Zinsen berechnen: Formeln, Rechner und Beispiele einfach erklärt

Zinsen wirken auf den ersten Blick schlicht: Ein Betrag wird angelegt oder geliehen, ein Prozentsatz kommt hinzu, am Ende steht eine Zahl. Ganz so artig bleibt die Rechnung aber selten. Ob Jahreszins, Tageszins, Zinseszins, Effektivzins, Tilgung, Inflation oder Steuern eine Rolle spielen, entscheidet darüber, ob das Ergebnis nur hübsch aussieht oder tatsächlich brauchbar ist. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Zinsen berechnen, welche Formeln dafür nötig sind und an welchen Stellen kleine Annahmen große Unterschiede machen können. Wir stellen Ihnen auch simpel zu bedienende Zinsrechner zur Verfügung. Zum Nachrechnen oder für den mathematischen Spaß finden Sie unten die jeweilig passenden Formeln dazu. 

Zinsen berechnen: Rechner, Tools und Formeln - Symbolbild

Anlagerechner

Ansparrechner
Sie können eine Einmalanlage, eine monatliche Sparrate angeben oder beides zusammen.
Kann auch 0 € betragen. Ansonsten bitte in vollen Euro angeben.
Kann auch 0 € betragen. Ansonsten bitte in vollen Euro angeben.
Die angenommene Verzinsung Ihrer Geldanlage. Bitte geben Sie auch hier Prozentwerte ein, also z.B. 5 und nicht 0,05. %
Auch hier bitte nur ganze Jahre eingeben. Jahre
 
* = notwendig zur Berechnung

Taschenrechner

Hier bieten wir Ihnen einen wissenschaftlichen online - Taschenrechner. Nutzen Sie zum Berechnen die Tasten des Rechners. Für 10% Prozent Zinsen pro Jahr auf 100 Euro rechnen Sie einfach: 

100 * 1.1 und drücken auf = (Wichtig: Nutzen Sie den Punkt statt wie gewohnt ein Komma).

Hypothekenkreditrechner

Hypothekenkreditrechner
Diese Summe nehmen Sie auf und erhalten Sie ausgezahlt.
%
% pro Jahr
Jahre
€ pro Jahr
 
* = notwendig zur Berechnung

Transparenzhinweis zu Rechnern

Die Rechner auf dieser Seite liefern nachvollziehbare Ergebnisse auf Grundlage der eingegebenen Werte und der jeweils verwendeten Rechenannahmen. Sie ersetzen jedoch keine individuelle Beratung und keine Prüfung konkreter Vertragsbedingungen.

Gerade bei Bankprodukten können Details eine Rolle spielen, die in einer einfachen Modellrechnung nicht vollständig abgebildet werden. Dazu gehören zum Beispiel der genaue Zeitpunkt der Zinsgutschrift, unterschiedliche Zinsmethoden, steuerliche Fragen, Gebühren, Sondertilgungsrechte oder Änderungen des Zinssatzes während der Laufzeit.

Die Rechner eignen sich deshalb besonders gut für Orientierung, Vergleich und Kontrolle. Wer eine verbindliche Entscheidung trifft, sollte zusätzlich die Konditionen des jeweiligen Angebots prüfen. Die Mathematik kann viel. Das Kleingedruckte liest sie einem aber nicht automatisch vor.

Kurzes Glossar zur Zinsrechnung

  • Kapital: Das Geld, das angelegt oder geliehen wird. Bei einer Geldanlage ist es der Anlagebetrag, bei einem Kredit der ausgezahlte beziehungsweise noch offene Kreditbetrag.
  • Zinssatz: Der Prozentsatz, mit dem das Kapital verzinst wird. Meist wird er als Jahreszinssatz angegeben.
  • Zinsertrag: Der Betrag, den eine Geldanlage durch Zinsen erwirtschaftet.
  • Zinskosten: Der Betrag, der für einen Kredit an Zinsen gezahlt werden muss.
  • Laufzeit: Der Zeitraum, über den Geld angelegt oder ein Kredit zurückgezahlt wird.
  • Zinseszins: Der Effekt, dass gutgeschriebene Zinsen selbst wieder verzinst werden, sofern sie im Anlagebetrag verbleiben.
  • Effektivzins: Eine Kennzahl, die vor allem bei Krediten wichtig ist und die jährlichen Gesamtkosten besser vergleichbar machen soll als der reine Nominalzins.
  • Tilgung: Der Teil einer Kreditrate, mit dem die Restschuld zurückgezahlt wird.

Die Formeln zur "händischen" Berechnung der Zinsen 

Jahreszinsertrag berechnen

Formel: Z = K x p / 100

Es gilt:
"x" = multiplizieren (mal nehmen)
"/" = dividieren (geteilt nehmen)
"Z" = Zinsertrag (hier für ein Jahr)
"p" = Zinssatz als Prozentangabe (sprich bei 5 Prozent eine 5 einsetzen)
"K" = Kapitaleinsatz

Beispielrechnung: Für 1.000 Euro und 5 Prozent Zinssatz erhält man: 1000 x 5 / 100 = 50 Euro Zinsen.

Tageszinsertrag nach T-Tagen berechnen

Bei vielen Bankprodukten wird in Deutschland für einfache Zinsberechnungen mit einem kaufmännischen Jahr von 360 Tagen gerechnet. Je nach Vertrag oder Produkt kann jedoch auch eine andere Zinsmethode verwendet werden, zum Beispiel eine Berechnung mit 365 Tagen. Für eine überschlägige Tageszinsberechnung kann daher folgende Formel mit 360 Tagen verwendet werden:

Formel: Z = K x p x T / (100 x 360)

Wer mit einem Kalenderjahr von 365 Tagen rechnen möchte, ersetzt die 360 in der Formel durch 365.

Es gilt:
"x" = multiplizieren (mal nehmen)
"/" = dividieren (geteilt nehmen)
"Z" = Zinsertrag (hier für die Anzahl an Tagen)

"p" = Zinssatz als Prozentangabe (sprich bei 5 Prozent eine 5 einsetzen)
Die Formel verwendet den Jahreszinssatz p und berechnet daraus den Zinsertrag für eine bestimmte Anzahl von Tagen.
"K" = Kapitaleinsatz
"T" = Anzahl an Tagen, für die Zinsertrag anfällt

Zinssatz aus Zinsertrag und Kapital berechnen

Durch Umstellen der Jahreszinsformel lässt sich aus dem bekannten Zinsertrag und dem eingesetzten Kapital der jährliche Zinssatz berechnen.

Formel: p = Z x 100 / K

Es gilt:
"x" = multiplizieren (mal nehmen)
"/" = dividieren (geteilt nehmen)
"Z" = Zinsertrag (hier für ein Jahr)
"p" = Zinssatz als Prozentangabe (sprich bei 5 Prozent eine 5 einsetzen)
"K" = Kapitaleinsatz

Beispiel: Welcher Zinssatz steckt hinter einem Zinsertrag?

Manchmal ist nicht der Zinssatz gesucht, sondern er soll aus einem bekannten Zinsertrag zurückgerechnet werden. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn auf dem Kontoauszug ein Zinsertrag steht und geprüft werden soll, ob er zur erwarteten Verzinsung passt.

Beispiel: Ein Kapital von 2.500 Euro bringt in einem Jahr 75 Euro Zinsen. Gesucht ist der jährliche Zinssatz.

p = Z × 100 / K

Eingesetzt ergibt das:

p = 75 × 100 / 2.500 = 3

Der Zinssatz beträgt also 3 Prozent pro Jahr.

Diese Rückrechnung ist besonders hilfreich, wenn Zinserträge kontrolliert werden sollen. Sie ersetzt zwar keine vollständige Vertragsprüfung, zeigt aber schnell, ob eine Abrechnung in der erwarteten Größenordnung liegt.

Kapital aus Zinsertrag und Zinssatz berechnen

Analog stellt man zur Ermittlung des Kapitals um:

Formel: K = Z x 100 / p

Es gilt:
"x" = multiplizieren (mal nehmen)
"/" = dividieren (geteilt nehmen)
"Z" = Zinsertrag (hier für ein Jahr)
"p" = Zinssatz als Prozentangabe (sprich bei 5 Prozent eine 5 einsetzen)
"K" = Kapitaleinsatz

Zeitraum aus Kapital, Zinssatz und Zinsertrag errechnen

Aus obiger Tageszinsformel lässt sich bequem der Zeitraum ausrechnen, wenn man z.B. für das Tagesgeldkonto einen Ertrag erhält, sein Ausgangskapital noch kennt und wissen will, wie viel Tage denn laut Bank das Geld angelegt war:

Formel: T = Z x 360 x 100 / (K x p)

Es gilt:
"x" = multiplizieren (mal nehmen)
"/" = dividieren (geteilt nehmen)
"Z" = Zinsertrag (hier für die Anzahl an Tagen)
"p" = Zinssatz als Prozentangabe (sprich bei 5 Prozent eine 5 einsetzen)
"K" = Kapitaleinsatz
"T" = Anzahl an Tagen, für die Zinsertrag anfällt

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Häufige Fehler bei der Zinsberechnung

Zinsrechnung wirkt auf den ersten Blick harmlos. Ein bisschen Kapital, ein Zinssatz, eine Laufzeit – fertig. In der Praxis schleichen sich trotzdem häufig Fehler ein.

Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Prozentwert und Dezimalzahl. Wer mit 5 Prozent rechnet, setzt in die Formel entweder die Zahl 5 ein und teilt durch 100 oder verwendet direkt 0,05. Beides ist möglich. Gemischt werden darf es aber nicht.

Falsch wäre zum Beispiel:

1.000 × 5 = 5.000

Richtig ist:

1.000 × 5 / 100 = 50

oder:

1.000 × 0,05 = 50

Ein zweiter Fehler betrifft die Laufzeit. Ein Zinssatz „pro Jahr“ gilt nicht automatisch für jeden beliebigen Zeitraum in voller Höhe. Wird Geld nur 90 Tage angelegt, darf nicht einfach der volle Jahreszins angesetzt werden. Dann muss anteilig gerechnet werden.

Ein dritter Fehler entsteht bei Sparplänen. Monatliche Einzahlungen werden oft so behandelt, als lägen sie von Anfang an vollständig auf dem Konto. Das ist aber nicht richtig. Eine Rate, die erst im letzten Monat eingezahlt wird, kann nicht elf Monate vorher schon Zinsen erwirtschaftet haben. So großzügig ist nicht einmal die Mathematik.

Wer Zinsen berechnet, sollte deshalb immer prüfen: Welches Kapital liegt wann vor? Welcher Zinssatz gilt für welchen Zeitraum? Werden Zinsen wieder angelegt? Und wird mit Prozentwerten oder Dezimalzahlen gerechnet?

Wann einfache Zinsformeln an ihre Grenzen stoßen

Die Formeln auf dieser Seite sind für viele Alltagsrechnungen sehr hilfreich. Sie zeigen schnell, welche Größenordnung ein Zinsertrag haben kann oder welcher Zinssatz hinter einem bestimmten Ertrag steckt. Trotzdem haben einfache Zinsformeln Grenzen.

Sie werden ungenauer, wenn sich der Zinssatz während der Laufzeit ändert, wenn regelmäßig Einzahlungen oder Auszahlungen erfolgen, wenn Gebühren anfallen oder wenn Zinsen zu unterschiedlichen Zeitpunkten gutgeschrieben werden. Auch steuerliche Effekte und besondere Vertragsbedingungen sind in einfachen Grundformeln nicht automatisch enthalten.

Das macht die Formeln nicht falsch. Es bedeutet nur, dass sie als Modellrechnung verstanden werden sollten. Ein Modell ist eine vereinfachte Darstellung der Wirklichkeit. Und wie alle guten Modelle ist es nützlich, solange man weiß, was es weglässt.

Für einfache Fragen wie „Wie viel Zinsen bringt mein Kapital in einem Jahr?“ reicht die Jahreszinsformel meist aus. Für Sparpläne, Kredite, variable Zinsen oder exakte Bankabrechnungen ist ein spezialisierter Rechner oft die bessere Wahl.

Einfacher Zins oder Zinseszins: Das ist der entscheidende Unterschied

Bei der Zinsrechnung ist zunächst wichtig, ob nur das ursprüngliche Kapital verzinst wird oder ob bereits gutgeschriebene Zinsen später selbst wieder Zinsen bringen. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einfachem Zins und Zinseszins.

Beim einfachen Zins wird der Zinsertrag immer nur aus dem ursprünglich eingesetzten Kapital berechnet. Das ist bei kurzen Zeiträumen, einfachen Überschlagsrechnungen oder bestimmten Tageszinsberechnungen sinnvoll. Wer zum Beispiel 1.000 Euro ein Jahr lang zu 5 Prozent anlegt, erhält 50 Euro Zinsen.

Beim Zinseszins werden die gutgeschriebenen Zinsen dem Kapital zugeschlagen. Im nächsten Jahr wird dann nicht mehr nur das Anfangskapital verzinst, sondern das Anfangskapital plus die bereits erhaltenen Zinsen. Das klingt unspektakulär, ist aber einer der Gründe, warum lange Anlagezeiträume so stark wirken können. Der Zinseszins arbeitet leise. Aber er arbeitet.

Für eine mehrjährige Geldanlage ist deshalb meistens nicht die einfache Jahreszinsformel entscheidend, sondern die Zinseszinsformel:

Endkapital = Anfangskapital × (1 + Zinssatz / 100) ^ Laufzeit

Beispiel: Werden 1.000 Euro für 10 Jahre zu 4 Prozent pro Jahr angelegt und die Zinsen jedes Jahr wieder mitverzinst, ergibt sich:

1.000 × (1 + 4 / 100) ^ 10 = 1.480,24 Euro

Der Zinsertrag beträgt also 480,24 Euro. Bei einfacher Verzinsung ohne Zinseszins wären es dagegen nur 400 Euro. Der Unterschied entsteht nicht durch Zauberei, sondern durch Wiederanlage. Genau deshalb sollte bei jeder Zinsberechnung klar sein, ob mit einfachen Zinsen oder mit Zinseszinsen gerechnet wird.

Nominalzins, Effektivzins und Rendite: Ähnliche Wörter, nicht dasselbe

Wer Zinsen berechnet, sollte wissen, welche Zahl eigentlich gemeint ist. Im Alltag wird oft einfach von „dem Zins“ gesprochen. Fachlich macht es aber einen Unterschied, ob es um den Nominalzins, den Effektivzins oder die Rendite geht.

  • Der Nominalzins beschreibt den reinen Zinssatz, der auf ein Kapital angewendet wird. Er sagt noch nicht unbedingt, welche Kosten zusätzlich anfallen oder wie oft Zinsen gutgeschrieben werden.
  • Der Effektivzins ist besonders bei Krediten wichtig. Er soll die tatsächliche jährliche Belastung besser vergleichbar machen, weil neben dem Sollzins auch weitere preisbestimmende Faktoren einfließen können. Deshalb ist der Effektivzins bei Kreditvergleichen meist aussagekräftiger als der reine Nominalzins. Etwas grob gesagt: Der Nominalzins ist die schöne Zahl im Schaufenster, der Effektivzins ist näher an der Rechnung an der Kasse.
  • Die Rendite wird vor allem bei Geldanlagen verwendet. Sie beschreibt, welchen Ertrag eine Anlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital bringt. Bei einfachen Spareinlagen ist das oft nah am Zinssatz. Bei Wertpapieren, Anleihen oder Fonds kann die Rendite jedoch auch Kursgewinne, Kursverluste, Gebühren und Ausschüttungen berücksichtigen.

Für einfache Zinsrechnungen reicht häufig der angegebene Jahreszinssatz. Für Vergleiche zwischen mehreren Angeboten sollte aber immer geprüft werden, welche Zinsgröße genannt wird. Sonst werden Zahlen verglichen, die sich ähnlich anhören, aber nicht dasselbe leisten.

Warum der Zeitpunkt der Zinsgutschrift wichtig ist

Bei Geldanlagen zählt nicht nur die Höhe des Zinssatzes. Wichtig ist auch, wann die Zinsen gutgeschrieben werden. Erfolgt die Zinsgutschrift jährlich, wachsen Kapital und Zinsen langsamer als bei einer monatlichen oder vierteljährlichen Gutschrift, sofern die Zinsen jeweils wieder angelegt werden.

Das liegt am Zinseszinseffekt. Werden Zinsen früher gutgeschrieben und dem Anlagebetrag zugeschlagen, können sie bereits im nächsten Zinszeitraum selbst wieder Zinsen erwirtschaften. Der Unterschied ist bei kleinen Beträgen und kurzen Laufzeiten oft überschaubar. Bei höheren Summen oder langen Laufzeiten kann er jedoch sichtbar werden.

Ein Beispiel: Zwei Anlagen können denselben nominalen Jahreszinssatz haben. Wenn bei der einen Anlage die Zinsen jährlich und bei der anderen monatlich gutgeschrieben und wieder verzinst werden, ist das Ergebnis nicht exakt gleich. Deshalb sollte bei einem Vergleich von Tagesgeld, Festgeld oder Sparplänen nicht nur auf den Zinssatz geschaut werden, sondern auch auf die Zinsgutschrift, die Laufzeit und die Wiederanlage der Zinsen.

Kurz gesagt: Der Zinssatz ist wichtig. Aber er ist nicht die ganze Geschichte.

Nominaler Zinsertrag und reale Verzinsung

Ein Zinsertrag zeigt zunächst nur, wie viele Euro zusätzlich auf dem Konto landen. Er sagt aber noch nicht, ob die Kaufkraft des Geldes tatsächlich gestiegen ist. Dafür muss die Inflation berücksichtigt werden.

Der angegebene Zinssatz ist meist ein nominaler Zinssatz. Er beschreibt den rechnerischen Ertrag vor Berücksichtigung der Geldentwertung. Die reale Verzinsung zeigt dagegen, wie stark das Vermögen nach Abzug der Inflation tatsächlich wächst oder schrumpft.

Ein einfaches Beispiel macht das deutlich: Bringt eine Geldanlage 3 Prozent Zinsen pro Jahr, während die Preise im selben Zeitraum um 4 Prozent steigen, wächst der Kontostand zwar nominal. Die Kaufkraft sinkt aber trotzdem. Man hat mehr Euro, kann sich dafür aber weniger leisten. Das ist der kleine, unangenehme Haken an vermeintlich sicheren Zinsen.

Als grobe Näherung gilt:

Reale Verzinsung ≈ Nominalzins – Inflationsrate

Bei 3 Prozent Nominalzins und 4 Prozent Inflation ergibt sich also ungefähr eine reale Verzinsung von minus 1 Prozent. Exakt ist diese Überschlagsformel nicht, aber sie hilft, Angebote besser einzuordnen.

Zinsen sollten deshalb nicht nur danach beurteilt werden, wie hoch der Betrag auf dem Kontoauszug ist. Entscheidend ist auch, was dieser Betrag künftig noch wert ist.

Bruttozinsen sind nicht immer Nettozinsen

Wer Zinsen berechnet, erhält zunächst meist einen Bruttozinsertrag. Das ist der Zinsertrag vor Steuern. In der Praxis kann der tatsächlich verfügbare Betrag niedriger sein, wenn auf Zinserträge Steuern anfallen.

Für private Kapitalerträge gibt es in Deutschland einen Sparer-Pauschbetrag. Zinserträge bis zu diesem Betrag können steuerfrei bleiben, wenn ein entsprechender Freistellungsauftrag vorliegt. Liegen die Kapitalerträge darüber oder wurde kein Freistellungsauftrag eingerichtet, kann die Bank Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer einbehalten.

Für eine einfache Beispielrechnung ist es in Ordnung, zunächst mit Bruttozinsen zu arbeiten. Wer aber wissen möchte, was am Ende tatsächlich übrig bleibt, sollte den möglichen Steuerabzug berücksichtigen. Gerade bei höheren Anlagebeträgen kann der Unterschied zwischen Bruttoertrag und Nettoertrag spürbar sein.

Eine saubere Zinsberechnung beantwortet deshalb zwei Fragen:
Wie hoch ist der Zinsertrag vor Steuern? Und wie viel bleibt nach Steuern voraussichtlich übrig?

trenner blanko

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Seltene, interessante oder humorvolle Fakten zum Thema Zinsen

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  • Der Ausspruch zu Zinseszins als Weltwunder wird oft Einstein zugeschrieben – wahrscheinlich zu Unrecht
    Albert Einstein wird gern der Satz zugeschrieben, der Zinseszins sei das achte Weltwunder. Belastbar ist diese Zuschreibung aber nicht. Der Spruch ist hübsch, die Quellenlage weniger; auch Genies bekommen im Internet manchmal fremde Bonmots untergeschoben.
  • Schon im alten Babylon wurden Zinsen geregelt
    Der Codex Hammurapi gehört zu den bekanntesten Rechtstexten der Antike. Er enthielt auch Regelungen zu Schuld, Handel und Abgaben; spätere Auswertungen nennen für mesopotamische Darlehen unter anderem Zinssätze von 20 Prozent auf Silber und 33⅓ Prozent auf Getreide. Zinsen sind also kein modernes Ärgernis, sondern ein ziemlich alter Bekannter.
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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter Bödeker hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und bei einem Kapitalanlageunternehmen (für geschlossene Fonds) ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

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