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Wann ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung sinnvoll? In einem bestimmten Zeitraum und mit 2 Klauseln

Beamte sind von Staats wegen bei auftretender Berufsunfähigkeit finanziell abgesichert. So ein Staatsdiener nicht mehr seinen Aufgaben nachkommen kann, "dienstunfähig" geworden ist, erhält dieser von Vater Staat ein "Ruhegehalt".

Aber erst nach ihrer Verbeamtung auf Lebenszeit und einer fünfjährigen Dienstzeit ...

Zwischenzeitlich ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) sinnvoll. Wir zeigen auf, worauf beim Abschluss solch einer Versicherung zu achten ist.

 
 

Punkt 1

Der Versicherungsgegenstand: Dienstunfähigkeit

Laut Paragraf 44 Bundesbeamtengesetz ist ein Beamter dann dienstunfähig, wenn dieser dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seine dienstlichen Pflichten zu erfüllen. Dies gilt bereits, wenn sie/er aufgrund einer Erkrankung innerhalb von sechs Monaten mehr als drei Monate nicht zu arbeiten vermag und keine Aussicht darauf besteht, dass sich dieser Zustand innerhalb des kommenden halben Jahres ändern wird. Abweichende Länderregelungen sind möglich.

Punkt 2

Die Absicherung: Ruhegehalt

Wer wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt wurde erhält ein Ruhegehalt. Dieses fällt deutlich höher aus als die Erwerbsminderungsrente eines gemeinen Arbeitnehmers.

Das Ruhegehalt steigt mit dem Dienstalter und kann nach 40 Jahren Staatsdienstes gute 70 % des letzten Gehaltes ausmachen.

Zur Antwort auf die Frage, ob für Sie eine BU mit Dienstunfähigkeitsklausel sinnvoll ist, sollten Sie Ihre Ansprüche auf Ruhegehalt kennen. Klären Sie auch, wie sich diese Ansprüche in den kommenden Jahren entwickeln werden. Auskunft hierüber erhalten Sie bei Ihrer Besoldungsstelle.

Punkt 3

Ungeschützt: Frisch Verbeamtete

Wer als Beamter noch keine fünf Dienstjahre auf dem Buckel hat, kommt im Falle der Berufsunfähigkeit noch nicht in den Schutz des Ruhegehaltes. Beamte auf Probe oder Widerruf werden sogar oft entlassen, wenn sie in dieser Zeit dienstunfähig werden.

Ausnahmen (Dienstunfälle ...) bestätigen auch hier die Regel.

Punkt 4

Dienstunfähig versus berufsunfähig

Muss ich in dieser Zeit als "junger Beamter" nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschliessen? Nein, denn:

Achtung!

Wer dienstunfähig ist, muss noch nicht berufsunfähig sein. Des Dienstes im Staate für unfähig kann man schon bei 20 % verminderter Leistungsfähigkeit gebrandmarkt werden. Als berufsunfähig gilt man in den meisten Berufsunfähigkeitsversicherungen erst ab 50 % verminderter Leistungsfähigkeit.

Somit gibt es bei Dienstunfähigkeit eine Grauzone, in der eine eventuell abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung trotz Dienstunfähigkeitsbescheinigung nicht zahlt.

Punkt 5

Mögliche Absicherung: Dienstunfähigkeitsklausel

Abhilfe zur Überbrückung der Grauzone schafft eine sogenannte Dienstunfähigkeitsklausel als Vertragsbestandteil einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Theoretisch können Sie mit solch einer Versicherung sogar Geld bekommen, wenn der Staat noch keine Dienstunfähigkeit zu erkennen vermag, Sie aber die Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung erfüllen.

Diese Dienstunfähigkeitsklausel gibt es in unterschiedlicher Form. Wir empfehlen auf folgende Punkte zu achten:

  • Die Dienstunfähigkeitsklausel deckt Entlassung und Versetzung in den Ruhestand ab. Damit sind alle relevanten Fälle (auch Beamtenanwärter sowie Beamte auf Probe oder Beamte auf Widerruf) abgedeckt.
  • Die Versicherung prüft die Dienstunfähigkeit nicht noch einmal selbst, sondern schließt sich der Beurteilung durch den Dienstherrn an. Dies erspart Ihnen im Falle eine Falles viel Lauferei, ist nervenschonend und verhindert eventuell langjährige Rechtsstreitigkeiten mit dem BU-Versicherer über die Auszahlung.

Punkt 6

Fazit: Dienstunfähigkeitsversicherung ja oder nein?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung mit sogenannter Dienstunfähigkeitsklausel ist für junge Beamte, Beamte auf Probe und Beamtenanwärter sinnvoll. Diese Berufsgruppen haben noch keine oder nur geringe Ruhegeldansprüche für den Fall, dass sie ihrem Dienst körperlich oder geistig nicht mehr nachkommen können.

Punkt 7

Weiterlesen: Zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Dienstunfähigkeitsversicherung gibt es nur im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese will individuell bewertet (Bedingungen, Kosten ...) werden. Lesen Sie hierzu:

Berufsunfähigkeitsversicherung – was beachten?

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Was Sie bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachten sollten

Jeder vierte Deutsche wird vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig. Psychische Probleme stehen dabei an erster Stelle. Das Durchschnittsalter für eine Berufsunfähigkeit liegt bei 47 Jahren.

Das Risiko eines Angestellten, vor Eintritt des Rentenalters berufsunfähig zu werden, liegt bei ungefähr 20 Prozent. Bei Arbeitern können sogar rund ein Drittel nicht bis zum Ende arbeiten.

Da der Verlust der Arbeitsfähigkeit wohl als ein wirklicher GAU zu bezeichnen ist, sehen wir die Berufsunfähigkeitsversicherung als eine sinnvolle Versicherung an. Allerdings kostet diese Absicherung verhältnismäßig viel.

Hier erfahren Sie, was Sie bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wissen und beachten sollten.

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

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