Goldpreis bei geopolitischen Spannungen: Ursachen und Auswirkungen

Geopolitische Spannungen sind längst kein fernes Nachrichtenrauschen mehr, sondern ein Faktor, der Vermögen real beeinflussen kann. Der Goldpreis bei geopolitischen Spannungen reagiert oft sensibel – mal als Fluchtpunkt für Kapital, mal überraschend zurückhaltend. Wer verstehen möchte, warum Gold in Krisenzeiten gefragt ist, welche wirtschaftlichen Mechanismen dahinterstehen und wann der Schutzmechanismus versagt, findet hier eine fundierte Einordnung. Der Artikel liefert Orientierung in einem Umfeld, das von Unsicherheit geprägt ist – sachlich, differenziert und mit klarem Blick auf das, was für Privatanleger wirklich zählt.

Goldbarren im Vordergrund, im Hintergrund Mann mit Smartphone, Charts. Text: Goldpreis bei geopolitischen Spannungen

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Kurz zusammengefasst

  • Sicherer Hafen
    Gold gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen, weil es kein Emittentenrisiko trägt und historisch Vertrauen genießt. Bei geopolitischen Spannungen steigt häufig die Nachfrage nach Stabilität statt Rendite.
  • Unsicherheit & Risikoaversion
    Konflikte, Sanktionen oder Handelskriege erhöhen die Unsicherheit. Kapital wird aus risikoreichen Anlagen abgezogen und teilweise in Gold umgeschichtet.
  • Realzinsen als Schlüsselfaktor
    Entscheidend für den Goldpreis sind die Realzinsen. Sind sie niedrig oder negativ, sinken die Opportunitätskosten des Goldbesitzes – das stützt den Preis.
  • Inflationserwartungen
    Steigende Energiepreise und Lieferkettenstörungen erhöhen die Inflationserwartungen. Gold wird dann oft als Inflationsschutz wahrgenommen.
  • US-Dollar-Einfluss
    Ein starker US-Dollar wirkt meist bremsend auf den Goldpreis, da Gold weltweit in Dollar gehandelt wird. Dollar-Stärke und Gold konkurrieren teilweise als Krisenanlage.
  • Kurzfristige Preisspitzen
    Nach geopolitischen Ereignissen kommt es oft zu impulsiven Anstiegen. Diese sind jedoch nicht automatisch der Beginn eines langfristigen Aufwärtstrends.
  • Strukturelle Nachfrage durch Zentralbanken
    Zentralbanken kaufen seit Jahren verstärkt Gold zur Diversifikation ihrer Reserven – ein stabilisierender Faktor unabhängig von einzelnen Krisen.
  • Kein Automatismus
    Geopolitische Spannungen führen nicht zwingend zu dauerhaft steigenden Kursen. Steigende Zinsen oder Liquiditätsengpässe können den Effekt neutralisieren.
  • Strategische Portfolio-Beimischung
    Für Privatanleger eignet sich Gold vor allem zur Risikostreuung. Eine moderate Quote kann Schwankungen reduzieren, ersetzt aber keine breite Diversifikation.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Warum Gold in Krisenzeiten besonders gefragt ist

Wenn die Welt unruhiger wird, reagieren die Finanzmärkte oft schneller als die Politik. Nachrichten über militärische Konflikte, verschärfte Sanktionen oder eskalierende Handelsstreitigkeiten schlagen unmittelbar auf Börsenkurse durch. Aktien schwanken, Währungen geraten unter Druck, Rohstoffe verteuern sich. In genau diesen Momenten rückt ein Vermögenswert immer wieder in den Fokus: Gold.

Der Goldpreis bei geopolitischen Spannungen ist deshalb kein Nischenthema für Rohstoffspezialisten, sondern betrifft auch ganz normale Privatanlegerinnen und Privatanleger. Ob Krieg in Osteuropa, Spannungen im Nahen Osten oder Handelskonflikte zwischen großen Volkswirtschaften – Unsicherheit ist der gemeinsame Nenner. Und Unsicherheit ist der Nährboden für steigende Goldnachfrage. Momentan kostet ein 50 Barren Gold für Privatanleger rund 7.000 Euro, gesehen bei Gold Avenue.

Aktueller Kontext zeigt das deutlich:

  • Der Krieg in der Ukraine führte 2022 zu starken Preissprüngen beim Gold.
  • Sanktionen gegen Russland veränderten globale Kapitalströme.
  • Spannungen zwischen China und den USA sorgen immer wieder für Nervosität an den Märkten.
  • Auch Konflikte im Nahen Osten lösen regelmäßig Fluchtbewegungen in „sichere“ Anlagen aus.

Was steckt dahinter? In Krisenzeiten geht es Anlegern weniger um Renditemaximierung, sondern um Kapitalerhalt. Die Priorität verschiebt sich: Sicherheit vor Wachstum.

Gold wird dabei als sogenannter „sicherer Hafen“ wahrgenommen – ein Vermögenswert, der seinen Wert tendenziell stabil hält oder sogar steigt, wenn andere Anlageklassen unter Druck geraten.

Der Begriff „sicherer Hafen“ beschreibt eine Anlage, die in Phasen erhöhter Unsicherheit besonders gefragt ist, weil sie als vergleichsweise wertstabil gilt. Historisch hat Gold diese Rolle häufig erfüllt. Es ist physisch begrenzt, nicht beliebig vermehrbar und nicht direkt von der Zahlungsfähigkeit eines Staates oder Unternehmens abhängig.

Für Sie als Privatanlegerin oder Privatanleger stellt sich daher eine zentrale Frage:

Sollten Sie bei geopolitischen Spannungen Gold kaufen – und wenn ja, in welchem Umfang?

Auch institutionelle Investoren – etwa Pensionsfonds oder Zentralbanken – erhöhen in Krisenzeiten häufig ihre Goldbestände. Das verstärkt den Effekt zusätzlich.

Doch Vorsicht: Gold ist kein magischer Schutzschild. Der Goldpreis reagiert sensibel auf viele Einflussfaktoren, darunter Zinsen, Inflation und Wechselkurse. Nicht jede Krise führt automatisch zu einem nachhaltigen Preisanstieg.

Bevor Sie also handeln, lohnt ein nüchterner Blick auf die Mechanismen hinter dem Begriff „sicherer Hafen“.

Wie sehen Sie Gold?

 

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Die bisherigen Stimmen:

Ich halte Gold im Rahmen eines kleinen Anteils am Gesamtvermögen für eine sinnvolle Beimischung im Anlageportfolio. 382 Stimmen
Für mich ist Gold eine unschlagbare Geldanlage, so sicher wie nichts anderes. 165 Stimmen
Ich lasse die Finger vom Gold: keine Rendite, von schwankendem Wert und leicht zu klauen. 47 Stimmen

Was bedeutet „sicherer Hafen“ aus finanzökonomischer Sicht?

In der Finanzökonomie wird ein Safe Haven Asset als Vermögenswert definiert, der in Zeiten extremer Marktunsicherheit eine geringe oder sogar negative Korrelation zu riskanten Anlagen wie Aktien aufweist. Vereinfacht gesagt:

Wenn Aktien fallen, bleibt der sichere Hafen stabil oder steigt.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen drei Begriffen, die oft durcheinandergeraten:

  • 1. Sicherer Hafen (Safe Haven)
    Ein Vermögenswert, der speziell in Stressphasen Schutz bietet. Die Schutzwirkung zeigt sich vor allem in Krisen.
  • 2. Hedge
    Ein Hedge ist eine Absicherung gegen ein bestimmtes Risiko, etwa Inflation oder Währungsabwertung. Ein Vermögenswert kann langfristig als Hedge dienen, ohne in akuten Krisen stark zu steigen.
  • 3. Diversifikation
    Diversifikation bedeutet Streuung. Durch die Kombination verschiedener Anlageklassen wird das Gesamtrisiko reduziert. Gold kann Teil einer Diversifikationsstrategie sein, auch wenn es nicht immer als akuter Krisengewinner fungiert.

Gold erfüllt aus wissenschaftlicher Sicht nicht in jeder Phase perfekt die Kriterien eines sicheren Hafens. Studien zeigen jedoch, dass es insbesondere bei systemischen Risiken – also Bedrohungen für das gesamte Finanzsystem – häufig stabiler bleibt als Aktien.

Neben Gold gelten auch folgende Anlagen als typische sichere Häfen:

  • Staatsanleihen wirtschaftlich starker Länder, etwa US-Treasuries
  • Der Schweizer Franken, der als stabile Währung wahrgenommen wird
  • Teilweise auch der japanische Yen

Doch auch hier gilt: Sicherheit ist relativ. Staatsanleihen verlieren an Attraktivität, wenn die Inflation steigt und die Realzinsen negativ sind. Währungen können durch politische Eingriffe geschwächt werden. Gold hingegen trägt kein Emittentenrisiko – es ist kein Zahlungsversprechen, sondern ein realer Sachwert.

Für Sie als Privatanleger bedeutet das: Gold kann eine strategische Beimischung im Portfolio sein, ersetzt jedoch keine durchdachte Gesamtstrategie. Wer 100 Prozent seines Vermögens in Gold investiert, tauscht Klumpenrisiko gegen Klumpenrisiko.

Historische Beispiele: Wie reagierte der Goldpreis auf geopolitische Spannungen?

Ein Blick in die Vergangenheit hilft, das Verhalten des Goldpreises bei geopolitischen Spannungen besser einzuordnen. Geschichte wiederholt sich nicht exakt – aber sie reimt sich.

  • Nahost-Konflikte
    Spannungen im Nahen Osten führten in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig zu steigenden Ölpreisen und erhöhter Unsicherheit an den Märkten. Gold profitierte häufig kurzfristig davon. Besonders in Phasen akuter Eskalation kam es zu sprunghaften Preisanstiegen. Allerdings folgten auf diese Ausschläge nicht selten Korrekturen, sobald sich die Lage stabilisierte.
  • Für Privatanleger bedeutet das: Wer erst nach den Schlagzeilen kauft, läuft Gefahr, auf einem kurzfristigen Hoch einzusteigen.
  • Finanzkrise 2008
    Die globale Finanzkrise war weniger ein geopolitischer Konflikt als eine systemische Vertrauenskrise. Banken gerieten ins Wanken, ganze Volkswirtschaften standen unter Druck. Der Goldpreis stieg zwischen 2008 und 2011 deutlich an und erreichte neue Rekordstände.
  • Hier zeigte sich Gold als klassischer Krisenprofiteur. Entscheidend war jedoch nicht nur die Unsicherheit, sondern auch die expansive Geldpolitik der Notenbanken. Niedrige Zinsen und steigende Liquidität erhöhten die Attraktivität von Gold zusätzlich.
  • Ukraine-Krieg
    Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 sprang der Goldpreis innerhalb weniger Tage stark an. Anleger suchten Schutz vor geopolitischer Eskalation, Inflation und möglichen Finanzmarktverwerfungen. Gleichzeitig führten Sanktionen und Energiepreisschocks zu erhöhter Unsicherheit.
  • Interessant ist jedoch: Nach dem ersten Preisschub folgte eine Phase der Konsolidierung. Steigende Zinsen in den USA belasteten den Goldpreis zeitweise. Das zeigt, wie stark mehrere Faktoren gleichzeitig wirken.
  • 9/11
    Die Terroranschläge vom 11. September 2001 führten kurzfristig zu massiver Verunsicherung. Der Goldpreis stieg unmittelbar nach den Anschlägen an. Langfristig war der Effekt jedoch moderat. Erst in den Folgejahren, als geopolitische Spannungen anhielten und die Geldpolitik expansiver wurde, gewann Gold nachhaltig an Wert.

Wo steht Ihrer Meinung nach der Goldpreis in Dollar pro Feinunze (31,1 g) im Jahre 2030?

 

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Die bisherigen Stimmen:

Zwischen 2.500 $ und 3.000 $ 87 Stimmen
Zwischen 2.001 und 2.500 $ 59 Stimmen
Zwischen 3.000 $ und 5.000 $ 52 Stimmen
Zwischen 5.000 $ und 10.000 $ 42 Stimmen
Zwischen 1.501 und 2.000 $ 23 Stimmen
Zwischen 1.001 und 1.500 $ 9 Stimmen
Unter 500 $ 7 Stimmen
Zwischen 500 und 1.000 $ 4 Stimmen
Zwischen 10.000 $ und 20.000 $ 0 Stimmen
Über 20.000 $ 0 Stimmen

Was lässt sich daraus ableiten?

  • Kurzfristig reagiert der Goldpreis oft impulsiv auf geopolitische Spannungen.
  • Langfristig bestimmen Zinsen, Inflation und Geldpolitik die Richtung stärker als das einzelne Ereignis.
  • Nicht jede Krise führt automatisch zu einem dauerhaften Bullenmarkt.

Für Sie als Privatanlegerin oder Privatanleger heißt das: Gold kann in unsicheren Zeiten Stabilität ins Portfolio bringen. Doch wer ausschließlich auf Schlagzeilen reagiert, handelt häufig prozyklisch. Sinnvoller ist es, Gold als strategische Komponente zu betrachten – mit einer klar definierten Gewichtung, die zu Ihrer Risikostruktur passt.

Der Goldpreis bei geopolitischen Spannungen ist also kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis komplexer Wechselwirkungen. Wer diese Mechanismen versteht, trifft fundiertere Entscheidungen – und bleibt auch dann ruhig, wenn die Weltpolitik wieder einmal aus den Fugen zu geraten scheint.

Der Goldpreis von 1344 bis 1999 - inflationsbereinigt:

Historico ouro

In der Zeit bis 1999 konnte man einen langjährigen mittleren Goldpreis von rund 430 $ (in Preisen von 1999) aus der Graphik entnehmen. Mit dem steilen Anstieg in Regionen über 5.000 Dollar je Feinunze in den 2020er-Jahren wurde dieser Durchschnittswert obsolet.

Der Goldpreis seit 1792

Goldpreis in Dollar ab 1810Goldpreis in Dollar 1792 bis 2022, CC BY 3.0

Goldpreis in US-Dollar pro Feinunze 1968–2011 (real und nominal, Juli 2011)

goldpreis 1968 2011

Details und Erläuterungen zu einzelnen Zeitpunkten im Beitrag zur Gold Entwicklung.

10 Jahres-Entwicklung des Goldpreises je Feinunze in Dollar

Historischer Goldkurs in Dollar USD

Welche Faktoren treiben den Goldpreis bei geopolitischen Spannungen?

Der Goldpreis bei geopolitischen Spannungen reagiert nicht isoliert auf eine Schlagzeile. Er ist das Ergebnis mehrerer ineinandergreifender Kräfte. Wer diese Treiber versteht, blickt hinter die Kursschwankungen – und handelt weniger impulsiv.

Unsicherheit und Risikoaversion

Geopolitische Konflikte erhöhen die allgemeine Unsicherheit. Anleger reduzieren in solchen Phasen risikoreiche Positionen – etwa Aktien oder Unternehmensanleihen – und schichten Kapital um. Dieses Verhalten wird in der Finanzwissenschaft als „Flight to Safety“ bezeichnet.

Gold profitiert, weil es:

  • kein Emittentenrisiko trägt,
  • global handelbar ist,
  • seit Jahrtausenden als Wertaufbewahrungsmittel gilt.

Je größer die Angst vor Eskalation oder systemischer Instabilität, desto stärker kann die Nachfrage steigen. Allerdings ist dieser Effekt oft kurzfristig – insbesondere wenn politische Spannungen nicht in wirtschaftliche Verwerfungen übergehen.

Inflationserwartungen

Kriege und Sanktionen stören Lieferketten, verteuern Energie und Rohstoffe. Dadurch steigen häufig die Inflationserwartungen. Gold wird traditionell als Schutz vor Geldentwertung betrachtet.

Wichtig ist jedoch: Entscheidend ist nicht die aktuelle Inflation, sondern die Erwartung zukünftiger Preissteigerungen. Wenn Märkte davon ausgehen, dass Notenbanken die Inflation nicht schnell eindämmen können, steigt die Attraktivität von Gold.

Realzinsen

Einer der zentralen Faktoren für den Goldpreis sind die Realzinsen – also Nominalzinsen abzüglich Inflation.

Gold wirft selbst keine laufenden Erträge ab. Wenn sichere Anleihen hohe reale Renditen bieten, verliert Gold relativ an Attraktivität. Sind die Realzinsen hingegen niedrig oder negativ, sinken die Opportunitätskosten des Goldbesitzes.

In der Praxis bedeutet das:

  • Steigen die Zinsen stärker als die Inflation → Druck auf Gold.
  • Bleiben die Realzinsen niedrig oder negativ → Unterstützung für Gold.

US-Dollar-Entwicklung

Gold wird international überwiegend in US-Dollar gehandelt. Ein starker Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums – das kann die Nachfrage bremsen.

Oft zeigt sich daher eine inverse Beziehung:

  • Starker Dollar → tendenziell schwächerer Goldpreis
  • Schwacher Dollar → Rückenwind für Gold

Geopolitische Spannungen können allerdings beides auslösen: Kapitalflucht in den Dollar und gleichzeitig steigende Goldnachfrage. In solchen Fällen entscheidet die Dominanz des jeweiligen Effekts.

Zentralbankkäufe

Ein häufig unterschätzter Faktor sind die Goldkäufe von Zentralbanken. In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Notenbanken – insbesondere aus Schwellenländern – ihre Goldreserven erhöht.

Motivation:

  • Diversifikation weg vom US-Dollar
  • Absicherung gegen geopolitische Risiken
  • Stärkung der eigenen Währungsreserven

Diese strukturelle Nachfrage kann den Goldpreis auch unabhängig von kurzfristigen Krisen stützen.

Kurzfristige Schocks vs. langfristige Trends

Nicht jede Bewegung im Goldpreis markiert einen nachhaltigen Trend. Es lohnt sich, zwischen kurzfristigen Reaktionen und langfristigen Entwicklungen zu unterscheiden.

Event-getriebene Preisspitzen

Bei überraschenden geopolitischen Ereignissen – etwa militärischen Eskalationen – kommt es häufig zu abrupten Preissprüngen. Händler reagieren in Sekunden, Algorithmen verstärken Bewegungen.

Diese Preisspitzen sind oft emotional getrieben. Die Erfahrung zeigt: Nach dem ersten Schock folgt häufig eine Phase der Beruhigung.

Für Privatanleger gilt daher: Wer ausschließlich aufgrund einer Breaking News kauft, geht ein erhöhtes Risiko ein, in eine Übertreibung hinein zu investieren.

Spekulation durch ETFs & Futures

Ein großer Teil des Goldhandels erfolgt heute über börsengehandelte Fonds (ETFs) und Terminmärkte. Diese Instrumente ermöglichen schnelle Kapitalbewegungen.

Wenn institutionelle Investoren massiv Gold-ETFs kaufen, kann das den Preis kurzfristig stark treiben. Ebenso können Futures-Positionen spekulative Übertreibungen verstärken.

Das bedeutet: Nicht jede Goldpreisbewegung spiegelt physische Knappheit wider. Ein Teil ist Finanzmarktmechanik.

Korrekturbewegungen nach der ersten Reaktion

Nach einem starken Anstieg folgt häufig eine technische Korrektur. Gründe sind:

  • Gewinnmitnahmen
  • Neubewertung der Lage
  • steigende Zinsen
  • abnehmende Eskalationsgefahr

Historisch betrachtet zeigt sich: Nachhaltige Gold-Bullenmärkte entstehen meist nicht allein durch ein geopolitisches Ereignis, sondern durch eine Kombination aus Unsicherheit, lockerer Geldpolitik und niedrigen Realzinsen.

Wann steigt der Goldpreis trotz Spannungen nicht?

Eine differenzierte Betrachtung ist entscheidend für Glaubwürdigkeit. Der Goldpreis bei geopolitischen Spannungen steigt keineswegs automatisch.

  • Stark steigende Realzinsen
    Wenn Notenbanken als Reaktion auf Inflation aggressiv die Zinsen anheben, können steigende Realrenditen Gold belasten – selbst bei anhaltenden Konflikten.
  • Liquiditätsengpässe
    In schweren Marktverwerfungen verkaufen Anleger manchmal auch Gold, um Liquidität zu beschaffen. Das war etwa zu Beginn der Corona-Krise 2020 kurzfristig zu beobachten. Gold wurde nicht verkauft, weil es unattraktiv war – sondern weil Kapital benötigt wurde.
  • Dollar-Stärke
    Flüchtet Kapital in den US-Dollar, kann dessen Aufwertung den Goldpreis dämpfen. In globalen Stressphasen konkurrieren Dollar und Gold teilweise um denselben Sicherheitsstatus.
  • Gewinnmitnahmen institutioneller Anleger
    Große Marktteilnehmer sichern nach starken Kursanstiegen Gewinne. Diese Verkäufe können den Markt bremsen – selbst wenn die geopolitische Lage angespannt bleibt.

Für Sie bedeutet das: Gold ist kein Selbstläufer. Wer nur auf das Schlagwort „Krise“ setzt, unterschätzt die Komplexität der Märkte.

Was bedeutet das für Anleger?

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Gold steigt – sondern welche Rolle es in Ihrem Portfolio spielen sollte.

Rolle von Gold im Portfolio

Gold dient primär der Risikostreuung und Stabilisierung. Es ersetzt keine langfristige Aktienstrategie, kann aber Schwankungen abfedern.

Viele Vermögensverwalter empfehlen eine Goldquote zwischen 5 und 15 Prozent – abhängig von Risikoneigung und Anlagehorizont.

Wie viel Prozent Ihres Portfolios würden Sie aktuell in Gold investieren?

 

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Die bisherigen Stimmen:

10–15 % 5 Stimmen
5–10 % 4 Stimmen
15–20 % 3 Stimmen
Mehr als 20 % 3 Stimmen
0–5 % 0 Stimmen

Physisches Gold vs. Gold-Fonds

Physisches Gold:

  • Kein Emittentenrisiko
  • Direkter Besitz
    – Lager- und Versicherungskosten
    – Geringere Flexibilität beim Handel

Gold-ETF bzw. -ETC:

  • Hohe Liquidität
  • Einfache Handelbarkeit
  • Keine Lagerung notwendig
    – Abhängigkeit von Fondsstruktur

Für sicherheitsorientierte Anleger kann eine Kombination sinnvoll sein.

Diversifikationsquote

Gold sollte kein Klumpenrisiko darstellen. Entscheidend ist die Integration in eine Gesamtstrategie aus Aktien, Anleihen und gegebenenfalls Immobilien.

Timing-Risiken

Der Versuch, Gold exakt zum Beginn einer Krise zu kaufen, scheitert oft an der Realität. Märkte reagieren schneller als Privatanleger handeln können.

Eine schrittweise Beimischung – etwa über Sparpläne oder regelmäßige Käufe – reduziert das Risiko ungünstiger Einstiegszeitpunkte.

Fazit: Goldpreis als Krisenbarometer – aber kein Automatismus

Der Goldpreis bei geopolitischen Spannungen spiegelt die Nervosität der Märkte wider. Historisch hat Gold in vielen Krisenphasen Stabilität geboten. Doch nicht jede Eskalation führt automatisch zu einem dauerhaften Preisanstieg.

Entscheidend sind:

  • Realzinsen
  • Inflationserwartungen
  • Dollar-Entwicklung
  • Zentralbankpolitik

Gold ist kein Allheilmittel, sondern ein strategisches Instrument. Es kann Portfolios widerstandsfähiger machen – ersetzt jedoch weder Diversifikation noch langfristige Planung.

Mit einer realistischen Erwartungshaltung und klar definierten Quoten kann Gold helfen, ruhig zu bleiben, wenn Schlagzeilen die Märkte bewegen. Wer hingegen auf schnelle Krisengewinne spekuliert, riskiert Enttäuschungen.

Strategisch betrachtet bleibt Gold ein Seismograph geopolitischer Spannungen – aber kein Automatismus für steigende Kurse.

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  • Gold ist extrem dehnbar.
    Ein Gramm Gold lässt sich zu einem über zwei Kilometer langen Draht ziehen.
  • Der Goldpreis war bis 1971 an den US-Dollar gekoppelt.
    Erst mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems wurde Gold frei handelbar.
  • Gold korrodiert nicht.
    Es reagiert kaum mit Sauerstoff – daher glänzen jahrtausendealte Funde noch heute.
  • Indien und China sind die größten Goldkonsumenten weltweit.

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Geschrieben von

Peter Bödeker
Peter Bödeker

Peter Bödeker hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit seinem Berufseinstieg im Bereich Internet und Publizistik. Nach seiner Tätigkeit im Agenturbereich und bei einem Kapitalanlageunternehmen (für geschlossene Fonds) ist er seit 2002 selbständig als Autor und Betreiber von Internetseiten.

https://www.geld-welten.de

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