berufsunfaehigkeitsversicherung was wissen 4 564


Jeder vierte Deutsche
wird vor Erreichen des Rentenalters berufsunfähig. Psychische Probleme stehen dabei an erster Stelle.

Das Risiko eines Angestellten, vor Eintritt des Rentenalters berufsunfähig zu werden, liegt bei ungefähr 20 Prozent. Bei Arbeitern können sogar rund ein Drittel nicht bis zum Ende arbeiten.

Da der Verlust der Arbeitsfähigkeit wohl als ein wirklicher GAU zu bezeichnen ist, sehen wir die Berufsunfähigkeitsversicherung als eine sinnvolle Versicherung an. Allerdings kostet diese Absicherung verhältnismäßig viel.

Hier erfahren Sie, was Sie bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wissen müssen.

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist stark eingeschränkt, und zahlt nur geringe Beträge. Sie können das individuell prüfen lassen:

Alle nach 1961 geborenen sind gesetzlich nur noch per Erwerbsminderungsrente versichert. Dabei müssen Sie auch Arbeiten annehmen, die nichts mit Ihrer Ausbildung bzw. bisherigen Tätigkeit zu tun haben. Nur wer nicht mehr fähig ist, 3 Stunden pro Tag einer beliebigen Tätigkeit nachzugehen, erhält die volle Erwerbsminderungsrente. Doch diese ist zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Die halbe bekommt, wer noch zwischen 3 und 6 Stunden pro Tag arbeiten kann. Wer noch länger arbeiten kann, erhält nix.

 

 
 

Übrigens: Auch wenn für die Arbeit nichts bezahlt wird, kann sie vor Ausfall versichert werden, wenn ein Ersatz der Arbeit Geld kosten würde. Typisch zum Beispiel für eine Hausfrau.

 

Die private BU

Unter einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) verstehen wir also ab jetzt eine privatwirtschaftliche Versicherung, die den Verlust oder Teilverlust der Arbeitsfähigkeit abfangen soll.

Die BU kann als Zusatzversicherung zu einer Lebens- oder Rentenversicherung oder auch als Einzelversicherung abgeschlossen werden.

Unser Tipp:

Die Berufsunfähigkeitsversicherung  im Paket mit Risiko-Leben kann(!) sinnvoll sein. Finger weg von Angeboten mit Kapitallebensversicherungen.

 

Die BU in aller Kürze

1. Bedarf aufdecken
Ermitteln Sie, wieviel Geld Sie zur Absicherung Ihrer Existenz benötigen, wenn Sie nicht mehr arbeiten können. Rechnen Sie gegen, welches Geld Sie dann aus anderen Quellen erhalten. Die Differenz sollten Sie mit einer BU absichern. 

2. Angebote einholen
Vor allem wenn Sie über 40 sind oder einer Risikogruppe angehören, sollten Sie ausdauernd Angebote einholen und diese vergleichen. Manchmal kommt nur 1 Anbieter von 10 Ihren Wünschen entgegen. Siehe:

3. Früh anfangen
Je eher Sie eine BU abschließen, umso eher erhalten Sie ein vergünstigtes Angebot.

4. Ehrlich sein
Geben Sie alle Vorerkrankungen an, auch wenn ein "guter Freund" davon abrät. Ansonsten könnte die Leistung im Ernstfall gekürzt oder gar gestrichen werden.

5. Alternative Erwerbsunfähigkeitsversicherung
Wer keinen BU-Vertrag erhält, kann mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung die schlimmsten Fälle absichern. Zudem ist sie günstiger als die BU.

Zusatztipp: Jährlich zahlen
Die jährliche Beitragszahlung kann spürbare Beitragseinsparungen bewirken.

 

Wie lange und wie hoch die Berufsunfähigkeit versichern?

  1. Definieren Sie, wie viel Sie bei einer Berufsunfähigkeit brauchen
  2. Entscheiden Sie, wie viel davon von einer privaten BU abgedeckt werden soll

Ein gutes Maß ist es, wenn Sie bis 60 Jahre Ihr Risiko absichern.

 

 

Faustregel zur Absicherung

Decken Sie zwei Drittel des bisherigen Nettoeinkommens ab.

 

Anfrage starten

Beim Einholen der ersten Angebote ist es dennoch sinnvoll, eine Laufzeit bis 67 bei vollem Nettoeinkommen anzufragen. Runtergehen können Sie in der zweiten Runde.

 

Sinnvoll: Ihr Versicherer sollte die volle Renten-Summe auch auszahlen, wenn die Berufsunfähigkeit nur 50% beträgt: Was nützt die günstigere Versicherung, die nicht zahlt?

 

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Unterschiede bei den Versicherern

Die Definition von Berufsunfähigkeit ist von Versicherer zu Versicherer verschieden. Sie kann zum Beispiel lauten:

Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, voraussichtlich für die Dauer von mindestens 6 Monaten (Prognosezeitraum) nicht im Stande ist, seinen Beruf, wie er vor Eintritt der Krankheit, Körperverletzung oder des Kräfteverfalles beschaffen war, auszuüben.“

Etwas eingeschränkter lautet diese Bedingung:

Vollständige Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich für die Dauer von mindestens drei Jahren (Prognosezeitraum) nicht im Stande ist, seinen Beruf oder eine andere Tätigkeit auszuüben, die er auf Grund seiner Ausbildung und Erfahrung ausüben kann und die seiner bisherigen Lebensstellung entspricht (Verweisberuf, so kann ein Arzt mit Handlähmung noch medizinische Gutachten durchführen).“ Das heißt, sie dürfen Stellen antreten, die erheblich schlechter bezahlt sind als ihre bisherige.

Das muss man wissen: Hier kann der Versicherer auf einen anderen Beruf verweisen, der noch auszuüben möglich wäre!

 

Der Versicherer zahlt meist bei – ärztlich nachzuweisender – mindestens 50-prozentiger Berufsunfähigkeit (durch Krankheit oder Unfall) die vertraglich vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente. Ab diesem Zeitpunkt endet dann meist auch die Beitragszahlungspflicht des Versicherten.

 

Versicherung will nicht zahlen!

Wie Finanztest in 1/2015 berichtet, ergab eine Umfrage unter Anwälten, dass Versicherungen in den letzten Jahren immer öfter Zahlungen zunächst verweigern oder die Beantragung erschweren. Besonders die Berufsunfähigkeitsversicherung sei betroffen. Es geht um viel Geld, Betroffene müssen komplizierte Fragebögen ausfüllen und werden zu aufwendigen Untersuchungen verdonnert.

 

Darauf sollten Sie ebenfalls achten

Laut Experten-Ratgebern gibt es wichtige Kriterien, die eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung auszeichnen:

  • Eine voraussichtlich 6-Monatige Berufsunfähigkeit genügt
  • Verzicht auf den Verweisberuf (abstrakte Verweisung)
  • Rentensteigerung als Inflationsausgleich, ansonsten droht erheblicher Kaufkraftverlust (bei Inflation von 2-3 Prozent ist das Geld nach 25 Jahren nur noch die Hälfte wert).
  • Begrenzung des Rechts des Versicherers zum Rücktritt von der Versicherung auf 5 Jahre (oder kürzer).
  • Verzicht auf §19 VVG – dieser erlaubt dem Versicherer den nachträglichen Rücktritt von der Versicherung, wenn bei Vertragsbeginn schon ein höheres Eintrittsrisiko vorlag. Auch wenn es dem Versicherten nicht bekannt war! Auch das Beitragserhöhungsrecht sollte diesbezüglich ausgeschlossen werden!
  • Weltweit geltender Versicherungsschutz
  • Der Versicherer verzichtet auf die Arztanordnungsklausel
  • Anerkennung ab Beginn, nicht erst bei Nachweis, Rückwirkende Auszahlung für mindestens 3 Jahre bei verspäteter Meldung
  • Auf Antrag zinslose Stundung der Beiträge während der Entscheidungszeit über die Gewährung der Rente
  • Nachversicherungsmöglichkeit: Eine Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente ist ohne erneute Gesundheitsprüfung bei besonderen Ereignissen wie Hochzeit oder Berufswechsel möglich. Idealerweise als Ergänzung zur ohnehin vorhandenen Dynamik des Vertrages.
  • Verzicht auf Nachprüfung während einer befristeten Anerkennung
  • Befristete Anerkenntnisse sind klar geregelt

 

Geld-Welten-Checkliste zum Download

Hier finden Sie unsere Checkliste Berufsunfähigkeitsversicherung zum Download und abhaken:

 

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Zum Gesundheitsfragebogen

Auch wenn die Verführung groß ist: Beantworten Sie alle Fragen des Gesundheitsfragebogens wahrheitsgemäß – ansonsten gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz! Übrigens: Behinderte Menschen dürfen seit 2006 nur in begründeten Ausnahmefällen vom Berufsunfähigkeitsversicherer abgelehnt werden!

 

Haben Sie gesundheitliche Probleme?

Wenn Sie befürchten, aufgrund von gesundheitlichen Problemen Einschränkungen oder Ablehnung zu riskieren, können Sie über einen Versicherungsmakler oder einen Versicherungsberater eine anonyme Risikovoranfrage stellen.

Die Versicherer führen nämlich eine Art schwarzer Liste und Sie bekommen bei einem Negativbescheid eventuell auch bei einer anderen Gesellschaft Probleme. Dennoch sollten Sie auch hierbei mehrere Versicherungen vergleichen, obwohl nicht alle Angebote über Makler erhältlich sind.

 

Soll ich immer die günstigste Versicherung nehmen?

Sie haben alle Punkte geprüft und haben erfreulicherweise mehrere Berufsunfähigkeitsversicherungen zur Auswahl?

Wir würden dann die günstigste Versicherung wählen, da die Versicherungen solidarische Auffanglösungen geschaffen haben. Die Tests von Finanztest (im letzten 2015 waren über die Hälfte der Anbieter "sehr gut") bestätigen, dass die Versicherer immer bessere Lösungen anbieten. Hier finden Sie einen Vergleich zur BU auf Geld-Welten.de: Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung?

 

Alternativen zur BU

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist teuer und oftmals werden Versicherte abgelehnt. Es gibt alternative Risikoversicherungen, die Teilaspekte abdecken. Zum Beispiel die UnfallversicherungAber: 90 Prozent aller Berufsunfähigkeitsfälle geht nicht auf einen Unfall zurück.

Oder die Grundfähigkeitenversicherung, die zahlt, wenn Sie einen oder mehrere Ihrer Sinne verlieren. Erwähnt sei auch die Dread-Desease-Versicherung, welche zahlt, wenn sie an bestimmten, besonders schweren Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt erkranken.

Siehe auch das folgende Video:

 

Weiterführende Informationen:

 

Tarifvergleich Berufsunfähigkeitsversicherung von Check24

Nach Ausfüllen des untenstehenden Formulares erhalten Sie einen Tarifvergleich von Tarifcheck24*.

Alle Vergleiche für die gilt  "powered by TARIFCHECK24 GmbH" ist verantwortlich:

TARIFCHECK24 GmbH
Zollstr. 11b
21465 Wentorf bei Hamburg
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