Steuererklärung Schritt für Schritt selber machen (für Arbeitnehmer)

Eine Steuererklärung abzugeben ist nicht allzu schwierig und kann sich sogar lohnen, vor allem als Arbeitnehmer, denn in aller Regel erhält man durch Freibeträge und absetzbare Werbungskosten Geld vom Staat zurück. Beim zuständigen örtlichen Finanzamt erhält man die dafür notwendigen Formulare.

Man kann aber auch die Steuererklärung richtig angehen, indem man Apps oder eine PC-Software nutzt, die den Nutzer Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess führen und nach dem korrekten Ausfüllen aller Daten die zu erwartende Steuererstattung direkt anzeigen.

Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihre erste Steuererklärung erfolgreich auf den Weg bringen.

Steuererklärung Schritt für Schritt

Inhaltsverzeichnis aus-/einklappen

 

1. Notwendige Unterlagen – gut vorbereitet mit der Steuererklärung beginnen

Bevor Sie die Erklärung der Einkommensteuer angehen, ist es sinnvoll, vorab einige Daten und Unterlagen bereitzuhalten. Dies sind im Einzelnen:

  • die Steuer-ID – diese wird bereits kurz nach der Geburt erteilt und ist lebenslang gültig. Sollte diese nicht mehr (oder in manchen Fällen noch nicht) vorliegen, kann man sie über ein Online-Formular beim Bundeszentralamt für Steuern (BZst) erfragen.
  • Steuernummer
  • Einkommensnachweise: die Lohnsteuerbescheinigung, die man am Jahresende vom Arbeitgeber erhält, aber auch Elterngeld, Abfindungen oder Insolvenzausfallgeld
  • die aktuelle Bankverbindung (IBAN), auf die eine Steuererstattung überwiesen werden soll
  • Belege für Werbungskosten und Sonderausgaben
  • Für die Abrechnung vom Homeoffice: Abrechnungen der Versorger vom Haus, Höhe der angefallenen Kreditkosten (die Zinszahlungen) sowie die Größe vom Arbeitszimmer

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2. Was gehört zu Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen?

Es ist möglich, einen Teil der bereits bezahlten Steuern zurückzubekommen. Zu den Werbungskosten und Sonderausgaben in der Steuererklärung gehören zum Beispiel:

2.1. Werbungskosten

Die beruflichen Ausgaben (Monatskarten, Arbeitsmittel) oder außergewöhnliche Belastungen (Umzug, Spenden). Auch Heimfahrten zur Familie am Wochenende können abgesetzt werden, wenn man unter der Woche an einem anderen Arbeitsort wohnt.

Zu den Werbungskosten gehören also: 

  • Kosten für eigene Fortbildung
  • Beiträge zu Berufsverbänden
  • Kosten eines berufsbedingten Umzugs
  • Berufliche Reisekosten
  • Kosten für Arbeitsmittel

Recherchieren Sie gründlich, was Sie absetzen können: insbesondere Anfänger übersehen oft wichtige Posten.

Video: Was sind alles Werbungskosten und wie setze ich diese ab?

Länge: 7 Minuten

2.2. Sonderausgaben

Hier kommen Ihre Belege für:

  • Lebensversicherung
  • Rentenversicherung
  • Spenden
  • Unfallversicherung
  • Haftpflichtversicherung
  • Kranken- und Pflegeversicherung 

zum Tragen.

2.3. Außergewöhnliche Belastungen

So können zum Beispiel Krankheitskosten, wenn diese eine bestimmte – einkommensabhängige – Höhe überschreiten, eingebracht werden. Dies kann auch eine Hilfe im Haushalt, die neue Brille oder die Kosten für einen Heilpraktiker sein.

Bewahren Sie zudem alle Belege und Rechnungen im Laufe des Jahres auf, um sie mit der Steuererklärung einzureichen.

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3. Ausfüllen der Steuererklärung – so geht's

3.1. Die Papier-Variante

Wie bereits erwähnt, können Sie sich die Steuererklärungsformulare bei jedem Finanzamt erhalten (diese liegen meistens im Eingangsbereich zum Mitnehmen aus), ausfüllen und mit allen Belegen abgeben. Alternativ können Sie sich die Formulare aber auch von der ELSTER-Webseite downloaden und ausdrucken (ELSTER = Elektronische Steuererklärung).

Im sogenannten Mantelbogen füllen Sie mit Ihren persönlichen Daten aus. Hierzu gehören neben der Steuer-ID, Name, Adresse usw. auch die Bankverbindung. Außerdem werden hier die Sonderausgaben, Werbungskosten usw. aufgelistet.

Ein zentraler Bestandteil ist die Anlage N. Hier werden alle zu versteuernden Einkünfte eingetragen. Diese können Sie in aller Regel ganz einfach von der Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitgebers abschreiben, sofern Sie keine sonstigen Einnahmen haben.

Haben Sie Lohnersatzleistungen wie etwa Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld oder Krankengeld bezogen, gehören diese Daten ebenfalls in die Anlage N. Und auch hier tragen Sie alle angefallenen Werbungskosten ein: Fahrtkosten des gesamten Jahres, Ausgaben für Arbeitsmittel (hier am besten Rechnungskopien beifügen) usw.

Neben der Anlage N gibt es noch weitere Anlagen, die aber nur bei bestimmten Fällen zum Einsatz kommen, etwa für Kinderbetreuungskosten, Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Angaben zur privaten Altersvorsorge (Riester-Rente o. ä.). 

Und vergessen Sie nicht, die Formulare zu unterschreiben! Dies führt häufig dazu, dass die Steuererklärung nicht anerkannt wird.

Abgabe der Steuererklärung

Nachdem alle relevanten Formulare ausgefüllt sind, können Sie diese beim nächsten Finanzamt abgeben oder natürlich auch per Post dorthin schicken.

Nun heißt es zunächst einmal abwarten. Die Bearbeitung durch einen Sachbearbeiter kann mehrere Wochen dauern.

3.2. Die Online-Variante

Ein etwas einfacherer Weg ist die Online-Steuererklärung. Auf elster.de gibt es zum Beispiel zwei Wege. Bei einer ELSTER-Steuererklärung ohne ein Zertifikat ist es erforderlich, dass neben den auf einem Webformular angegebenen Daten zusätzlich eine Kurzfassung der Steuererklärung ausgedruckt und ans Finanzamt geschickt wird. Dieses Verfahren dient der Sicherheit und gewährleistet, dass die online angegebenen Daten tatsächlich von der zu besteuernden Person abgegeben wurden.

Schneller geht es jedoch per ELSTER mit einem elektronischen Zertifikat. Hierfür muss man sich auf elster.de registrieren. Dann bekommt man eine persönliche Zertifikatsdatei, die man auf seinem PC speichert. Das Zertifikat stellt sicher, dass der Steuererklärende wirklich die Person ist, für die er sich ausgibt. Diese Zertifikatsdatei ist dauerhaft gültig und muss nicht jedes Mal neu beantragt werden.

Noch einfacher – insbesondere für Anfänger – ist die Steuererklärung mittels einer App oder einer speziellen Steuersoftware. Diese Programme leiten Sie durch die einzelnen Schritte und bieten eine gute Hilfestellung.

Vorgehen

Im ersten Schritt muss man sich auf www.elster.de/ ein Benutzerkonto einrichten. Danach kann man auch schon loslegen. Das folgende Video führt Schritt für Schritt durch den Vorgang:

Video: Elster-Online-Steuererklärung Schritt für Schritt

Länge: 12 Minuten

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4. Der Steuerbescheid

Haben Sie den Steuerbescheid erhalten, prüfen Sie diesen unbedingt: Ist die Abweichung zu der von Ihnen errechneten Summe groß? Wurden alle angegebenen Posten und Freibeträge wirklich berücksichtigt? Denn bei der Berechnung der Steuererstattung (oder selten auch einer Steuernachzahlung) können Fehler unterlaufen, die Sie schnellstmöglich reklamieren sollten. Hier haben Sie die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen Widerspruch einzulegen. In manchen Fällen kann das Finanzamt nach weiteren Belegen verlangen. Bei Erfolg bekommen Sie einen korrigierten Bescheid.

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5. Leserumfrage: Wie machen Sie Ihre Steuererklärung?

Wie machen Sie Ihre Steuererklärung?

 

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6. Ergänzungen und Fragen von Leser:innen

Hast du eine Frage zum Beitrag oder etwas zu ergänzen bzw. zu korrigieren?

Jeder kleine Hinweis/Frage bringt uns weiter und wird in den Text eingearbeitet.

 

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter Bödeker hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und bei einem Kapitalanlageunternehmen (für geschlossene Fonds) ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

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