Luxusuhren als Wertanlage

Luxusuhren sind oftmals (auch) eine Wertanlage

Luxusuhren als Wertanlage

Viele Anleger fragen sich in Zeiten von Niedrigzinsen und volatilen Aktienmärkten, mit welchen Anlageformen noch Gewinne generiert werden können. Dabei hat jede Sparte ihre Eigenheiten, Risiken und Chancen. In der letzten Zeit treten Luxusuhren in den Fokus von Anhängern alternativer Geldanlagen.

Den Märkten für Luxusuhren mangelt es zwar vordergründig an Transparenz, sie ähneln eher denen der Kunst. Wer über das nötige Fachwissen verfügt, kann dieses durchaus für interessante Investitionen einsetzen und auf sehenswerte Renditen hoffen.

Wertvolle Uhren entwickeln ihren Charme nicht nur am Handgelenk, sondern werden auch als Anlageobjekt immer beliebter ► Wertfaktoren ► Auswahl des Marktplatzes ► Authentizitätsprüfung ► Anlagehorizont ► Potenzial verschiedener Marken

Punkt 1

1. Der Kauf einer Luxusuhr als Wertanlage – die Wertfaktoren

Natürlich ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl einer Luxusuhr der persönliche Geschmack. Auch die Verwendung hochwertiger Materialien spielt bei der Entscheidung eine Rolle. Wer aber die wertvollen Stücke aus dem Blickwinkel eines Investments betrachtet, sollte noch einige andere Kriterien mit einbeziehen, um eine richtige Kaufentscheidung zu garantieren.

Hilfreich sind dabei die Erkenntnisse des klassischen Portfoliomanagements, um nicht einer branchenspezifischen Voreingenommenheit zu unterliegen. Im Fokus steht dabei die Marktpreisbildung.

1.1. Der Marktpreis

Uhrenmärkte sind weder transparent noch homogen. Persönliche, räumliche und temporäre Faktoren haben einen großen Einfluss auf die Marktpreisbildung. Zudem sind oft nicht alle Parameter und Informationen eingepreist. Märkte für Luxusuhren haben deshalb ein hohes Arbitrage-Potenzial, das sich Händler zunutze machen. Das bedingt hohe Schwankungen im Marktpreis, Trends sind selten von langer Dauer.

Arbitrage ist in der Wirtschaft die ohne Risiko vorgenommene Ausnutzung von Kurs-, Zins- oder Preisunterschieden zum selben Zeitpunkt an verschiedenen Orten zum Zwecke der Gewinnmitnahme.

Dadurch gewinnt das Timing des Uhrenkaufs und -verkaufs an Bedeutung. Die erzielten Preise auf den unterschiedlichen Marktplätzen sind in jedem Falle im Auge zu behalten. Die avisierte Gewinnspanne entscheidet deshalb mit über den Erfolg einer Investition.

1.2. Neue Uhren sind weniger gefragt

Wer über den Kauf einer Luxusuhr nachdenkt, sei es als Einzelinvestition oder zum Aufbau eines Uhrenportfolios, muss sich systematisch an einer skalierbaren Vorgehensweise mit messbaren Faktoren orientieren. Neue Uhren entsprechen in der Regel kurzfristigen Trends, können schnell aus der Mode kommen und verlieren dann rapide an Wert. Im Kaufpreis steckt noch ein hoher Weichkostenanteil, der die Rendite schmälert.

Das kann bei Modellen hochwertiger Hersteller wie Rolex, Patek Philippe oder Omega anders sein, wenn limitierte Auflagen herausgebracht werden. In der Regel sind es aber Vintage Uhren, die vor 1990 fertiggestellt wurden. Hier ist der Weichkostenanteil geringer, den Preis bestimmen einzig und allein Angebot und Nachfrage.

1.3. Klassiker sorgen für Stabilität im Depot

Zum Aufbau eines "Uhre-Depots" empfehlen sich erwähnte Vintage Uhren von den bekannten Marken. Diese Blue Chips werden in liquiden Märkten gehandelt und stehen am ehesten für Stabilität und Sicherheit im Depot.

Daneben dann kann sich Exoten und Wachstumswerten gewidmet werden. Das sind Luxusuhren, die aus bestimmten Gründen und beim Eintreten diverser Voraussetzungen Potenzial für einen kräftigen Wertzuwachs besitzen.

1.4. Die Auswahl des Marktplatzes

Die renommiertesten Marktplätze für Luxusuhren sind die großen Auktionshäuser. Dabei verzerrt allerdings das sogenannte Front-Running eine faire Preisbildung. Darunter wird das künstliche Anheizen des Auktionspreises durch abgesprochene Gebote verstanden, wodurch regelmäßig Überbewertungen entstehen.

Zudem existieren Premium-Märkte mit einer bestimmten Klientel aus Superreichen, die bereit sind, weit über dem Marktpreis einzukaufen. Deshalb bleibt zu hoffen, dass Internet-Plattformen und Portale durch Konkurrenzdruck in diesen Märkten etwas Ordnung schaffen.

1.5. Authentizitätsprüfung

Die Authentizität eine Luxusuhr ist keine Selbstverständlichkeit, es sind einige Fälschungen im Umlauf. Zudem erfahren Uhren durch Gebrauch Abnutzungserscheinungen und durchlaufen Reparaturen. Manchmal fehlen Teile oder wurden durch nicht originale Teile ersetzt. Deshalb ist es hilfreich, sich an Authentizitätsklassen zu orientieren:

Eine Uhr, welche sich komplett im Originalzustand befindet, gehört zur Klasse 1. Es dürfen außer den üblichen Wartungen und Reparaturen mit Originalteilen keine optischen oder technischen Veränderungen vorgenommen worden sein, es sei denn, zur Wiederherstellung des Originalzustandes. Alle anderen Klassen mindern den Wert immens, sodass die Uhr für ein Investment nicht mehr infrage kommt.

1.6. Anlagehorizont

Unter dem Anlagehorizont wird der Zeitraum verstanden, in dem sich die Ausgaben für den Einkauf amortisieren und der Anleger den Ertragsbereich betritt. Hochwertige Luxusuhren gelten eher als langfristige Anlagegüter. Händler mit einem großen Umschlagstempo arbeiten mit geringen Margen.

Investoren und Anleger sollten eine deutliche Überschussrendite kalkulieren. Renditen von 5 bis 10 % im jetzigen Zinsumfeld sind dabei nicht zu hoch gegriffen, müssen doch einige Risikofaktoren eingepreist werden.

Punkt 2

2. Steuern

Auch der Uhreninvestor muss seine Gewinne versteuern. Bei nur geringen Umsätzen handelt es sich im Normalfall um private Veräußerungsgeschäfte. Liegen zwischen Kauf und Veräußerung mehr als 12 Monate, bleibt der Gewinn steuerfrei. Bei weniger als einem Jahr werden Steuern fällig, wenn die Freigrenze von 600 Euro Gewinn überschritten wird.

Übersteigen die Erträge das Limit zur Gewerblichkeit, unterliegen die Erlöse zunächst der Gewerbesteuer für Kleingewerbe und alle Gewinne werden steuerpflichtig. Ab 17.500 Euro Gewinn wird der Investor umsatzsteuerpflichtig. Dieser Umstand sollte bei der Renditeerwartung einkalkuliert werden.

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Punkt 3

3. Das Potenzial verschiedener Marken

Luxusuhren gelten als krisenresistent. Daran hat auch Corona nichts geändert. Im Gegenteil, sie präsentieren sich momentan als stabile Geldanlage in unsicheren Zeiten. Zudem wecken sie eine emotionale Seite, sie sind der Inbegriff mechanischer Handwerkskunst, die den Träger Tag für Tag begleitet. Wenn eine Uhr zudem eine Geschichte erzählt, steigt die Wahrscheinlichkeit des Wertzuwachses. Wie wirkt sich das auf die verschiedenen Modelle aus?

3.1. Rolex

Die größten Wertzuwächse weisen die GMT-Master-II-Varianten auf. Die Referenz 16710 mit schwarz-roter Lünette verzeichnet einen Wertzuwachs von 88 % innerhalb von fünf Jahren bei einem Preis von 10.000 €. Danach folgt die “Batman” mit blau-schwarzer Lünette und einem Preisanstieg von 78 % mit einem Tagespreis von 13.000 €.

Im Windschatten erreicht die Rolex Datejust mit Stahlgehäuse und blauem Zifferblatt innerhalb von drei Jahren einen Wertzuwachs von 25 % und steht bei 10.000 €. Nicht zu vergessen sind die Submariner-Modelle: https://www.chrono24.de/rolex/submariner--mod1.htm

3.2. Omega

Das Unternehmen aus dem Schweizer Biel besticht durch seine hohen Qualitätsansprüche. Zudem weisen die Uhren einen enormen Wiedererkennungswert auf. Ein Sondermodell der legendären Speedmaster “Moonwatch”, die erste Uhr auf dem Mond, kommt auf aktuell 3.600 € mit einem Wertzuwachs von 12 % innerhalb der letzten drei Jahre.

3.3. Patek Philippe

Überraschend sticht die “kleine” Nautilus hervor. Die 1981 eingeführte Referenz 3800 war die erste, welche mit einem automatischen Inhouse-Manufaktur-Werk ausgestattet wurde. Sie verzeichnet satte 237 % Wertzuwachs in fünf Jahren. Für anständig erhaltene Modelle werden bis zu 34.000 € aufgerufen.

Dies sind Beispiele für das Potenzial des Wertzuwachses. Diese sind nicht auf den Gesamtmarkt zu übertragen, auch nicht auf die zukünftige Wertentwicklung dieser Uhren. Generell garantieren (natürlich) Wertentwicklungen der Vergangenheit nicht deren Fortsetzung in der Zukunft.

Punkt 4

4. Fazit

Es wird schnell offensichtlich, dass bei Luxusuhren unter dem Aspekt des möglichen Wertzuwachses der Schwerpunkt nicht allein auf den inneren Wert einer Uhr reduziert werden darf. Der Anleger muss sich intensiv mit der Materie auseinandersetzen und rationale, skalierbare Werte mit in die Kaufentscheidung einbeziehen.

Die Risiken sollten aufgrund des relativ intransparenten und volatilen Marktgeschehens nicht unterschätzt werden. Wer sich auf die Klassiker konzentriert, braucht zwar Geduld, reduziert aber die Wahrscheinlichkeit großen Wertverlustes.

Ein Vorteil bleibt auf jeden Fall: Eine Luxusuhr des eigenen Geschmackes am Handgelenk erfreut den oder die Trägerin jeden Tag aufs Neue.

Punkt 5

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