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Warum Beamter werden? Alle Vorteile und Nachteile des Beamtentums

Der Beamtenstatus in Deutschland beinhaltet einige Annehmlichkeiten für die rund 1,8 Millionen verbeamteten Personen. Etwa eine ca. doppelt so hohe Pension wie ein Durchschnittsrentner, eine sehr günstige Krankenversicherung und auch die Kinder von Beamten erhalten zusätzliche Leistungen zum Kindergeld.

Auf der anderen Seite gelten für Beamten auch ganz besondere Pflichten. Welche Vorteile genießen Beamte? Mit welchen Nachteilen müssen sie leben? Was sollte man als Beamtenanwärter darüber hinaus über die finanziellen Besonderheiten des Beamtenberufs wissen? Kurz: Warum Beamter werden?

 
 

Inhalt

Punkt 1

Allgemeines

Neben den ganz normalen Rechten und Pflichten die für alle Arbeitnehmer hinsichtlich ihres Arbeitsvertrags gelten, genießen Beamte neben spezifischen Dienstpflichten auch spezielle Rechte. Aus finanzieller Hinsicht sind hier vor allem die sogenannten vermögensrechtlichen Rechte zu nennen. Ganz allgemein spricht man bei besonderen vermögensrechtlichen Rechten für Beamten wenn es um folgende Punkte geht:

  • Beihilfen
  • Besoldung
  • Reisekosten
  • Trennungsgeld
  • Umzugskosten
  • Unterstützung und
  • Versorgung.

Neben der eigentlichen Besoldung kommen einem als Beamter also zahlreiche zusätzliche vermögensrechtliche Leistungen zugute.

Eine besondere Verpflichtung

Als Beamter nehmen Sie in ihrem jeweiligen Beruf hoheitsrechtliche Aufgaben wahr und müssen bereit dazu sein, „jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes einzutreten.“ Das Bundesbeamtengesetz regelt dies und viele weitere Bereiche des Beamtentums.

Punkt 2

Video: Kurz erläutert - Die Privilegien als Beamter

Punkt 3

Vergütung

Doch dieser Punkt ist natürlich nicht die einzige Antwort auf die Frage "Warum Beamte werden?". Früher galten Beamte als "Geringverdiener". Heute hat sich das grundlegend geändert!

Die eigentliche Vergütung, welche ein Beamter im öffentlichen Dienst für seine Arbeit erhält, wird im speziellen „Besoldung“ genannt. Diese Bezüge werden genau wie in jedem anderen Anstellungsverhältnis monatlich gezahlt. Sonderzahlungen über die eigentliche Besoldung hinaus sind nicht unüblich. Wie der einzelne Beamte letzten Endes entlohnt wird, hängt unmittelbar mit der ihm zugewiesenen Besoldungsgruppe ab. Diese unterteilt sich in Gruppe A und Gruppe B.

Gegenüber früher werden Beamte heutzutage in vielen Berufen sehr gut bezahlt. Lediglich im Bereich der Führungskräfte gibt es größere Nachteile gegenüber der Privatwirtschaft.

Weiterer Vorteil: Beamte müssen für nicht eigens für mehr Gehalt kämpfen, diese werden einige Ebenen darüber verhandelt. Auch dieser Punkt ist für viele Beamte ein Grund zur Freude und Entspannung.

Punkt 4

Steuern

Oft hört man die Frage: "Warum zahlen Beamte keine Steuern?".

Dass ein Beamter im öffentlichen Dienst keine Steuern zahlten würde ist ein weit verbreiteter Irrtum und stimmt so nicht. Lediglich verhält es sich so, dass die Renten- sowie die Arbeitslosenversicherung entfallen. Richtiger wäre also die Frage: "Warum haben Beamte mehr netto?" Im Schnitt bedeutet die Sozialabgabenbefreiung etwa 10-12% weniger Abzüge vom Bruttolohn.

Warum zahlen Beamte weniger Sozialabgaben? Weil der Staat den Arbeitsplatz garantiert und auch die Pension bezahlt. Dieses Recht ist im Grundgesetz seit 1949 verankert.

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Punkt 5

Pensionsregelungen

Im Gegensatz zu anderen Arbeitnehmern sind Beamte besonders gut abgesichert.

Die exakte Höhe des Ruhegehalts wird dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen etwa das Einstiegsalter oder auch der Grund des Pensionseintritts. Grundsätzlich haben alle Beamten Anspruch auf eine Pension, wenn sie eine gewisse Anzahl an Dienstjahren vorweisen können. Auch wenn sie unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden kann ein Pensionsanspruch entstehen.

Die Höhe der Pension ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig, etwa die Dienstjahre oder das Renteneintrittsalter. Mittels Pensionsrechnern für Beamten lässt sich die exakte Höhe für den Einzelfall ermitteln.

Punkt 6

Sicherheit

Damit sind wir bei einem der größten Vorteile des Beamtentums: der maximalen Sicherheit dieses Berufsstandes. Beamte können bis ins hohe Alter ein Leben mit finanziell gut ausgestatteter Versorgung planen.

Sind Beamte unkündbar? Fast. Erst nach Überstehen einer dreijährigen Probezeit wird ein Beamter unkündbar. Auch danach kann das Beamtentum wieder aufgehoben werden. Zum Beispiel, wenn die Verbeamtung mittels " Zwang, arglistige Täuschung oder Bestechung" erschlichen wurde oder der Beamte eigentlich wegen einer Straftat rechtskräftig verurteilt ist. Ansonsten – bei schweren Verfehlungen – werden Beamte vorzeitig in den Ruhestand geschickt.

So viel Sicherheit scheint der Gesundheit zuträglich: Beamte leben im Schnitt länger als Angestellte. Dies liegt auch an den Möglichkeiten im Beamtengesetz zur Work-Life-Balance, z.B. die großzügigen Sabatregelungen. Beamte können auch lange Zeit – Rückkehr möglicherweise erst nach vielen Jahren – den Job pausieren und müssen auch bei längerer Krankheit keine Restriktionen fürchten.

Aus diesen Gründen wurde dieser Beitrag von uns in die Kategorie "Gelassenheit bei Geld und Finanzen" eingeordnet.

Punkt 7

Krankenversicherung

Beamte sowie auch Beamtenanwärter, können sich ohne große Hürden sowohl bei gesetzlichen als auch bei privaten Krankenkassen versichern. Doch warum sind so viele Beamte privat versichert?

Im Gegensatz zu Menschen, die als deutsche Angestellte und Arbeitnehmer arbeiten, müssen Beamte kein bestimmtes Mindesteinkommen vorweisen, um in eine private Krankenkasse einzutreten. Zu beachten gilt hier jedoch, dass alle Familienmitglieder einzeln mitversichert werden müssen. Welche Option ist für Beamte dabei die sinnvollste?

Zunächst einmal kennt das Beamtenrecht keinen Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung. Beamte erhalten hingegen eine sogenannte Beihilfe. Die Höhe dieser Beihilfe hängt immer vom jeweiligen Bundesland sowie des Familienstandes des Beamten ab. Im Schnitt liegt der Anteil der Beihilfe bei 50 bis 80 Prozent.

Die verbleibende Summe muss über eine sogenannte private Restkostenversicherung abgeschlossen werden. Private Krankenversicherer bieten meist spezielle Beamtentarife an. Wer es ganz genau wissen möchte, der kann es in diesem Ratgeber zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung für Beamte nachlesen.

Die Option freiwillig ein Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung zu werden steht Beamten selbstverständlich auch frei.

Punkt 8

Private Unfallversicherung

Wenn man Statistiken Glauben schenken mag, passieren die meisten Unfälle immer noch in den eigenen vier Wänden. Unfälle welche nicht innerhalb der Dienstzeit passieren zählen nicht als Dienstunfall. Darum kann der Abschluss einer privaten Unfallversicherung auch für Beamte sinnvoll sein. Sollte der Unfall bleibende Schäden oder gar eine Dienstunfähigkeit verursachen, fällt die finanzielle Versorgung ohne private Unfallversicherung deutlich geringer aus.

Punkt 9

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft gehört zu den wichtigsten Versicherungen für Beamte. Im Beamtenrecht kommt der Begriff Berufsunfähigkeit nicht vor, sie werden hingegen dienstunfähig geschrieben. Das Besondere ist hier, dass eine Dienstunfähigkeit nicht zwangsläufig auch eine Berufsunfähigkeit darstellt.

Eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung ist also für Beamte nicht ausreichend, sie müssen diese Versicherung um den Zusatz einer Dienstunfähigkeit ergänzen. Auch hier entscheidet nicht der Preis alleine über die Qualität des Versicherungsschutzes sondern die Versicherungsbedingungen. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Punkt 10

Haftpflicht

Auch für Beamte zählt die private Haftpflichtversicherung mit zu den wichtigsten Versicherungen. Sie schützt einen im Zweifel vor einer Haftung mit dem Privatvermögen bei einer Schädigung Dritter.

Weiterhin ist der Abschluss einer Diensthaftpflicht für Beamte unter bestimmten Umständen anzuraten. Der staatliche Dienstherr kann Beamte für Schäden, welche sie während ihrer Dienstzeit verursachen, u.a. in Fällen von Fahrlässigkeit in Regress nehmen.

Beide Haftpflichtversicherungen sollten abgeschlossen werden, die Kosten halten sich in Grenzen.

Der individuelle Bedarf an Versicherungen unterscheidet sich selbstverständlich von Person zu Person. Ob und wenn welche zusätzlichen Versicherungen für einen Beamten Sinn machen muss immer im Einzelfall geprüft werden. Verkehrsrechtsschutz oder ein darüber hinausgehender Rechtsschutz können je nach Situation Sinn machen oder weniger sinnvoll sein.

Punkt 11

Zum Schluss: Beamten-Humor

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Vom gelassenen Umgang mit Sparen, Geldanlage, Versicherung und Vorsorge

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