Geld-Welten · Wegstation 1: Wahrnehmen
Eigenes Vermögen berechnen: Anleitung und Tools
Wie viel Geld haben Sie eigentlich? Und wie viel davon steht Ihnen tatsächlich zur Verfügung?
Vielleicht liegt etwas Geld auf Ihrem Girokonto, auf einem Tagesgeldkonto haben Sie Rücklagen gebildet, Sie besitzen ein Auto oder eine Immobilie. Gleichzeitig laufen monatliche Ausgaben und möglicherweise noch Kredite, die Sie zurückzahlen müssen.
Um Ihre finanzielle Situation richtig einzuschätzen, reicht deshalb ein Blick auf den Kontostand nicht aus.
Eine vollständige finanzielle Bestandsaufnahme verbindet zwei Fragen:
- Wie viel Geld nehmen Sie monatlich ein, wie viel geben Sie aus und welcher Betrag bleibt übrig?
- Welche Vermögenswerte besitzen Sie, welche Schulden stehen ihnen gegenüber und wie hoch ist Ihr Nettovermögen?
Die erste Rechnung zeigt Ihren monatlichen finanziellen Handlungsspielraum. Die zweite beschreibt Ihre Vermögenssituation zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Beide Ergebnisse zusammen helfen Ihnen dabei, Ihre Finanzen besser zu verstehen und die nächsten Schritte zu planen.
Dabei geht es nicht darum, eine möglichst hohe Zahl zu erreichen. Eine Bestandsaufnahme soll Ihnen zunächst zeigen, wo Sie stehen und welche Möglichkeiten Sie haben.
Inhalt: Eigenes Vermögen berechnen: Anleitung und Tools
- Das Wichtigste auf einen Blick
- Monatlicher Geldfluss und Nettovermögen: Was ist der Unterschied?
- 2. Ihre Einnahmen erfassen: Wie viel Geld kommt monatlich herein?
- 3. Ihre Ausgaben erfassen: Was kostet Ihr Alltag?
- 4. Ihre Rücklagen erfassen: Welches Geld ist bereits vorhanden?
- 5. Ihre Vermögenswerte aufstellen: Was besitzen Sie eigentlich?
- 6. Vermögenswerte richtig bewerten: Warum der Marktwert entscheidend ist
- 7. Ihre Schulden erfassen: Was müssen Sie noch zurückzahlen?
- 8. Nettovermögen berechnen: Ihre persönliche Vermögensbilanz
- 9. Ihre persönliche Bestandsaufnahme: Die Geld-Welten-Vorlage
- 10. Was tun, wenn Ihr Nettovermögen negativ ist?
- 11. Ihr Nettovermögen richtig einordnen: Welche Zahl ist wirklich wichtig?
- 12. Ihre finanzielle Entwicklung beobachten: Wann sollten Sie die Bestandsaufnahme wiederholen?
- 13. Was Inflation für Ihr Vermögen bedeutet
- 14. Der nächste Schritt: Was machen Sie jetzt mit Ihrer Bestandsaufnahme?
- Geld-Welten · Ihre persönliche Reflexionsfrage
- Ergänzung oder Frage von Ihnen?
- Im Zusammenhang interessant
Das Wichtigste auf einen Blick
Ihre finanzielle Bestandsaufnahme besteht aus fünf Teilen:
- Einnahmen: Welches Geld steht Ihnen regelmäßig zur Verfügung?
- Ausgaben: Welche regelmäßigen und unregelmäßigen Kosten fallen an?
- Rücklagen: Welches Geld ist bereits vorhanden und wofür ist es vorgesehen?
- Vermögenswerte: Was besitzen Sie und welchen gegenwärtigen Wert hat es?
- Verbindlichkeiten: Welche Beträge müssen Sie noch zurückzahlen?
Aus diesen Angaben ermitteln Sie Ihren monatlichen Geldüberschuss beziehungsweise Ihr Defizit und Ihr Nettovermögen.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Monatlicher Geldfluss und Nettovermögen: Was ist der Unterschied?
Stellen Sie sich zwei Menschen vor.
- Die erste Person besitzt eine Immobilie mit einem hohen Marktwert. Allerdings muss sie jeden Monat erhebliche Kreditraten bezahlen. Nach Abzug der laufenden Ausgaben bleibt kaum Geld übrig.
- Die zweite Person besitzt keine Immobilie und hat nur geringe Ersparnisse. Ihr monatliches Einkommen deckt jedoch die laufenden Ausgaben. Zusätzlich kann sie regelmäßig einen kleinen Betrag zurücklegen.
Wer steht finanziell besser da?
Eine pauschale Antwort ist nicht möglich. Die erste Person besitzt möglicherweise ein deutlich höheres Nettovermögen. Die zweite hat dagegen unter Umständen mehr monatlichen Handlungsspielraum.
Deshalb betrachten wir zwei unterschiedliche Größen.
Rechnung 1 · Geldfluss
Monatlicher Überschuss oder Fehlbetrag
Einnahmen−Ausgaben
Diese Rechnung zeigt, ob Ihre regelmäßigen Einnahmen ausreichen, um die monatlichen Ausgaben zu decken, und was danach übrig bleibt.
Rechnung 2 · Vermögensbilanz
Nettovermögen
Vermogenswerte−Schulden
Diese Rechnung zeigt, welchen rechnerischen Vermögenswert Sie zu einem bestimmten Stichtag besitzen, nachdem Ihre bestehenden Verbindlichkeiten abgezogen wurden.
Ein positiver monatlicher Überschuss bedeutet nicht automatisch, dass Sie schuldenfrei sind. Ebenso kann jemand mit hohem Nettovermögen Schwierigkeiten haben, die nächsten Rechnungen zu bezahlen.
Der entscheidende Unterschied
Der Geldfluss beschreibt einen Zeitraum, das Nettovermögen einen Zeitpunkt.
Für Ihre Bestandsaufnahme benötigen Sie daher beides.
2. Ihre Einnahmen erfassen: Wie viel Geld kommt monatlich herein?
Beginnen Sie mit Ihren regelmäßigen Einnahmen.
Dazu gehören insbesondere Ihr Nettogehalt, Rentenzahlungen und andere regelmäßig verfügbare Geldzuflüsse.
Auch Einkünfte aus einer Nebentätigkeit oder regelmäßige Mieteinnahmen können dazugehören. Bei schwankenden Einnahmen sollten Sie jedoch vorsichtig kalkulieren.
Notieren Sie jeweils den Betrag, der Ihnen tatsächlich zur Verfügung steht. Geld, das Sie noch für Steuern oder andere bereits absehbare Verpflichtungen benötigen, sollten Sie nicht vollständig als frei verfügbares Einkommen behandeln.
Beispiel: Ihre monatlichen Einnahmen
|
Einnahme |
Betrag |
|---|---|
|
Nettogehalt |
2.250 € |
|
Regelmäßige Nebeneinnahmen |
250 € |
|
Gesamte monatliche Einnahmen |
2.500 € |
Fiktives Rechenbeispiel. Alle weiteren Beispielrechnungen in diesem Artikel beziehen sich auf denselben Haushalt.
Unregelmäßige Zahlungen wie Weihnachtsgeld, Boni oder einmalige Geschenke sollten Sie gesondert notieren. Solche Beträge sind nicht unbedingt geeignet, um dauerhaft wiederkehrende Ausgaben zu decken.
Wenn Ihre Einnahmen monatlich stark schwanken, können Sie zunächst einen vorsichtig geschätzten Monatsbetrag verwenden und später mit den tatsächlichen Werten vergleichen.
3. Ihre Ausgaben erfassen: Was kostet Ihr Alltag?
Nachdem Sie Ihre Einnahmen ermittelt haben, stellen Sie Ihre Ausgaben zusammen.
Vorgehen
Die Verbraucherzentrale empfiehlt hierfür eine Übersicht der regelmäßigen Einnahmen, festen Kosten und veränderlichen Ausgaben. Auch jährlich oder vierteljährlich anfallende Kosten sollten auf einen monatlichen Betrag umgerechnet werden.
Für Ihre erste Bestandsaufnahme genügt eine Aufteilung in drei Gruppen.
Feste Ausgaben
Dazu gehören Kosten, die regelmäßig anfallen und sich kurzfristig meist nicht wesentlich verändern:
- Miete und Wohnnebenkosten
- Strom und Heizung
- Versicherungsbeiträge
- Telefon und Internet
- Kreditraten
- Regelmäßige Beiträge und Vertragskosten
Veränderliche Ausgaben
Hierzu zählen unter anderem Lebensmittel, Kleidung, Freizeit, Mobilität und andere Ausgaben, deren Höhe sich von Monat zu Monat verändert.
Vergessen Sie auch die kleineren Beträge nicht. Mehrere überschaubare Ausgaben können sich im Laufe eines Monats zu einer größeren Summe addieren.
Unregelmäßige Ausgaben
Manche Rechnungen kommen nur einmal im Jahr. Andere Ausgaben entstehen unregelmäßig, sind aber absehbar.
Beispiele sind Versicherungsbeiträge, Fahrzeugwartungen, notwendige Reparaturen oder größere Anschaffungen.
Rechnen Sie vorhersehbare Jahreskosten auf einen Monat um.
Beträgt eine jährlich fällige Versicherung beispielsweise 240 Euro, sollten Sie dafür rechnerisch 20 Euro pro Monat vorsehen.
So vermeiden Sie, dass Ihre monatliche Übersicht mehr finanziellen Spielraum anzeigt, als tatsächlich vorhanden ist.
Beispiel: Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen
|
Position |
Monatlicher Betrag |
|---|---|
|
Einnahmen insgesamt |
2.500 € |
|
Feste Ausgaben einschließlich Kreditraten |
−1.400 € |
|
Variable Ausgaben |
−800 € |
|
Monatlicher Anteil für unregelmäßige Ausgaben |
−100 € |
|
Verbleibender Betrag |
200 € |
In unserem Beispiel bleiben nach Berücksichtigung aller erfassten Kosten monatlich 200 Euro übrig.
Dieses Geld könnte für zusätzliche Rücklagen, einen weiteren Schuldenabbau oder andere finanzielle Ziele eingesetzt werden.
Allerdings handelt es sich zunächst um eine rechnerische Größe. Eine vergessene Jahresrechnung oder höhere variable Ausgaben können den tatsächlichen Überschuss verändern.
Wichtig: Geld zurücklegen ist nicht dasselbe wie Geld ausgeben.
Wenn Sie beispielsweise 100 Euro vom Girokonto auf Ihr Tagesgeldkonto überweisen, bleibt dieses Geld weiterhin Teil Ihres Vermögens.
In einer Haushaltsplanung können Sie die 100 Euro als Sparbetrag reservieren. Bei der Berechnung des Nettovermögens dürfen Sie die Überweisung jedoch nicht als Vermögensverlust behandeln. Sie haben lediglich Geld zwischen zwei eigenen Konten verschoben.
Für die hier gezeigte Rechnung sind die monatlich vorgesehenen 100 Euro für unregelmäßige Ausgaben bereits berücksichtigt. Sie sollten daher nicht ein zweites Mal vom verbleibenden Betrag abgezogen werden.
Wenn Sie Ihre Ausgaben genauer untersuchen möchten
Vielleicht überrascht Sie das Ergebnis. Möglicherweise fällt es Ihnen aber auch schwer, bestimmte Ausgaben überhaupt zu beziffern.
Dafür gibt es eine weiterführende Möglichkeit: Führen Sie über einen oder mehrere Monate ein Haushaltsbuch.
In unserem Beitrag Haushaltsbuch führen: Einnahmen und Ausgaben auflisten finden Sie eine ausführliche Anleitung sowie kostenlose Vorlagen als PDF und Excel-Datei.
Für die erste Bestandsaufnahme in diesem Artikel genügt zunächst Ihre zusammenfassende Monatsübersicht.
4. Ihre Rücklagen erfassen: Welches Geld ist bereits vorhanden?
Bisher haben Sie Ihre laufenden Einnahmen und Ausgaben betrachtet. Jetzt wenden wir uns dem Geld zu, das Sie bereits besitzen.
Beginnen Sie mit Ihren Konten und den vorhandenen Rücklagen.
Dazu gehören beispielsweise Bargeld, Girokontoguthaben, Tagesgeld, Sparguthaben und andere kurzfristig verfügbare Geldbeträge.
Für eine erste Übersicht können Sie Ihre Rücklagen nach ihrer Funktion unterscheiden:
|
Art der Rücklage |
Wofür ist sie vorgesehen? |
|---|---|
|
Frei verfügbares Guthaben |
Laufende Zahlungen und kurzfristige Ausgaben |
|
Notfallrücklage |
Unvorhergesehene notwendige Ausgaben |
|
Zweckgebundene Rücklagen |
Beispielsweise Reparaturen, Urlaub oder geplante Anschaffungen |
|
Längerfristig gebundenes Guthaben |
Geld, über das Sie erst später oder nur unter bestimmten Bedingungen verfügen können |
Diese Aufteilung ist keine zusätzliche Vermögensrechnung, sondern eine Planungshilfe.
Wenn beispielsweise auf Ihrem Tagesgeldkonto 3.000 Euro liegen, von denen 1.000 Euro für eine bevorstehende Reparatur vorgesehen sind, besitzen Sie insgesamt 3.000 Euro Tagesgeldguthaben.
Für andere Vorhaben stehen Ihnen jedoch nicht unbedingt alle 3.000 Euro zur Verfügung.
Zählen Sie deshalb jeden Geldbetrag in Ihrer Vermögensbilanz nur einmal. Notieren Sie die vorgesehenen Verwendungszwecke bei Bedarf zusätzlich.
Wie hoch sollte Ihre Rücklage sein?
Eine allgemeingültige Summe gibt es nicht. Wie viel Geld Sie für unerwartete Ausgaben benötigen, hängt unter anderem von Ihren laufenden Verpflichtungen, Ihrer Einkommenssicherheit und Ihrer persönlichen Lebenssituation ab.
Eine erste Prüffrage lautet:
Könnte ich eine unerwartete notwendige Ausgabe bezahlen, ohne dafür einen neuen Kredit aufnehmen zu müssen?
Falls nicht, kann der Aufbau einer kleinen, jederzeit verfügbaren Rücklage ein sinnvoller nächster Schritt sein.
Wenn Sie bereits Schwierigkeiten haben, Miete, Lebensmittel oder andere existenziell notwendige Ausgaben zu bezahlen, haben diese Verpflichtungen jedoch Vorrang vor einem zusätzlichen Sparziel.
5. Ihre Vermögenswerte aufstellen: Was besitzen Sie eigentlich?
Jetzt kommen wir zur eigentlichen Vermögensaufstellung.
Als Erstes machen Sie eine Liste all Ihrer Vermögenswerte und zählen diese dann zusammen. Bitte versuchen Sie, möglichst alle wesentlichen Werte zu erfassen, die sich in Ihrem Besitz befinden.
Dabei geht es nicht nur um Geld auf Ihren Konten. Auch Wertpapiere, Immobilien und bestimmte Sachgegenstände können einen Vermögenswert darstellen.
Welche Vermögenswerte gehören in die Übersicht?
|
Vermögensart |
Beispiele |
|---|---|
|
Geldvermögen |
Bargeld, Girokonto, Tagesgeld, Sparguthaben |
|
Wertpapiere |
Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen |
|
Immobilien |
Eigenheim, vermietete Immobilien, Grundstücke |
|
Fahrzeuge |
Auto, Motorrad, gegebenenfalls andere werthaltige Fahrzeuge |
|
Sonstige Sachwerte |
Wertvolle Sammlungen, Edelmetalle, Kunst und andere verkäufliche Gegenstände |
|
Weitere Vermögenswerte |
Unternehmensbeteiligungen oder andere tatsächlich bestehende, wirtschaftlich bewertbare Ansprüche |
Nicht jeder Gegenstand muss einzeln erfasst werden. Konzentrieren Sie sich zunächst auf die Werte, die Ihre Vermögenssituation wesentlich beeinflussen.
Kleidung, Bücher, einfache Möbel oder gewöhnliche Haushaltsgegenstände haben möglicherweise einen hohen persönlichen Nutzwert. Bei einem Verkauf erzielen sie jedoch häufig nur geringe Beträge.
Auch Ihre Ausbildung, Ihre Fähigkeiten und Ihre Berufserfahrung sind wertvoll. Sie sollten aber nicht mit einem fiktiven Geldbetrag in das berechenbare Nettovermögen aufgenommen werden.
Gelassenheits-Tipp
Sie müssen die Werte Ihrer Gegenstände nicht auf den Cent genau ermitteln. Eine grobe, nachvollziehbare Schätzung reicht für den ersten Überblick häufig aus.
Notieren Sie jedoch, wenn Sie sich bei einer größeren Position unsicher sind. Bei einer Immobilie kann eine ungenaue Bewertung das Gesamtergebnis erheblich verändern.
6. Vermögenswerte richtig bewerten: Warum der Marktwert entscheidend ist
Ein wichtiger Schritt ist die realistische Bewertung Ihres Besitzes.
Hier sollten Sie zwischen dem Wiederbeschaffungswert und dem Marktwert unterscheiden.
Der Wiederbeschaffungswert beschreibt vereinfacht, wie viel Sie ausgeben müssten, um einen vergleichbaren Gegenstand zu beschaffen.
Der Marktwert beschreibt dagegen den Preis, den Sie unter den gegenwärtigen Marktbedingungen voraussichtlich bei einem Verkauf erzielen könnten.
Für Ihre Vermögensaufstellung ist grundsätzlich der geschätzte Marktwert maßgeblich.
Beispiel: Der Wert Ihres Autos
Sie haben vor einigen Jahren ein Auto für 22.000 Euro gekauft. Heute würden Sie beim Verkauf möglicherweise nur noch 9.000 Euro dafür erhalten.
Für Ihre gegenwärtige Vermögensaufstellung setzen Sie deshalb nicht den ursprünglichen Kaufpreis, sondern den geschätzten aktuellen Marktwert an.
Auch bei anderen Sachwerten sollten Sie möglichst realistisch kalkulieren.
So ermitteln Sie den Wert Ihrer Vermögensgegenstände
- Immobilien
Verwenden Sie aktuelle Vergleichsangebote, verfügbare Marktinformationen oder gegebenenfalls eine professionelle Wertermittlung. Achten Sie darauf, dass Angebotspreise nicht zwingend den tatsächlich erzielbaren Verkaufspreisen entsprechen.
Erfassen Sie den Immobilienwert und die noch offene Immobilienfinanzierung getrennt. - Aktien, Fonds und andere Wertpapiere
Verwenden Sie den aktuellen Depotwert zum gewählten Stichtag. Beachten Sie, dass Börsenkurse schwanken und der ausgewiesene Wert nicht jederzeit garantiert realisierbar ist. - Fahrzeuge
Nutzen Sie vergleichbare Gebrauchtfahrzeuge, Händlerangebote oder geeignete Fahrzeugbewertungen als Orientierung. Alter, Zustand und Laufleistung können den erzielbaren Preis erheblich beeinflussen. - Sammlerstücke, Kunst und Edelmetalle
Orientieren Sie sich möglichst an tatsächlichen Verkaufspreisen vergleichbarer Gegenstände. Bei besonders wertvollen Stücken kann eine fachkundige Bewertung sinnvoll sein.
Berücksichtigen Sie, dass ein geschätzter Wert nicht bedeutet, dass sich unmittelbar ein Käufer finden lässt. - Unternehmensbeteiligungen und andere schwer bewertbare Vermögenswerte
Notieren Sie Ihre Beteiligung und eine nachvollziehbare Wertschätzung, soweit möglich. Kennzeichnen Sie größere Unsicherheiten ausdrücklich.
Nicht jeder Vermögenswert ist sofort verfügbares Geld
Ein Auto im Wert von 9.000 Euro kann Ihre Vermögensbilanz verbessern. Es bedeutet aber nicht, dass Sie heute 9.000 Euro auf Ihrem Girokonto haben.
Möglicherweise benötigen Sie das Fahrzeug außerdem für Ihren Arbeitsweg.
Ähnliches gilt für eine selbst genutzte Immobilie: Sie besitzt einen wirtschaftlichen Wert, ist aber nicht ohne Weiteres für die laufenden Lebenshaltungskosten verfügbar.
Unterscheiden Sie deshalb in Ihrer Aufstellung zwischen frei verfügbarem Guthaben, gebundenem Vermögen und Sachwerten.
Was ist mit Rentenansprüchen und sozialen Sicherungssystemen?
Viele Menschen berücksichtigen nicht, welche zukünftigen Leistungen sie bereits durch ihre Beiträge zu sozialen Sicherungssystemen erworben haben.
Gerade staatliche Rentenansprüche spielen für die langfristige finanzielle Planung eine wichtige Rolle.
Wenn Sie sich darüber einen Überblick verschaffen möchten, können Sie Ihre aktuelle Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung heranziehen. Sie informiert über erworbene Ansprüche und die voraussichtliche Höhe einer späteren Altersrente.
Allerdings sollten Sie diese Ansprüche nicht ohne Weiteres in Ihre gegenwärtige Vermögenssumme einrechnen.
Ein zukünftiger monatlicher Rentenanspruch ist nicht mit einem heute frei verfügbaren Kapitalbetrag gleichzusetzen. Die Deutsche Rentenversicherung weist zudem darauf hin, dass ihre Renteninformationen Bruttobeträge darstellen und künftige Kaufkraftverluste nicht unmittelbar in den ausgewiesenen Rentenbeträgen enthalten sind.
Erfassen Sie Ihre Rentenansprüche deshalb gesondert unter dem Punkt Altersvorsorge.
Auch einen möglichen zukünftigen Anspruch auf Sozialleistungen sollten Sie nicht als heute vorhandenes Vermögen verbuchen.
Dasselbe gilt für eine erwartete Erbschaft, die Ihnen noch nicht tatsächlich zugeflossen ist.
7. Ihre Schulden erfassen: Was müssen Sie noch zurückzahlen?
Ihre Schulden stehen Ihren Vermögenswerten gegenüber.
Ein realistischer Blick auf das eigene Vermögen ist deshalb nur möglich, wenn Sie auch Ihre bestehenden Verbindlichkeiten berücksichtigen.
Hierzu gehören insbesondere Dispositionskredite, Konsumkredite, Immobilienfinanzierungen und andere offene Zahlungsverpflichtungen.
Erstellen Sie eine Schuldenliste
Notieren Sie für jede bestehende Verbindlichkeit:
|
Angabe |
Was Sie eintragen |
|---|---|
|
Gläubiger |
Bei wem besteht die Schuld? |
|
Offener Betrag |
Wie hoch ist die aktuelle Restschuld? |
|
Monatliche Rate |
Welchen Betrag müssen Sie regelmäßig zahlen? |
|
Zinssatz |
Welche laufenden Zinskosten entstehen? |
|
Fälligkeit |
Wann ist die nächste Zahlung erforderlich? |
|
Besondere Bedingungen |
Beispielsweise Sondertilgungen, variable Zinsen oder zusätzliche Gebühren |
Nutzen Sie möglichst aktuelle Kontoauszüge, Kreditunterlagen und Forderungsaufstellungen.
Beachten Sie dabei: Die gesamte Restschuld gehört in Ihre Vermögensbilanz. Die monatlich tatsächlich fälligen Kreditraten gehören in Ihre Einnahmen-Ausgaben-Übersicht.
Es handelt sich um zwei unterschiedliche Betrachtungen derselben Verpflichtung.
Welche Schulden sollten Sie berücksichtigen?
Neben offensichtlichen Krediten sollten Sie auch offene Rechnungen, bereits entstandene Steuerschulden und andere bestehende Verbindlichkeiten erfassen.
Bei Bürgschaften für andere Personen besteht möglicherweise ein zusätzliches finanzielles Risiko. Notieren Sie solche Verpflichtungen gesondert, solange Sie daraus nicht tatsächlich in Anspruch genommen werden.
Ein langfristiger Mietvertrag ist dagegen nicht automatisch eine bestehende Schuld in Höhe aller zukünftigen Mietzahlungen.
Die monatliche Miete gehört zu Ihren laufenden Ausgaben. Bereits fällige und unbezahlte Mietforderungen sind hingegen bestehende Verbindlichkeiten.
Diese Unterscheidung verhindert, dass Sie zukünftige Ausgaben und bereits vorhandene Schulden miteinander vermischen.
Schulden nach Zinssatz und Dringlichkeit betrachten
Nachdem Sie alle Verbindlichkeiten aufgelistet haben, können Sie prüfen, welche davon besonders hohe Kosten verursachen.
Dispositionskredite und andere hoch verzinste Kredite können den finanziellen Handlungsspielraum erheblich einschränken.
Daraus folgt allerdings nicht, dass Sie jeden verfügbaren Euro sofort für eine Sondertilgung einsetzen sollten.
Berücksichtigen Sie Ihre notwendigen Lebenshaltungskosten, vorhandene Rücklagen und die Bedingungen Ihrer Kreditverträge.
Wenn bereits existenzielle Zahlungen gefährdet sind, müssen diese Verpflichtungen zuerst geklärt werden.
8. Nettovermögen berechnen: Ihre persönliche Vermögensbilanz
Nachdem Sie Ihre Vermögenswerte und Schulden erfasst haben, können Sie Ihr Nettovermögen berechnen.
Dazu addieren Sie zunächst sämtliche berücksichtigten Vermögenswerte.
Anschließend ziehen Sie die Summe Ihrer bestehenden Verbindlichkeiten ab.
Die Formel
Nettovermögen = Vermögen − Schulden
Ein positives Ergebnis bedeutet, dass Ihre erfassten Vermögenswerte höher sind als Ihre bestehenden Schulden.
Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass Ihre erfassten Schulden den geschätzten Wert Ihrer Vermögenswerte übersteigen.
Beispiel: eine vollständige Vermögensaufstellung
Wir greifen auf die Person aus unserem bisherigen Rechenbeispiel zurück.
Sie erzielt monatliche Einnahmen von 2.500 Euro. Nach Abzug ihrer Ausgaben verbleiben ihr rechnerisch 200 Euro.
Nun erstellt sie ihre Vermögensaufstellung.
Fiktive Vermögensbilanz zum 30. September 2026
Vorhandene Vermögenswerte
|
Vermögenswert |
Betrag |
|---|---|
|
Girokontoguthaben |
900 € |
|
Tagesgeld einschließlich vorhandener Rücklagen |
2.400 € |
|
Wertpapierdepot |
1.800 € |
|
Auto, geschätzter Marktwert |
4.200 € |
|
Gesamtvermögen |
9.300 € |
Bestehende Schulden
|
Verbindlichkeit |
Betrag |
|---|---|
|
Dispositionskredit auf einem anderen Konto |
500 € |
|
Autokredit |
6.200 € |
|
Weiterer Ratenkredit |
3.400 € |
|
Gesamtschulden |
10.100 € |
Das Ergebnis
9.300€ − 10.100€ = −800€
Nettovermögen
−800 €
Die bestehenden Schulden übersteigen die erfassten Vermögenswerte um 800 Euro.
Das Ergebnis ist negativ. Trotzdem muss diese Person nicht zwangsläufig in einer akuten finanziellen Notlage sein.
Sie verfügt über regelmäßige Einnahmen, kann ihre laufenden Ausgaben bezahlen und erzielt in unserem Beispiel sogar einen monatlichen Überschuss.
Dieser Überschuss könnte dazu beitragen, Rücklagen zu bilden oder bestehende Schulden schrittweise zu reduzieren.
Eine andere Person könnte dagegen ein deutlich positives Nettovermögen besitzen und trotzdem Schwierigkeiten haben, eine unmittelbar fällige Rechnung zu bezahlen.
Darum sollten Sie Ihr Nettovermögen niemals isoliert betrachten.
9. Ihre persönliche Bestandsaufnahme: Die Geld-Welten-Vorlage
Jetzt sind Sie an der Reihe.
Sie können die folgende Vorlage ausdrucken, in eine Tabelle übertragen oder die Beträge auf einem Blatt Papier notieren.
Für den ersten Überblick benötigen Sie lediglich Ihre aktuellen Kontostände, eine Zusammenfassung Ihrer monatlichen Einnahmen und Ausgaben sowie die wesentlichen Angaben zu Ihren Vermögenswerten und Schulden.
Geld-Welten-Werkzeug
Wir haben Ihnen für diesen Schritt der Schärfung Ihres finanziellen Bewusstseins wieder einen Download zur Verfügung gestellt:
Zum Download
Der Download wird in einem neuen Tab vorbereitet.
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Drei Fragen zu Ihrem Ergebnis
Betrachten Sie Ihre ausgefüllte Übersicht und beantworten Sie für sich:
- 1. Reichen meine regelmäßigen Einnahmen aus, um meine laufenden Ausgaben zu decken?
Wenn nicht, lohnt es sich, zuerst die laufenden Zahlungen genauer zu untersuchen. - 2. Habe ich genügend verfügbares Geld für kurzfristig notwendige Ausgaben?
Wenn ein großer Teil Ihres Vermögens gebunden ist, kann es sinnvoll sein, Ihre Liquidität gesondert zu prüfen. - 3. Welche bestehenden Schulden verursachen regelmäßig Kosten oder schränken meinen finanziellen Handlungsspielraum ein?
Notieren Sie zunächst die betreffenden Verbindlichkeiten. Eine Entscheidung über zusätzliche Rückzahlungen muss nicht sofort erfolgen.
10. Was tun, wenn Ihr Nettovermögen negativ ist?
Vielleicht haben Sie Ihre Zahlen zusammengestellt und festgestellt, dass Ihre Schulden höher sind als Ihre Vermögenswerte.
Das kann beunruhigend sein. Allerdings beschreibt ein negatives Nettovermögen zunächst nur ein rechnerisches Ergebnis.
Es sagt für sich genommen noch nicht aus, ob Sie Ihren laufenden Verpflichtungen nachkommen können, ob Ihr Einkommen ausreicht oder welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen.
Entscheidend ist deshalb, wie sich Ihre gegenwärtige finanzielle Situation darstellt.
Situation A: Negatives Nettovermögen, aber monatlich bleibt Geld übrig
Sie können Ihre laufenden Ausgaben und Kreditraten bezahlen und verfügen über einen monatlichen Überschuss.
In diesem Fall können Sie prüfen, wie Sie den verbleibenden Betrag sinnvoll verwenden.
Möglicherweise ist es wichtig, zunächst eine kleine finanzielle Rücklage aufzubauen. Vielleicht verursacht aber auch ein bestehender Kredit so hohe Kosten, dass eine zusätzliche Rückzahlung infrage kommt.
Beachten Sie vor einer Entscheidung die jeweiligen Kreditbedingungen und mögliche Kosten einer vorzeitigen Rückzahlung.
Ihre nächste Handlung
Prüfen Sie Ihre Schuldenliste und markieren Sie den Kredit mit den höchsten laufenden Zinskosten.
Ermitteln Sie anschließend, wie viel Geld Ihnen nach allen notwendigen Zahlungen und einem angemessenen Betrag für kurzfristige Rücklagen tatsächlich zur Verfügung steht.
Auf dieser Grundlage können Sie beurteilen, ob eine zusätzliche Tilgung realistisch ist.
Situation B: Negatives Nettovermögen und monatlich bleibt kein Geld übrig
Hier reicht Ihr regelmäßiges Einkommen nicht aus, um sämtliche erfassten Ausgaben zu decken.
In dieser Situation sollten Sie zunächst die laufende Finanzierung Ihres Alltags betrachten.
Prüfen Sie, welche Ausgaben kurzfristig verändert werden können und ob bisher nicht berücksichtigte Ansprüche oder Unterstützungsmöglichkeiten bestehen.
Gegebenenfalls können Sie sich mit Kreditgebern über eine Anpassung Ihrer Zahlungsvereinbarungen verständigen.
Schließen Sie jedoch nicht vorschnell einen zusätzlichen Kredit ab, nur um bestehende Raten weiterhin bezahlen zu können. Dadurch können neue Kosten und zusätzliche Verpflichtungen entstehen.
Ein Haushaltsbuch kann helfen, die tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben sichtbar zu machen. Bei sehr geringem Einkommen lässt sich ein dauerhaftes Defizit jedoch nicht immer allein durch eine Änderung des Ausgabeverhaltens beseitigen.
Ihre nächste Handlung
Ermitteln Sie zunächst Ihren monatlichen Fehlbetrag.
Stellen Sie anschließend fest, welche Rechnungen in den kommenden Wochen fällig werden und welche davon für Ihren Lebensunterhalt besonders wichtig sind.
Wenn Sie Ihren notwendigen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können, sollten Sie frühzeitig eine anerkannte Schuldnerberatung einschalten.
Situation C: Sie können wichtige Rechnungen bereits jetzt nicht bezahlen
Wenn Miete, Energieversorgung, Lebensmittel oder notwendige Medikamente gefährdet sind, geht es nicht mehr in erster Linie um die Optimierung Ihres Nettovermögens.
Jetzt steht die Sicherung Ihres Lebensunterhalts im Vordergrund.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei finanziellen Engpässen, existenziell notwendige Zahlungen vorrangig zu berücksichtigen und frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie warnt außerdem davor, längerfristige Vorsorgeverträge vorschnell zu kündigen.
Warten Sie in dieser Situation nicht darauf, zunächst eine perfekte Vermögensaufstellung zu erstellen.
Eine qualifizierte Schuldnerberatung kann Ihnen helfen, Ihre Verbindlichkeiten zu ordnen, dringende Probleme zu bearbeiten und mögliche Lösungswege zu prüfen.
- Über das Portal Meine Schulden – Schuldnerberatungsstellen finden können Sie nach Beratungsstellen in Ihrer Nähe suchen und nach kostenfreien Angeboten filtern.
- Eine weiterführende Anleitung finden Sie außerdem im Geld-Welten-Beitrag Schulden – was tun? 9 Schritte und viele Tipps zum Schuldenabbau.
11. Ihr Nettovermögen richtig einordnen: Welche Zahl ist wirklich wichtig?
Die Vermögensbilanz liefert Ihnen eine Momentaufnahme.
Sie zeigt jedoch nicht unmittelbar, wie sicher Ihr Einkommen ist, welche unerwarteten Ausgaben bevorstehen oder wie lange Ihre vorhandenen Rücklagen ausreichen würden.
Sie sagt auch nichts darüber aus, ob Sie mit Ihrer Lebenssituation zufrieden sind.
Deshalb lohnt es sich, die Ergebnisse Ihrer Bestandsaufnahme gemeinsam zu betrachten.
|
Ihre Situation |
Was Sie als Nächstes prüfen können |
|---|---|
|
Positives Nettovermögen und monatlicher Überschuss |
Passen Ihre Rücklagen und Ihre langfristige Finanzplanung zu Ihren persönlichen Zielen? |
|
Positives Nettovermögen, aber monatliches Defizit |
Welche laufenden Zahlungen verursachen das Defizit und wie lange reicht Ihr verfügbares Guthaben? |
|
Negatives Nettovermögen, aber monatlicher Überschuss |
Können Sie vorhandene Schulden schrittweise reduzieren und gleichzeitig notwendige Rücklagen sichern? |
|
Negatives Nettovermögen und monatliches Defizit |
Welche Zahlungen sind dringend, welche Unterstützung steht zur Verfügung und wo benötigen Sie gegebenenfalls Beratung? |
Diese Übersicht ist keine abschließende finanzielle Beurteilung. Sie soll Ihnen helfen, aus Ihren Zahlen eine konkrete Frage für den nächsten Schritt abzuleiten.
Ein positiver Vermögenssaldo ist kein Grund, notwendige Zahlungen aus den Augen zu verlieren. Ein negativer Saldo bedeutet umgekehrt nicht, dass es keine Handlungsmöglichkeiten gibt.
12. Ihre finanzielle Entwicklung beobachten: Wann sollten Sie die Bestandsaufnahme wiederholen?
Ihr Vermögen verändert sich im Laufe der Zeit.
Sie erhalten Einnahmen, bezahlen Rechnungen, tilgen Kredite, bilden Rücklagen oder tätigen größere Anschaffungen.
Zusätzlich können sich die Werte Ihrer Immobilien, Fahrzeuge und Geldanlagen verändern.
Deshalb ist eine gelegentliche Aktualisierung Ihrer Übersicht sinnvoll.
Monatlich: Einnahmen und Ausgaben prüfen
Vergleichen Sie Ihre tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben mit Ihrer bisherigen Planung.
Besonders bei schwankendem Einkommen oder knappen finanziellen Verhältnissen kann ein regelmäßiger Überblick hilfreich sein.
Bei größeren Veränderungen: Die Vermögensbilanz aktualisieren
Eine neue Aufstellung kann sinnvoll sein, wenn Sie beispielsweise eine größere Anschaffung tätigen, einen Kredit aufnehmen oder vollständig zurückzahlen, eine Immobilie erwerben oder sich Ihre finanzielle Lebenssituation erheblich verändert.
Jährlich: Einen neuen Überblick erstellen
Eine jährliche Bestandsaufnahme bietet sich an, um die Entwicklung Ihrer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu betrachten.
Verwenden Sie dabei nach Möglichkeit dieselben Kategorien und nachvollziehbare Bewertungsmaßstäbe.
Notieren Sie den jeweiligen Stichtag, damit Sie die Ergebnisse später vergleichen können.
Warum sich Ihr Nettovermögen auch ohne zusätzlichen Sparbetrag verändern kann
Angenommen, Sie zahlen monatlich einen Teil Ihres bestehenden Autokredits zurück.
Wenn Sie dabei den Kreditbetrag reduzieren, verringern sich Ihre Verbindlichkeiten. Unter ansonsten unveränderten Bedingungen verbessert das Ihr Nettovermögen.
Umgekehrt kann ein Wertverlust Ihres Fahrzeugs oder Ihrer Geldanlagen dazu führen, dass Ihr rechnerisches Vermögen sinkt.
Ein Vergleich zweier Stichtage zeigt deshalb zwar, wie sich Ihr Nettovermögen verändert hat. Er erklärt aber nicht automatisch, welche Einnahmen, Ausgaben, Tilgungen und Wertveränderungen dafür verantwortlich waren.
Für eine genauere Betrachtung sollten Sie Ihre monatliche Einnahmen-Ausgaben-Übersicht hinzuziehen.
13. Was Inflation für Ihr Vermögen bedeutet
Bei einer längerfristigen Betrachtung spielt außerdem die Inflation eine Rolle.
Wenn die Preise steigen, können Sie für einen gleichbleibenden Geldbetrag im Laufe der Zeit weniger kaufen.
Eine Vermögensaufstellung in Euro zeigt zunächst den nominalen Wert Ihrer Vermögenswerte und Schulden. Sie berücksichtigt nicht automatisch, wie sich die Kaufkraft dieses Geldes verändert.
Das ist insbesondere für längerfristige Sparziele und die Altersvorsorge wichtig.
Gleichzeitig bedeutet Inflation nicht, dass eine bestimmte Geldanlage immer die richtige Wahl ist.
Aktien, Immobilien und andere Sachwerte können ebenfalls im Wert fallen, zusätzliche Kosten verursachen oder bei kurzfristigem Geldbedarf nur eingeschränkt verfügbar sein.
Welche Form der Geldanlage zu Ihnen passt, hängt unter anderem von Ihrem Anlageziel, dem verfügbaren Zeitraum, Ihrer finanziellen Belastbarkeit und den möglichen Verlusten ab.
Vertiefendes Werkzeug
Mit dem Geld-Welten-Inflationsrechner können Sie nachvollziehen, welche Kaufkraft ein heutiger Geldbetrag bei einer angenommenen jährlichen Inflationsrate in einigen Jahren noch hätte. Dabei handelt es sich um eine Modellrechnung, nicht um eine Vorhersage der tatsächlichen zukünftigen Preisentwicklung.
Inflationsrechner künftige Kaufkraft
14. Der nächste Schritt: Was machen Sie jetzt mit Ihrer Bestandsaufnahme?
Sie kennen nun Ihre regelmäßigen Einnahmen, Ihre Ausgaben, die vorhandenen Rücklagen, Ihre Vermögenswerte und die bestehenden Schulden.
Aus diesen Angaben können Sie Ihren monatlichen Handlungsspielraum und Ihr Nettovermögen ableiten.
Damit haben Sie eine Grundlage geschaffen, um Ihre nächsten finanziellen Entscheidungen bewusster zu treffen.
Doch bevor Sie mit größeren Veränderungen beginnen, sollten Sie sich fragen, welcher Schritt für Ihre gegenwärtige Situation tatsächlich relevant ist.
Vielleicht möchten Sie zunächst Ihre Ausgaben genauer kennenlernen. Möglicherweise benötigen Sie eine kleine Rücklage oder wollen Ihre bestehenden Kreditverpflichtungen überprüfen.
Vielleicht ergibt Ihre Bestandsaufnahme aber auch, dass Ihre gegenwärtige finanzielle Situation bereits ausreichend Spielraum für neue Ziele bietet.
Es gibt keinen Grund, jede mögliche Veränderung gleichzeitig anzugehen.
Ihre Aufgabe
- Stellen Sie Ihre Vermögenswerte auf und heften Sie die Zusammenstellung in Ihrem Geld-Ordner ab.
- Ergänzen Sie die Übersicht um Ihre monatlichen Einnahmen, Ausgaben und Ihre bestehenden Rücklagen.
- Notieren Sie anschließend einen einzigen nächsten Schritt, der zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Geld-Welten · Ihre persönliche Reflexionsfrage
Welche Erkenntnis aus meiner Bestandsaufnahme ist für meinen nächsten finanziellen Schritt besonders wichtig?
Vielleicht ist es ein unerwarteter monatlicher Überschuss. Vielleicht eine bisher übersehene Verpflichtung. Oder die Erkenntnis, dass Sie sich zunächst um Ihre verfügbaren Rücklagen kümmern möchten.
Halten Sie Ihre Antwort für sich fest. Sie müssen daraus heute noch keine umfassende Finanzplanung entwickeln.
Eine Bestandsaufnahme ist kein Urteil über Ihren bisherigen Umgang mit Geld. Sie ist eine Grundlage, auf der Sie Ihre weiteren Entscheidungen treffen können.

Ergänzung oder Frage von Ihnen?
Können Sie etwas zu obigem Beitrag ergänzen? Oder ist eine Frage bei Ihnen unbeantwortet geblieben? Haben Sie einen Fehler gefunden?

Im Zusammenhang interessant
Interessante Fakten zum Thema Vermögen
- Wert von Bildung: Eine fundierte Ausbildung kann als immaterieller Vermögenswert betrachtet werden, da sie potenziell zu höherem Einkommen und besseren Karrierechancen führt.
- Sammelkarten-Boom: Seltene Sammelkarten, wie z.B. von Pokémon oder Magic: The Gathering, haben in den letzten Jahren immense Wertsteigerungen erlebt und erzielen teils sechsstellige Beträge bei Auktionen.
- Virtuelle Güter: In Online-Spielen erworbene virtuelle Gegenstände oder Immobilien in digitalen Welten wie dem Metaverse werden zunehmend als Vermögenswerte gehandelt.
- Lebensversicherungen: Bestimmte Lebensversicherungen haben einen Rückkaufswert, der als Vermögenswert betrachtet werden kann und bei Bedarf liquidiert werden kann.
- Wein als Kapitalanlage: Edle Weine können über die Jahre beachtlich an Wert gewinnen und stellen für Kenner einen glücksverheißenden Vermögenswert dar.
Diese vielfältigen Vermögenswerte zeigen, dass Reichtum nicht nur in offensichtlichen Besitztümern liegt, sondern oft auch in weniger beachteten Werten steckt.
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Der Start eines besseren Umgangs mit dem Geld liegt in der Offenlegung aller Geldzu- und Geldabflüsse. Diese ergeben am Ende des Monats den Saldo Ihres Kontos. Und anhand dieser Offenlegung ergeben sich dann die ersten Maßnahmen.
Erfahren Sie hier, wie Sie so ein Haushaltsbuch ganz einfach führen. Mit mehreren Vorlagen zum kostenlosen Download.
Stellen Sie sich vor, Sie öffnen Ihren Briefkasten und finden wieder einmal eine Mahnung – ein Gefühl der Ohnmacht macht sich breit. Ist Ihr Konto ständig im Minus. Oder schlimmer: Laufen Rechnungen auf, die Sie einfach nicht mehr begleichen können? Haben Sie hohe Schulden? Wurden vielleicht erste Daueraufträge nicht mehr ausgeführt? Und ist kein Ausweg in Sicht? Wissen Sie nicht mehr, wie es weitergehen soll?
Dann sitzen Sie in der Schuldenfalle. Ein höchst unangenehmer Zustand, der oftmals alle Lebensfreude raubt. Die gute Nachricht: Es gibt probate Möglichkeiten, sich aus dieser Falle zu befreien. Wenn Sie es richtig machen, ist das Gesetz auf Ihrer Seite.
Doch keine Panik! Dieser Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie dem Schuldenstrudel entkommen und finanziell wieder festen Boden unter den Füßen spüren können. Mit bewährten Strategien und praktischen Tipps weisen wir Ihnen den Weg in ein schuldenfreies Leben.
Atmen Sie erst einmal tief durch. Dann gehen Sie nach und nach die folgenden neun bewährten Schritte (inklusive gratis Download).
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