Welche Versicherungen brauche ich wirklich? Pflicht, sinnvoll oder überflüssig
Die Deutschen haben zu ihren Versicherungen in vielen Fällen ein schwieriges Verhältnis. Die meisten meiden das Thema, so gut es geht. Erst wenn ein Schadensfall das erste Mal eintritt, ärgert man sich, dass keine entsprechende Police abgeschlossen wurde. Auf der anderen Seite werden oftmals überteuerte oder überflüssige Versicherungen abgeschlossen.
In diesem Artikel stellen wir Ihnen übersichtlich dar, welche Versicherungen Pflicht sind, welche sinnvoll und auf welche Sie tendenziell verzichten können. Außerdem klären wir, welche Versicherungen in speziellen Lebenslagen besonders wichtig sind und geben Tipps, wie Sie bei Ihren Versicherungen Geld sparen können.
Kurz zusammengefasst: Welche Versicherungen sollte man auf jeden Fall haben?
- Basisabsicherung
Die Krankenversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben, die Privathaftpflichtversicherung gehört für die meisten Menschen zur unverzichtbaren Grundausstattung. Sie schützt vor existenzbedrohenden Schadenersatzforderungen – und ist im Verhältnis zum möglichen Risiko vergleichsweise kostengünstig. - Existenzsicherung
Versicherungen wie die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Risikolebensversicherung oder die Wohngebäudeversicherung sichern Einkommen und Vermögenswerte ab. Sie sind insbesondere dann entscheidend, wenn finanzielle Verpflichtungen bestehen, etwa gegenüber Familie oder Kreditgebern. - Lebensphase entscheidet
Welche Versicherungen Sie benötigen, hängt stark von Alter, Beruf, Familienstand und Eigentum ab. Ein Student trägt andere Risiken als ein Selbstständiger oder ein Hausbesitzer. - Pflicht vs. sinnvoll vs. verzichtbar
Nicht jede Versicherung ist notwendig. Pflichtversicherungen sind gesetzlich vorgeschrieben, während viele Zusatzversicherungen in erster Linie den Komfort erhöhen und nicht zwingend der Existenzsicherung dienen. - 5-Fragen-Check zur Entscheidung
Prüfen Sie, ob ein möglicher Schaden Ihre wirtschaftliche Existenz gefährden würde, wie wahrscheinlich das Risiko ist und ob Sie den Schaden selbst tragen könnten. Diese strukturierte Herangehensweise hilft, Über- oder Unterversicherung zu vermeiden. - Deckungssummen und Vertragsdetails
Entscheidend ist nicht nur die Frage, ob eine Versicherung abgeschlossen wird, sondern auch, wie sie ausgestaltet ist. Eine zu geringe Deckungssumme oder ungünstige Vertragsklauseln können selbst eine grundsätzlich sinnvolle Versicherung erheblich entwerten. - Versicherung ist keine Geldanlage
Risikoversicherungen dienen der Absicherung von Risiken, nicht dem Vermögensaufbau. Kapitalanlage und Versicherung sollten konzeptionell getrennt betrachtet werden. - Kosten und Provisionen
Versicherungsprodukte enthalten in der Regel Abschluss- und Vertriebskosten. Transparenz über Provisionen oder Honorarmodelle trägt dazu bei, fundierte Entscheidungen zu treffen. - Regelmäßige Überprüfung
Versicherungsschutz ist kein statischer Zustand. Veränderungen in der Lebenssituation erfordern eine regelmäßige Neubewertung des bestehenden Schutzes. - Auf Versicherungen für kleinere Kosten wie Handy, Reisegepäck und Brille kann man in der Regel verzichten.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Die 3 Ebenen der Absicherung
Nicht jede Versicherung steht auf derselben Stufe. Zur Orientierung kann man zwischen drei Ebenen unterscheiden:
1. Basisabsicherung
Dazu zählen Pflichtversicherungen sowie die Privathaftpflichtversicherung. Sie schützen vor finanzieller Katastrophe.
2. Existenzsicherung
Hierzu gehören insbesondere:
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Risikolebensversicherung (bei Unterhaltspflichten)
- Wohngebäudeversicherung (bei Eigentum)
Diese Versicherungen sichern Einkommen oder Vermögenssubstanz ab.
3. Komfort- und Zusatzschutz
Reiserücktritt, Zahnzusatz, stationäre Zusatzversicherung oder Rechtsschutz fallen in diese Kategorie. Sie verbessern Leistungen – verhindern aber keine existenzielle Notlage.
Wer sein Budget begrenzen muss, sollte immer in dieser Reihenfolge entscheiden. Erst Basis. Dann Existenz. Dann Komfort.
Tabelle: Verpflichtende, sinnvolle und überflüssige Versicherungen
Pflicht-Versicherungen |
|
| Versicherung | Für wen Pflicht? |
| Kranken-und Pflegeversicherung | Für jeden Pflicht. Zur Wahl privat versus gesetzlich siehe hier. |
| KFZ-Haftpflichtversicherung | Für jeden Fahrzeughalter. |
| Gesetzliche Rentenversicherung | Für die meisten abhängig Beschäftigten besteht Versicherungspflicht. Ausgenommen sind unter anderem Beamte sowie bestimmte Mitglieder berufsständischer Versorgungswerke (z. B. Ärzte, Rechtsanwälte), sofern eine Befreiung vorliegt. |
| Hundehaftpflichtversicherung | In mehreren Bundesländern besteht eine gesetzliche Pflicht für alle Hundehalter. In anderen Bundesländern gilt die Pflicht nur für bestimmte Hunderassen oder bei als gefährlich eingestuften Hunden. |
| Berufshaftpflicht | Gesetzlich vorgeschrieben für einige Berufsgruppen wie Ärzte und Steuerberater. |
Sehr sinnvolle Versicherungen |
|
| Versicherung | Für wen sinnvoll? |
| Privathaftpflichtversicherung | Jeder Erwachsene. Kinder sollten über ihre Eltern mitversichert sein. |
| (Wohn)Gebäudeversicherung | Für jeden Eigentümer eines Hauses. |
| Berufsunfähigkeitsversicherung | Sie leistet, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausgeübt werden kann. Vor allem bei Familienverantwortung, aber auch als (junge) Singleperson sinnvoll. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung stellt eine günstigere, jedoch deutlich eingeschränktere Alternative dar, da sie in der Regel nur leistet, wenn keinerlei Erwerbstätigkeit mehr möglich ist. |
| Tierhalter-Haftpflichtversicherung | Für Hunde- und Pferdehalter, falls nicht sowieso bereits gesetzlich vorgeschrieben. |
| Gewässerschaden-Haftpflichtversicherung | Für Eigentümer von Heizöltanks oder anderen Anlagen, von denen ein Gewässerschaden ausgehen kann, ist diese Versicherung dringend zu empfehlen, da sie für Schäden haftbar gemacht werden können. |
| Risikolebensversicherung | Sie ist sinnvoll, wenn im Todesfall finanzielle Verpflichtungen oder unterhaltsberechtigte Personen abgesichert werden sollen, beispielsweise bei Immobilienkrediten oder Familien mit Kindern. |
| Betriebshaftpflichtversicherung | Sie ist für Unternehmen und Selbstständige wichtig, deren Tätigkeit Personen- oder Sachschäden verursachen kann. Für bestimmte Berufsgruppen (z. B. beratende Tätigkeiten) kann zusätzlich eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung erforderlich sein. Für Geschäftsführer kommt gegebenenfalls eine D&O-Versicherung in Betracht. |
Sinnvolle Versicherungen |
|
| Versicherung | Für wen sinnvoll? |
| Bauherren-Haftpflichtversicherung | Für Bauherren während der Bauphase. |
| Hausratversicherung | Wenn Ihr Hausrat einen hohen Wert aufweist. |
| Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung | Für Haus- und Wohnungseigentümer sowie Vermieter von Immobilen und Gründstücksbesitzer. |
| Krankentagegeldversicherung | Sie zahlt für jeden Tag eines stationären Aufenthalts eine vereinbarte Pauschale. Der Einkommensausfall wird hingegen durch das Krankengeld (gesetzlich Versicherte) oder eine Krankentagegeldversicherung (Privatversicherte oder Selbstständige) abgesichert. Besonders für gesetzlich versicherte Selbstständige und eventuell bei Angestellten mit hohem Einkommen. Im letzteren Fall sollte man die Zahlung ab Ende der Lohnfortzahlung vereinbaren. |
| Auslandskrankenversicherung | Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist bei Reisen ins Ausland grundsätzlich empfehlenswert. Innerhalb der EU besteht zwar ein Basisschutz über die gesetzliche Krankenversicherung, dieser deckt jedoch nicht alle Leistungen und in der Regel keinen medizinisch notwendigen Rücktransport. Dies kann auch Privatversicherte betreffen. |
| KFZ-Vollkaskoversicherung | Für Eigentümer tendenziell neuer Fahrzeuge. |
| KFZ-Teilkaskoversicherung | Für Besitzer hochwertiger älterer Autos. Irgendwann ist aber die Versicherungsrate zu hoch im Verhältnis zum möglichen Auszahlungsbetrag bei Diebstahl. |
| Verkehrsrechtsschutzversicherung | Sie kann für Fahrzeughalter und andere Verkehrsteilnehmer sinnvoll sein, insbesondere bei hohem Streitwert (z. B. nach Unfällen). Der konkrete Leistungsumfang richtet sich nach dem Vertrag und ist häufig an Wartezeiten gebunden. |
| Unfallversicherung | Private Unfallversicherung: Sie leistet bei dauerhaften Invaliditätsfolgen infolge eines Unfalls. Sie kann für Kinder, Selbstständige oder Personen ohne ausreichende Absicherung durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Für Kinder ohne Kinderinvaliditätsversicherung besonders bei Hobbys wie Reiten. Für Senioren sinnvoll, wenn niemand da ist, der sich nach einem Unfall um einen kümmert. |
| Absicherung Rente (Selbstständige) | Selbstständige können freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten oder eine Basisrente (Rürup-Rente) abschließen. Beide Systeme sind voneinander unabhängig, können aber parallel genutzt werden. |
| Private Rentenaufstockung | Zur Ergänzung der gesetzlichen Rente kommen verschiedene Modelle infrage, etwa eine betriebliche Altersvorsorge oder staatlich geförderte Produkte wie die Riester-Rente. Ob diese sinnvoll sind, hängt von Einkommen, Familienstand und Förderberechtigung ab. |
|
Für weitere Empfehlungen zu Lebens- und Rentenversicherungen siehe im Kapitel "Altersvorsorge" |
|
Muss nicht, aber nicht völlig unsinnig |
|
| Versicherung | Für wen sinnvoll? |
| Autoschutzbrief | Oft am günstigsten über den Versicherer abzuschließen |
| Reiserücktrittversicherung | Besonders bei teuren Pauschalreisen zu empfehlen. |
| Pflegezusatzversicherung | Für jeden, der seine Pflegeversorgung aufstocken möchte und sich die erhöhten Beiträge langfristig leisten kann. |
| Zahnzusatzversicherung | Wenn Sie als gesetzlich Versicherter einen hochwertigen Zahnersatz versichert wissen wollen. |
| Stationäre Zusatzversicherung / Krankenhaus-Zusatzversicherung | Für Menschen, die im Krankenhaus lieber im Ein- bzw. Zweibettzimmer liegen möchten und die Wert auf die Behandlung durch den Chefarzt legen. |
| Allgemeine Rechtsschutzversicherung | Eine allgemeine Rechtsschutzversicherung kann sinnvoll sein, wenn ein erhöhtes Risiko für rechtliche Auseinandersetzungen besteht und die möglichen Prozesskosten nicht ohne Weiteres selbst getragen werden können. Also je nach individueller Lebenslage und "Streitlust". Zahlt nur für Streitigkeiten in bestimmten Lebenslagen. |
| Kinder-Invaliditätsversicherung | Für Kinder bis zum Ende der Ausbildung. |
Meist nicht sinnvoll |
|
| Versicherung | Für wen sinnvoll? |
| Sterbegeldversicherung | Meist ist es rentabler, direkt für die Beerdigungskosten zu sparen. |
| Krankenhaustagegeldversicherung | Risiko ist bereits durch Krankengeld bzw. private Krankentagegeldversicherung abgedeckt. |
| Insassen-Unfallversicherung | Mitfahrer sind grundsätzlich über die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers abgesichert. Bei selbst verschuldeten Unfällen greift jedoch keine Haftpflichtleistung. Dennoch ist der zusätzliche Nutzen einer Insassen-Unfallversicherung häufig begrenzt, da andere Versicherungen (z. B. Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung) meist umfassender leisten. |
| Reisegepäckversicherung | Schäden am Reisegepäck sind teilweise über die sogenannte Außenversicherung der Hausratversicherung abgedeckt. Der Schutz ist jedoch meist zeitlich und betragsmäßig begrenzt. |
| Handyversicherung | Meist unnötig teuer und das Handy ist teils über andere Versicherungen abgesichert. |
| Glasbruchversicherung | Schäden an fremdem Eigentum können über die Privathaftpflichtversicherung abgesichert sein. Schäden an eigenem Glas (z. B. Fensterscheiben) sind jedoch nur versichert, wenn eine entsprechende Glasversicherung oder eine erweiterte Wohngebäude- bzw. Hausratversicherung besteht. |
| Brillenversicherung | Erstattungsbeträge sind meist gedeckelt, eigenes Ansparen lohnt sich mehr. |
Welche Versicherungen haben Sie abgeschlossen?
Hier die bisherigen Antworten anschauen ⇓
Die bisherigen Stimmen:
| Privathaftpflichtversicherung. | 17 Stimmen |
| (Wohn)Gebäudeversicherung. | 14 Stimmen |
| Hausratversicherung. | 14 Stimmen |
| Unfallversicherung. | 9 Stimmen |
| KFZ-Vollkaskoversicherung. | 9 Stimmen |
| Allgemeine Rechtsschutzversicherung. | 8 Stimmen |
| KFZ-Teilkaskoversicherung. | 7 Stimmen |
| Auslands-Krankenversicherung. | 6 Stimmen |
| Verkehrsrechtsschutzversicherung. | 6 Stimmen |
| Zahnzusatzversicherung. | 5 Stimmen |
| Krankentagegeldversicherung. | 3 Stimmen |
| Berufsunfähigkeitsversicherung. | 3 Stimmen |
| Glasbruchversicherung. | 3 Stimmen |
| Risikolebensversicherung. | 2 Stimmen |
| Pflegezusatzversicherung. | 1 Stimme |
| Kinder-Invaliditätsversicherung. | 0 Stimmen |
| Handyversicherung. | 0 Stimmen |
Umfrage: Welche Zusatzversicherungen haben Sie?
Welche Versicherungen haben Sie aktuell abgeschlossen?
Die Suche nach der richtigen Police
Im ersten Schritt sollten Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre aktuell laufenden Versicherungen verschaffen und Ihre eigene Lebenssituation analysieren. Je nachdem, wie alt Sie sind, wie Sie leben und welcher Tätigkeit Sie nachgehen, sind nämlich unterschiedliche Versicherungen besonders wichtig.
Faustformel: Lohnt sich die Versicherung?
Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Versicherung abschließen sollten oder nicht, ist eine sinnvolle Entscheidungsgrundlage die Frage, ob ein möglicher Schaden finanziell selbst getragen werden kann, ohne die wirtschaftliche Existenz zu gefährden.
Könnte ich die Schäden, die entstehen könnten, auch aus eigener Tasche bezahlen, ohne dabei in finanzielle Existenznot zu geraten?
Ist die Antwort ja, brauchen Sie die Versicherung nicht unbedingt, denn das Risiko ist gering.
Zusätzlich sollte jedoch berücksichtigt werden, wie wahrscheinlich das Risiko ist und ob es sich um ein existenzielles oder regelmäßig wiederkehrendes Risiko handelt. Auch kleine, häufige Schäden können versicherungswürdig sein, wenn sie statistisch wahrscheinlich sind (z. B. Krankentagegeld bei Selbstständigen).
Die 5-Fragen-Checkliste: Welche Versicherungen brauche ich wirklich?
Statt jede Police einzeln zu bewerten, hilft eine systematische Prüfung. Wer diese fünf Fragen ehrlich beantwortet, erkennt schnell, welche Versicherungen notwendig sind – und welche nur beruhigen.
- 1. Würde ein Schaden meine wirtschaftliche Existenz gefährden?
Existenzbedrohende Risiken – etwa hohe Schadenersatzforderungen, dauerhafte Erwerbsunfähigkeit oder der Verlust der Immobilie – sollten in der Regel versichert werden. - 2. Wie wahrscheinlich ist das Risiko?
Seltene, aber teure Risiken (z. B. Haftpflichtschäden) sind klassische Versicherungsfälle. Häufige, aber kleine Schäden lohnen sich meist nicht zu versichern. - 3. Habe ich finanzielle Verpflichtungen gegenüber anderen?
Wer Kinder versorgt oder einen Immobilienkredit bedient, braucht andere Absicherungen als jemand ohne Unterhaltspflichten. - 4. Kann ich Rücklagen bilden?
Versicherungen sind kein Ersatz für einen Notgroschen. Wer keine Rücklagen hat, versichert oft Dinge, die eigentlich durch Sparen besser gelöst wären. - 5. Deckt eine bestehende Versicherung das Risiko bereits ab?
Doppelte Absicherungen sind häufig – etwa bei Reisegepäck oder Glasbruch.
Diese Checkliste trennt echte Risiken von gefühlten Risiken. Und genau darum geht es.
Vergleichen
Nachdem Sie sich im Klaren darüber sind, welche Versicherungen Sie für notwendig halten, sollten Sie die Angebote mehrerer Anbieter miteinander vergleichen. Wenn es um besonders große Summen geht, sollten Sie im Zweifelsfall einen Versicherungsberater hinzuziehen. Achten Sie beim Vergleich nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf Kündigungsmöglichkeit (am besten jährlich), Zahlungsweise, Versicherungsumfang und mögliche Ausschlüsse bzw. Minderungen der Versicherungs- und Schadenssumme durch etwaige Klauseln.
Geld-Welten-Tipps: So sparen Sie bei Versicherungen
- Unnötige Tarife kündigen (Brillenversicherung etc.). Fragen Sie sich: Welche Versicherungen brauche ich nicht?
- Regelmäßig die bestehenden Tarife vergleichen und ggf. zu einem Anbieter mit besseren Konditionen wechseln
- Selbstbehalt /Eigenanteil vereinbaren (dadurch sinkt der Versicherungsbeitrag)
- Zahlweise ändern (Wer jährlich zahlt, spart in der Regel im Vergleich zum monatlichen Modell)

Fünf verbreitete Irrtümer
- „Je mehr Versicherungen, desto sicherer.“
Falsch. Zu viele Policen führen oft nur zu höheren Fixkosten – nicht zu mehr Sicherheit. - „Versicherung ersetzt jede Art von Schaden.“
Jede Police enthält Bedingungen, Ausschlüsse und Selbstbehalte. Versicherung ist nie grenzenloser Schutz. - „Staatliche Leistungen reichen im Ernstfall aus.“
Gesetzliche Leistungen – etwa bei Erwerbsminderung – sichern meist nur das Existenzminimum. - „Kleine Schäden sollte man immer versichern.“
Gerade kleine, häufige Schäden sind wirtschaftlich besser selbst zu tragen. - „Ich bin jung, mir passiert nichts.“
Versicherungen sind keine Altersvorsorge – sie sind Risikoabsicherung. Und Risiken fragen nicht nach Geburtsjahren.
Welche Versicherungen sind mit 25, als Rentner, Mieter etc. besonders wichtig?
Wie bereits erwähnt, entscheidet die eigene Lebenssituation stark darüber, welche Versicherungen sinnvoll sind und welche nicht. Die folgende Tabelle gibt zunächst einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen für die häufigsten Lebenssituationen. Direkt darunter finden sich weitere Details.
| Versicherung | ||||
| Risiko-Leben | Berufsunfähigkeit | Rechtsschutz | Hausrat | |
| Junge Erwachsene / Single | unnötig | sinnvoll | nicht zwingend | nicht zwingend |
| Lebensgemeinschaft mit Immobilie | sinnvoll | sinnvoll | zu überlegen | sinnvoll |
| Familie mit Kindern | sinnvoll | sinnvoll | zu überlegen | sinnvoll |
| Rentner | unnötig | unnötig | unnötig | sinnvoll |
Welche Versicherungen Sie benötigen, ändert sich also auch im Laufe Ihres Lebens. Deswegen sollten Sie Ihre individuelle Versicherungssituation auch regelmäßig neu prüfen und ggf. verändern.
Welche Versicherungen braucht man mit 25 / als Student?
Welche Versicherungen man mit 25 braucht, hängt stark davon ab, in welcher Lebenslage man sich befindet, z. B. ob man bereits berufstätig, verheiratet etc. ist. Die Zahl 25 Ist trotzdem eine wichtige Altersgrenze, denn ab diesem Alter endet spätestens die Mitversicherung über die Eltern in der Krankenversicherung und meist auch in der Privathaftpflichtversicherung. Dementsprechend sollten sich betroffene Personen rechtzeitig informieren und eine eigene Versicherung abschließen.
Für Studierende kann der frühzeitige Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein, da Beiträge bei jungem Eintrittsalter meist günstiger sind. Voraussetzung ist jedoch eine erfolgreiche Gesundheitsprüfung. Zudem sollte auf Vertragsbedingungen wie Verzicht auf abstrakte Verweisung geachtet werden.
Welche Versicherungen braucht man als Rentner?
Als Rentner sollte man neben den typischen Versicherungen wie Krankenversicherung und Privathaftpflicht besonders über die folgenden 5 wichtigen Versicherungen nachdenken:
- Auslandsreise-Krankenversicherung
- Pflegezusatzversicherung
- Reiserücktrittsversicherung
- Krankenhaus-Zusatzversicherung
- Hundehaftpflicht bei Hundebesitz
Welche Versicherungen braucht man als Single/Alleinstehender?
Als Single sollte man neben den typischen Versicherungen wie Krankenversicherung und Privathaftpflicht besonders über folgende Versicherungen nachdenken:
- Risikolebensversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
Welche Versicherungen braucht man als Arbeitnehmer?
Als Arbeitnehmer sollte man neben den typischen Versicherungen wie Krankenversicherung und Privathaftpflicht besonders über folgende Versicherungen nachdenken:
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Unfallversicherung als zusätzlichen Schutz
Welche Versicherungen braucht man für ein Haus / als Hausbesitzer?
Als Hausbesitzer sollte man neben den typischen Versicherungen wie Krankenversicherung und Privathaftpflicht besonders über folgende Versicherungen nachdenken:
- Wohngebäudeversicherung
- Hausratsversicherung bei teurer Innenausstattung
- Elementarschadenversicherung (zum Beispiel in Gebieten mit Starkregen)
Elementarschäden wie Überschwemmung, Starkregen oder Erdrutsch sind in der Wohngebäudeversicherung in der Regel nicht automatisch enthalten und müssen als zusätzlicher Baustein vereinbart werden.
Welche Versicherungen braucht man als Mieter?
Als Mieter sollte man neben den am häufigsten abgeschlossenen Versicherungen wie Krankenversicherung und Privathaftpflicht besonders über folgende Versicherungen nachdenken:
- Mietrechtsschutzversicherung
- Hausratsversicherung bei teurer Inneneinrichtung
Welche Versicherungen brauche ich als Selbstständiger?
Als Selbstständiger sollte man neben den typischen Versicherungen wie Krankenversicherung und Privathaftpflicht besonders über folgende Versicherungen nachdenken:
- Krankentagegeld
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Berufs- oder Betriebs-Haftpflichtversicherung (je nach Risiko)
- Rechtsschutzversicherung
- Private Altersvorsorge
Neben klassischen Rentenversicherungen können auch kapitalmarktbasierte Sparformen wie ETF-Sparpläne zur eigenständigen Altersvorsorge genutzt werden.
Welche Versicherungen braucht man als Familie?
Als Familie sollte man neben den typischen Versicherungen wie Krankenversicherung und der privaten Haftpflicht besonders über folgende Versicherungen nachdenken:
- Hausratversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung (mindestens ein Elternteil)
- Risikolebensversicherung
Kinder sind in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel beitragsfrei über die Eltern familienversichert, sofern bestimmte Einkommens- und Versicherungsbedingungen erfüllt sind. In der privaten Krankenversicherung benötigt jedes Kind einen eigenen Vertrag.
Video: Welche Versicherungen brauche ich als Bauherr?
Länge: 4 Minuten
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Wer verdient an Versicherungen?
Versicherungen werden häufig über Provisionen vertrieben. Diese sind im Beitrag einkalkuliert. Es gibt auch Honorartarife ohne Provision, bei denen stattdessen ein Beratungshonorar anfällt.
Die Wahl des Vertriebswegs beeinflusst nicht nur die Kosten, sondern mitunter auch die Empfehlung. Transparenz schützt hier vor Fehlentscheidungen.
Versicherung ist keine Geldanlage
Versicherungen dienen in erster Linie der Risikodeckung, nicht dem Vermögensaufbau. Kapitalbildende Lebensversicherungen oder fondsgebundene Policen verbinden beide Aspekte – sind jedoch komplex und kostenintensiv.
Wer Vermögen aufbauen möchte, sollte klar zwischen
- Risikoversicherung und
- Kapitalanlage
unterscheiden. Diese Trennung schafft Transparenz – und verhindert Enttäuschungen.
Worauf man bei Vertragsabschluss achten sollte
Nicht nur die Frage „Brauche ich das?“ ist entscheidend, sondern auch „Wie muss es ausgestaltet sein?“
Beispiele:
- Privathaftpflichtversicherung: Deckungssumme mindestens 10 Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Verzicht auf abstrakte Verweisung, Nachversicherungsgarantie, möglichst lange Leistungsdauer.
- Wohngebäudeversicherung: Einschluss von Elementarschäden prüfen.
- Risikolebensversicherung: Versicherungssumme sollte mindestens offene Darlehen und mehrere Jahresnettoeinkommen abdecken.
Ein günstiger Tarif ohne ausreichende Leistungen ist kein Schnäppchen, sondern ein Risiko.

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