zur Altersvorsorge
    Nutzen Sie kostenlose Beratungsangebote der Deutschen Rentenversicherung, um Ihre Rentenansprüche zu optimieren und eine fundierte finanzielle Planung zu entwickeln.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Schonungslos offenlegen: Meine Rentenansprüche – die Renteninformation

Umfragen zeigen: Die meisten Deutschen schätzen die Ansprüche aus der Rentenversicherung als zu hoch ein, jeder vierte gar um 50 Prozent. Die durchschnittliche Rente in Deutschland betrug 2023 rund 1.600 Euro brutto pro Monat. Diese Zahl variiert jedoch je nach Region:

  • In Westdeutschland liegt der Durchschnitt bei 1.663 Euro
  • In Ostdeutschland bei 1.471 Euro

Die höchsten durchschnittlichen Renten wurden in Hamburg (1.721 Euro) und Nordrhein-Westfalen (1.709 Euro) gezahlt, während die niedrigsten in Mecklenburg-Vorpommern (1.455 Euro), Sachsen-Anhalt (1.452 Euro) und Thüringen (1.437 Euro) zu finden waren.

Hinweis: Die durchschnittliche Höhe einer Altersrente unterscheidet sich je nach Rentenart, Versicherungsbiografie und Region erheblich. Durchschnittswerte geben daher nur eine grobe Orientierung und lassen keine Rückschlüsse auf den individuellen Rentenanspruch zu.

Rente im Verhältnis zum letzten Nettoeinkommen

Das sogenannte Sicherungsniveau vor Steuern beschreibt das Verhältnis einer Standardrente nach 45 Beitragsjahren zum durchschnittlichen Arbeitsentgelt. Dieses Niveau liegt derzeit bei rund 48 Prozent. Es handelt sich um eine statistische Vergleichsgröße und nicht um das individuelle Nettorentenniveau einzelner Versicherter.

Das bedeutet: Ein Durchschnittsverdiener erhält nach 45 Beitragsjahren eine Rente, die etwa 48 % seines letzten Nettoeinkommens entspricht.

In Zukunft sehen Experten dieses prozentuale Verhältnis weiter zurückgehen. Viele prognostizieren:

Die gesetzliche Rentenversicherung wird an Bedeutung verlieren.

Nach aktuellen Projektionen wird das Sicherungsniveau langfristig leicht sinken, sofern keine politischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt jedoch die zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland.

Viele gesetzlich Rentenversicherte haben ein unangenehmes Gefühl beim Gedanken daran, der eigenen Rentenhöhe schonungslos ins Gesicht zu schauen. In aller Regel geht es Ihnen aber besser, wenn Sie die Unsicherheiten bezüglich Ihrer Rente geklärt haben. 

Der richtige Zeitpunkt zur Klärung des Rentenanspruchs

Den Rentenanspruch klären sollte man nicht erst kurz vor Rentenbeginn.
Sinnvoll sind drei Zeitpunkte:

  1. Mit etwa 30 Jahren – erste Bestandsaufnahme.
  2. Mit etwa 45 Jahren – strategische Planung und Vorsorgeanpassung.
  3. Fünf bis sieben Jahre vor Rentenbeginn – finale Korrekturphase.

Zudem gilt: Je früher eine Rentenlücke erkannt wird, umso leichter lässt sich diese noch auffüllen.

Stiftung-Warentest-Finanzen rät:

Spätestens ab Mitte des Berufslebens ist es Zeit für den ersten Altersvorsorge-Check.

Der wichtigste Faktor ist für die meisten Arbeitnehmer die gesetzliche Rentenversicherung. So ermitteln Sie Ihren voraussichtlichen Anspruch:

Schritt 1: Kontoauszug der Gesetzlichen Rentenversicherung anfordern

Der erste Schritt für Ihre persönliche Altersvorsorge besteht nun darin, Ihre gesetzliche Rente zu ermitteln.

Versicherte erhalten ab dem 27. Lebensjahr jährlich eine Renteninformation, sofern mindestens fünf Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorliegen. Diese Wartezeit muss erfüllt sein, unabhängig davon, ob aktuell noch Beiträge gezahlt werden.

Darin finden Sie Ihre bisherige Rentenprognose. Sowohl ohne Steigerung, als auch auf Basis von 1 oder 2 Prozent Steigerungsrate.

Folgende Angaben finden sich in den „Kontoauszügen“:

  • Versichertennummer
  • Rentenbeiträge vom Versicherten und seinen Arbeitgebern und den öffentlichen Kassen
  • Rentenhöhe
    Diese Information liegt in zwei Formen vor: Zum einen wird dargestellt, wie hoch die Rente mit 65/67 ausfallen würde, wenn ab jetzt nichts mehr eingezahlt würde. Zum anderen, falls bis zum Ruhestand weiterhin pro Monat soviel in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wird, wie im Schnitt der letzten 5 Jahre.
  • Rente bei voller Erwerbsminderung
    Die Renteninformation enthält zudem eine Hochrechnung der möglichen Erwerbsminderungsrente, die auf Grundlage der bisher erworbenen Entgeltpunkte berechnet wird. Anders ausgedrückt: Eine Rente, wie sie heute gezahlt werden würde, würde das Mitglied voll erwerbsunfähig werden.
  • Entgeltpunkte
    Sie errechnen sich aus den Gesamtbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung und sonstigen Versicherungszeiten, z. B. für die Kinderbetreuung.

Unter https://www.rentenuebersicht.de/ wird zurzeit die digitale Rentenübersicht aufgebaut. Hier sollen sich einmal alle relevanten momentanen Rentenansprüche gesetzlicher und privater Träger an einem Ort einsehen lassen.

Weitere Erläuterungen zu obigen Punkten finden sich in folgendem Artikel:

Beitrag: Rentenbegriffe und Rentenformel erläutert

Rentenformel Rente berechnen

Parkbank hinter Eurozeichen

Rentenformel Rente berechnen – einfach erklärt | Mit Rentenrechner

Auch wenn sie allein im Alter nicht ausreicht: Die gesetzliche Rente ist für viele ein wesentlicher Baustein der Altersvorsorge. Doch wie wird die Höhe der Rente eigentlich errechnet? Die Antwort kommt hier. Mit Rechentool!

Hier weiterlesen: Rentenformel Rente berechnen


Wenn Sie mögen, schätzen Sie Ihre zukünftige Rente mit unserem Rentenrechner ab:

Rentenrechner (+ künftige Kaufkraft)

Rentenrechner für die gesetzliche Rente
Dieser Rechner berechnet die Rente nach der Formel:
Monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor.
Erläuterungen zu allen Punkten bei der Eingabe bzw. unten.
Die aktuellen Entgeltpunkte finden sich auf dem Rentenbescheid. Verdient man durchschnittlich, kommt ein Entgeltpunkt pro Arbeitsjahr bis Renteneintritt hinzu. Punkte
Seit 2025 erhält man 40,79 € an Monatsrente pro Entgeltpunkt. Im Schnitt stieg der Rentenwert in den letzten Jahren um rund 1 € pro Jahr. Wir haben als Vorgabe 50 € eingestellt, ein zu erwartender Wert in 10 Jahren.
Der Zugangsfaktor richtet sich nach dem Alter des Versicherten zu Beginn des Rentenbezugs. Er hat den Wert eins, wenn der zukünftige Rentenempfänger bis zum offiziellen Renteneintrittsalter berufstätig ist. Arbeitet er länger, erhöht sich der Faktor – und damit auch die Rente. Geht der Rentenempfänger früher in Rente, sinkt der Wert – und damit auch die Höhe der Rente. Zum Beispiel auf: 1 Jahr früher in Rente = Zugangsfaktor 0.96 2 Jahre = 0,93 3 Jahre = 0,89 4 Jahre = 0,86 Faktor
Normalerweise gleich 1. Abhängig von der Art der Rente kann sich dieser Faktor ändern, z. B. bei Erwerbsminderungsrente auf 0,5. Faktor
 
* = notwendig zur Berechnung

Inflation einberechnen

Von 100 € wird man sich aller Voraussicht nach in 10 Jahren (deutlich) weniger kaufen können als heute. Darum sollte man bei der Bewertung der Rentenhöhe stets die zukünftige Kaufkraft im Auge haben. Nutzen Sie hierfür unseren Kaufkraftrechner:

Kaufkraft meiner Rente
Der folgende Rechner berechnet die Kaufkraft meiner künftigen Rente in heutigen Preisen.
Diesen monatlichen Eurobetrag erwarte ich zu Rentenbeginn
Im Zeitraum 1960 bis 2021 lag die durchschnittliche Inflationsrate bei 2,6 % pro Jahr. % / Jahr
Bitte nur volle Jahre angeben. Jahre
 
* = notwendig zur Berechnung


Ihr Feedback und/oder Verbesserungsvorschlag für obige Rechner

War alles verständlich? Könnte eine Eingabe oder Ausgabe klarer benannt sein? Besser erläutert? Oder ... Vielen Dank für jeden Hinweis. Bitte schreiben Sie auch, wenn Sie die Rechner hilfreich fanden. Danke.

 

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Wichtig ist, was am Ende nach Steuern übrig bleibt. Rechnen Sie nur mit Ihrer Netto-Rente nach Steuern und Abgaben. Die Stiftung Warentest liefert einen Rechner zur Ermittlung der Nettorente.

Schritt 2: Kontenklärung durchführen!

Die Kontenklärung ist ein essenzieller Schritt, um Ihren Rentenanspruch korrekt zu ermitteln und sicherzustellen, dass alle relevanten Zeiten in Ihrem Versicherungskonto erfasst sind. Dieser Prozess dient dazu, Lücken oder unvollständige Angaben zu klären, die später Ihre Rentenhöhe beeinflussen könnten. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihre Kontenklärung in die Wege leiten können:

  1. Fordern Sie wie im ersten Schritt beschrieben Ihre Renteninformation an
    Der erste Schritt zur Kontenklärung besteht darin, die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung anzufordern. Diese erhalten Sie wie erläutert automatisch, wenn Sie das 27. Lebensjahr vollendet haben und in den letzten fünf Jahren Beiträge gezahlt haben. Sollten Sie diese Information nicht erhalten, können Sie sie direkt bei der Deutschen Rentenversicherung anfordern.
  2. Stellen Sie einen Antrag auf Kontenklärung
    Um die Kontenklärung zu starten, müssen Sie einen schriftlichen Antrag stellen. Dazu können Sie das Formular V0100 – Antrag auf Kontenklärung verwenden, das auf der Website der Deutschen Rentenversicherung zum Download und zum Online-Ausfüllen bereitsteht: deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Formulare/DE/_pdf/V0100.html
  3. Bereiten Sie die notwendigen Unterlagen vor
    Für die Kontenklärung benötigen Sie eine Vielzahl von Unterlagen, um Ihre Versicherungszeiten nachzuweisen. Dazu gehören:
    • Geburtsurkunde oder Personalausweis
    • Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen
    • Schul-, Ausbildungs- und Studienbescheinigungen
    • Nachweise über Arbeitslosigkeit, Kindererziehungszeiten oder Wehr- und Zivildienst
  4. Reichen Sie den Antrag ein
    Senden Sie das ausgefüllte Formular zusammen mit den gesammelten Unterlagen an die Deutsche Rentenversicherung. Alternativ können Sie den Antrag auch persönlich in einer Beratungsstelle einreichen oder alles online ausfüllen.
  5. Prüfung und Rückmeldung abwarten
    Die Deutsche Rentenversicherung prüft Ihre Angaben und meldet sich bei Ihnen, wenn weitere Nachweise erforderlich sind. Nach Abschluss der Klärung erhalten Sie eine Kontenklärungsmitteilung, die alle erfassten Zeiten dokumentiert.
  6. Überprüfen Sie die Kontenklärungsmitteilung

    Prüfen Sie in diesen Bescheiden vor allem, ob alle Versicherungszeiten auch wirklich berücksichtigt sind. Fragen können Sie zum Beispiel unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 / 1000 4800 klären. Dort können Sie auch das Formular zur Kontenklärung anfordern. Halten Sie Ihre Rentenversicherungsnummer parat. 

Ein hilfreicher Tipp: Die Deutsche Rentenversicherung bietet eine kostenlose Beratung an, bei der Sie den gesamten Prozess der Kontenklärung mit einer Expertin oder einem Experten durchgehen können.

Online-Services der gesetzlichen Rentenversicherung

Die Digitalisierung macht auch vor der Rentenversicherung nicht halt. Viele Services, die früher nur persönlich oder per Post erledigt werden konnten, sind heute auch online verfügbar. Das gilt insbesondere für die Kontenklärung.

Online-Konto bei der Deutschen Rentenversicherung
Melden Sie sich auf der Website der Deutschen Rentenversicherung unter dem Link deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Kundenportal/kundenportal-node.html an, um Zugriff auf Ihr Versicherungskonto zu erhalten. Über das Portal „Meine DRV“ können Sie:

  • Ihre Renteninformation einsehen
  • Einen Antrag auf Kontenklärung stellen
  • Fehlende Zeiten nachmelden
  • Ihre aktuellen Versicherungszeiten prüfen

Um diesen Service nutzen zu können, benötigen Sie entweder eine elektronische Identität (z. B. Personalausweis mit Online-Funktion) oder eine Registrierung per Post.

Vorteile der Online-Kontenklärung:

  • Sie können Ihre Unterlagen digital hochladen.
  • Der Bearbeitungsstatus Ihres Antrags ist jederzeit einsehbar.
  • Rückfragen oder zusätzliche Nachweise können direkt über das Portal eingereicht werden.

Nutzen Sie diese Möglichkeit, um den Prozess zu beschleunigen und die Kommunikation mit der Rentenversicherung zu erleichtern.

Detaillierte Tipps zur Kontenklärung bei der Gesetzlichen Rentenversicherung finden sich auch in folgendem Artikel:

Beitrag: Rentenkonto klären

Rentenkonto klären

Rentenkonto bei der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland klären

Um den höchstmöglichen Rentenanspruch zu erhalten, sollten Sie ein lückenloses Rentenkonto führen. Warten Sie nicht bis kurz vor der Rente, um hier eventuell fehlende Jahre mühselig nachzurecherchieren. Prüfen Sie lieber jetzt und "klären" Sie fehlende Zeiten – später werden Sie dankbar sein! ► Was sollte man "klären" lassen? ► Die Formulare ► Fehlende Zeiten nachtragen lassen

Hier weiterlesen: Rentenkonto klären


Rentenanspruch klären: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung in der Praxis

Wer seinen Rentenanspruch klären möchte, braucht vor allem Struktur. Die folgenden Schritte zeigen, wie der Ablauf realistisch aussieht – inklusive Zeitaufwand und typischer Stolperfallen.

Schritt 1: Renteninformation prüfen (ca. 30–60 Minuten)
Lesen Sie Ihre letzte Renteninformation sorgfältig durch. Achten Sie besonders auf:

  • die ausgewiesenen Entgeltpunkte,
  • die Höhe der prognostizierten Altersrente,
  • die ausgewiesene Erwerbsminderungsrente,
  • und den beigefügten Versicherungsverlauf.

Viele überfliegen dieses Schreiben. Das ist menschlich – aber riskant. Denn Fehler oder fehlende Zeiten wirken sich später direkt auf die Rentenhöhe aus.

Schritt 2: Versicherungsverlauf systematisch prüfen (1–3 Stunden)
Gehen Sie Ihren Lebenslauf chronologisch durch:

  • Schul- und Ausbildungszeiten
  • Studium
  • Arbeitsverhältnisse
  • Zeiten der Arbeitslosigkeit
  • Kindererziehung
  • Wehr- oder Zivildienst
  • selbstständige Tätigkeiten

Fehlen Zeiträume? Dann besteht Handlungsbedarf. Gerade ältere Beschäftigungszeiten oder Ausbildungsabschnitte sind häufig nicht vollständig erfasst.

Schritt 3: Kontenklärung beantragen (Bearbeitungszeit mehrere Wochen)
Reichen Sie einen Antrag auf Kontenklärung ein und fügen Sie alle verfügbaren Nachweise bei. Je vollständiger die Unterlagen, desto schneller erfolgt die Bearbeitung.

Schritt 4: Kontenklärungsmitteilung prüfen
Nach Abschluss erhalten Sie eine schriftliche Mitteilung. Prüfen Sie diese sorgfältig. Es lohnt sich, hier noch einmal genau hinzusehen – denn später sind Korrekturen deutlich aufwendiger.

Häufige Fehler bei der Klärung des Rentenanspruchs

Die meisten Probleme entstehen nicht durch komplizierte Rechtsfragen, sondern durch Nachlässigkeit. Typische Fehler sind:

  • Lücken im Versicherungsverlauf werden nicht erkannt.
    Gerade Zeiten vor 1990 oder Ausbildungsabschnitte fehlen häufiger.
  • Unterlagen werden nicht mehr aufbewahrt.
    Alte Arbeitsverträge, Studienbescheinigungen oder Nachweise über Kindererziehungszeiten können entscheidend sein.
  • Die Renteninformation wird als endgültiger Bescheid missverstanden.
    Sie ist eine Prognose, keine Garantie.
  • Die Steuerbelastung wird unterschätzt.
    Die ausgewiesene Bruttorente entspricht nicht dem späteren Auszahlungsbetrag.

Wer seinen Rentenanspruch klärt, sollte deshalb nüchtern prüfen – nicht hoffnungsvoll.

Optional: Beratung zur Altersvorsorge in Anspruch nehmen

Die Deutsche Rentenversicherung bietet Beratung zur Altersvorsorge an. Hier wird das Gesamtbild betrachtet:

  • Gesetzliche Rentenversicherung
  • Riester und Co.
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Private Altersvorsorge

In manchen Bundesländern klappt dies besser, in anderen schlechter. Wir raten dazu, diese Beratung regelmäßig in Anspruch zu nehmen. Um fehlende Versicherungszeiten zu klären, Chancen zur Rentenerhöhung zu erfahren und um einfach rententechnisch auf Stand zu bleiben.

Zumindest einmal sollte jeder diese Beratung in Anspruch nehmen. Ein idealer Zeitpunkt wäre zu Mitte des Berufslebens.

Wo kann ich mich beraten lassen?

Unter 0800 / 1000 4800 können Sie einen Termin zur Beratung vereinbaren, auch sogenannte "Intensivgespräche bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vor Ort". Auf der Seite "Beratung & Kontakt" bietet die Rentenversicherung weitere Kontaktmöglichkeiten (per E-Mail, per Kontaktformular, postalisch ...) an.

Einen besonderes Service bietet die Deutsche Rentenversicherung in Baden-Württemberg an. Dort finden sich spezielle Beratungszentren zur Altersvorsorge, die ihren Service auch bundesweit per Video-Beratung anbieten (für jeden Versicherten der Gesetzlichen Rentenversicherung!). Suchen Sie sich dafür einfach hier ein Servicezentrum für Altersvorsorge heraus und bitten Sie um einen Termin zur Videoberatung Altersvorsorge.

Auf die Beratung vorbereiten

Eine gute Vorbereitung von Ihrer Seite verbessert das Beratungsergebnis. Das heißt in erster Linie, dass Sie alle relevanten Bescheide zur Hand haben. Diese sind:

  • Letzter Rentenbescheid
  • Bescheid zu Riester oder Rürup-Rente
  • Police einer eventuellen privaten Rentenversicherung
  • Bescheid zu eventueller Betriebsrente oder VBL
  • Eventuell Rentenbescheid aus einem Versorgungswerk
  • Belege zur privaten Rentenansparung (Depotauszug, Festgeldkonto ...)
  • Sonstige mögliche Renten wie Rente aus dem Ausland

Eventuell gibt Ihnen der Berater vor dem Termin einen Zugang zu einer digitalen Austauschplattform, auf der Sie die Bescheide vorab hochladen können.

Schritt 3: Versorgungslücke berechnen und schließen

Die meisten Experten gehen davon aus, dass das Rentenniveau weiter sinken wird. Immer mehr Rentner bei immer weniger Beitragszahlern und fehlende Kapitalrücklage führen zu dieser Entwicklung. Zwar verdienen zukünftige Beitragszahler wahrscheinlich immer mehr, können so auch mehr „abgeben“, aber dennoch sind sich nahezu alle einig: Die Rentenauszahlungen werden vermutlich zurückgehen. Sorgt man nicht privat vor, entsteht eine Versorgungslücke im Alter.

Da die gesetzliche Rente häufig nicht ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard vollständig zu sichern, kann eine zusätzliche private oder betriebliche Vorsorge sinnvoll sein.

Im folgenden Artikel ermitteln wir Ihre Versorgungslücke und geben Tipps, wie sich diese Lücke noch rechtzeitig schließen lässt:

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Bevor wir uns mit Strategien der Altersvorsorge beschäftigen, sollten wir als Erstes festlegen, wie viel wir inflationsbereinigt im Alter zur Verfügung haben wollen bzw. müssen. Der nachfolgende Rechner erledigt dies für Sie und berechnet Ihnen Ihre Versorgungslücke. Im zweiten Schritt werden Maßnahmen zum Schließen der Versorgungslücke vorgestellt und bewertet.

Hier weiterlesen: Versorgungslücke im Alter berechnen: Rechner und Vorsorgemöglichkeiten

Welche Rentenansprüche gibt es noch?

Neben der gesetzlichen Rente gibt es verschiedene Arten von Rentenansprüchen, die ebenfalls für Ihre Altersvorsorge relevant sein können. Hier finden Sie eine kurze Übersicht:

  • Erwerbsminderungsrente
    Diese Rente erhalten Sie, wenn Sie aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können.
    Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente besteht grundsätzlich, wenn die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt ist und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt wurden. In besonderen Fällen, etwa bei Arbeitsunfällen, gelten erleichterte Voraussetzungen.
  • Hinterbliebenenrente
    Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner können Anspruch auf Witwen- oder Witwerrente haben. Diese setzt voraus, dass der verstorbene Partner mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat.
  • Waisenrente
    Kinder haben Anspruch auf eine Waisenrente, wenn ein Elternteil verstirbt, der Rentenansprüche erworben hat. Die Rente wird in der Regel bis zum 18. Lebensjahr gezahlt, in bestimmten Fällen auch länger, etwa während einer Ausbildung.
  • Grundrente
    Die Grundrente ist ein Zuschlag zur gesetzlichen Rente für langjährig Versicherte mit unterdurchschnittlichem Einkommen. Sie wird nur gewährt, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden, und stellt kein eigenständiges Mindesteinkommen dar.
  • Betriebsrente
    Arbeitgeber bieten oft eine betriebliche Altersvorsorge an. Die Ansprüche aus dieser Rentenform werden zusätzlich zur gesetzlichen Rente ausgezahlt.
  • Private Altersvorsorge
    Zuletzt können Sie durch private Rentenversicherungen, Fonds oder Immobilien Ihre Rentenansprüche erweitern. Diese Ansprüche sind unabhängig von der gesetzlichen Rente.

Die Kombination dieser Rentenansprüche kann Ihnen helfen, Ihre Versorgung im Alter sicherzustellen. Es lohnt sich, alle Möglichkeiten zu prüfen und individuelle Maßnahmen zu ergreifen, um Ihre finanzielle Zukunft zu gestalten.

Fazit

Der Rentenanspruch zu klären ist ein entscheidender Schritt, um im Alter abgesichert zu sein. Mit einer sorgfältigen Kontenklärung und der Nutzung moderner Online-Services der Deutschen Rentenversicherung können Sie sich einen umfassenden Überblick über Ihre Altersvorsorge verschaffen. Berücksichtigen Sie zudem die verschiedenen Rentenarten, um Ihre finanzielle Planung zu optimieren. Denken Sie daran: Je früher Sie sich mit dem Thema befassen, desto besser können Sie Vorsorgelücken schließen.

Checkliste: Rentenanspruch klären – nichts vergessen

☐ Letzte Renteninformation vorliegen
☐ Versicherungsverlauf vollständig geprüft
☐ Fehlende Zeiten identifiziert
☐ Nachweise gesammelt
☐ Antrag auf Kontenklärung gestellt
☐ Kontenklärungsmitteilung geprüft
☐ Versorgungslücke berechnet
☐ Ergänzende Vorsorge geprüft

Wer alle Punkte abhaken kann, hat seinen Rentenanspruch systematisch geklärt.

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter Bödeker hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und bei einem Kapitalanlageunternehmen (für geschlossene Fonds) ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

https://www.geld-welten.de

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